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TARIFE: BILLIG UND GUT?


connect - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 07.12.2018

Wer aufs Geld schaut, geht zum Discounter – das gilt auch im Mobilfunk. Doch welches Angebot lohnt sich für wen? Wir haben die Billiganbieter im Komplett-Check verglichen.


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Bildquelle: connect, Ausgabe 1/2019

Die Mobilfunk-Discounter ärgern die Netzbetreiber schon lange mit güns tigen Tarifen. Preisbewusste Kunden profitieren zwar von den günstigeren Angeboten, doch so einfach ist die Rechnung heute nicht mehr. Denn neben niedrigen Kosten ist für viele Smartphone-Nutzer die Netzqualität wichtig. Wie die bei der Discount-Riege ausfällt, die für ihre Mobilfunkangebote die Netze von Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland nutzen, hat ...

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... connect jüngst umfangreich per Crowdsourcing erhoben (siehe dazu Ausgabe 12/18). Eins vorab: Mit LTE sind Discount-Kunden deutlich besser dran. Schließlich sorgt der stetige 4G-Ausbau der Netzbetreiber nicht nur für höhere Datenraten, sondern für eine bessere Netzabdeckung, insbesondere in der Fläche.

Doch neben dem Netz gibt es weitere wichtige Punkte bei der Entscheidungsfindung: die Tarife und den Service. connect hat deshalb die Sparangebote für Wenig-, Normal- und Vielnutzer rundum verglichen und zeigt auch die Tarife im Überblick. Wir wir dabei gewichten, steht auf Seite 56.

Die Tariflandschaft gestaltet sich im Mobilfunk nach wie vor komplex. Wer vor der Wahl steht, hat die Qual – vor allem, wenn er nur gelegentlich zum Smartphone greift. Hier ist in erster Linie der Preis entscheidend und kein Korb voller Extras, der die Mobilfunkrechnung unnötig in die Höhe treibt.

Smartmobil mit Topangebot Darum müssen sich Sparfüchse bei der Drillisch-Marke Smartmobil wahrlich keinen Kopf machen: Schon für unter zehn Euro pro Monat sind im kleineren LTE-Bundle neben einer Sprach- und SMS-Flat üppige 3 GB mit bis zu 50 Mbit/s im Telefónica-Netz inklusive. Dabei setzen die Maintaler auf Flexibilität: Das attraktive Angebot gibt’s für zwei Euro mehr im Monat auch ohne Laufzeit.

Smartmobil mit Topangebot Darum müssen sich Sparfüchse bei der Drillisch-Marke Smartmobil wahrlich keinen Kopf machen: Schon für unter zehn Euro pro Monat sind im kleineren LTE-Bundle neben einer Sprach- und SMS-Flat üppige 3 GB mit bis zu 50 Mbit/s im Telefónica-Netz inklusive. Dabei setzen die Maintaler auf Flexibilität: Das attraktive Angebot gibt’s für zwei Euro mehr im Monat auch ohne Laufzeit.

Prepaid: volle Kostenkontolle

Mit Guthabenkarten sind Einsteiger nach wie vor gut bedient: Schließlich offerieren die Prepaid-Angebote volle Kostenkontrolle ohne lange Vertragsbindung. Hier stechen vor allem die Handelsriesen Aldi und Lidl hervor, die nicht nur mit Milch, Kaffee und Winterreifen kräftig Reibach machen, sondern längst auch erfolgreich Mobilfunk vertreiben. Kein Wunder: Die versierten Handelsketten setzen dabei nicht nur auf die Infrastruktur ihrer etablierten Netzpartner, sondern orientieren sich am Bedarf der Kundschaft und geizen dabei nicht mit Leistung.

LTE bei Aldi, bei Lidl nicht

So steigert der Discountkönig Aldi nicht nur seit Jahren sukzessive sein Inklusivvolumen, sondern hat im Juni 2018 sein Prepaid-Angebot komplett auf Sprach- und SMS-Flats umgestellt. Somit ist schon im kleinsten Aldi-Talk-S-Bundle für 7,99 Euro pro Monat die komplette Smartphone-Kommunikation abgedeckt. Obendrein sind 1,5 Gigabyte fürs Surfen im Monatspreis inklusive. Wem das nicht reicht, dem stellt Aldi für fünf Euro extra das Inklusivvolumen seines Pakets bis Monatsende erneut zur Verfügung. Dabei funken die Aldi-Talk-Prepaid-SIMs im Telefónica-Netz und sind auch für die LTE-Nutzung freigeschaltet. Doch aufs Gas treten können Aldi-Nutzer nur beschränkt: Das LTE-Tempo ist auf 21,6 Mbit/s gedrosselt. Das dürfte dem Gelegenheitsnutzer aber erst mal reichen.

Die Lidl-Klientel ist mit ihrem Smartphone im gut ausgebauten UMTS-Netz von Vodafone sogar mit bis zu 32 Gbit/s unterwegs. Doch auf den modernen LTEStandard muss die Lidl-Community bislang verzichten: Der Düsseldorfer Netzbetreiber hat sein schnelles Highspeed-Netz bis dato nur für die eigene Billigmarke Otelo geöffnet. Die richtige Balance zwischen Aktivität und Entspannung zu finden, ist im Leben ein Kunststück. Das gleiche gilt auch für Mobilfunk: Ein Smartphone birgt Suchtgefahr. Wer einen eher moderaten Umgang mit seinem mobilen Infotainer pflegt, macht nichts verkehrt.

WENIGNUTZER

Wer auf Kosten schaut, ist mit Discountern wie Aldi und Lidl günstiger dran. Doch in puncto Preis-Leistung ist Smartmobil der Konkurrenz voraus und offeriert schnelles LTE zum Tiefstpreis.

GESAMTURTEIL


Smartmobil zum Zweiten

Auch für gemäßigte Nutzer hat Smartmobil ein starkes Angebot: Für knappe 15 Euro pro Monat füllt die Drillisch-Tochter das heißbegehrte Datenbudget mit 5 Gigabyte ordentlich auf. Die üblichen Pauschalen für Telefonie und Message-Versand sind in dem Niedrigpreis ebenfalls inbegriffen. Zudem hat die Mutter Drillisch seit der Fusion von E-Plus und O2 exklusiven Zugang zum Netz der Telefónica Deutschland und kann somit über die eigenen Submarken schnelle LTE-Bundles zum Discountpreis vermarkten. Schön auch, dass Smartmobil bei seinem LTE-Portfolio auf die Datenautomatik verzichtet: Dass nach Verbrauch des gebuchten Volumens automatisch kostenpflichtige Daten-Upgrades erfolgen, ist absolut nicht zeitgemäß. Anders die Schwestermarke Yourfone, die setzt neben dem Netzbetreiber Vodafone als einer der wenigen Anbieter weiterhin auf den Kostentreiber.

Blau günstig und gut

Dicht auf den Fersen folgt Smartmobil die Telefónica-Marke Blau: Seit die ehemaligen EPlus-Marken Base und Simyo ad acta gelegt sind, ist Blau im Unternehmen für das Discount-Geschäft verantwortlich. Die Hamburger verstehen es, preiswerte Tarife mit attraktiven Smartphones zu bündeln. Doch auch ohne Hardware lohnen sich die Blau-Tarife allemal: Für unter zehn Euro gibt’s satte 3 Gigabyte fürs Brausen im LTE-Netz der Firmenmutter. Ähnlich wie bei Alditalk liegt das Speedlimit allerdings bei 21,6 Mbit/s. Die volle Ladung mit 225 Mbit/s ist den Telefónica-Vertragskunden vorbehalten. Doch dafür spart der Discounter nicht beim Service: Das Blau-Team konnte sich beim aktuellen Hotline-Service-Test gut behaupten.

Otelo und Congstar bieten LTE

Seitdem die Deutsche Telekom ihr LTE-Netz im Frühjahr 2018 für Discount-Anbieter freigeschaltet hat, profitiert davon auch ihre Zweitmarke Congstar. Den UMTS-Nachbrenner gibt’s allerdings nur gegen einen monatlichen Aufpreis von fünf Euro mit maximal 50 Mbit/s. Dem Beispiel folgt die Vodafone-Billigmarke Otelo, die bei den monatlichen Fixkosten etwas weniger verlangt als die Kölner Mutter. Doch für das schnelle Datennetz, das auch vorrangig ausgebaut wird, empfiehlt sich der Aufpreis auf jeden Fall.

Nicht wenige haben ihr Smartphone mittlerweile im Dauereinsatz. Wen wundert’s: Schließlich taugen die Alleskönner für Business und Unterhaltung gleichermaßen. Bei reger Datennutzung ist natürlich die Netzqualität entscheidend.

NORMALNUTZER

Wem Preis und Netzqualität gleichermaßen wichtig sind, der fährt mit den LTE-Angeboten von Smartmobil und Blau am besten. Auch Otelo und Congstar offerieren LTE, allerdings gegen Aufpreis. Doch das lohnt sich allemal.

GESAMTURTEIL


Mobilcom-Debitel mit Topwerten

Da trumpfte beim connect-Discounter-Check in Heft 12/18 der Provider Mobilcom-Debitel auf, der unter seinem Dach Tarife in allen drei Netzen vertreibt. Vor allem im Telekom-Netz erzielten die Büdelsdorfer beim Crowdsourcing-Test Spitzenwerte. LTE offeriert Mobilcom-Debitel mit maximalem Tempo allerdings nur in den Originaltarifen von Telekom und Vodafone, im Telefónica-Netz auch bei den eigenen Offerten. Dafür fallen die Monatspreise für die Magenta-Mobil-Pakete der Telekom und die Vodafone-Red-Tarife samt subventionierter Hardware etwas günstiger aus. Doch auch mit ihren eigenen Smartphone-Bundles ist die Freenet-Tochter preislich gesehen konkurrenzfähig: Für gerade mal 20 Euro pro Monat sind in den Allnet-Tarifen satte 8 GB fürs Telekom- oder Vodafone-Netz drin.

1&1 und Klarmobil mit LTE

Darüber kann 1&1 wiederum nur müde lächeln: Die Montabaurer haben erst jüngst das Datenvolumen in den All-Net-Flat-Tarifen verdoppelt und locken Neukunden mit bis zu 30 Gigabyte im größten XL-Bundle schon ab 25 Euro pro Monat. Dazu gibt’s eine zweite SIMKarte fürs Tablet mit 1 GB fürs Inland und die EU zum Nulltarif. Das gilt allerdings nur für Smartphone-Nutzer, die sich für das Mobilfunknetz von Telefónica Deutschland entscheiden, mit der 1&1 seit vier Jahren kooperiert. Noch dazu profitieren All-Net-Flat-Kunden, die im E-Netz surfen, von günstigeren Preisen und schnellem LTE: 1&1-Kunden brausen im Telefónica-Netz mit bis zu 225 Mbit/s und damit – wo das Netz entsprechend ausgebaut ist – deutlich schneller als beim Rest der Discount-Riege. Da zahlt sich für 1&1 die Übernahme des Mehrmarkenbetreibers Drillisch aus, dank dem die United-Internet-Tochter Zugriff auf das LTENetz von Telefónica O2 hat. Die All-Net-Bundles funken auch im Vodafone-Netz. Allerdings verlangt 1&1 dafür trotz geringerem Inklusivvolumen fünf Euro mehr im Monat und bietet kein LTE, doch dafür bessere Netzabdeckung und immer noch eine Datenrate von bis zu 42 Mbit/s. Der zu Freenet gehörige Anbieter Klarmobil gibt sich bei seinem Vielnutzer-Allnet-Tarif mit 8 GB zwar etwas bescheidener. Dafür funken die Highspeed-Pakete mit bis zu 50 Mbit/s im sehr gut ausgebauten Telekom-LTE-Netz.

VIELNUTZER

Wer sich unterwegs nur schwer von seinem Smartphone trennen kann, braucht ein stabiles und schnelles Netz. Da zieht Mobilcom-Debitel ein Ass aus dem Ärmel – denn der Provider hat die schnellen LTE-Netze aller drei Betreiber im Portfolio.

GESAMTURTEIL


PREISE UND VERTRAGSKONDITIONEN

Alle Angaben ohne Gewähr. 1 Bis zu zwei weitere SIM-Karten mit der gleichen Rufnummer mit bis zu drei Geräten gleichzeitig nutzbar. 2 Die ersten 12 Monate. 3 Ab dem 13. Monat. 4 Nach Vebrauch des Datenvolumens werden automatisch bis zu drei Mal pro Monat 200 MB für jeweils 2 € aufgebucht. Die Datenautomatik lässt sich über den Kundenservice deaktivieren. 5 Nach Vebrauch des Datenvolumens werden automatisch bis zu drei Mal pro Monat 500 MB für jeweils 3 € aufgebucht. Die Datenautomatik lässt sich über den Kundenservice deaktivieren.

FAZIT
Josefine Milosevic, connect-Redakteurin


Auch bei den Billigbetreibern lohnt sich der Vergleich: Schließlich wird für die sparsame Kundschaft nebst dem Preis vor allem die Netzqualität immer wichtiger. Und diesbezüglich gibt’s eklatante Unterschiede: Für zeitgemäße Smartphone-Nutzung sind schnelle LTE-Netze Pflicht. Für ambitionierte Handysurfer sind Smartmobil, Mobilcom-Debitel, 1&1, Congstar, Otelo sowie Klarmobil die richtige Wahl. Wer vor allem auf den Preis schaut, fährt mit Blau, Aldi und Lidl am besten.

SO TESTET CONNECT

Beim Check der Mobilfunkanbieter wurden die Smartphone-Bundles für Wenig-, Normal- und Vielnutzer von 1&1, Aldi, Blau, Congstar, Klarmobil, Lidl, Mobilcom-Debitel, Otelo, Smartmobil, Tchibo und Yourfone unter die Lupe genommen. Dabei haben wir die Vertrags angebote anhand von drei Nutzertypen und vier Kriterien bewertet.
• Der Wenignutzer schaut hauptsächlich auf den Preis und nutzt sein Smartphone zwar regelmäßig, aber eher moderat.
• Dem Normalnutzer sind neben den Kosten auch die Netzqualität und der Service gleichermaßen wichtig.
• Der ambitionierte Vielnutzer legt vor allem Wert auf ein leistungsstarkes und schnelles Datennetz. So haben wir bepunktet:

Tarif (je nach Nutzertyp zwischen 175 und 350 Punkte)
Hier sind die Kosten ausschlaggebend: Es wurden die monatlichen Fixkosten bei Prepaid-Angeboten und bei Tarifen mit zweijähriger Vertragslaufzeit ohne Hardware errechnet.

Netzqualität (je nach Nutzertyp zwischen 100 und 275 Punkte)
Wie leistungsfähig sind die Datennetze der Netzlieferanten? Erstmalig wurde auf Basis einer aufwendigen Crowdsourcing-Methodik die Netzabdeckung, Qualität und Geschwindigkeit, die Kunden der Alternativbetreiber im Alltag erfahren, in der Ausgabe 12/18 ermittelt. Die Ergebnisse flossen in die Bewertung mit ein. Dabei errang Mobilcom-Debitel vor Congstar und Otelo den ersten Platz.

Service (für jeden Nutzertyp maximal 50 Punkte)
Wie sieht es mit dem Kundenservice aus? Wer kann mit Beratungsqualität punkten und wer ver ärgert seine Klientel eher? Hier haben wir die Ergebnisse des letzten connect-Hotline-Tests (Ausgabe 5/18) zugrunde gelegt. Beim Hotline-Test schnitt Tchibo mit „sehr gut“ ab und führte vor 1&1 und Smartmobildie Discount-Riege an.