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TECHNIK: RUNDE SACHE: TRENNSCHEIBEN


TASPO GARTEN-DESIGN - epaper ⋅ Ausgabe 4/2018 vom 25.05.2018

Überall dort wo Metall oder Stein auseinandergeschnitten werden müssen, sind sie zu finden: Winkelschleifer, bestückt mit Trennscheiben. Doch womit schneidet man welches Material am besten und was zeichnet eine qualitativ hochwertige Trennscheibe aus?


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Gerade ansetzen, ohne Druck und mit leichten Sägebewegungen schneiden – so klappt die Trennung am besten.


Fotos: Klingspor

Fast 100 Jahre ist es her, dass zwei schwäbische Ingenieure mit ihrer Erfindung auf den Markt gingen: 1922 gründeten Hermann Ackermann und Hermann Schmitt in Stuttgart-Bad Cannstatt das Unternehmen Ackermann & Schmitt (heute Flex ...

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... Elektrowerkzeuge) und produzierten mit der MS 6 ihre erste Handschleifmaschine mit flexibler Welle. Die Maschinen liefen damals noch niedertourig, die Schleifscheiben waren kaltgepresst und harzgebunden – dennoch erleichterten sie bereits vielen Handwerkern das Leben. 1954 brachte das Unternehmen den ersten hochtourigen Winkelschleifer auf den Markt. Partner war damals die Firma Klingspor, die die hochtourige Trennscheibe beisteuerte.

Hochleistungsgerät

„Je schneller sich eine Scheibe dreht, umso schneller frisst sie sich durch das Material. Dabei wirken auf die Scheibe allerdings enorme Kräfte“, erklärt Holger Burkhardt, Marketingleiter von Klingspor im hessischen Haiger. Klingspor schaffte es in den 1950er Jahren, die erste harzgebundene Trennscheibe zu entwickeln und serienreif zu machen, die diesen Kräften standhielt – und produziert bis heute Schleifmittel. Das Produktsortiment reicht von Schleifrollen über Trenn- und Schruppscheiben bis zu Fräsern und Diamantwerkzeugen, der nächsten Entwicklung in der Welt der Trennscheiben. „Im Garten- und Landschaftsbau werden hauptsächlich Beton- und Natursteine geschnitten – hier kommen die Diamanttrennscheiben zum Einsatz“, sagt Burkhardt. Sie bestehen aus einem Stahlkern, auf den Diamantsegmente aufgebracht werden.

Während sich Metall mit harzgebundenen Trennscheiben problemlos schneiden lässt, funktioniert das bei Stein deutlich schlechter. Das lässt sich ganz einfach physikalisch erklären: Metalle bilden Raumgitter, deren Atome sich relativ leicht verschieben lassen. Das Schleifkorn in den harzgebundenen Trennscheiben ist mineralisch – und kann das Metall gut abtragen. Beim Trennen von Stein mit herkömmlichen Trennscheiben treffen in Schleifkorn und Werkstück jedoch zwei sehr ähnliche Kristallstrukturen aufeinander. Daher sind Diamanttrennscheiben bei Beton, Naturstein und Asphalt die richtige Wahl. Zudem bleibt der Durchmesser von Diamanttrennscheiben während der gesamten Einsatzdauer beinahe unverändert, während er bei den harzgebundenen abnimmt. Das führt bei letzteren dazu, dass man zum einen nicht mehr so tief ins zu trennende Werkstück eintauchen kann und sich zum anderen die Umfangsgeschwindigkeit reduziert, womit die Trennleistung abnimmt.

Mit dem Laser werden Diamantsegmente auf den Stahlkern der Scheibe aufgeschweißt.


Zeit und Geld sparen mit der richtigen Auswahl

Ein anderer Hersteller von Trennscheiben ist die Metabowerke GmbH im baden-württembergischen Nürtingen. Produktmanager Argiris Argiriadis leitet das Nürtinger Kompetenzcenter Zubehör und weist darauf hin, dass nicht nur das richtige Material der Trennscheibe die Arbeit erleichtern kann, sondern auch die passende Dicke. „Wer die richtige Trennscheibe wählt kann Arbeitszeit und damit bares Geld sparen. Mit einer ein Millimeter dicken Scheibe braucht der Anwender nur ein Drittel der Zeit, die er mit einer drei Millimeter dicken Scheibe benötigt.“ Diamanttrennscheiben sind mit unterschiedlichen Randgeometrien erhältlich. Da gibt es geschlossene, glatte Ränder, geschlossene Ränder mit Schlitzen oder Mustern sowie eng oder weit verzahnte Ränder. Geschlossene oder eng verzahnte Scheiben schneiden sehr sauber, Scheiben mit weiteren Verzahnungen eignen sich, wenn höhere Schnittgeschwindigkeiten beziehungsweise ein guter Vorschub erzielt werden sollen.

Das Funktionsprinzip sowohl von harzgebundenen als auch von Diamant-Trennscheiben basiert auf Abnutzung. Das Schleifkorn bahnt sich den Weg in das Material, wird dabei abgenutzt, bricht aus – und macht so dem nächsten Korn Platz. Die Standzeit gibt Auskunft darüber, wie lange es dauert, bis alle Schleifkörner „verbraucht“ sind und die Scheibe ausgewechselt werden muss. Je fester ein Schleifkorn in seiner Bindung verankert ist, desto länger arbeitet es zwar im zu trennenden Material, es steigt aber auch die Abnutzung der scharfen Kanten des Schleifkorns – damit sinkt insgesamt die Trennleistung der Scheibe. Eine Faustregel besagt auch: Je härter das Material, desto weicher muss die Trennscheibe sein.

ZAHNLÜCKEN?

Trennscheiben haben unterschiedliche Randgeometrien: es gibt sie ohne, mit kleinen oder großen Zähnen. Dabei liefert die sogenannte Standardverzahnung eine gute Vorschubgeschwindigkeit und zeigt gutes Schneidverhalten. Turboscheiben sind schnell, haben eine hohe Laufruhe und erzeugen saubere Schnittkanten. Mit engen Verzahnungen lässt sich ebenfalls ein sauberer Schnitt bei hoher Laufruhe erzielen, weite Verzahnungen bringen eine hohe Vorschubgeschwindigkeit. Mit geschlossenen Rändern lässt sich präzise arbeiten.

Auf jeder Trennscheibe ist die zulässige Höchstdrehzahl vermerkt. Ein optimales Arbeitsergebnis wird dann erzielt, wenn die Maschine auf diese Drehzahl eingestellt ist.


Optimal einstellen

Auf jeder Trennscheibe ist die zulässige Höchstdrehzahl vermerkt. Sie ergibt sich aus dem Durchmesser und der erlaubten Arbeitshöchstgeschwindigkeit der Scheibe. Ein optimales Ergebnis wird dann erzielt, wenn die Maschine auf diese Drehzahl eingestellt ist. Eine weitere Faustregel, die sich daraus ergibt: Je größer die Trennscheibe eines bestimmten Typs, desto geringer ist die zulässige, aber auch die notwendige Drehzahl. Eine große Scheibe muss weniger schnell gedreht werden als eine kleine, um am Scheibenrand die gleiche Arbeitsgeschwindigkeit zu erreichen.

Das optimale Zusammenspiel der Drehzahlen von Maschine und Trennscheibe ist im Profibereich selten ein Problem, sondern eher bei Heimwerkern bekannt. Wo es auch professionellen Anwendern passieren kann, ist bei der Verwendung von Akkugeräten. Klingspor hat daher beispielsweise ein spezielles Trennscheiben-Sortiment für Akkumaschinen im Programm.

Schruppen oder schneiden?

Beim Trennen kann man im Prinzip wenig falsch machen. Dennoch haben die Hersteller noch einige gute Ratschläge parat. Bei Metabo hat man beispielsweise festgestellt, dass die meisten Unfälle passieren, weil Anwender mit der Trennscheibe auch schruppen und dabei die Scheibe zerbrechen. So sind in herkömmliche, also harzgebundene Trennscheiben zwei stabilisierende Gewebeschichten aus Glasfaser eingearbeitet, die das Schleifkorn und die Bindung zusammenhalten. Sie halten seitlichen, starken Belastungen nicht stand. „Schruppscheiben hingegen haben drei dickere, innenliegende Gewebeschichten, die eine stärkere seitliche Belastung der Scheibe ermöglichen. Mit Trennscheiben darf nicht geschruppt werden, umgekehrt macht es keinen Sinn, mit Schruppscheiben zu trennen, weil diese mit bis zu acht Millimetern besonders dick sind“, erklärt Vertriebsleiter Argiris Argiriadis. Ausnahme sind Kombi-Scheiben, die sich für beide Anwendungszwecke eignen.

Sägebewegungen sind ideal

Holger Burkhardt von Klingspor weiß noch Hilfreiches zur richtigen Handhabung vor allem bei der Trennung von harten Materialien wie Stein beizusteuern: „Arbeiten Sie beim Trennen nicht mit Druck, sondern machen Sie kleine Sägebewegungen – das funktioniert am besten.“ Auch für die bei vielen Handwerkern beliebten Universal-Diamanttrennscheiben hat er einen Tipp: „Mit diesen Trennscheiben sollten Sie immer wieder unterschiedliche Materialien schneiden, sonst werden sie stumpf.“ Wer große Mengen des gleichen Materials bearbeiten muss, beispielsweise Stahlbeton, sollte also entweder gleich eine Spezialtrennscheibe kaufen – oder mit seiner Universalscheibe ab und an mal ein paar Schnitte in weichem, aber sehr abrasivem Material wie beispielsweise Kalksandstein machen, um sie wieder zu schärfen.