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TCL 65C835


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HDTV Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 29.07.2022
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Bildquelle: HDTV Magazin, Ausgabe 4/2022

Testurteil: gut Preis/Leistung: sehr gut

GAMING-TIPP

Im LED-LCD-Segment gilt: Wer die beste Bildqualität erreichen möchte, der sollte in die teuersten Modelle mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung investieren. Einige Hersteller werben zudem mit Quantum-Dot-Farben für noch bessere HDR-Bilderlebnisse. TCL bietet mit dem C835 all diese Vorteile und verlangt dafür einen vergleichsweise geringen Kaufpreis.

Die Produktbezeichnung C835 und die vergleichsweise niedrige UVP verleiten dazu, diesen TCL-Fernseher mit ebenso günstigen 4K-LED-LCD-Modellen anderer Hersteller zu vergleichen. Doch der C835 von TCL ist von einem ganz anderen Kaliber: Die ermittelten Leistungswerte sind derart überzeugend, dass Sie mit diesem Fernseher mühelos jeden Premium-Mini-LED-LCD am Markt herausfordern können, selbst wenn dieser weit mehr als der C835 kostet. Die Verarbeitungsqualität des C835 muss sich ebenfalls nicht vor ...

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... kostspieligeren Modellen verstecken und eine optional leicht erhöhte Installationsmöglichkeit ermöglicht die Kombination des LED-LCD-TVs mit einer Soundbar. Diese Kombination können wir Ihnen ans Herz legen, denn die integrierten Lautsprecher klingen weniger ausgeglichen und voluminös als von uns erhofft.

Mehr ist kaum möglich

TCL kombiniert im C835 ein kontraststarkes LCD-Panel mit einer modernen Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung inklusive Local Dimming und mit einem Quantum-Dot-Filter. Damit übertrifft TCL viele LED-LCD-Modelle der gleichen Preisklasse am Markt. Der C835 unterstützt obendrein alle angesagten HDR-Formate wie HDR10+ und Dolby Vision (IQ).

Das Backlight setzt sich aus mehr als 1 000 Mini-LEDs zusammen, die in 288 Dimming-Zonen (24 ×12 Felder) angesteuert werden und für eine HDR-Spitzenhelligkeit von fast 1 500 Nits sorgen. Die Helligkeitsansteuerung der LEDs ist allerdings auf Kontrast und nicht auf Maximalhelligkeit getrimmt, weshalb kleine Leuchtdetails ebenso stark heruntergedimmt werden wie größere Leuchtflächen, die einen Vignette-Effekt aufweisen können. Durch den sehr hohen Pixelkontrast und das effektive Mini-LED-Dimming entstehen für LCD-Verhältnisse satte Schwarzwerte, doch der C835 verschluckt zugleich keine Details und ermöglicht äußerst weiche Helligkeitsübergänge. Der Fernseher präsentiert einen unverfälschten Kinolook und die Zwischenbildberechnung ist vielseitig einsetzbar, um Filmbilder auf Wunsch flüssig ablaufen zu lassen, ohne zu starke Aussetzer zu provozieren. Dank natürlicher Bildvoreinstellungen erwartet Sie im Kinomodus eine meist sehr gute HDR-Darstellungsqualität, die andere LED-LCDs dieser Preisklasse häufig nicht erreichen.

Quick Check

Anschlüsse: 4×HDMI (HDMI 1: 4K 144 Hz HDR, HDMI 2: 4K 120 Hz HDR, HDMI 3&4: 4K 60 Hz HDR oder 1440p 120 Hz), 1 × eARC (HDMI 4), 1 × USB, 1 × Netzwerk (oder WLAN), 1 × analog AV (Adapter), 1 × digital optisch Audio, 1 × Kopfhörer

Gaming-Funktionen: 4K in HDR mit bis zu 144 Hz, ALLM, VRR, Freesync, G-Sync-kompatibel, HGiG, Dolby-Vision-Spielmodus (60 Hz), Input Lag: ca. 16 – 20 ms (60 Hz) bzw. ca. 6 ms (4K 120 Hz)

Tuner-Funktionen: Single-Tuner für DVB-S/-C/-T, Unicable-Support, 1×CI, kein USB-Recording

Streaming-Apps: Netflix, Amazon Video, Disney+, Apple TV, Youtube (inklusive AV1-Decoding), DAZN, Rakuten TV u. v. m.

HDR- und Audio-Formate: HDR10, HDR10+, HLG, Dolby Vision (IQ), Dolby Digital, Dolby Atmos, DTS, kein DTS:X, kein Mehrkanal-PCM (im Test nur Stereo-PCM möglich)

Bildspezialisten mit Profi-Equippment können sogar eine 3D-LUT-Bildkalibrierung anstreben.

Angesagte HDMI-2.1-Gaming-Features wie eine 4K-Unterstützung mit bis zu 144 Hz VRR erfreuen besonders Besitzer einer PS5, Xbox-Series oder eines PCs. Streaming-Fans können die beliebtesten Videoapps in 4K-HDR-Qualität abrufen und meist stellt der C835 sogar die Vorzüge einer Dolby-Vision- und Dolby-Atmos-Wiedergabe zur Schau.

Die Kehrseite der Medaille

Die Installation des C835 wartet mit einer ungewöhnlichen Überraschung auf, denn im Test mussten wir ein TCL-Kundenkonto anlegen, um den TV in Betrieb nehmen zu können. Ein Überspringen dieser Zwangs-Registrierung war nicht möglich, soll laut TCL aber mit einem späteren Update erlaubt werden. Die integrierten Tuner-Funktionen decken gängige Empfangsmöglichkeiten ab, doch außergewöhnliche Zusatzfunktionen sollten Sie nicht erwarten – hier bietet die TV-Konkurrenz mehr Komfort. Unser Sat-TV-Empfang wurde zudem durch einen Bild-Ton-Versatz getrübt. Ein neues Feature für 2022, TCLs Gamebar, die sich über die Schnellmenü-Taste abrufen lässt, soll Spielefans glücklich machen, doch Übersetzungsfehler sorgen für unfreiwillige Komik. Neben der Einstellung „Fördern“ und „Werkzeugkasten“ entdecken Sie beispielsweise den Menüpunkt „Speisekarte“.

Abseits der fehlerhaften deutschen Übersetzung ist die Bedienung des Fernsehers nicht immer selbsterklärend gelungen.

Test: TCL 65C835

Der C835 verfügt über die üblichen Bild- und Toneinstellungen, doch innerhalb der Gamebar und in den Android-Systemeinstellungen sind weitere wichtige Optionen vorhanden. Das Problem: Unterschiedliche Optionen können andere getroffene Einstellungen „überschreiben“. Wer beispielsweise im Filmmodus über die Gamebar die geringste Eingabeverzögerung aktiviert, der verliert die Einstellungspunkte der Zwischenbildberechnung innerhalb der Bildeinstellung. Statt auf ausgegraute Fenster zu setzen, eliminiert TCL schlichtweg die verfügbaren Einstellungspunkte. Doch nicht immer bedeutet ein Verschwinden einen wirklichen Verlust: Obwohl die Local-Dimming-Einstellung im Spielmodus mit VRR-Signalen nicht mehr zu finden ist, arbeitete das Local-Dimming des Fernsehers im Test weiterhin, selbst wenn Signale mit einer Xbox Series X in 4K, HDR, 120 Hz und VRR zugespielt wurden. Lediglich im PC-Modus (verlustfreie RGB-Wiedergabe möglich) ist das Local Dimming tatsächlich inaktiv. Nicht empfehlen können wir den Blaulichtfilter, der die Wiedergabe wärmer und weniger anstrengend für die Augen gestalten soll, im Test aber das genaue Gegenteil hervorrief. Mit HDR-Signalen bietet der C835 sämtliche Möglichkeiten für eine kontrastreiche Wiedergabe, doch im Test sorgten HDMI-Signale vereinzelt für HDR-Tonemapping-Fehler. Mit HDR10-Quellen war es teilweise notwendig, die dynamische Tonzuordnung ein- und auszuschalten, um eine korrekte Detailwiedergabe sicherzustellen. Dolby-Vision-Signale wurden ebenfalls nicht immer optimal dargestellt, sodass wir trotz Dolby-Vision-IQ-Funktion häufig in die dunkle Voreinstellung wechselten, um eine Überbelichtung zu vermeiden. Die HGiG-Einstellung des Fernsehers erzeugt ebenfalls eine zu starke Grundaufhellung. Wer schwächere Bildquellen zuspielt, der wird TCLs neuen Glättungsfilter zu schätzen wissen, denn damit lassen sich zielgerichtet Banding-Artefakte glätten. Leider zeigten HDR-Signale über HDMI zugespielt teilweise extreme Schatteneffekte (LED-Zonen sichtbar), sobald der Glättungs filter eingesetzt wurde. Die Rauschfilter des Fernsehers waren im Test weniger effektiv und beim Upscaling präferiert TCL eine starke Konturglättung, während der Schärferegler den Pixelkontrast nicht gerade natürlich anhebt.

Trotz aller Kritik: Viele Anzeigefehler entstehen durch die noch nicht ausgereifte Software, doch als neutraler Monitor eingesetzt und mit ein wenig Feintuning weiß die Bilddarstellung des TCL C835 zu überzeugen.

QLED-Vor- und Nachteile

Die Mini-LED-LCD-Technologie ist nach wie vor ungeschlagen, wenn eine hohe Flächenhelligkeit selbst bei Standbildinhalten verlangt wird.

Mit dem C835 treten keine Nachleuchteffekte auf und der Fernseher zeigt eine helligkeitsstabile Wiedergabe. Dank der Kombination aus einem hohen nativen LCD-Panelkontrast und einer leistungsstarken Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung präsentiert der C835 eine überzeugende Bildtiefe ohne störende Local-Dimming-Artefakte und der TV arbeitet außerordentlich effizient. Doch die sehr gute Bilddarstellung verzeiht keinerlei Sitzplatzabweichungen: Nur exakt auf Augenhöhe aufgestellt und direkt vor dem Display sitzend werden Sie die bestmögliche Bildqualität genießen können. Abweichungen von der mittleren Sitzposition lassen das Bild hingegen ausbleichen. Durch den Gamma-Shift werden dunkle Bildbereiche aufgehellt und Sie erkennen Artefakte von komprimierten Internetquellen. Zugleich wird das LED-Dimming in Form von bläulich schimmernden Halo-Effekten erkennbar: Das blaustichige Licht der Mini-LEDs wird durch den Quantum-Dot-Filter in ein neutrales Farbspektrum umgewandelt, doch überzeugend klappt das nur, wenn der Blickwinkel optimal eingehalten wird. Unabhängig von der Sitzposition neigt der C835 zu einer wolkigen, schattigen Bildausleuchtung, die vor allem mit gleichmäßigen Flächen negativ ins Gewicht fällt. Da bei einer Neusynchronisierung des Bildsignals das Local Dimming für wenige Sekunden deaktiviert wird und die LEDs in diesem Fall selbst in dunklen Bildbereichen mit voller Brillanz aufleuchten, können zuweilen irritierende Clouding-Effekte entstehen.

Zwischen zwei Welten

Mit dem C835 beweist TCL, dass man keine Unsummen investieren muss, um eine sehr gute HDR-Bildqualität zu erreichen. Was von anderen TV-Herstellern häufig mit einem Premium-Preisaufschlag angeboten wird, erreicht TCL zu deutlich günstigeren Konditionen.

Spielen alle Faktoren optimal zusammen, zeigt der C835 mühelos die Leistungen, die sonst nur teure LED-LCD- bzw. QLED-TVs vermitteln.

Wer sich für diesen Fernseher entscheidet, sollte das Hauptaugenmerk auf die Bereiche Streaming und Gaming und weniger auf den klassischen TV-Empfang legen. Zudem ist eine englische Menüführung aktuell verständlicher als die deutsche Übersetzung. Der C835 ist ein echter Preistipp für alle, die in Eigenregie die richtigen Einstellungen austüfteln möchten.

CHRISTIAN TROZINSKI