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TEAM L


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L-MAG - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 24.06.2022

Mit zwölf Monaten Verspätung ist es endlich so weit: Am 6. Juli geht in Manchester die 13.Fußball-Europameisterschaft der Frauen an den Start. Eigentlich schon für das letzte Jahr geplant, hatte die Frauen-EM den coronabedingten Verlegungen der Männer-EM und der Olympischen Spiele weichen müssen.

Nun geht es aber endlich los – und das Feld ist breit aufgestellt: Von den 16 Teams, die um den Pokal kämpfen, gehören neben Gastgeberin England und Titelverteidigerin Niederlande auch Dänemark, Frankreich, Schweden und Spanien zu den Mitfavoritinnen. Die deutschen Fußballerinnen, die in der Vergangenheit bereits acht EM-, zwei WM-Titel und den Olympiasieg 2016 holten, schwächelten zuletzt und flogen bei den letzten beiden Turnieren – EM und WM – im Viertelfinale raus. Jetzt will Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg beweisen, dass die Talsohle durchschritten ist und hat das Halbfinale als Ziel ...

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Bildquelle: L-MAG, Ausgabe 4/2022

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... ausgerufen.

Die Nationalspielerin des Jahres 2021 und Torschützenkönigin der Bundesligasaison 2021/2022 trifft auch international: Bis zu ihrer Berufung in den EM-Kader schoss sie in 25 Spielen 38 Tore. Über ihre Beziehung mit der mehrfachen Segel-Weltmeisterin Lara Vadlau spricht sie ganz unverkrampft: „Für mich war das keine große Sache. Ich hab dann halt meine Freundin mit zum Mannschaftsabend gebracht, das ist ganz normal bei uns“, sagte sie im Februar bei Sky Sports.

Svenja Huth (31, VfL Wolfsburg)

Die Co-Kapitänin ist frisch verheiratet: Im Juni gab sie ihrer (bisher namentlich nicht bekannten) Freundin das Ja-Wort. Die Europameisterin 2013 und Olympiasiegerin 2016 outete sich Anfang 2020 auf Instagram, im letzten Jahr erklärte sie im Rahmen der LGBTIQ*-Kampagne #kickout: „Ich möchte auch ‚Mutmacherin‘ für Menschen sein, um zu sich und seiner Persönlichkeit zu stehen.Denn es sollte ganz normal sein, lieben zu können, wen man liebt – Liebe ist Liebe!“

Sara Doorsoun (30, Eintracht Frankfurt)

Nach zwei Meisterschaften und drei Pokalsiegen beim VfL Wolfsburg wechselte die gebürtige Kölnerin Anfang des Jahres zu Eintracht Frankfurt und verhalf dem Verein zur Champions-League-Qualifikation. Positiver Nebeneffekt: Mit ihrem Umzug rückte sie näher an die Heimat ihrer Freundin, der saarländischen „Princess Charming“-Gewinnerin Lou Schaaf. Dass die beiden ein Paar sind, machten sie im letzten Sommer öffentlich.

Ann-Katrin Berger (31, Chelsea FC)

Bis Redaktionsschluss war noch nicht klar, ob Ann-Katrin Berger es in den finalen Kader geschafft hat, aber verdient hätte sie es: Der Chelsea FC holte mit der Torfrau bereits drei Meisterschaften – mit jeweils nur elf Gegentoren. Die Schwäbin, die seit 2014 im Ausland spielt, ist mit ihrer Teamkollegin und englischen Nationalspielerin Jess Carter zusammen – im Viertelfinale könnten sie auf dem Platz aufeinandertreffen.

SPANIEN (GRUPPE B)

Irene Paredes (30, FC Barcelona)

Die Teamkapitänin spielt nicht nur seit 2011 für Spanien, sondern gehört auch der baskischen Fußballauswahl an. Weil ihre Frau, die Ex-Hockeyspielerin Lucía Ybarra, ein Kind erwartete, wechselte Paredes im letzten Jahr vom französischen Meister PSG zurück nach Spanien. Wegen der Geburt ihres Sohnes im September verzichtete die Verteidigerin damals auf den Einsatz in den WM-Qualifikationsspielen.

FINNLAND (GRUPPE B)

Tinja-Riika Korpela (36, Tottenham Hotspur)

Die Torfrau ist die älteste Spielerin und Kapitänin ihres Teams, für das sie schon über 100 Spiele bestritt. 2015 – damals spielte sie bei Bayern München – sprach sie mit der Zeitung Ilta-Sanomat zum ersten Mal über ihre Freundin, die finnische Musikerin Emilia Ex und erklärte: „Wir müssen auf jeden Fall mehr darüber reden. Das würde vielen jungen Menschen das Leben erleichtern.“

DÄNEMARK (GRUPPE B)

Pernille Harder (29, Chelsea FC)

Die zweifache „UEFA-Spielerin des Jahres“ wechselte 2020 vom VfL Wolfsburg zum Chelsea FC, wo auch ihre Lebensgefährtin, die schwedische Nationalspielerin Magdalena Eriksson, spielt. Die beiden, seit acht Jahren ein Paar, nehmen ihre Rolle als lesbische Vorbilder ernst. „Wir wollen jedem zeigen, wie normal es ist, dass wir uns lieben“, sagten sie im Welt-Interview. Im EM-Halbfinale könnten sie gegeneinander spielen.

ÖSTERREICH (GRUPPE A)

Viktoria Schnaderbeck (31, Tottenham Hotspur) „Love always wins“: So betitelte die Teamkapitänin 2019 ein Instagram-Foto mit ihrer norwegischen Freundin Anna. Später schrieb sie auf Instagram: „Ich bin homosexuell.

Heute kann ich das mit Stolz und ohne Scham sagen, was allerdings nicht immer so war.“ Gegenüber dem Tagesspiegel ergänzte „Viki“, die mit Bayern München zwei Mal Deutsche Meisterin wurde: „Ich hätte mir gewünscht, dass ich den Mut schon früher gefunden hätte.“

FRANKREICH (GRUPPE D)

Pauline Peyraud-Magnin (30, Juventus Turin)

Die Nummer eins im französischen Tor outete sich vor zwei Jahren via Pärchenfoto mit ihrer Freundin Camille auf Instagram. „Ich habe keine Lust mehr, mich zu verstecken, keine Lust mehr, an mir zu zerbrechen“, sagte sie auf Nachfrage der Webseite L’Équipière und erklärte, dass ein Coming-out in Frankreich „nicht so einfach“ sei. Erst im Ausland – sie spielte seit 2018 in England, Spanien und Italien – sei sie „aufgeblüht“.

SCHWEDEN (GRUPPE C)

Lina Hurtig (26, Juventus Turin, Foto links, blaues Trikot)Während ihre lesbischen Kolleginnen Hedvig Lindahl (39) und Caroline Seger (37) in England wohl ihr letztes Turnier spielen, verkörpert Lina Hurtig die nächste Generation Schwedens. Die Stürmerin gab schon mit 17 ihr internationales Debüt, ihr erstes Länderspieltor schoss sie bei der WM 2019. Im selben Jahr heiratete sie ihre Frau Lisa, damals ihre Teamkollegin beim Linköpings FC. Im Juni 2021 wurden sie Eltern der gemeinsamen Tochter.

NIEDERLANDE (GRUPPE C)

Sherida Spitse (32, Ajax, Foto links, oranges Trikot)

Sie ist mit über 200 Länderspielen eine der erfahrensten Fußballerinnen der EM (nur die schwedische Kapitänin Caroline Seger hatte mehr Einsätze) und will in diesem Jahr ihren EM-Titel verteidigen, nachdem sie die Olympischen Spiele verletzungsbedingt verpasst hat.Bei der EM 2017 gehörte die Westfriesin schon zu den wenigen offen lesbischen Spielerinnen. In 2018 heiratete sie ihre Freundin Jolie, mit der sie mittlerweile zwei Kinder hat.

SCHWEIZ (GRUPPE C)

Ramona Bachmann (31, Paris Saint Germain, Foto rechts, blaues Trikot)

Die Stürmerin outete sich während der WM 2015 und erklärte der Schweizer Illustrierten danach: „Ich will das einfach normal machen. Ich will, dass meine jungen Fans denken: Mein Vorbild hat eine Freundin, das ist gar kein Problem.“ Seit letztem Jahr ist sie mit der Tänzerin Charlotte Baret zusammen, ihre Ex Alisha Lehmann, die ebenfalls Nationalspielerin ist (aber die EM aus „mentalen“ Gründen absagte), ist mittlerweile mit dem Fußballprofi Douglas Luiz liiert.

ENGLAND (GRUPPE A)

Demi Stokes (30, Manchester City, Foto rechts, lila Trikot)

Sie ist sich ihrer Verantwortung bewusst: „Je erfolgreicher wir werden, desto weiter wird der Ball rollen, und wir werden nicht nur uns, sondern auch der nächsten Generation Chancen geben,” sagte die U19-Europameisterin, die schon bei der WM 2019 und den Olympischen Spielen mit dabei war, nach ihrer EM-Nominierung. Hoffentlich ist sie nicht übermüdet: Ihre Verlobte Katie und sie wurden Anfang Mai Eltern.

// Karin Schupp

UEFA WOMEN’S EURO 2022, 6. – 31. JULI IN ENGLAND

Eröffnungsspiel: England vs. Österreich am 6. Juli (21:00)

Finale am 31. Juli (18:00) im Londoner Wembley Stadion Tickets (5–50 Pfund) gibt’s auf womenseuro.com

Alle 31 Spiele laufen beim Streamingdienst DAZN. ARD und ZDF übertragen bis zu 21 Begegnungen, darunter alle mit deutscher Beteiligung, das Eröffnungsspiel, die Halbfinale und das Finale.

Gruppenspiele mit deutscher Beteiligung:

Deutschland vs. Dänemark: 8. Juli, 21:00

Deutschland vs. Spanien: 12. Juli, 21:00

Finnland vs. Deutschland: 16. Juli, 21:00