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TALK AUF DER GRÜNEN WIESE: „WILLKOMMEN IN UNSEREM TIETJEN-MOBIL!“


Auto Bild reisemobil - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 12.07.2019

Exklusiv für die Leserinnen und Leser von AUTO BILD REISEMOBIL präsentiert TV-Moderatorin Bettina Tietjen ihr Reisemobil. Das Besondere daran: Hier ist fast alles selbst gemacht


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Damals wie heute gut gelaunt: Die TV-Moderatorin machte mit 18 ihre erste Campingtour


Sonnenuntergang auf Korsika. Die Mittelmeerinsel gehört zu den Lieblingszielen der Tietjens


FOTOS: KLAUS BECKER (2), PRIVAT (2)

• Bettina Tietjen wurde 1960 in Wuppertal geboren. Sie studierte Germanistik, Romanistik und Kunstgeschichte in Münster und Paris und arbeitete anschließend als Reporterin und Autorin für mehrere Zeitschriften und ...

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• Bettina Tietjen wurde 1960 in Wuppertal geboren. Sie studierte Germanistik, Romanistik und Kunstgeschichte in Münster und Paris und arbeitete anschließend als Reporterin und Autorin für mehrere Zeitschriften und Radiosender, unter anderem den WDR. Seit 2003 empfängt sie im Wechsel mit anderen Moderatoren prominente Gäste auf dem roten Sofa der NDR-Fernsehsendung „DAS!“. Bettina Tietjen engagiert sich auch sozial, ist unter anderem Schirmherrin der Alzheimer-Gesellschaft Hannover. Über die Alzheimer-Erkrankung ihres Vaters hat sie 2015 ein Buch geschrieben („Unter Tränen gelacht“). Außerdem ist sie „Bootschafterin“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Praktisch: Die Schiebetür des alten Ducato ermöglicht einen komfortablen Ein- und Ausstieg


Es war einmal ein einfacher Ducato- Lieferwagen, der wünschte sich nichts sehnlicher, als ein richtiges Reisemobil zu sein. Wie gern würde er eine nette Familie bei ihren Touren in alle Welt begleiten und dabei vielleicht sogar einmal das Meer sehen, statt immer nur Kisten und Kästen von A nach B zu transportieren. Doch der Traum des kleinen Lieferwagens schien sich unmöglich verwirklichen zu lassen, zumal er auch noch eine kleine Beule an der Seite hatte. Bis eines Tages… nein, keine gute Fee des Weges kam, sondern die Tietjens aus Hamburg-Harburg, genauer gesagt: Fernsehmoderatorin Bettina Tietjen und ihr Mann Udo.

„Das ist genau das, was wir suchen“, sprach der studierte Flugzeugbau-Inge- nieur. Gesagt, getan: Die Tietjens kauften den ein Jahr alten Ducato, Beule hin oder her. Udo schraubte, flexte, sägte, verlegte Leitungen, baute Fenster und ein Oberlicht ein, hämmerte, lötete, legte Laminat, verkleidete Wände. Und heute ist der frühere Lieferwagen als rollendes Zuhause schon fast 20 Jahre lang mit Familie Tietjen in aller Welt unterwegs. Kein Märchen!

„Willkommen in unserem Tietjen- Mobil“, ruft die TV-Frau und schiebt mit Schwung die große Schiebetür an der Beifahrerseite auf, als wir sie im Wildpark Schwarze Berge südlich von Hamburg treffen. Über ihr Leben als Camperin hat Bettina Tietjen ein amüsantes Buch geschrieben (siehe Kasten nächste Seite). Heute will sie uns das einzigartige Gefährt vorstellen, mit dem sie, ihr Mann und in den ersten Jahren auch die mittlerweile erwachsenen Kinder Theo und Pia die Strände von Frankreich und Spanien, die dänische Ostseeküste, die Südtiroler Alpen und viele Ziele mehr bereist haben.

Der erste Eindruck vom Inneren des Do-it-yourself-Mobils: etwas karg. Im Mittelpunkt die Dinette, die sich zu einem Doppel-Schlafplatz umbauen lässt, rechts neben der Schiebetür ein kleiner Herd mit zwei Gasfeuerstellen, ein winziges Waschbecken, auf der linken Seite ein Mini-Kühlschrank. Im Heckbereich, wo jahrelang der Schlafplatz für die Kinder war, befindet sich nun eine einfache, transportable Porta-Potti- Toilette. Dusche: keine, aber es gibt eine Außendusche.

• In ihrem neuen Buch berichtet BettinIn ihrem neuen Buch berichtet Bettina Tietjen von Campingerlebnissen aus 40 Jahren, schildert Skurriles und Humoriges zwischen Traumstränden und Toilettenhäuschen – mit einem Schuss Selbstironie.


„Tietjen auf Tour“, Piper Verlag, 271 Seiten mit vielen Fotos,
Preis: 16 Euro


Die Essecke (oben) verwandelt sich mit ein paar Handgriffen in ein Doppelbett (darunter). Links: Hier waren früher die Betten für die Tietjen- Kinder, heute befindet sich dort die transportable Toilette. Die Mini-Kaffeemaschine (rechts) gehört zu den wichtigsten Utensilien. Bettina Tietjen: „Morgens brauche ich meinen Kaffee“

Das Spartanische ist ausdrücklich gewünscht: „Uns gefällt’s genau so, wie es ist“, erzählt Bettina Tietjen. „Ballast abwerfen. Sich auf das Nötigste beschränken. Darum geht’s doch beim Campen. Und das genießen wir. Ich finde, ansonsten könnte man auch ins Hotel gehen. Ich brauche immer zwei, drei Tage, bis ich mich dran gewöhnt habe, aber dann ist es super. Nach vier Wochen kann ich es mir gar nicht mehr anders vorstellen.“

Nur 2010 hatte die Familie im Kanada- Urlaub mal ein Luxuswohnmobil gemietet: „Wenn ich mich recht erinnere, war das ein Ford F-350 mit Slide-out. 8,50 Meter lang, Kingsize-Bett und geräumige Alkoven-Schlafplätze, WC und Dusche, Herd, Backofen, Mikrowelle, Tiefkühlschrank. Für die Naturcampingplätze, auf denen wir dort übernachtet haben, war das ganz praktisch. Aber irgendwie haben wir auch gemerkt: Brauchen wir alles nicht“, sagt die Moderatorin.

Woher diese Einstellung möglicherweise rührt, erschließt sich, wenn man sich die Camping-Vorgeschichte der Tietjens anschaut. 1978 stromerte die damals 18-jährige Bettina zusammen mit fünf Freundinnen und Freunden in einem alten VW Bus durch halb Frankreich und dann die Atlantikküste hinunter. 13 Jahre später die erste Tour mit Udo, diesmal in dessen elf Jahre altem T3. Auch den hatte der passionierte Schrauber selbst ausgebaut und mit Miniherd, kleinem Kühlschrank und Sperrholzschränken ausgestattet. Später sollte sich sogar noch Platz für zwei Kinderschlafplätze finden: einen in einer irren Konstruktion quer über Fahrerund Beifahrersitz, den anderen als eine Art vergitterte Hängematte, die man von der Fahrzeugdecke herunterlassen konnte. Danach die vielen Reisen in den Süden: Kaffeeduft und Sonnenaufgänge, Nudeln vom Gaskocher, Rotwein mit Meerblick am Abend. Pures Campingglück in vielen, vielen Jahren. Mit jeder Fahrt in ihrem einfachen, aber heiß geliebten Tietjen-Mobil holen sich Bettina und Udo auch ein Stück davon in ihre rollenden neun Quadratmeter zurück. Luxus würde da nur stören.

Hinzu kommt: Da das Paar ohnehin fast immer auf Campingplätzen übernachtet und dort die sanitären Ein- richtungen nutzt, brauchen die beiden etwa eine Dusche nicht wirklich. Bei der Planung ihrer Reisen, zum Beispiel auf ihre Lieblingsinsel Korsika, gehen sie immer gleich vor. Bettina Tietjen: „Wir buchen nie vorab einen Platz. So sind wir flexibler.“ Das hat allerdings auch Nachteile, vor allem in den Hauptreisezeiten, wenn viele Plätze belegt sind. Längere nächtliche Suchen nach einem freien Plätzchen sind den Tietjens nicht unbekannt. Tipp der Moderatorin: „Am besten reist man gegen Mittag an, wenn viele Camper den Platz schon verlassen haben. Später am Abend wird es immer schwieriger. Dann sind die meisten Neuankömmlinge schon da.“

Anhalten, wo es einem gefällt, und dann mit dem Fahrrad die Gegend erkunden. Für Bettina Tietjen der perfekte Urlaub


FREIHEIT UND NATUR – CAMPING MACHT MICH GLÜCKLICH!“


„SCHÖN STEHEN IST EIN ABSOLUTES MUSS“


Standplatz mit Meerblick: Die erste Tour im frisch umgebauten Ducato führte die Tietjens ans Mittelmeer


FOTOS: PRIVAT, KLAUS BECKER

Bettina Tietjen im Gespräch mit AUTO BILD REISEMOBIL-Mitarbeiter René Weihrauch


Zumal Bettina Tietjen an den Standplatz ihrer Wahl durchaus Ansprüche stellt. Drei Dinge braucht die Camperin: Wasserblick, ruhige Lage und zwei Bäume, zwischen denen sie ihre Hängematte platzieren kann. „Schön stehen“, nennt sie das. Ehemann Udo verzweifelt gelegentlich, wenn er das Tietjen-Mobil durch enge Wege und sandigen Untergrund bugsieren muss, um den gewünschten Platz zu erreichen.

Mittlerweile hat der kleine Ducato Udo und Bettina Tietjen schon knapp 200 000 Kilometer durch Europa begleitet, treu und zuverlässig. Zu immer wiederkehrenden Zielen (seit 27 Jahren verbringt das Paar die Pfingstfeiertage in Dänemark) oder auch zu neuen Plätzen. Im kommenden Herbst bleibt das Tietjen- Mobil allerdings zu Hause. Dann geht es auf eine längere Tour durch Australien. Der Ducato bezieht derweil sein Winterquartier, eine Scheune in der Nähe von Hamburg. Die Tietjens räumen ihre Sachen aus und verschließen ein letztes Mal die breite Schiebetür. Bis sie den kleinen Ducato im nächsten Frühjahr aus dem Winterschlaf wecken. Inzwischen ist ihnen ihr Reisebegleiter ans Herz gewachsen. Bettina Tietjen: „Wir fahren ihn weiter, solange es geht!“


FOTOS: KLAUS BECKER (5), PRIVAT