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Technik&Taktik STEINBEISSER: DER Überraschungsköder


Kutter & Küste - epaper ⋅ Ausgabe 71/2018 vom 11.05.2018

Mit Fischleber auf Steinbeißer? Viel zu weich, die fäl lt sofort ab, geht nicht. Genauso habe ich auch gedacht, als mir jemand den Tipp gab, es mit Leber zu versuchen. Doch das Gegenteil ist der Fall.


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Quacki beim konzentrierten Steinbeißerangeln am Skjerstadfjord im vergangenen Mai.


Inchiku-Köder mit Köhlerleber.


FOTOS: R. KORN

Mit meinem Freund Quacki, der korrekt eigentlich Michael Quack heißt, verbindet mich eine nun schon 25-jährige Angelfreundschaft. Und immer wieder lernt der eine vom anderen, bringt man sich gegenseitig weiter und hat einfach eine Menge Spaß dabei, zusammen zu angeln (und zu kochen). ...

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... Im vergangenen Jahr fischten wir zusammen eine Woche am Skjerstadfjord – vor allem auf Heilbutt, Seelachs und Steinbeißer. Unsere Favoriten für Steinbeißer sind ohne Frage die Inchiku-Köder (siehe Inchiku-Lesertest, K&K 70, S. 44), in der Regel bestückt mit Kalmarstreifen, Fischfetzen und Reker (Nordmeergarnelen). „Hast du schon mal mit Fischleber gefischt?“, wollte Quacki von mir auf unserem Trip wissen. Ich entgegnete: „Viel zu weich, die fällt sofort ab…“, naja, den Rest kennen Sie ja bereits. „Überhaupt nicht!“, triumphierte Quacki, „das geht voll gut und fängt wie Hulle!“ Er hatte das 2016 während eines Angeltrips auf die kleine Nordmeer-Insel Vandve ausprobiert und war vom Ergebnis begeistert gewesen. Ich war immer noch skeptisch. Ich wusste, wie schnell zum Beispiel eine Dorschleber zerfällt, wenn man sie nicht ganz behutsam herauslöst. Und so was wollte Quacki an den Haken hängen? Bei Strömung? Bei den furchteinflößenden Steinbeißer-Hauern? Hmmmm…

Ran an die Leber

Wir hatten einen tollen Tag Seelachsangelei hinter uns. Nach dem Ausnehmen der Fische hatten wir einen kleinen Eimer voller Fischleber. Mit der sollte es nun am nächsten Tag auf Steinbeißer gehen. Ich war weiterhin skeptisch. Es konnte ja auch immerhin sein, dass Quacki mich hier gewaltig auf den Arm nehmen wollte und einen Lachanfall bekam, wenn ich versuchte, die Leber anzuködern. Aber am Platz angekommen, war er der erste, der sofort köderte. Er meinte es tatsächlich ernst. Ich nahm meinen Inchiku und zog Leberstücke auf die Einzelhaken. Das funktionierte schon mal erstaunlich gut. „Du musst das nun einmal ins Meer tunken, dann wird die Leber fester“, gab mir Quacki Instruktionen. Ich tunkte also. Tatsächlich: Das Salzwasser ließ die Leber härter und zäher werden. Nun begannen wir zu angeln. Es herrschte eine gute Strömung, das Boot driftete entsprechend. Ob das die Leber abkonnte? Sie konnte. Als ich nach zehn Minuten mal testweise nach oben kurbelte, hing alles so am Haken wie zu Beginn. Der Laie staunte, der Fachmann wunderte sich. Also wieder ab nach unten. Nach einer halben Stunde und einem Platzwechsel bog sich meine Rute stramm nach unten. Ein typischer Stoni-Biss. Nach einem kräftigen Anhieb lag reichlich Widerstand im Stock. Ein paar Minuten später tauchte ein 8-Kilo-Steinbeißer vor dem Boot auf. Feiner Fisch! Einer der beiden Inchiku-Haken saß satt hinterm Kiefer. Quacki beförderte den urigen Gesellen mit einer beherzten Gaffattacke an Bord. Ein Teil der Leber hing jetzt sogar immer noch am Haken. Mission gelungen, konnte ich nur sagen und freute mich bereits auf die köstliche Veredelung des leckeren Fisches in unserer Küche.

Der Mix macht’s

Auch wenn Leber solo am Haken funktioniert, bevorzuge ich doch Kombi-Köder. Vor allem dem Tintenfisch, also Kalmar, kommt dabei eine wichtige Bedeutung zu. Denn dieser hält selbst wüstesten Attacken stand und ist immer noch ein Ass im Ärmel, wenn Strom und Fischattacken unseren Naturköder drangsalieren. Und doch hat mich Fischleber als Köder total überzeugt. Durch ihren hohen Ölgehalt gibt sie beim Angeln kontinuierlich Geruchsstoffe frei und bildet quasi eine kleine Futterspur – Rubby Dubby, wie es international genannt wird. Das führt die Steinbeißer schön auf die Fährte – genau zu unserem Köder. Diesen Mai werde ich wieder mit Quacki am Skjerstadfjord zusammen angeln – ich bin schon gespannt, was er dieses Mal an Ideen mitbringt. Das Leberding hat jedenfalls top geklappt – und der Köder ist in der Regel immer frisch verfügbar, wenn Sie Seelachs, Pollack, Dorsch oder andere Fische fangen. Eine Leber haben sie alle.

Ein feister Steinbeißer vom vergangenen Mai, den Rainer Korn da präsentiert.


Es ist angerichtet (von links): Fischleber, Fischfetzen aus dem Bauchlappen (besonders robust) und Reker – prima Kombiköder. Kalmar war leider aus.