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Technik&Taktik: BRANDUNGSANGELN VON A-Z: Das Strand 1x1: Teil 1


Kutter & Küste - epaper ⋅ Ausgabe 73/2018 vom 09.10.2018

Petrijünger entwickeln sich gern zu Ausrüstungsfanatikern. Besonders beeindruckend zeigen das die alten Hasen am Strand – für Einsteiger oft voller Rätsel.BETTINA undFLORIAN HÜHNKEN erklären Ihnen das Brandungs-Alphabet.


Nicht-Brandungsangler glauben leicht, dass gute Fänge beim Strandangeln das Ergebnis einer gigantischen Ausrüstung sind. Das ist ziemlicher Quatsch, meist fischen mehrere Angler gleichermaßen gut oder schlecht, aber den Fokus auf die Details der Angeltechnik zu legen, bedeutet sehr wohl ein Unterschied von einem guten oder schlechten Fangtag an der Küste.

Artikelbild für den Artikel "Technik&Taktik: BRANDUNGSANGELN VON A-Z: Das Strand 1x1: Teil 1" aus der Ausgabe 73/2018 von Kutter & Küste. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Kutter & Küste, Ausgabe 73/2018

A wie Angelplatz

Ein gut ...

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... sortierter Angelbereich ist die Basis für jedes stationäre Angeln. Beim Brandungsangeln achten wir auf kurze Laufwege. Die Ruten, das Köderdreibein und das Equipment, was im Zelt verstaut wird, soll immer gut erreichbar sein. Sich im Hellen strategisch sinnvoll einzurichten bietet später – in der Dunkelheit – viele Vorteile. Wenn Plattfisch und Co. in Beißlaune sind, ist ein schneller Zugriff auf die Ruten, Wechselvorfächer und Köder ein absolutes Muss. Es ist wie Zuhause: In einem aufgeräumten Zimmer finden Sie immer alles wieder. Dies gilt auch am Strand und hilft Ihnen später beim Abbauen des Angelplatzes, nichts zu vergessen.

B wie Bisserkennung

Ihr Angelplatz steht, Sie haben die Köder im Meer platziert und warten jetzt sehnsüchtig auf den ersten Biss. Hat ein Dorsch den Wurm gepackt, erkennen wir das sofort in der Rutenspitze des robusten Stocks. Sie wackelt kräftig auf und ab. Die zarten Plattenbisse zu erspähen, gestaltet sich indes als schwierig. Etwa fünf Meter lange Stippruten bieten beim Brandungsangeln eine sehr gute Bisserkennung und geben dem Plattfisch genügend Puffer, um den Köder aufzunehmen. Selbst sensible Plattenzupfer erkennen wir sofort. In der Dunkelheit ist Licht unerlässlich, um das Zucken der Rutenspitzen oder im Bissanzeiger auszumachen. Knicklichter sind dafür unsere erste Wahl.

C wie Cocktail

Doch was ist, wenn sich die Rutenspitzen nicht bewegen? Die Räuber unseren Wattwurm mit Ignoranz strafen? Seien Sie kreativ in der Köderwahl! Meiden die Flossenträger den Watti, mixen Sie doch einfach einen guten Cocktail: Neben dem Borstenträger ziehen Sie auch einen Seeringelwurm auf den scharfen Greifer. Der Ringler ist ein recht aktiver Wurm und dient durch seinen festen Körperbau gleichzeitig als natürlicher Stopper auf dem Haken. Kombis aus Wurm und Fisch sind ebenso fängig. Wickeln Sie einen zirka drei Zentimeter langen Fischfetzen vom Hering mit einem feinen Wickelgarn am Greifer fest und bieten Sie damit einen zusätzlichen Geruchskick unter Wasser.

D wie Dorsch

Bartelträger lieben einen reich gedeckten Teller. Servieren wir dazu einen gut duftenden Wurmcocktail, ist das Baglimit schnell erfüllt. Nach Sonnenuntergang finden die Dorsche den Weg zu beköderten Vorfächern. Im ufernahen Flachwasser wird Nahrung aufgewirbelt, welche die hungrigen Flossenträger suchen. Für den großmauligen Fisch knoten wir langschenklige Haken der Größe 1/0 bis maximal 2/0 an unser Vorfach. Hat ein Dorsch das Menü geschnappt, ist flinkes Handeln angesagt. Die Rutenspitze schlägt deutlich nach oben und unten. Nehmen Sie die Rute sofort in die Hand und setzen gefühlvoll den Anhieb. Die wütenden Kopfschläge spürt man bis ins Handteil der robusten Brandungsrute.

E wie Eimer

Nachdem der Fisch versorgt und gesäubert wurde, verstauen wir ihn in einem Angeleimer mit abnehmbarem Deckel. Wir verwenden den bewährten blauen, rechteckigen Zebco-Eimer. Besonders gut: Ganze Fische verstauen wir komplett. Neben Rute, Rolle & Co. ist der Eimer eines der wichtigsten Utensilien für den Brandungsangler. Auf dem Weg zum Angelplatz lagern wir dort die Angelköder, Stullen und Getränke. Den stabilen Deckel nehmen wir als Schneidbrett für Fetzenköder oder sogar als Filetierunterlage für den Fang. Durch den robusten Kunststoff wird unser Fang auf dem Rücktransport zum Auto nicht zerdrückt.

F wie Fingerschutz

Safety first – Sicherheit zuerst! Wo ein Fisch ist, sind noch mehr. Bevor Sie nun voreilig reagieren und schnell wieder auswerfen, achten Sie darauf, dass Ihr Zeigefinger ausreichend geschützt ist. Sie katapultieren keine Leichtgewichte ins Wasser, sondern Bleie zwischen 100 und 200 Gramm, um auf Weite zu kommen und um Ihr Vorfach weiterhin sicher am Grund zu ankern. Beim Auswerfen wirken hohe Kräfte auf den Finger. Zum Schutz bietet der Einzelhandel verschiedene Wurfhandschuhe an. Ebenso funktioniert ein sogenanntes Tape, ein elastisches, selbstklebendes Klebeband aus textilen Materialen, das man in der Apotheke oder im Sportladen erhält.

G wie Geflecht

Für weite Würfe nehmen wir geflochtene Angelschnur. Die Schnur ist zwar teurer in der Anschaffung als die monofile Sehne, die Haltbarkeit ist jedoch von längerer Dauer. Die Bisserkennung ist, aufgrund der fehlenden Dehnung, deutlich besser als bei der monofilen Verwandten. Bei normalen Bedingungen fischen wir meistens eine Schnur mit einem Durchmesser von 0,12 Millimetern. Bei aufgewühlter See und kräftigen Winden darf es durchaus stärker sein: Wir verwenden dann eine 0,17er Geflechtschnur. Wie beim Finger wirken beim Wurf ebenso hohe Kräfte auf die Schnur. Zum Schutz vor einem Abriss knoten wir einen sogenannten „Tapertip“, eine monofile Schlagschnur, die sich konisch verjüngt, von doppelter Rutenlänge an die Hauptschnur.

H wie Hilfsmittel

Nützliche Helfer brauchen Sie während der gesamten Angelzeit: Mit einem Hakenlöser, etwa einer Zange, entfernen Sie den Haken vom Fisch. Hat der Flossenträger das Mindestmaß erreicht, was Sie mit einem Zentimetermaßband prüfen, betäuben Sie den Räuber mit einem Priest (Schlagholz) durch einen kräftigen Schlag auf den Kopf. Mit einem Messer führen Sie den Kehlschnitt durch, um den Fisch artgerecht zu töten und ausbluten zu lassen. Ein Lappen macht die Hände sauber und trocken. Vergessen Sie Ihre aufgeladene Kopflampe nicht, damit Sie auch im Dunkeln den Überblick behalten. Ganz besonders wichtig: Nehmen Sie immer eine Mülltüte mit. Sein Sie achtsam und sich niemals zu schade, auch den Müll der anderen mit aufzusammeln.

I wie Insider-Wissen

Sich im Voraus über Fangmeldungen zu informieren, ist immer hilfreich. In den sozialen Medien existiert eine ganze Fülle von Gruppen, die sich auf das Brandungsangeln konzentriert haben. Die Anzahl an Informationen verwirrt jedoch – vor allem Anfänger – mehr, als dass es nützt. Unsere Empfehlung: Besuchen Sie Ihren Lieblingshändler. Dort kaufen Sie Ihre Köder, fehlendes Zubehör und Sie bekommen das Insider-Wissen gratis dazu. Ihr Ansprechpartner hat tagesaktuelle Informationen, nützliche Tipps, Windvorhersagen und sogar Bilder von glücklichen Fängern vom letzten Wochenende. Das Rundum-sorglos-Paket hilft Ihnen, den richtigen Spot zu wählen. Statt das Internet zu durchwühlen, trinken Sie einen Kaffee mit Ihrem Händler des Vertrauens.

J wie Jahreszeit

Ihr Verkäufer wird Ihnen bestätigen, dass der Herbst die beste Zeit zum Brandungsangeln ist. Jetzt haben sich vor allem Plattfische kugelrund gefuttert, sodass man kulinarisch hochwertige Filets für die Pfanne bekommt. Die Dorsche ziehen aus dem tieferen Wasser wieder in Ufernähe entlang. Wer Bissfrequenz mag, ist im Winter und Frühjahr besser am Strand aufgehoben. Nach der Laichzeit haben die Flossenträger tierischen Hunger. Im Sommer ist der Fang zwar möglich, jedoch sind Krebse meistens schneller am Haken. In der warmen Jahreszeit teilen Sie sich den Strand mit vielen Touristen. Ruhe finden Sie dann eher auf dem Boot, weit weg vom Trubel.

K wie Ködernadel

Unter den nützlichen Helfern empfehlen wir Ihnen den Köderspieß besonders: Der rund 40 Zentimeter lange Metallhohlstab mit stumpfer Spitze erleichtert das Aufziehen der Köder ungemein. Mit der Spitze führen Sie den Wurm am Kopf beginnend der Länge nach auf die Nadel. Der Helfer bietet locker Platz für vier Wattis. Dann drehen Sie das Ganze einmal um und bringen die Hakenspitze in das entgegenliegende Loch. Die Mundschnur halten Sie auf Spannung und stülpen den Wurm über den Greifer. Ihr Köder sitzt sauber und ordentlich auf dem Haken. Ohne Nadel besteht die Gefahr, dass die Hakenspitze den Wurm zerpiekst, das Innenleben ausläuft und nur noch eine Wurmhülle am Haken bammelt.

L wie Lockstoffe

Über Tunken streiten sich die Brandungsangler. Für die einen höchst verpönt, für andere hilfreich, um dem Köderangebot einen letzten Pfiff zu verpassen. Im Handel gibt es unterschiedliche Duftnoten bereits fertig gemischt. Achten Sie beim Kauf auf meerbezogene Inhaltsstoffe. Die Marke Eigenbau stinkt zwar bestialisch, ist aber durchaus fängig. Hierzu vermischt man – am besten draußen, wenn Sie Ihre Familienmitglieder nicht vergraulen wollen – zum Beispiel Dorschlebertran, Muscheln, Makrelenstückchen, Krebsteile, Garnelen und siebt es ordentlich durch. Die „duftende“ Brühe rühren Sie gut durch. Das Gemisch füllen Sie dann einfach in auslaufsicheren Sprühflaschen ab und verstauen es in der Kiepe.

M wie Monofil

Anfängern und Winteranglern legen wir eine monofile Schnur ans Anglerherz. Gerade zu Beginn, wenn der Wurfstil alles andere als sicher ist, empfehlen wir die Schwester des Geflechts. Sie verzeiht Anfängerfehler eher, ist dabei rückenund materialschonend. Im Winter bevorzugen wir den Einsatz von monofiler Sehne. Geflochtene Schnur hat den Nachteil, dass sie sich mit Wasser vollsaugt, bei Minusgraden schnell einfriert und schwer wird. Würfe werden nicht optimal gemanagt, weil die feine Leine auf der Spule zusammenklebt. Wir nehmen die Taperline, die sich konisch verjüngt. Zusätzlich verändert die Schnur alle 25 Meter ihre Farbe, so dass die fängigen Bereiche immer wieder neu angeworfen werden können.

N wie Notköder

Der Klassiker unter den Naturködern ist zweifelsohne der Wattwurm. Meistens bleiben nach einem Angelabend immer ein paar Würmer über. Schmeißen Sie die Reste niemals weg! Wattis sind teuer. Gehandelt werden Sie um die 25 Eurocent pro Stück. Nach dem Angeln behalten wir den Rest. Wir produzieren daraus Notköder, den sogenannten „Stinker“. Dafür ziehen wir die restlichen Würmer der Länge nach auf die Ködernadeln und legen die Wurmspieße in einer ordentlichen Packung Salz ein. Die Wattwürmer werden konserviert. Falls Ihr Wurmdealer gerade keine Borstenträger hat oder Sie zu faul zum Buddeln sind und trotzdem angeln wollen, nehmen Sie einfach ein paar „Stinker“ mit.

UNSERE EXPERTEN

Bettina und Florian Hühnken sind Teil des Zebco Meeres-Teams und begeisterte Brandungs- wie auch Bootsangler. Ihr Hobby führt sie oft an die Ostseeküste sowie nach Norwegen – Kamera und Notizblock sind immer dabei.

DAS ALPHABET GEHT WEITER!

In Kutter & Küste 74, erhältlich ab dem 11. Dezember, gibt’s Teil 2 unseres Brandungs-Alphabets mit den Buchstaben O bis Z.