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Tanz auf dem Vulkan


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LinuxUser - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 17.02.2022

Vulkan Darktable

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Bildquelle: LinuxUser, Ausgabe 3/2022

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Der Darktable-Vater Johannes Hanika versucht bei seinem neuen Projekt mit dem Namen Vulkan Darktable die Fehler des Vorgängers zu vermeiden. Die neue Software glänzt mit einer Node-Graph-basierten Verarbeitungskette, 10-Bit-Farbtiefe bei der Ausgabe, RGB Rec. 2020 und einer blitzschnellen Berechnung der Ergebnisse auf der GPU.

Open-Source-affinen Fotografen steht mittlerweile eine große Auswahl an RAW-Entwicklern zur Verfügung. Die zwei bekanntesten und ausgereiftesten Vertreter dieser Riege sind Darktable und Rawtherapee. Beide richten sich an ambitionierte bis professionelle Fotografen und verfügen über einen enormen Funktionsumfang.

Seit einiger Zeit gibt es mit ART einen Fork von Rawtherapee, der Anfängern und technisch weniger erfahrenen Benutzern den Einstieg zu erleichtern versucht. Daneben erschien vor einigen Monaten nach jahrelanger Pause wieder eine neue Version ...

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... von Lightzone . In Form von Photoflow und Filmulator liegen zudem zwei interessante Neuentwicklungen vor.

Zu dieser Gruppe versucht sich seit Kurzem ein vollkommen neues Programm zu gesellen: Der Entwickler Johannes Hanika, der Gründer des Darktable-Projekts, arbeitet mittlerweile an einem RAW-Konverter, dessen größtes Highlight seine Arbeitsgeschwindigkeit ist. Nachdem die Anwendung die bisher vor allem von Computerspielen verwendete Programmierschnittstelle Vulkan nutzt, taufte er die Software Vulkan Darktable oder kurz Vkdt.

Nach knapp drei Jahren Entwicklungszeit ist die Software nun verhältnismäßig ausgereift. Obwohl Vkdt von den Funktionen her noch nicht mit Darktable oder mit Rawtherapee mithalten kann, lohnt es sich für neugierige Anwender, einen Blick darauf zu werfen.

Weniger erbärmlich

Auf der Vkdt-Homepage und der Github-Seite des Projekts bezeichnet Hanika sein Programm als „darktable which sucks less“ und als „an experimental image processing graph“.

Ersteres spielt auf das Suckless.org- Projekt an, das den Fokus auf minimalistische Software legt. Zu den bekannteren Anwendungen von Suckless.org zählen der Tiling Window Manager Dwm, das Programmmenü Dmenu und der tastaturgesteuerte Webbrowser Surf.

Die Entwickler dieser Anwendungen halten die meiste Software für zu komplex, zu aufgebläht und durch zu viele Funktionen überfrachtet. Ihrer Meinung nach muss sich ein Computerprogramm auf das Allernotwendigste beschränken, und das nicht nur in Hinsicht auf die Anzahl der Features, sondern vor allem auch beim Umfang des Codes. So hat sich Suckless.org für den Window-Manager Dwm ein recht ehrgeiziges Limit von 2000 Codezeilen auferlegt.

Die Charakterisierung von Vkdt als „an experimental image processing graph“ soll zudem andeuten, dass es sich dabei nicht um ein traditionelles ebenenbasiertes Fotobearbeitungsprogramm wie Photoshop handelt, sondern um eine sogenannte Node-basierte Software wie Nuke , das in der Video-und Film-Postproduktion für Compositing und Spezialeffekte zum Einsatz kommt.

Das Bedienkonzept solcher Programme basiert auf Nodes (deutsch „Knoten“), die man in einem sogenannten Node Graph anordnet. Ein Node steht dabei für nichts anderes als für einen Bearbeitungsschritt, also einen Effekt wie etwa Belichtungs- oder Farbkorrektur. Das Besondere bei Vkdt: Jeder Node kann mehrere Ein- (inputs) und Ausgaben (outputs) haben. Das erlaubt beispielsweise, mehrere Bilder miteinander zu verschmelzen und das Ergebnis dann als ein Bild weiterzubearbeiten.

Visualisiert man die komplexe Bearbeitung eines Fotos mit Vkdt, entsteht ein azyklischer gerichteter Graph, der häufig einem U-Bahn-Netzplan ähnelt. Dieses Konzept haben bisher nur Programme zum Bearbeiten von Videos konsequent umgesetzt, jedoch standen schon Tools wie Lightroom der Node-basierten Bearbeitung näher als der ebenenbasierten. Auch die Einstellungsebenen-Funktion in Photoshop geht in diese Richtung. Nebenbei sei an dieser Stelle angemerkt, dass manche Anwender Node-basierte Software wie Nuke oder Natron schon seit geraumer Zeit für die Bearbeitung von Fotos nutzen.

Keine Experimente

Lassen Sie sich nicht durch das Wort „experimental“ in der Vkdt-Beschreibung irritieren. Mittlerweile eignet sich Vkdt schon recht gut für die praktische Arbeit. Das Wort bringt eher zum Ausdruck, dass das Programm auf Technologien zurückgreift, die so noch nicht für Fotobearbeitungssoftware verwendet wurden.

Auch im Hinblick auf das Arbeitstempo ähnelt Vkdt Videobearbeitungssoftware. Johannes Hanika zufolge rechnet es ungefähr zwanzig Mal schneller als traditionelle RAW-Konverter, obwohl es auch zwanzig Mal mehr Daten verarbeitet.

Dies gelingt nur dadurch, dass es mithilfe des Vulkan-Frameworks alle Berechnungen auf der Grafikkarte erledigt. GPUs besitzen viel mehr Kerne als CPUs, sodass sie viele Berechnungen gleichzeitig ausführen können.

Davon profitieren vor allem Grafikanwendungen und Computerspiele, die auf diese Weise viele Pixel synchron berechnen. Allerdings nutzen die meisten Fotobearbeitungsprogramme und RAW-Entwickler bislang hauptsächlich – viele sogar ausschließlich – die CPU. Vor Vkdt war Darktable derjenige RAW-Konverter, der die GPU-Beschleunigung (über die etwas ältere Programmierschnittstelle OpenCL) am konsequentesten in die Tat umsetzte. Trotzdem nutzt auch Darktable für viele Aufgaben noch die CPU.

Dateien zum Artikel herunterladen unter

www.linux-user.de/dl/46755

Rasantes Tempo

Das rasante Tempo von Vkdt ist aber kein Selbstzweck. Traditionelle RAW-Entwickler berechnen vor dem endgültigen Export immer nur den gerade im Vorschaufenster angezeigten Bereich des Fotos. Verschieben Sie die Ansicht, dauert es je nach Rechenleistung des PCs eine gewisse Zeit, bis Sie die zugehörige Vorschau sehen. Betrachten Sie das Bild in der Vollbildansicht, arbeitet das Programm meist überhaupt nur mit einer verkleinerten Version des Fotos, um Rechenleistung und damit Zeit zu sparen.

Bei manchen Effekten kann die Software auf diese Weise jedoch keine korrekte Vorschau berechnen, da das immer das gesamte beziehungsweise vollständig aufgelöste Bild als Ausgangspunkt erfordert. Das Erzeugen einer halbwegs korrekten Vorschau gelingt daher nur mit sehr hohem Programmieraufwand. Die Vorschau stimmt somit nicht exakt mit dem am Ende exportierten Bild überein, insbesondere wenn man es in verschiedenen Zoomstufen betrachtet oder die Ansicht verschiebt. Dieses Problem fällt bei Vkdt komplett weg, da die Anwendung immer das gesamte Bild in der vollen Auflösung berechnet und im Arbeitsspeicher der Grafikkarte behält. Betrachten Sie also in Vkdt ein Foto in der 100-Prozent-Ansicht und verschieben den Darstellungsbereich, müssen Sie nicht warten, bis das Programm die Vorschau berechnet.

Zu den Funktionen, die andere RAW- Entwickler noch nicht bieten, gehört auch die Unterstützung der 10-Bit-Ausgabe.

Das beherrschen außer Vkdt bisher nur Photoshop und Krita. Dadurch zeigen entsprechend ausgelegte Bildschirme beispielsweise Farbverläufe sehr präzise und ohne Streifenbildung an. Ferner arbeiten alle Bearbeitungsmodule konsequent im linearen RGB-Farbraum von Rec. 2020. Dadurch bleiben die ursprünglichen Bilddaten länger erhalten und die Module arbeiten insbesondere bei der Rekonstruktion von überbelichteten oder unterbelichteten Bildbereichen effizienter. Zudem entfällt das ständige Rekonvertieren zwischen Farbräumen, was Informationsverlusten vorbeugt.

Rec. 2020: Die ITU-R-Empfehlung BT.2020 , kurz Rec. 2020 oder BT.2020, definiert verschiedene Aspekte von UHDTV wie die Bildschirmauflösung (4K/​8K), die Bildfrequenz (24p bis 120p) sowie Farbtiefe (10/​ 12 Bit) und RGB-Farbraum.

Einstieg

Für die meisten gängigen Distributionen gibt es bereits vorkompilierte Binärpakete von Vkdt, die Sie auf einfache Weise über den Paketmanager des verwendeten Linux-Derivats einrichten. Lediglich für Ubuntu 20.04 beziehungsweise Mint 20.x sowie Arch Linux und dessen Derivate wie Manjaro müssen Sie das Programm noch kompilieren.

Die folgende Anleitung gliedert sich daher in mehrere Abschnitte: Zunächst erklären wir, wie Sie die eigentliche Software installieren beziehungsweise kompilieren, danach beschreiben wir die Einrichtung des Farbmanagements und stellen die wichtigsten Bearbeitungswerkzeuge vor. Zum Schluss gehen wir auf die Konfiguration des Graphs und Erstellung von Kameraprofilen für den Rauschminderungsfilter ein.

OBS-Repository

Der Vkdt-Entwickler stellt über den Open Build Service (OBS) Pakete für viele gängige Distributionen bereit. Installieren Sie jedoch zuerst den Treiber Ihrer Grafikkarte einschließlich der Vulkan-Komponenten. Open-Source-Treiber werden meist automatisch beim Einrichten des Betriebssystems mitinstalliert. Den proprietären Treiber des Herstellers Nvidia müssen Sie allerdings häufig nachträglich einspielen. In den meisten Fällen kommen die Vulkan-Treiberdateien gleich zusammen mit dem Treiber auf die Platte, manchmal müssen Sie jedoch einzelne Pakete nachziehen.

Rufen Sie dann die OBS-Repository- Seite von Vkdt im Webbrowser auf und klicken Sie auf das Icon des von Ihnen verwendeten Betriebssystems. Unterhalb davon erscheinen daraufhin zwei Links. Über den ersten, Grab repository and install manually, fügen Sie den Softwarequellen des Systems das Repository hinzu. Das empfiehlt sich, um Vkdt später einfach aktualisieren zu können.

Weiter unten auf der Seite sehen Sie nun die Anweisungen, wie Sie das Repository den Paketquellen hinzufügen und Vkdt installieren. Öffnen Sie ein Terminalfenster, kopieren Sie nacheinander die vier angezeigten Befehlszeilen, fügen Sie sie ins Terminal ein, und bestätigen Sie das Ausführen jeweils durch einen Druck auf die Eingabetaste.

Alternativ laden Sie direkt ein Installationspaket herunter. Dazu klicken Sie auf Grab binary packages directly und anschließend auf die Betriebssystemversion, die Sie verwenden. Im sich nun öffnenden Download-Dialog wählen Sie Datei speichern aus und klicken auf OK.

Nun landet das Paket meist im Ordner~/Downloads/. Öffnen Sie ein Terminal, wechseln Sie in dieses Verzeichnis und sehen Sie sich mit ls ‐l den Inhalt an. Der Name des Vkdt-Pakets beginnt immer mit vkdt_, der Rest ändert sich jedoch in Abhängigkeit vom Zeitpunkt des Erstellens und vom Paketformat.

Listing 1 zeigt das Kommando zur Installation aus dem Dateisystem auf einem System mit DEB-Paketmanagement. Apt prüft dabei alle Abhängigkeiten und zieht diese gegebenenfalls nach. Der Vkdt-Entwickler versucht allerdings, die Abhängigkeiten so gering wie möglich zu halten. Daher ist es möglich, dass Apt nur wenige oder keine Abhängigkeiten anzeigt und nur Vkdt installiert.

Vkdt kompilieren

Das Kompilieren von Vkdt bereitet im Prinzip keine großen Probleme. Die Liste der Abhängigkeiten auf Github ist grundsätzlich vollständig, gibt jedoch häufig nicht den genauen Paketnamen wieder. Der lässt sich aber oft nicht so einfach herausfinden. Wir haben das Programm daher unter Ubuntu 20.04 sowie Manjaro kompiliert und versucht, genauere und vollständigere Abhängigkeitslisten (Listing 2, Listing 3) zusammenzustellen. Installieren Sie bei Ubuntu 20.04 und darauf basierenden Systemen aber zuerst das Vulkan SDK von LunarG , die Vulkan-Version im Ubuntu-Repo ist veraltet.

Nach dem Einrichten der Abhängigkeiten laden Sie den Vkdt-Quellcode von Github herunter. Eventuell müssen Sie dafür zuerst Git installieren. Öffnen Sie dann ein Terminal und geben Sie die Befehle aus Listing 4 ein. Git erstellt daraufhin ein Verzeichnis vkdt/ und kopiert den Quellcode hinein. Wechseln Sie in den Ordner und laden Sie dann die Untermodule (Listing 4, Zeile 3 und Zeile 4).

Kompilieren Sie Vkdt unbedingt mit Exiv2-Unterstützung. Nur dann erkennt die Software die Orientierung der Fotos und kann Kameraprofile für den Rauschminderungsfilter erstellen. Erstellen Sie dazu in vkdt/bin/ die Datei config.mk. Öffnen Sie config.mk.defaults, das sich im selben Verzeichnis befindet, kopieren Sie dessen Inhalt und fügen Sie ihn in config.mk ein. Suchen Sie nun in config.mk die Zeilen # VKDT_USE_EXIV2=1 und # export VKDT_USE_EXIV2. Bei beiden entfernen Sie die Raute am Anfang und speichern config.mk dann.

Wechseln Sie anschließend ins Verzeichnis vkdt/bin/ und kompilieren Sie das Programm mit dem Aufruf make. Das Übersetzen dauert selbst auf schnellen PCs einige Minuten. Wenn alles gut geht, finden Sie am Ende in /vkdt/bin/ mehrere neue Dateien und Unterverzeichnisse vor, darunter auch die Programmdatei vkdt. Ergänzen Sie zu guter Letzt noch in Ihrer .bashrc die Variable PATH um den Pfad zu vkdt/bin/, um das Programm von überall aus bequem ohne Pfadangabe starten zu können.

Bekanntschaft schließen

Starten Sie das Programm am besten im Terminal mit dem Befehl vkdt, gefolgt von der Angabe des Pfads, in dem sich die Bilddateien beziehungsweise Kamera-Rohdaten befinden, also etwa mit vkdt ~/Bilder/. Daraufhin öffnet sich ein Fenster mit dem Verwaltungsmodul, in dem Vkdt Miniaturansichten der Fotos aufbaut. Sie nehmen den größten Teil des Fensters ein.

Rechts sehen Sie eine Seitenleiste, über die Sie auf verschiedene Verwaltungsfunktionen zugreifen 1 . Hier gibt es die Gruppen settings, collect und tags. Der Bereich settings bietet noch nicht viele Funktionen, hier sehen Sie lediglich die Schaltfläche hotkeys. Klicken Sie darauf, erscheint ein Dialog, über den Sie Tastaturkürzel definieren. Das funktioniert aber noch nicht reibungslos.

Wichtig ist zunächst das Modul collect. Klicken Sie hier auf die unterste Schaltfläche open directory, um der Datenbank der Software weitere Verzeichnisse mit Fotos hinzuzufügen. Nun erscheint ein Dialog, bei dem es sich im Grunde um einen sehr einfachen Dateimanager handelt.

Allerdings zeigt er keine Dateien an, sondern nur Verzeichnisnamen. Einer der Ordner ist immer mit [d] gekennzeichnet. Klicken Sie auf [d] ?, um in das übergeordnete Verzeichnis zu gelangen. Wechseln Sie dann in ein Verzeichnis, indem Sie wiederum einmal auf dessen Namen klicken. Navigieren Sie auf diese Weise zu einem Ordner mit Ihren Fotos. Klicken Sie dann rechts unten auf OK, um der Datenbank dessen Inhalt hinzuzufügen. Der Dateimanager schließt sich, und im Fenster bauen sich entsprechend dem Fortschritt die neuen Miniaturansichten der Aufnahmen auf.

Klicken Sie auf eines der Vorschaubilder, zeigt Vkdt in der Seitenleiste weitere Funktionsgruppen an. So können Sie das Foto etwa über die Schaltfläche assign tag in der Gruppe tags verschlagworten. Ein Doppelklick auf eine Miniatur öffnet das Foto im Bearbeitungsmodul und zeigt eine große Vorschau an 2 . Zoomen Sie wie gewohnt mit dem Mausrad in das Foto hinein oder klicken Sie einmal auf die mittlere Maustaste, um die Ansicht auf 100 Prozent zu skalieren. Verschieben Sie die Ansicht durch Klicken und Schieben. Drücken Sie dann mehrmals die mittlere Maustaste, um wieder zur Vollbildansicht zu gelangen. Mit [Esc] wechseln Sie zurück ins Verwaltungsmodul.

Farbmanagement

Bevor Sie Fotos bearbeiten, richten Sie das Farbmanagement ein. Das erledigen Sie mithilfe des kleinen Python-Skripts read‐icc.py aus dem Ordner vkdt/bin/. Zum Ausführen des Skripts muss Python auf dem System vorhanden sein. Bei Debian/​Ubuntu heißen die erforderlichen Pakete python3-minimal und python3- numpy. In den DEB-und RPM-Paketen von Vkdt fehlt das Skript, Sie müssen es von Github herunterladen.

Wechseln Sie in das Verzeichnis /vkdt/ bin und führen Sie dort read‐icc.py aus, wobei Sie das Profil Ihres Monitors einschließlich Verzeichnispfad als Kommandozeilenargument verwenden (Listing 5, Zeile 1 und 2). Das Tool liest die Daten aus dem Monitorprofil und erstellt in vkdt/bin/ eine kleine Textdatei namens display.profile. Passen Sie im nächsten Schritt den Namen der Datei an und kopieren Sie sie gegebenenfalls in das richtige Verzeichnis. Der Dateiname von display.profile muss den Xrandr-Monitornamen enthalten, damit Vkdt damit arbeiten kann. Diesen Namen zeigt Ihnen Vkdt beim Start an.

Rufen Sie anschließend Vkdt im Terminal auf (Zeile 4), minimieren Sie dann das Programmfenster und wenden Sie sich wieder dem Terminal zu, aus dem Sie es gestartet haben. Dort finden Sie verschiedene Meldungen (Zeile 6 und 8). Der Bildschirm heißt auf unserem Testsystem also HDMI‐0. Entsprechend ändern wir den zweiten Teil des Namens der gerade erstellten Datei display. profile in HDMI‐0, sodass der volle Dateiname nun display.HDMI‐0 lautet. Vkdt kann mit bis zu zwei profilierten Monitoren umgehen.

Haben Sie Vkdt unter Debian mit Apt installiert, müssen Sie die umbenannte Datei noch in das Verzeichnis /lib/vkdt/ kopieren, wofür Sie Root-Rechte benötigen. Haben Sie die Anwendung selbst aus den Quellen übersetzt, belassen Sie die Profildatei, wo sie ist. In jedem Fall sollte beim nächsten Programmstart die Meldung bezüglich des fehlenden Monitorprofils verschwunden sein.

Es gibt viele verschiedene Typen von Monitorprofilen. Gelegentlich kann Read-icc.py mit einem Profil nichts anfangen, weil es zu komplex ausfällt. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Monitor mit dem Programm Displaycal zu profilieren und dort unter den Profileinstellungen den einfachsten Profiltyp einzelnes Gamma + Matrix auszuwählen.

RAWs entwickeln

Das Bearbeitungsmodul bietet über die breite Seitenleiste rechts neben dem Vorschaufenster Zugriff auf die Bearbeitungswerkzeuge. Hier gibt es die Registerkarten favourites, tweak all, pipline config und esoteric.

Unter favourites greifen Sie schnell auf einige wichtige Einstellungen wie Bildhelligkeit oder Klarheit zu. Über tweak all passen Sie die Einstellungen aller aktiven Nodes genauer an 3 3 . Unter pipeline config konfigurieren Sie den Node Graph von Vkdt. Hier können Sie einzelne Nodes aktivieren, deaktivieren oder sie nach hinten oder vorn verschieben. Die Registerkarte esoteric bietet Zugriff auf ungewöhnlichere Funktionen wie Presets oder das Abspielen von Animationen.

Wenden Sie sich gleich der Registerkarte tweak all zu. Der wichtigste Node ist hier colour 01, in dem Sie die Bildhelligkeit anpassen, also die Belichtung und den Weißabgleich. Klicken Sie darauf, um den Node auszuklappen und die Einstellungsoptionen anzuzeigen. Der erste Schieberegler namens exposure ist für die Helligkeit zuständig. Schieben Sie ihn nach rechts, um das Foto aufzuhellen, oder nach links, um es abzudunkeln. Mit den drei unteren Reglern white red, white green und white blue stellen Sie den Weißabgleich ein.

Standardmäßig übernimmt Vkdt den Weißabgleich der Kamera, der oft leicht gelbstichig ausfällt. Schieben Sie in diesem Fall den Regler white blue nach rechts, um den Blauanteil zu erhöhen und so dem Gelbstich entgegenzuwirken. Meist erzeugen Sie dadurch zunächst einen anderen Farbstich, etwa einen Rotstich. Bewegen Sie dann den Regler white red ein wenig nach links. Eine andere Möglichkeit wäre, den Rot- und Grünanteil herabzusetzen. Einen Grünstich korrigieren Sie entweder durch das Verringern des Grünanteils oder durch das Erhöhen des Rot- beziehungsweise Blauanteils. Einen Zyanstich beheben Sie durch das Heraufsetzen des Rotwerts.

Die Module filmcurv 01 und llap 01 sind für die Kontrastverbesserung und zum Teil auch für die Intensivierung der Farben zuständig. Deaktivieren Sie sie, sehen Sie das unbearbeitete, ziemlich kontrastarme und farblose RAW. Bei filmcurv 01 handelt es sich um eine Tonwertkurve, die Vkdt auf das Bild anwendet.

Die S-förmige Kurve hellt die hellen Tonwerte standardmäßig auf und dunkelt die dunklen ab, was insgesamt eine Verbesserung des Kontrasts zur Folge hat. Nachdem das Modul im RGB-Farbraum arbeitet, kommt es auch zu einer Intensivierung der Farben.

Die Werte x0 bis x3 beziehungsweise y0 bis y3 repräsentieren vier Punkte auf dieser Kurve. x0 und x1 beziehungsweise y0 und y1 befinden sich im dunklen Bereich, x2 und x3 beziehungsweise y2 und y3 in den hellen Zonen. Die x-Werte verschieben die Punkte nach links oder rechts, die y-Werte nach oben oder unten.

Schieben Sie die Punkte nach rechts beziehungsweise nach oben, hellt das die betreffenden Tonwertbereiche auf. Ziehen Sie sie nach unten oder links, werden sie dunkler. Mithilfe des Reglers black passen Sie zusätzlich die Helligkeit mithilfe einer sogenannten logarithmischen Kurve an. Verändern Sie diese, hellt das das Bild auf oder dunkelt es ab, wobei die dunkleren Pixel stärker von der Helligkeitsänderung betroffen sind.

Der lokale Laplace-Filter llap 01 verändert den lokalen Kontrast des Bilds, den man auch als Klarheit bezeichnet 4 . Hier ziehen Sie den Regler clarity nach rechts, um den lokalen Kontrast zu erhöhen. Allerdings verändert das vor allem die Klarheit bei Pixeln mittlerer Helligkeit.

Wie hell beziehungsweise dunkel diese Bereiche werden dürfen, legen Sie mit dem Wert für sigma fest. Ziehen Sie den Schieber nach rechts, wertet der Algorithmus der Software mehr Pixel als Mitteltöne. Über die Regler shadows und highlights passen Sie den lokalen Kontrast in den hellsten beziehungsweise dunkelsten Bildbereichen an.

Mithilfe des Moduls crop 01 beschneiden Sie das Foto nicht nur, sondern richten es auch gerade und nehmen eine Perspektivkorrektur vor 5 . Ziehen Sie den Regler rotate ein wenig nach rechts, um das Bild nach links zu drehen. Möchten Sie das Bild nach rechts kippen, bewegen Sie den Regler zuerst ganz nach rechts und dann ein wenig nach links. Zum Beschneiden des Fotos tragen Sie zuerst das Verhältnis zwischen Länge und Breite in das Eingabefeld aspect ratio ein. Der Wert 1 erzeugt einen quadratischen Beschneidungsrahmen, 1,5 einen querformatigen im Verhältnis 3:2 und 0,75 ein hochformatiges Exemplar im Verhältnis 4:3.

Klicken Sie dann auf die Schaltfläche crop:crop start. Bewegen Sie den Mauszeiger in die Nähe der rechten oder unteren Kante des Beschneidungsrahmens, drücken Sie die linke Maustaste und ziehen Sie die Maus nach links, rechts, oben oder unten, um die Größe des Rahmens zu ändern. Möchten Sie die vertikale Position des Rahmens ändern, führen Sie den Mauszeiger auf seine obere Kante, drücken die linke Maustaste und schieben die Maus nach oben oder unten. Um das Rechteck horizontal zu positionieren, stellen Sie den Mauszeiger auf die linke Kante, drücken die linke Maustaste und ziehen die Maus nach links oder rechts. Haben Sie die Größe und die Position des Rahmens korrekt eingestellt, klicken Sie auf crop:crop done.

Zwei wichtige Nodes fehlen im Standard-Graph von Vkdt: die Abstimmung der Farbsättigung und das Schärfen. Um sie dem Graphen nachträglich hinzuzufügen, wechseln Sie in die Registerkarte pipeline config 6 6 . Hier sehen Sie zwei Listen von Modulen beziehungsweise Nodes. Die obere Liste enthält alle aktiven Module, doch nicht alle davon sind Bearbeitungsmodule. So handelt es sich etwa bei i-raw main um ein Eingabemodul und bei display und hist um Visualisierungs-beziehungsweise Überprüfungsmodule. Gebogene Pfeile verbinden die aktiven Module miteinander.

Klappen Sie die Module llap 01 und filmcurv 01 aus. Sie sehen nun bei jedem der Module mehrere Schaltflächen. Ganz rechts befinden sich input und output, wobei der output von filmcurv 01 mit dem input von llap 01 verbunden ist. Links daneben stehen move up und move down. Klicken Sie bei llap 01 auf move down, wandert das ganze Modul einen Schritt weiter nach unten und steht dann unter filmcurv 01. Unter move up gibt es die Schaltfläche disconnect. Damit deaktivieren Sie Module, die dann in der unteren Liste disconnected erscheinen. Dort sehen Sie außerdem auch die Module saturate 01, lens 01 und zones 01.

Node Graph konfigurieren

Klappen Sie das Modul saturate 01 aus und klicken Sie dort auf insert before. Die Schaltfläche färbt sich rot, und in der oberen Modulliste erscheint bei den ausgeklappten Modulen eine neue Schaltfläche namens before this 7 7 . Klicken Sie bei filmcurv 01 darauf. Das Modul saturate 01 fügt sich nun zwischen filmcurv 01 und colour 01 ein. Wechseln Sie wieder zum Reiter tweak all, dann sehen Sie saturate 01 auch dort zwischen colour 01 und filmcurv 01. Klappen Sie das Modul aus und erhöhen Sie die Intensität der Farben, indem Sie den Schieberegler nach rechts ziehen.

Das Modul, mit dem Sie Fotos schärfen, heißt deconv, da es einen sogenannten Deconvolution-Algorithmus verwendet. Es taucht jedoch zunächst nicht in der Liste disconnected auf. Sie fügen es der Liste hinzu, indem Sie es im Reiter pipeline config ganz unten in der Ausklappliste bei module auswählen und dann darunter auf add module klicken. Nun klappen Sie deconv 01 auf, klicken auf insert before und fügen es unter crop 01 ein.

Eigentlich handelt es sich bei diesem Node um keinen konventionellen Schärfungsfilter. Er soll nur einer Weichzeichnung des Bilds während der Aufnahme, zum Beispiel durch Beugungsunschärfe, entgegenwirken. Daher besitzt das Modul zwei Regler. Mit dem sigma-Wert geben Sie an, wie stark die Weichzeichnung des Fotos bei der Aufnahme war. Mit iterations legen Sie fest, wie oft Vkdt den Algorithmus auf das Bild anwendet. Je höher die beiden Werte, desto stärker fällt die Schärfung aus.

Es ist relativ einfach, die Pipeline von Vkdt unbrauchbar zu machen. Seien Sie daher beim Verschieben, Einfügen und Deaktivieren von Modulen vorsichtig. Nicht jeder Node kann sich an jeder beliebigen Stelle befinden. So darf demosaic 01 nicht am Ende des Graphen stehen, da es die Entrasterung des RAW-Bilds übernimmt. Fügen Sie einen Effekt an einer falschen Stelle ein, deaktiviert das andere Nodes, sodass das Vorschaubild schwarz wird. Setzen Sie den Graphen in diesem Fall wieder auf die Standardeinstellung zurück. Dazu kehren Sie mit [Esc] ins Verwaltungsmodul zurück und wählen dort das Bild aus, für das Sie den Graphen zurücksetzen möchten. Dann klappen Sie in der Seitenleiste rechts das Modul selected images auf und klicken dort auf reset history stack. Auf dieselbe Weise gehen Sie vor, wenn Sie mit dem Bearbeitungsstand unzufrieden sind und noch einmal von vorn anfangen wollen.

Bildrauschen entfernen

Ein wichtiges Modul haben wir bis jetzt ausgelassen: denoise (01) sorgt für das Unterdrücken von Bildrauschen. Es besitzt zwei Schieberegler. Mit strength legen Sie fest, wie stark das Modul das Rauschen generell unterdrückt. Über luma steuern Sie, ob es auch das Luminanzrauschen entfernt. Je weiter Sie diesen Regler nach rechts schieben, desto stärker ist die Rauschunterdrückung. Lassen Sie hier Vorsicht walten: Unterdrücken Sie das Luminanzrauschen stark, verlieren Sie auch Bilddetails. Befindet sich der Regler ganz links, mindert luma nur das Farb-oder Chrominanzrauschen.

Weitere Infos und interessante Links

www.linux-user.de/qr/46755

Beugungsunschärfe: Schärfeminderung optischer Abbildungen durch die Beugung von Licht an der Blende eines Kamera-, Teleskop- oder Mikroskopobjektivs.

Allerdings funktioniert die Rauschminderung zunächst nicht korrekt. Ziehen Sie strength nach rechts, wird das Bild im Vorschaufenster schwarz, grün oder weist Artefakte auf. Das liegt daran, dass Sie noch keine Rauschprofile für Ihre Kamera erstellt haben. Vkdt verwendet solche Profile, da das Rauschen von Kamerasensoren von einigen Faktoren abhängt, darunter von der Helligkeit der Pixel und vom ISO-Wert. Vkdt untersucht zuerst, wie stark unterschiedlich helle Pixel bei verschiedenen ISO-Werten rauschen.

Zum Erstellen von Rauschprofilen verwenden Sie das Bash-Skript noise‐profile.sh im Verzeichnis vkdt/bin. Falls Sie Vkdt aus dem OBS-Repo installiert haben, müssen Sie es jedoch ein wenig anpassen. Öffnen Sie das Skript mit einem Texteditor und suchen Sie nach der Zeichenfolge vkdt‐cli, die im Skript zwei Mal auftaucht. Entfernen Sie nun das ./ vor vkdt‐cli und speichern Sie die Datei. Ansonsten würde das Skript im Verzeichnis vkdt/bin/ nach vkdt‐cli suchen. Da Sie das Programm aber nicht kompiliert haben, fehlt es dort.

Starten Sie dann das Skript und verwenden Sie die Rohdatei, die Sie bearbeiten, als Kommandozeilenargument (Listing 6). Dabei entstehen mehrere Dateien. In vkdt/bin finden Sie ein File mit der Endung nprof.jpg, dessen Name sich aus dem Ihrer Kamera und dem ISO-Wert des Fotos zusammensetzt. In vkdt/ bin/data/ gibt es den neuen Ordner nprof/, in dem sich eine Datei mit gleichnamiger Endung befindet. Auch diese Datei hat das Programm nach dem Namen Ihrer Kamera und dem ISO-Wert des Fotos benannt. Falls Sie Vkdt als DEB-Paket installiert haben, müssen Sie wieder alle diese Dateien beziehungsweise Ordner nach /lib/vkdt/ kopieren.

Starten Sie das Programm anschließend neu, sollte die Rauschunterdrückung korrekt funktionieren. Einmal erstellte Rauschprofile können Sie auch für andere Fotos verwenden. Beachten Sie aber, dass Sie für jeden ISO-Wert ein eigenes Profil benötigen.

Fotos exportieren

Nach getaner Arbeit speichern Sie das Resultat Ihrer Bemühungen. Dazu wechseln Sie mit [Esc] zurück ins Verwaltungsmodul und markieren das zu exportierende Bild. Anschließend klappen Sie in der Seitenleiste rechts das Modul export selected aus. In den Eingabefeldern width und height geben Sie an, wie groß das exportierte Foto ausfallen soll. Belassen Sie die Werte bei 0, wenn Sie die Bildgröße nicht weiter ändern wollen.

Bei filename geben Sie den Dateinamen des Fotos einschließlich des Verzeichnispfads an. Möchten Sie das Foto in einem verlustfreien Format speichern, um es weiter zu bearbeiten, wählen Sie als format PFM aus. Zum Schluss klicken Sie auf export. JPEGs wandelt Vkdt automatisch nach sRGB um, PFMs speichert es im linearen Rec.2020-Farbraum. Allerdings bettet das Programm keine Farbprofile in die Dateien ein, und PFM-Dateien stehen vermutlich auf dem Kopf.

Ausblick

Vkdt bietet noch eine Vielzahl weiterer Bearbeitungsmöglichkeiten. Eine davon sehen wir uns in einer der nächsten Ausgaben noch genauer an: gezeichnete Masken, mit deren Hilfe Sie einen Effekt nur auf bestimmte Bildbereiche anwenden. Übrigens kann das Programm auch Magic-Lantern-Videos bearbeiten, also Bewegtbilder im Rohdatenformat, die mit Canons EOS-Kameras aufgenommen wurden. Zudem besitzt es rudimentäre Animations- und Rendering-Fähigkeiten.

Fazit

Der neuartige RAW-Entwickler Vkdt liefert noch keine so guten Ergebnisse wie die etablierten Programme Darktable oder Rawtherapee, an denen allerdings bereits Hunderte Entwickler mitgearbeitet haben. Insbesondere der gewöhnungsbedürftigen Bedienoberfläche von Vkdt merkt man an, dass der Entwickler Johannes Hanika nicht unbedingt zu den passionierten UI-Spezialisten zählt.

Die Software richtet sich derzeit weniger an professionelle Fotografen oder Umsteiger von kommerziellen Programmen, sondern eher an Technik-Freaks, die gern fotografieren, und neugierige Bildbearbeiter. Mittlerweile macht es aber durchaus Spaß, mit dem Programm zu arbeiten, das bereits jetzt ausgereifter erscheint als die ersten Versionen von Darktable. Vkdt hat das Potenzial, sich zum optimalen RAW-Konverter zu mausern, insbesondere wenn sich weitere Entwickler finden, die zum Beispiel die neuen Auswahlfunktionen von Rawtherapee portieren könnten. (jlu)