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Technik&Taktik: HORNHECHT: 4 Wege zum Schnabeltier


Kutter & Küste - epaper ⋅ Ausgabe 71/2018 vom 11.05.2018

Wenn im Wonnemonat Mai der Raps in voller Blütenpracht steht, ist es soweit: Schnabeltieralarm an der Küste! Wie die pfeilschnellen Jäger am besten zu fangen sind, verrät SEBASTIAN ROSE.


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Gekreuzte Schnäbel und gelbe Blütenpracht: Mit dem Mai beginnt die Hornhechtzeit. Fotos: Sebastian Rose


Beißen Hornis vorsichtig, hilft ein Stück Schnur zwischen Blinker und Drilling.


Seidenfaden statt Drilling geht für Hornhecht, aber nicht für Forelle oder Dorsch.


Es ist immer wieder eine Freude und Angelspaß pur, vom Strand, Mole und Pier auf Hornhecht zu angeln. Erstens sind die Fangaussichten meist sehr gut und ...

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... zweitens macht der Drill mit einem Horni am leichten Gerät richtig Gaudi. Wenn die „Mini-Marlins” nach dem Biss weit aus dem Wasser springen und anfangen auf ihrer Schwanzflosse zu tailen, ist echt großes Kino angesagt. Dazu kommt noch, dass Hornhechtangeln bei schönem Wetter was für die ganze Familie ist.

Mit Blech verführt

Sandaale, Sprotten und kleine Heringe gibt es in Nord- und Ostsee reichlich. Das Trio steht beim Hornhecht ganz oben auf der Speisekarte. Daher bringen schlanke Meerforellenblinker in Silber, Gold, Grün und Blau auch in Kombi bei klarem Wasser eindeutig die besten Fangerfolge. Ein Farbtupfer Rot oder Orange am Ende auf dem Eisen ist bei angetrübtem Wasser top. Voraussetzung mit Blinkern zu punkten, ist allerdings, dass sie möglichst schnell geführt werden, denn Hornhechte stehen auf Speed. Einen Horni beim Biss gut zu haken, ist bei seinem langen dünnen und festen Maul nicht immer einfach. Sind die Fische so richtig im Jagdrausch, reicht ein Drilling oder Einzelhaken am Sprengring direkt hinter dem Blinker. Sind die Hornhechte aber vorsichtiger und attackieren den Blinker nur kurz, ohne dass Drilling oder Einzelhaken sitzen, hilft ein einfacher Trick zum Erfolg. Ein um die fünf Zentimeter langes transparentes 0,25-0,30 Millimeter Stück Mono oder Flurocarbonschnur zwischen Haken und Blinker montieren und fast jeder Fisch sitzt nach der Attacke. Bei den vielen kleinen spitzen Zähnen im Hornhechtmaul sollte das Schnurstück öfters auf Beschädigung geprüft werden. Eine andere Variante um zu tricksen, ist statt Haken oder Drilling Seidenfäden(Hornhechtseide/Silkekrogen im Fachhandel) direkt am Sprengring hinter dem Blinker zu knüpfen. Die Hornhechte verhaken sich in der Seide mit ihren Zähnen. Nachteil: Beißt eine Meerforelle oder ein Dorsch, hat man das Nachsehen.

Vorgebleite schlanke Posen und Wasserkugeln sind fürs Ansitzangeln gut.


Für Kids ist das Fangen von Hornhechten ein tolles Angelabenteuer.


Neben Heringsfetzen sind Seeringelwürmer top.


Kalmararme halten sehr gut am Haken und machen Hornhechte heiß.


Sbiro geht immer

Die „Wunderwaffe” Sbirolino ist zum Hornhechtangeln top und vielfältig einsetzbar. An dem um die drei Meter langen transparenten 0,25 Millimeter Mono- oder Flurocarbonvorfach hinter dem Sbiro kann man mit unterschiedlichen Ködern auf das Schnabeltier geangelt werden. Wie beim Fliegenfischen sind Streamer in Garnelenoder Fischdesign sehr ergiebig, aber auch natürliche Köder und sogar schlanke Gummis ohne viel Spiel bringen Bisse und Fisch. Wer auf Streamer oder Gummi setzt, ist mit sinkenden oder langsam sinkenden transparenten Sbirolinos um die 20 Gramm gut dran. Die bringen mitvollem Tempo oder halber Kraft durch das Wasser gedreht Fisch. Beim Angeln mit natürlichen Ködern hinter dem Sbiro sind langsam sinkende und schwimmende transparente Modelle die richtige Wahl, um mit halber Kraft oder gar im „Schneckentempo” gedreht, optischen Reiz und Geruch am besten wirken zu lassen. Da man nie so recht weiß, auf was die Hornhechte aktuell am meisten abfahren, sind langsam sinkende Sbiros prima, um den besten Tagesköder hinterm „Helferchen” herauszupicken. Wegen des langen Vorfachs beim Fischen mit Sbirolino sollte der Stock auch mindestens drei, besser noch 3,60 Meter lang sein. Gut geeignet sind Spinn- oder Matchruten mit sensibler Spitzenaktion und etwas kräftigere Feederruten. Im Fachhandel findet man natürlich auch speziell für das Sbiroangeln konstruierte Stöcke. Als Drehmaschine reichen stationäre 2500-4000er Modelle, gefüllt mit dünner 0,10-0,12 Millimeter Geflochtener Schnur oder 0,25 Millimeter Mono.

Da werden Jäger neidisch: Toni apportiert sogar Hornhechte!


Natürlich abgeräumt

Im Klappstuhl am Strand oder auf der Mole relaxen und auf Hornhecht angeln geht auch. Zumindest bis zum Biss, denn dann ist Action angesagt! Richtig gut läuft das mit einer einfachen Posen- oder Wasserkugelmontage. Um den Köder an dem 0,5-1,0 Meter langen 0,30 Millimeter transparenten Monovorfach weit auswerfen zu können, sind schlanke vorgebleite Makrelenposen oder Wasserkugeln der Größe 3-4 top. Eine weitere Variante, um mit natürlichen Ködern abzuräumen, ist das Angeln mit Grundblei. Dann muss aber eine große auftreibende Perle oder ein Stück Kork für den nötigen Auftrieb des Köders an dem um die zwei Meter langen Vorfach sorgen. Die Palette an natürlichen Ködern zum Horniangeln ist groß. Klassisch werden oft Herings- oder Makrelenfetzen verwendet. Mit etwas dünnem dehnbaren Textilgummifaden (Bait Elastic) lassen sich die Fischfetzen sehr gut um den Hakenschenkel für mehr Halt fixieren. Hornhechte haben aber auch Seeringelwürmer zum Fressen gern. An einigen Tagen sind „Kneifer” am Haken unschlagbar. Als weitere Köder sind Kalmar und Speck zum Angeln fängig. Beide haben den Vorteil, dass sie super am Haken halten und nur schwer stibitzt werden können. Je nach Köderwahl sollten langschenklige stabile Haken der Größen 2–4 zum Einsatz kommen.

NEBENBEI BEMERKT

Hornhechte sind auch Top-Köder. Vor allem in Norwegen ist mit Hornhecht am Haken einiges drin. Dazu filetiert man den Horni und schneidet die Filets in etwa zehn Zentimeter lange Streifen. Bei größeren Einzelhaken sind zwei Streifen top, um Seehecht und Co. auf die Schuppen zu rücken. Für Leng und Lumb bringt ein großer Drilling garniert mit fünf Streifen oder mehr grundnah leicht gejigt prima Fangerfolge.

Hornhechstreifen sind auch sehr gute Naturköder im Nordland.