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TECHNIK DROHNEN: AUSRUSTUNG: SPIELZEUG FÜR ATEMBERAUBENDE LUFTAUFNAHMEN


segeln - epaper ⋅ Ausgabe 70/2018 vom 15.06.2018

An dieser technischen Entwicklung scheiden sich die Geister: Die einen würden sie am liebsten vom Himmel holen, die anderen haben sie als neues Hobby für Technikbegeisterte entdeckt. Gemeint sind Drohnen, die in den Marinas und Ankerbuchten über den Köpfen der Skipper kreisen


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Bildquelle: segeln, Ausgabe 70/2018

Wer Luftaufnahmen machen möchte, kommt am Kauf einer Drohne nicht vorbei


Ob Plage oder Segen – darüber entscheidet letztlich die Anwendung. Wer Drohnen nutzt, um seinen Nachbarn in der Ankerbucht auszuspähen, wird kaum Zuspruch ernten. Ernsthafte Drohnenfilmer sind jedoch eher daran interessiert, die Schönheit der Landschaft und den ...

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... besonderen Reiz des Wassersports auf die Festplatte zu bannen beziehungsweise später mit Freunden zu teilen.

Wer sich selber mit dem Gedanken trägt, künftig seine Törns aus der Luft zu dokumentieren, sollte keine Angst vor der Technik an den Tag legen: Der Umgang mit modernen Drohnen wie beispielsweise der GoPro Karma, der DJI-Phantom-Serie oder den DJI-Mavic-Modellen ist relativ einfach und für erste Aufnahmen schnell zu lernen, doch letztlich gilt trotz ausgereifter Assistenzsysteme: Nur die Übung macht den Meister. Dabei ist es beim Fliegen von Drohnen wie beim Golf spielen. Man wird immer besser, aber nie ganz perfekt. Zunächst gilt jedoch: Bevor es aufs Wasser mit der neuen Drohne geht, sollte ausgiebig an Land geübt werden. Alle Hersteller bieten Tutorials auf ihren Homepages an, die den Drohnenpiloten nicht nur als Hilfestellung vor dem Erstflug dienen, sondern zusätzlich über die gewissen Extras der einzelnen Flugobjekte anschaulich informieren und so zur Kaufentscheidung mit beitragen können. Hier zunächst einmal ein Überblick über die gängigsten Drohnenmodelle, die jedoch sehr unterschiedlich daherkommen:

Mit Drohnen lassen sich heutzutage Fotos und Videos machen, die früher nur mit Helikoptern möglich waren


Bei der GoPro Karma lässt sich der Gimbal separat für tolle, verwacklungsfreie Aufnahmen selbst bei voller Fahrt nutzen.


GoPro Karma
Die GoPro Karma zählt wohl zu den universellsten aller Drohnen. Sie ist faltbar, lässt sich in einen handlichen Rucksack verstauen und bietet in Kombination mit der GoPro Hero eine überragende Bildqualität. Der Clou: Bei der Karma lassen sich sowohl der Gimbal, ein spezielles Ausgleichssystem für verwackelungsfreie Videos, als auch die Kamera an sich separat verwenden. Skipper können mit dem Copter Videoaufnahmen und Fotos in luftiger Höhe schießen, mit dem separaten Gimbal von Bord aus erstklassige Videos aufnehmen und die wiederum eigenständig funktionierende Kamera bei eventuellen Tauchgängen nutzen. Nachteil der so universell verwendbaren Drohne: Es fehlen die kleinen Helferlein, die das Fliegen noch angenehmer machen; eine effektive Kollisionsvermeidung und eine punktgenaue Landung am Startort wird manchmal schmerzlich vermisst. Maximale Flugreichweite 3.000 Meter, maximale Bildübertragung 1.000 Meter. Tipp der Redaktion: Da GoPro angekündigt hat, das Karma-Konzept nicht weiter zu entwickeln und sich aus dem Drohnen-Markt wieder verabschieden wird, dürften hier in Kürze ‚Schnäppchenkäufe‘ zu erwarten sein. Wer in Verbindung mit der neuen GoPro Hero 6 nach einer Möglichkeit für qualitativ herausragende Luftaufnahmen und Videos sucht, wird derzeit keine bessere Kombination auf dem Markt in diesem Preissegment finden.

DJI Mavic Pro
Die kleine Mavic kann alles, was auch die Großen können, vieles sogar noch besser. Sie lässt sich schon in der Tasche einer Cargo-Hose oder einer Jacke verstauen und kann bequem über den Bildschirm eines Handys gesteuert werden. Komfortabler funktioniert das allerdings mit einem Tablet. Die Bildqualität bleibt zwar hinter der GoPro Hero zurück, doch das ist Jammern auf hohem Niveau, denn ebenso wie die Karma liefert die Mavic hervorragende Aufnahmen in 4K, die wohl den meisten Filmproduktionen zur Ehre gereichen würden. Sie lässt sich sogar innerhalb von Gebäuden fliegen und dank der Kollisionsvermeidung sind bei vollständiger Aktivierung aller Systeme Zusammenstöße mit Hindernissen fast unmöglich. Außerdem fotografiert sie den Startpunkt und landet dort selbst nach längerem Flug wieder punktgenau. Im SeaHelp-Test betrug die maximale Abweichung zwei Zentimeter. Maximale Flugreichweite sieben Kilometer, maximale Bildübertragung zum Piloten 3,5 Kilometer.


»Beim Fliegen von Drohnen gilt: Man wird immer besser, aber nie ganz perfekt«


DJI Mavic Air
Brandneu auf dem Markt ist die Mavic Air von DJI. Sie gilt als das neue Einsteigermodell, ist von den Abmessungen her noch etwas kleiner und kann fast alles, was auch die Pro kann. Video-Fans freuen sich über die Möglichkeit, 4K-Aufnahmen mit bis zu 100 Mbps und 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen zu können, während die Mavic Pro derzeit nur 24 Bilder pro Sekunde schafft.

Grafik: BMVI

DJI Phantom IV Pro
Die DJI Phantom IV Pro kann alles, was die Mavic auch kann, verfügt aber zusätzlich auch über eine seitliche Hinderniserkennung, während die Mavic Hindernisse nur im Vorwärtsflug erkennt. Die Bildqualität zeigt sich gegenüber der Mavic leicht erhöht, was aber letztlich nur Experten wirklich feststellen können. Die Phantom ist aufgrund ihrer Ausmaße deutlich schwieriger zu transportieren als die kleine, faltbare Mavic. Maximale Flugreichweite 3.000 Meter, maximale Bildreichweite 3.500 Meter.

Beim Starten und Landen von Bord aus agiert man am besten als Team. Einer fliegt und der andere hilft bei Start und Landung


Fazit:
Wer ein Set sucht, mit dem er in bester Qualität Luftaufnahmen, Bodenaufnahmen und Unterwasseraufnahmen schießen will, findet mit der GoPro Karma wohl das beste Preis-Leistungs-Verhältnis vor. Fehlende Assistenzsysteme erfordern beim Fliegen allerdings höchste Aufmerksamkeit. Die Mavic ist da von ganz anderem Schlag: Hier kann man sich beim Fliegen ganz auf die Aufnahmen konzentrieren, entsprechend eingestellt erledigt sie alle Flugmanöver quasi vollautomatisch, einschließlich der Landung. Die Phantom IV Pro entspricht bis auf wenige Ausnahmen der Mavic. Skipper, die Wert auf eine kleine, handliche Drohne legen, sollten aufgrund der Packmaße eher zur Mavic greifen.

DER AUTOR
Wolfgang Kröger arbeitet für die Firma SeaHelp, den Pannendienst auf See. Mit Drohnen hat er inzwischen viel Erfahrung sammeln können, da SeaHelp einen eigenen Revierführer mit Drohnenvideos anreichert.

1Tipps zum Fliegen

• Drohnenanfänger sollten erst einmal an Land üben und sich vor dem Erstflug in diversen Tutorials informieren. Ein abgelegener Sportplatz oder ein großer Garten eignen sich perfekt für erste Übungsflüge.
• Beim Start von Bord ‚merken‘ sich Drohnen die GPS-Daten des Startpunkts und versuchen, exakt dorthin zurückzukehren. Ist aber das Boot auch nur um einen Meter abgetrieben, landet das Fluggerät unweigerlich im Wasser. Deshalb empfiehlt es sich, die Drohne in Teamarbeit wieder zurückzuholen und nicht die ‚Return-to-Home-Taste‘ zu nutzen beziehungsweise diesen Modus bei Annäherung zu deaktivieren. Mit ein wenig Übung an Land lassen sich Drohnen auch gut per Hand wieder ‚einfangen‘.
• Vorsicht bei großen Yachten: Sie haben oftmals eine ‚Drohnenabwehr‘ an Bord, die bei Annäherung zu einem Abreißen der Funkverbindung führt.
• Auf Wind und Akkustand sollte man während des Fluges peinlichst achten: Wer sich mit dem Wind vom Ausgangspunkt entfernt, sollte bedenken, dass für die Rückkehr gegen den Wind deutlich mehr Strom benötigt wird.
• Wer im sonnigen Süden oder auch generell bei Sonnenschein mit der Drohne filmen oder fotografieren will, sollte sich in jedem Fall einen Satz Graufilter besorgen, damit die weißen Boote beim Betrachten nicht ‚ausgebrannt‘ erscheinen, weil sie überbelichtet wurden.
• Beachten Sie die rechtlichen Voraussetzungen zum Fliegen von Drohnen im jeweiligen Land, belästigen sie niemanden und vermeiden Sie das Überfliegen sensibler Ziele. Rechtliche Hinweise zur Nutzung von Coptern in den einzelnen Ländern findet man unterhttps://my-road.de/ drohnen-gesetze-in-europa.

2 Wie kommt eine Flugdrohne wieder an Bord?

So klappt die Landung an Bord:
Der Pilot steuert die Drohne zum Fänger – und der greift dann beherzt zu, wie auf diesem Foto. Doch Vorsicht: Die Rotoren können bei Berührung der Finger üble Verletzungen hervorrufen.

3 Rechtliche Tipps

In Deutschland regelt das die am 7. April 2017 in Kraft getretene Drohnen-Verordnung, deren Vorschriften seit dem 1. Oktober 2017 Gültigkeit besitzen. Für den Hobby-Nutzer sind die entscheidenden Vorschriften diejenigen, die sich auf Drohnen mit einem Fluggewicht von weniger als zwei Kilogramm beziehen. Alles darüber ist im sogenannten Profibereich angesiedelt, für den besondere Regeln gelten.

• Eine Drohnen-Haftpflichtversicherung ist zwingend vorgeschrieben, die private Haftpflichtversicherung reicht in der Regel nicht.
• Feuerfeste Plakette an der Drohne ist zwingend vorgeschrieben ab 250 Gramm Startgewicht.
• Bis 100 Meter Flughöhe ist das Fliegen ohne Ausnahmegenehmigung erlaubt.
• Drohnen dürfen nur in Sichtweite geflogen werden.
• Generell sind keine Nachtflüge erlaubt.
• Ein Mindestabstand von 100 Metern ist einzuhalten von Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Menschenansammlungen, Hauptverkehrswegen (auch Wasserstraßen, Autobahnen etc.), militärischen Anlagen sowie Anlagen zur Energieerzeugung, Krankenhäusern, Justiz-Vollzugsanstalten etc.
• Flugverbote bestehen in Flughafennähe (Mindestabstand 1,5 Kilometer) und über bewohnten Gebieten. Generell gilt jedoch, dass jeder Drohnenpilot den normalen Menschenverstand walten lassen sollte und Gefährdungen beziehungsweise Belästigungen anderer Personen oder Objekte in jedem Fall vermeiden sollte. (Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit / Irrtümer und zwischenzeitliche Änderungen vorbehalten).

Weitere Informationen:
www.bmvi.de/drohnen


Fotos: Fotolia.com

Fotos: SeaHelp