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TAUSEND MAL GEKNIPST… … und es hat ZOOM gemacht


Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 29.03.2019

Samsung legte vor mit dem Galaxy S10 Plus, Huawei will mit seinem neuen P30 Pro nachziehen. Nie dageweseneKamera- Qualitäten sollen den Thron sichern. Ob’s klappt? Der Test!


SMART- PHONE

Artikelbild für den Artikel "TAUSEND MAL GEKNIPST… … und es hat ZOOM gemacht" aus der Ausgabe 8/2019 von Computer Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 8/2019

Zurück aus der Zukunft: Nach dem ersten Falt-Showdown zwischen Samsungs Galaxy Fold und dem Huawei Mate X kehrt langsam der gewohnte Alltag ein. Denn die faltbaren Luxus-Mobiltelefone sind für Normalsterbliche mit Preisen von 2000 beziehungsweise 2300 Euro sündhaft teure Zukunftsmusik. Umso wichtiger sind die noch bezahlbaren Flaggschiffe der Handy-Giganten. Samsung markierte mit dem Galaxy S10 und dem S10 Plus schon ...

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... mal sein Revier. Huawei kontert mit dem Huawei P30 Pro, dem Nachfolger des erfolgreichen P20 Pro. COMPUTER BILD zeigt im Labortest, ob die Chinesen aufschließen können.

Schillerndes Quartett: P30 und P30 Pro kommen in vier Farben, teils mit mehreren Farbverläufen.


Extravagante Farben, OLED mit Kurven

Anders als bei ihren komplett unterschiedlichen Falt-Ansätzen gehen Samsung und Huawei beim S10 sowie P30 und P30 Pro wieder ähnliche Wege. Was wenig verwundert, kratzen aktuelle Smartphones doch längst an den Grenzen der Perfektion. Während Samsung auf Schlichtheit setzt, treibt es Huawei auf der Rückseite mit verschieden schillernden Farbnuancen bunt. Dazu versuchen sich die Chinesen als erster Hersteller am extravaganten Orange-Metallic, was anfangs etwas ungewöhnlich in der Hand aussieht. Stichwort Hand: Das P30 ist eher dezent, die Seitenflächen des P30 Pro sind abgerundet, so liegt es besser in der Hand. Für Eigenständigkeit sorgen die angeschliffene Ober- und Unterseite – das P30 kann so ohne Stütze aufrecht stehen.

Im Vergleich zum P20 wächst der Bildschirm in die Breite, dank 19,5:9-Format ist für dicke Ränder kaum Platz. Oben bleiben die Chinesen der Notch treu, allerdings sitzt die 32-Megapixel-Kamera sichtlich abgespeckt im Mini-Tröpfchen. Aus Platzgründen zieht der Fingerscanner unter das Display. Er ist in nur wenigen Sekunden angelernt, danach funktioniert er im Alltag zuverlässig. Das P30-Display ist absolut eben, das Pro hat wie Samsung S10 und S10 Plus abgerundete Ecken, was außer der Optik keinen Nutzen bringt.


„Der fünffache Tele- Zoom und die Technik dahinter sind beeindruckend!“Robert Berg St. Leiter TK & Internet


Bei der Diagonale geht Huawei mit dem XXL-Trend, verbaut wie Apple beim iPhone XS Max ein 6,5 Zoll großes Display im P30 Pro. Das OLED-Panel zaubert kräftige, aber noch natürliche Farben auf den Schirm und liefert hohe Kontraste mit gutem Schwarzwert. Auch die Leuchtkraft stimmt, mit 920 Candela pro Quadratmeter ist das Pro auch für den Einsatz unter heller Sonne stark genug. Das kleinere der beiden P-Modelle misst 6,1 Zoll bei ähnlich guter Display-Qualität und mit OLED-Screen.

Für mehr Akkulaufzeit beschränken sich die Chinesen bei beiden Geräten auf die noch ausreichende Full-HD-Plus-Auflösung mit 2340 x 1080 Pixeln. Da ist Samsungs Top- Klasse mit QHD-Plus (3040 x 1440 Pixeln) schärfer, was aber nur Nutzer mit Adleraugen aus nächster Nähe sehen.

Hohe Akkulaufzeit, viel Power

Unter dem kunterbunten Chassis hat sich im Vergleich zum Mate 20 Pro kaum etwas getan: Der Kirin- 980-Prozessor verleiht P30 und P30 Pro so viel Tempo, dass sie zu den derzeit schnellsten Handys gehören. 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 oder 256 Gigabyte Spei cher runden das Paket ab. Wer mehr Reserven will, nutzt statt einer zweiten SIM-Karte die sogenannte NMCard – das ist Huaweis SpeicherkarCard Speicherkarten- Eigenentwicklung.

Mit ihrer Ausdauer liegen die Huawei- Top-Handys auf dem hohen Niveau der Vorgänger: 16 Stunden und 16 Minuten hält das Pro bei intensiver Nutzung durch – ein starker Wert! Bei wenig Nutzung sind sogar über 50 Stunden drin. Das Standard- P30 kommt auf lediglich 30 Minuten weniger Laufzeit. Abstriche gibt es beim normalen P30 dann aber bei der Ladetechnik: 40 Watt füllen das P30 Pro in gut eineinhalb Stunden wieder komplett auf, alternativ sind 15 Watt beim drahtlosen Laden drin. Schade: Das P30 begnügt sich mit 22 Watt und kann mit induktiven Ladematten nichts anfangen.

Beeindruckende Kamera(s)

Die spannendste Neuerung sitzt auf der Rückseite des P30 Pro. Während Apple noch auf die Kraft von zwei Kamera-Linsen baut und Samsung beim S10 auf den Triple-Zug aufgesprungen ist, fährt das P30 Pro gleich ein Kamera-Quartett am Heck auf (siehe Seite 75).

Die untere 8-Megapixel-Linse fällt besonders auf, weil sie ungewöhnlich tief im Gehäuse sitzt. Mit diesem Tele-Objektiv lassen sich Motive bis zu zehnmal näher ranholen – dank cleverem Zusammenspiel von Hard- und Software klappt das ohne sichtbaren Qualitätsverlust in den Fotos. Das P30 liefert mit der von fünf- auf dreifachen Zoom abgespeckten Tele-Optik und ohne Timeof- Flight-Linse ähnlich gute Fotos. Videos profitieren durch die neue Sensorik und das Zusammenspiel mit der KI – sie zeigen mehr Details und weniger Verwackler.

ENTZÜCKENDER KAMERA-RÜCKEN

Gleich vier Hinterkameras machen das P30 Pro zum derzeit besten Foto-Handy: Die obere Linse1 liefert Ultra-Weitwinkel- Bilder mit 20 Megapixeln, die weniger verzerrt sind als noch beim Mate 20 Pro. Die „Super Spectrum“-Linse2 kommt auf 40 Megapixel und nutzt eine komplett neue Kameratechnik. den Primärfarben Rot, Grün und Blau entwickelte Huawei ein eigenes Format und tauschte Grün gegen Gelb für mehr Lichtdurchlässigkeit aus. Die Periskop-Linse3 löst mit 8 Megapixeln auf und trickst die Physik mit einem Prisma für mehr Brennweite aus. Unter dem Blitz4 und dem Laserfokus sitzt die Time-of-Flight-Kamera5 , die Tiefeninformation in Echtzeit erfasst.

PENTA-WAS? PHYSIK AUSGETRICKST

Ein erster Blick auf die Hinterkamera des P30 Pro lässt einen zunächst staunen: Die untere Linse sitzt gut drei Millimeter unter dem Glas, was ziemlich merkwürdig aussieht. Was hat es damit auf sich? Huawei sorgt für einen besseren Zoom und eine höhere Brennweite von 125 Millimetern – dafür muss eine echte Kamera das Objektiv schon weit ausfahren. Weil ein modernes Smartphone möglichst dünn bleiben soll, reicht der Platz für eine große Optik allerdings nicht aus. Deshalb überlistet Huawei die Physik und nutzt den alten optischen Trick eines Prismas. So ist ein fünffacher Tele-Zoom ohne sichtbaren Qualitätsverlust möglich.

Ein Prisma1 fängt das Motiv der 8-Megapixel-Kamera ein und leitet es im Winkel von 90 Grad nach rechts. Im Inneren des Prismas reflflektiert das Glas2 das Motiv und dreht es um weitere 90 Grad durch die weiteren Linsen3 direkt auf den Sensor4 .

TIME-OF-FLIGHT: PORTRÄT OHNE ECKEN UND KANTEN

P30 PRO


OLYMPUS


Als erster großer Hersteller baut Huawei eine sogenannte Time-of-Flight-Linse ins P30 Pro, um die dreidimensionale Anordnung von Räumen und Gegenständen besser zu ermitteln. Dazu strahlt das P30 Pro Infrarotsignale aus und misst die Zeit, bis die reflektierten Signale von den Objekten zurückkommen. Von diesen präzisen räumlichen Daten profitieren neben Augmented-Reality-Apps vor allem die Porträtaufnahmen. Gerade bei feinen Zwischenräumen und Haaren ist der Tiefenschärfeeffekt, der sogenannte Bokeh-Effekt, sichtbar besser als beispielsweise bei den aktuellen iPhones. Im Vergleich zu einer echten Spiegelreflexkamera (Bild rechts) fehlt es aber noch an Details.

WAU-WAU: MEHR ZOOM, WENIGER LAUFEN

Die Prisma-Linse (siehe Seite 75) holt die Hunde von der Normalansicht (links) mit fünffachem Zoom (rechts) heran.

Die zehnfache Vergrößerung (links) verliert durch Software- Eingriffe kaum Qualität, der 50-fache Zoom (rechts) schon.

WENIG LICHT: FOTO-UNTERSCHIED WIE TAG UND NACHT

P30 PRO Die neue Sensorik im P30 Pro zeigt schon in der Automatik ihre Stärke und holt viel Licht aus der Dunkelheit.


XS MAX Das Apple iPhone XS Max zeigt zwar, wie dunkel es tatsächlich ist, aber kaum Farbe und viel zu wenig vom Motiv.


Am Tag bei guten Lichtbedingungen können auch 200-Euro- Handys ansehnliche Bilder knipsen. Fotos bei wenig Licht sind dagegen eine Herausforderung für die zwangsläufig winzigen Sensoren in Smartphones. Hier lohnt sich der Aufpreis zu den aktuellen Flaggschiffen, die hellere Schnappschüsse mit mehr Details und weniger Bildrauschen liefern. Im direkten Vergleich mit dem iPhone XS Max zeigt sich, dass Huawei mit dem neuen Kamerasensor des P30 Pro und Software-Nachberechnungen im Automatikmodus erstaunlich viel herausholt.

FAZIT

Huawei zieht mit dem P30 Pro am Galaxy S10 Plus vorbei – die erste Nummer- 1-Platzierung für die Chinesen! Das OLED-Display lässt mit seiner enormen Helligkeit allenfalls den Wunsch nach noch mehr Schärfe offen – dafür bringt die im Vergleich zu Apple und Samsung geringere Auflösung mehr Akku-Ausdauer. Das Highlight sind die vier Kameras, sie heben die Handy-Fotografie auf ein neues Level. Nie waren Fotos bei wenig Licht heller und damit detailreicher. Und der große Tele-Zoom zeigt, dass normale Handys noch mit Innovationen überraschen können.