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TECHNIK: WILDKRAUT REGULIEREN OHNE CHEMIE


TASPO GARTEN-DESIGN - epaper ⋅ Ausgabe 3/2018 vom 13.04.2018
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Bildquelle: TASPO GARTEN-DESIGN, Ausgabe 3/2018

Das Unkraut vor und nach der Heißwasserbehandlung.


Fotos (2): Heatweed Technologies

Mit dem Frühjahr beginnt das Unkraut zu sprießen. Höchste Zeit, sich mit dem Thema Unkrautregulierung zu beschäftigen. Nach dem Verbot der chemischen Bekämpfung auf befestigten Flächen und Nichtkulturland ist die Nachfrage nach alternativen Verfahren zur Unkrautbekämpfung stetig gestiegen. Viele Kommunen, Unternehmen und Dienstleister suchen nach dem für sie geeigneten System zur Wildkrautbekämpfung. Wir fragten Anbieter unterschiedlicher Systeme nach aktuellen Entwicklungen.

Grundsätzlich sind heute bereits praxistaugliche ...

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... Lösungen für viele Einsatzbereiche verfügbar. Die Herausforderung bei der mechanischen Wildkrautbekämpfung besteht darin, noch schonendere Verfahren zu entwickeln, um Pflaster- und Belagsflächen nicht zu beeinträchtigen. Bei den thermischen Verfahren ist die Verbesserung der Energieeffizienz sowie die Nachhaltigkeit die größte Schwierigkeit. Darüber hinaus gilt es, die Geräte ergonomisch zu optimieren, um sie an die spezifischen Kundenanforderungen und die unterschiedlichen Einsatzgebiete anzupassen.

Nachhaltigkeit und Effizienz der Methoden und Geräte nennt auch dieElmo GmbH als schwierigste Aufgabe. Das Unternehmen ist nicht nur Hersteller von Geräten für das Heißwasser-/ Heißschaumverfahren, sondern seit 18 Jahren auch als Dienstleister im chemiefreien Unkrautmanagement tätig. Allerdings kritisiert Elmo, dass durch teilweise falschen Einsatz der Systeme oder Methoden die Nachhaltigkeit verringert werde. „Chemiefreies Unkrautmanagement erfordert gegenwärtig Fingerspitzengefühl und die Sorgfalt und Fachkenntnis des Anwenders. Das gilt auch oder insbesondere für Fahrlösungen“, betont Elmo.

Die Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit der thermischen Geräte weiter zu steigern, ist auch erklärtes Ziel derMantis ULV-Sprühgeräte GmbH . Ihre Modelle BioMant Aqua WS-I und WS-II sind bereits heute mit einem LPG betriebenem Brenner und akkubetriebener Pumpe verfügbar, dadurch leiser und verursachen deutlich geringere Schadstoffemissionen als dieselbetriebene Geräte.

Um Wasser und Energie zu sparen und trotzdem schnell und effektiv zu arbeiten, setztHeatweed Technologies GmbH bei der Heißwasser-Anwendung auf seine patentierte Sensor-Technologie, die in den Modellen Sensor I und Sensor II mit Knicklenkung zum Einsatz kommt. Dabei tasten die an der Maschine installierten Sensoren den Boden ab und geben nur dort einen Wasserstrahl ab, wo auch tatsächlich ein Wildkraut steht. Der Sensor gibt einen Impuls an einen Elektroschalter weiter, dieser öffnet ein Ventil, welches sich nach dem Aufspritzen des heißen Wassers sofort wieder schließt.

Kombination empfohlen

Welchem Verfahren oder welchem Gerät man bei der Unkrautbekämpfung den Vorzug gibt, wird im Wesentlichen von den örtlichen Gegebenheiten, den Einsatzgebieten und dem eventuell vorhandenen Maschinenpark bestimmt.

Die Vorliebe für mechanische oder thermische Wildkrautbekämpfung ist nach Ansicht derKersten Arealmaschinen GmbH von Region zu Region unterschiedlich und hängt davon ab, welche Verfahren offizielle Stellen wie beispielsweise Landwirtschaftskammern befürworten. Beide Varianten funktionierten gut – eine Kombination ist ideal. Bei einer mechanischen Anwendung sei der Reinigungseffekt sofort sichtbar. Bei nassthermischen Verfahren sei zu berücksichtigen, dass in Dürreperioden mit Wasser gehaushaltet werden müsse. Deshalb setzt Kersten auf trockenthermische Anwendungen mithilfe Infrarot/Thermik, die mit Gas ganzjährig betrieben werden können. Der Einsatz von Infrarot/Thermik sei effektiver, weil die Pflanze nur indirekt erwärmt werde, was ein rasches Nachwachsen verhindere.

Der Thermhit bekämpft das Unkraut mittels Infrarotstrahlungswärme, die mit heißer Luft kombiniert wird.


Fotos (2): Kersten

Die Wildkrautbürste Weedo mit einem 5,5 PS Honda-Motor wurde für kleine Bearbeitungsbereiche entwickelt.


Mantis erwartet bei den Heißwasser-Verfahren auch künftig eine positive Entwicklung, da sie im Vergleich zu anderen chemiefreien Methoden effektiver, kostengünstiger und zeitsparender und zudem mit weniger Nachteilen behaftet seien. So sind sie laut Herstellerangaben auf allen Flächen einsetzbar und wirken auch gegen Moos und Algen. Heißwasser-Sprühgeräte hinterlassen bei sachgemäßem Gebrauch keine Schäden an der Bausubstanz oder an Personen und Gegenständen in der Umgebung, und sie verursachen insbesondere auch keine Brände. Wie Mantis weiter ausführt, gibt es bei den Geräte-Herstellern bereits heute verschiedene technische Ansatzpunkte, um den hohen Wasser- und Energieverbrauch sowie die Schadstoffemissionen zu reduzieren, was auch diese Kritikpunkte relativieren kann. Inzwischen sei schon eine breite Palette an Geräten von kleinen Modellen für den Einsatz in Privatgärten bis hin zu großen An-/Aufbau-Systemen für den Einsatz mit Fahrzeugen auf Straßen und großen Industrieflächen verfügbar.

Der Bio-Mant-Aqua WS-Compact mit Zusatztank und Notstromaggregat für den autarken Einsatz.


Foto: Mantis

Wie Mantis hervorhebt, können sich Heißwasser und mechanische Methoden oft sinnvoll ergänzen. Zwar sei die mechanische Unkrautbekämpfung auf vielen Nichtkulturland-Flächen schlecht einsetzbar, da die Stahlbürsten bearbeitete Flächen beschädigten und durch fliegende Steinchen beispielsweise Schäden an Autos, Schaufenstern oder Personen verursachen könnten. Dennoch mache das Wegfegen der mit Heißwasser abgetöteten Unkräuter mit weniger aggressiven Bürsten bei vorher starker Verunkrautung Sinn, da die toten Unkräuter nicht nur ein unschöner Anblick sind, sondern nach dem Verrotten auch Nährboden für neue Unkräuter bilden.

Als nachhaltig, aber zu langsam beurteilt Elmo die nassthermischen Verfahren. Hier sei noch Potenzial für konstruktive Verbesserungen oder für Optimierung der Methode. Nachhaltig, effizient und sogar reinigend ist aus Sicht des Unternehmens dagegen der Einsatz von ökologischem Schaum. Hier stellt das Unternehmen insbesondere die Eignung für problematische Untergründe wie Kieselbeete und wassergebundene Wege heraus, die nach seiner Erfahrung nur mit der Auflage eines Isolators erfolgreich bearbeitet werden können.

QUAL DER WAHL

Wie auch vonseiten der Hersteller zu hören ist, ist es nach wie vor ein Problem, die Kosten der Wildkrautbeseitigung mit verschiedenen Methoden und Geräten realitätsnah zu berechnen, da sehr viele Faktoren zu berücksichtigen sind. Sofern nicht genau die gleiche Ausgangssituation und gleiche externe Faktoren vorliegen, sind die Vergleiche sehr fehlerbehaftet. Für die Anwender ist die Entscheidung für ein bestimmtes Gerät anhand der verfügbaren Informationen und mangelnder Vergleichbarkeit daher nicht einfach zu treffen.

Um hier Abhilfe zu schaffen, wird am Julius Kühn-Institut daran gearbeitet, ein Verfahren zu entwickeln, um Geräte zur thermischen Wildkrautbekämpfung nach einheitlichen Standards zu testen. Das ermöglicht objektive Vergleiche zwischen den verschiedenen Geräten und unterstützt die Anwender bei der Kaufentscheidung. Die Hersteller werden wiederum auf Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam gemacht. Wann mit Ergebnissen gerechnet werden kann, ist aber derzeit noch nicht abschätzbar.

Flächenleistung und Wirkung

Die mechanischen Geräte arbeiten am effektivsten bei trockenem Wetter und wenn die Unkräuter noch eine Restfeuchte haben, die Infrarotgeräte bei einer Außentemperatur zwischen 10 und 30 Grad Celsius, wobei sich starker Wind ungünstig auswirkt.

Die Heißwasser-Geräte arbeiten umso besser, je wärmer es ist. Je kälter es ist, umso schneller kühlt das Wasser beim Austritt aus der Düse ab und umso schlechter ist die Wirkung auf das Unkraut, weshalb die Arbeitsgeschwindigkeit reduziert werden muss. „Im Grunde arbeiten Heißwasser-Geräte bei den Außentemperaturen am besten, bei denen auch das Unkraut am besten wächst“, ist die Erfahrung bei Mantis.

Normaler Regen, Feuchtigkeit, Wind und kühle Temperaturen behindern das Heißschaum-Verfahren nicht. Die Wirkung ist sofort sichtbar. Allerdings ist Heißschaum nicht bei Frost und Starkregen einsetzbar.

Die Flächenleistungen der einzelnen Verfahren und Geräte ist von verschiedenen Faktoren abhängig (beispielsweise von der Form der Fläche, der Stärke der Verunkrautung, der Verteilung der Unkräuter auf der Fläche, der Größe des Gerätes), so dass die Herstellerangaben nur als Richtwerte zu betrachten sind. So gibt Kersten für seine Infrarot-Geräte je nach Modell eine Flächenleistung von 1.000 bis 3.500 Quadratmeter pro Stunde (m²/h) an. Die Elmotherm-Geräte schaffen je nach Größe 100 bis 3.000 m²/h. Das kleinste Modell von Mantis soll 1.500 m²/h erreichen und das größte Modell 4.000 m²/h.

Mit der patentierten Sensor-Technologie wird das einzelne Unkraut erfasst und gezielt mit Heißwasser behandelt.


Der neu entwickelte Mid 3.0 von Heatweed überzeugt durch niedrige Emissionswerte und sein kompaktes Design.


Fotos (2): Heatweed

Abhängig von der Ausgangssituation und Wetterlage empfiehlt Mantis vier bis sechs Arbeitsgänge im ersten Jahr, die ab dem zweiten Jahr auf drei bis vier reduziert werden könnten. Elmo rechnet bei stark verunkrauteten Flächen mit vier Arbeitsgängen und in der regulären Pflege mit zwei bis drei pro Jahr. Kersten geht, um eine absolut saubere Fläche zu erzielen, von vier Arbeitsgängen im Frühjahr, einem im Sommer und zwei im Herbst aus, wobei er eine Kombination von mechanischem und thermischem Verfahren (Infrarot) empfiehlt. Es ist allerdings ratsam, vor einer Kaufentscheidung die Herstellerangaben vor Ort unter den eigenen Gegebenheiten zu überprüfen.

IM VERGLEICH

Wie Arnd Verschwele vom Julius Kühn-Institut ausführt, gibt es nur wenige Fälle, in denen die Wirkung unterschiedlicher thermischer Verfahren vergleichend untersucht wurde. Basierend auf den ihm vorliegenden Ergebnissen stellt er folgende Rangfolge auf bezüglich Wirkungsgrad und anhaltende Wirkung: Heißschaum & gt; Heißwasser/Heißdampf & gt; Infrarot/ Heißluft/Abflammen.

Quelle: Arnd Verschwele (Hrsg.), Erfolgreiches Unkrautmanagement auf Wegen und Plätzen, Erling Verlag 2017

Größenordnungen

Für die Unkrautregulierung stehen Geräte in unterschiedlichen Größen, Breiten und Fassungsvermögen zur Verfügung. So hat Kersten verschiedene Infrarotgeräte im Programm: vom handgeführten Modell mit 15 Zentimetern Arbeitsbreite bis zu den Anbaugeräten von 60 bis 125 Zentimetern.

Die Heatweed Technologies GmbH, die im Februar 2017 von Heatweed Skandinavien und Max Holder gegründet wurde, hat damit das Geschäft und Portfolio von Wave Weed Control übernommen. Im Dezember 2017 folgte die Übernahme des Weedkiller Maschinenportfolios der belgischen Firme Dibo. Für große Flächen eignet sich der Heatweed XL mit einer Arbeitsbreite von 140 Zentimetern und einem Fassungsvermögen von 800 Litern. Für niedrigen Wasser- und Energieverbrauch empfiehlt sich der Sensor 2.0 mit 160 Zentimeter Arbeitsbreite. Er bringt heißes Wasser nur dort aus, wo auch Unkraut steht. Ganz neu entwickelt wurde der Heatweed MiD 3.0. Er überzeugt durch mehr Leistung, kleinere Abmessungen (1.000 x 800 x 126 mm), weniger Gewicht, niedrigem Geräuschpegel und weniger Emissionen. Der Wassertank fasst 500 Liter, optional 1.000 Liter. Durch die Aktive Temperatur Regelung (ATR) gewährleistet der MiD 3.0 eine sehr genaue Wassertemperatur.

Bild rechts: Das System des Elmotherm Vario im geschlossenen Anhänger ist autark, kann aber auch an die Hauswasser- und Stromversorgung angeschlossen werden.


Foto: Elmo

Mantis bietet für seine kleinen Modelle einen kompakten Anhänger an, mit dem Wegemindestbreiten ab 85 Zentimeter erreicht werden. Das kleinste Modell im Programm ist der BioMant Aqua WS-Mini. Er ist klein, wendig und wiegt nur 98 Kilogramm. Darüber hinaus stehen mit dem BioMant WS-I und dem WS-II Anund Aufbausysteme (mit 500 und 1.000 Liter Wassertank) für größere Flächen zur Verfügung.

Die Anhängerbreite bei Elmo beträgt 150 Zentimeter, aber mithilfe des 90 Meter langen Ausbringschlauchs sind auch enge und schlecht zugängliche Areale gut zu bearbeiten. Für großflächige Einsätze gibt es kaum Grenzen nach oben. So bietet Elmo im Sondersystemservice an, vorhandene (Winter-)Fahrzeuge mit einem Umrüstsatz zu versehen, sodass diese innerhalb kurzer Zeit für das Unkrautmanagement eingesetzt werden können. So wurde als kleinstes Volumen ein 900 Liter-Wassertank verbaut, als größtes Volumen auf Kundenwunsch eine Lösung mit 14.500 Litern Wasserreserve konstruiert.

HERSTELLER

www.elmotherm.eu
www.heatweed.com
www.kersten-maschinen.de
www.mantis-ulv.com