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Techrezession: Big Tech baut Personal ab


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Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 49/2022 vom 02.12.2022
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Bildquelle: Computerwoche, Ausgabe 49/2022

Wer wissen will, ob und in welchem Ausmaß Techunternehmen angesichts der unsicheren Wirtschaftslage Personal abbauen, kann sich auf Seiten wie einen Überblick verschaffen. Dieser Tracker zeichnet ein düsteres Bild. Layoffs spricht im Jahr 2022 von bisher 137.000 abgebauten Tech-Arbeitsplätzen in 849 Technologieunternehmen. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen.

Viele Unternehmen haben sich angesichts der Wirtschaftskrise und der sinkenden Erlöse im oft wichtigen Werbegeschäft einen „Hiring Freeze“ verordnet. Manche nutzen auch die Situation, um die Under-Performer in ihren Belegschaften loszuwerden und später dann neue Talente einzustellen. Über die kommenden Wochen dürfte sich dieser Trend verstärken. Folgende Unternehmen haben Einstellungsstopps oder Entlassungen angekündigt:

Amazon entlässt rund 10.000 seiner weltweit 1,5 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dabei sollen auch ...

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... Positionen bei Amazon Web Services zur Disposition stehen, wie die „New York Times“ unter Berufung auf einen Insider berichtete. Die Mitarbeiterzahl sei schon zwischen dem ersten und zweiten Quartal 2022 um 99.000 gesunken, schrieb „Geekwire“ mit Bezug auf Amazons eigenen Erklärungen zu den Geschäftszahlen des 2. Quartals 2022.

Erst Anfang November 2022 hatte der Onlinehändler seine Angestellten in einer Mitteilung über einen Einstellungsstopp für alle Unternehmenspositionen informiert: „Wir sehen uns mit einem ungewöhnlich schwierigen makroökonomischen Umfeld konfrontiert und wollen unserer Personal- und Investitionsentscheidungen mit Rücksicht darauf ausrichten“, schrieb Beth Galetti, Senior Vice President of People Experience and Technology, bei Amazon.

Apple-Chef Tim Cook kann mit der jüngsten Geschäftsentwicklung zufrieden sein, hat aber dennoch angekündigt, bei Neueinstellungen auf die Bremse zu treten. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 164.000 Vollzeitangestellte. Wie der Nachrichtendienst „Bloomberg“ berichtete, hat Apple seine Personalplanung für das kommende Jahr bereits angepasst. Einige Unternehmensbereiche sollen keine zusätzlichen Mitarbeitenden einstellen, außerdem sollen manche freiwerdenden Positionen nicht neu besetzt werden. Offizielles lässt der Konzern dazu allerdings nicht verlauten.

Cisco will im Rahmen einer Restrukturierung 4.100 von insgesamt 83.300 Mitarbeitenden den Laufpass geben (fünf Prozent). Einem Bericht von „Fierce Telecom“ zufolge soll auch der Bestand an Bürogebäuden und Immobilien reduziert werden, da die Auslastung im Zuge des Hybrid-Work-Trends nicht mehr zu 100 Prozent gegeben sei. Im laufenden Quartal will Cisco dem Bericht zufolge 600 Millionen Dollar ausgeben, um die anstehenden Umbaumaßnahmen zu vollenden. Ein Unternehmenssprecher sagte allerdings, dass Cisco auch Personal einstellen werde und zum Ende des Quartals vielleicht sogar genauso viele Beschäftigte auf der Payroll haben werde wie bisher. Es gehe um die Besetzung neuer Rollen im Rahmen einer umfassenden Reorganisation. Cisco wolle seine Ressourcen hinter den strategisch wichtigen Themen Enterprise Networking, Plattformen, Security und Cloud bündeln. „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“, so der Sprecher, die Betroffenen erhielten großzügige Abfindungspakete und würden bei der Arbeitsplatzsuche unterstützt.

Coinbase: Rund 1.100 Mitarbeitende – 18 Prozent der Belegschaft – hat die Kryptowährungsbörse Coinbase schon im Sommer entlassen. Vor wenigen Tagen wurden noch einmal 60 weitere Beschäftigte freigestellt. Als Gründe nannte CEO und Mitgründer Brian Armstrong die Rezession und den andauernden „Kryptowinter“, in dem die Anleger immer weniger in Bitcoin & Co. investierten. Coinbase lebt vom Handel mit Kryptowährungen und verdient an den Transaktionen. Die betroffenen Mitarbeitenden wurden kurzfristig von allen Systemen abgeklemmt und entlassen, was Unruhe im Unternehmen auslöste. Da sie Zugriff auf vertrauliche Kundendaten gehabt hätten, sei es nicht anders möglich gewesen, so Armstrong. Angesichts der skandalumwitterten Pleite der Kryptobörse FTX stellen sich Beobachter grundsätzlich die Frage, was aus Coinbase wird. Befürchtet wird eine lange Phase der Krise, in der Anleger ihre Gelder von den Kryptobörsen abziehen könnten.

Docusign: Nur eine Woche, nachdem der E-Signatur-Marktführer Docusign seinen neuen CEO Allan Thygesen eingesetzt hatte, gab das Unternehmen bekannt, neun Prozent der Arbeitsplätze abzubauen. Man hoffe so, die eigenen Wachstums- und Profitabilitätsziele besser zu erreichen, lautete die Begründung. Zu Jahresbeginn zählte Docusign noch 7.651 Beschäftigte, es müssen also rund 670 Angestellte gehen. Der US-Börsenaufsicht SEC zufolge muss Docusign dafür zwischen 30 und 40 Millionen Dollar aufwenden.

F5: Der Spezialist für Anwendungssicherheit und -Delivery, F5, hat seine 6.900 Mitarbeitende um 100 Personen verkleinert. Auch hier wird das makroökonomische Umfeld als Grund für „interne Veränderungen“ angegeben. Im Juli hatte F5 allerdings um vier Prozent gestiegene Quartalseinnahmen von 674 Millionen Dollar gemeldet – bei einem Gewinn von 2,57 Dollar je Aktie.

HP Inc., die Nummer zwei im PC-Markt, will 4.000 bis 6.000 Beschäftigte loswerden – maximal zehn Prozent der 61.000 Mitarbeitenden umfassenden Belegschaft. Nach einem Umsatzeinbruch um 11,2 Prozent im vierten Fiskalquartal 2022 (Ende: 31. Oktober) teilte das Unternehmen am 22. November mit, man erwarte eine anhaltende Geschäftsflaute bis weit in das neue Jahr hinein. Vor allem das Consumer-Business macht HP zu schaffen.

Meta, der Mutterkonzern von Facebook, Instagram und WhatsApp, trennt sich von 11.000 Beschäftigten (13 Prozent der Belegschaft) und stellt vorerst kein neues Personal mehr ein. Betroffen sind alle Unternehmensbereiche und Regionen weltweit – die einen mehr, die anderen weniger. Verwaltungsbereiche und einige Business-Teams sollen stärker betroffen sein als die technischen Abteilungen. Laut einem aktuellen BBC-Bericht soll Meta in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 sogar bereits 15.000 Jobs gestrichen haben.

Das Unternehmen, das vor nicht allzu langer Zeit noch einen Börsenwert von über einer Billion Dollar aufwies, leidet unter der starken Konkurrenz durch TikTok und der weltweiten Wirtschaftskrise, die zu sinkenden Werbeeinnahmen geführt hat. Der Profit im abgelaufenen Quartal brach um 50 Prozent ein. Der Wert der Aktie ging im Jahresverlauf um 70 Prozent zurück.

Google steht unter Druck: Großinvestor Christopher Hohn, Gründer und Betreiber des Hedge Fund TCI, hat Sundar Pichai, CEO von Alphabet und Google, in einem Schreiben aufgefordert, die Kosten zu senken. Google beschäftige zu viele überbezahlte Menschen, die Personalkosten seien – gemessen an der gegenwärtigen Performance des Unternehmens – viel zu hoch. TCI hält Aktien im Wert von rund sechs Milliarden Dollar.

Alphabet beschäftigt derzeit rund 187.000 Mitarbeitende, doppelt so viele wie 2017. Hohn kritisierte das „exzessive“ Personalwachstum von jährlich 20 Prozent. Man habe sich mit ehemaligen Managern von Alphabet unterhalten und wisse daher, dass die Geschäfte wesentlich effektiver mit weniger engagierten Beschäftigten betrieben werden könnten. Zudem gehöre Alphabet zu den Unternehmen im Silicon Valley, die die höchsten Gehälter bezahlten. 2021 habe ein typischer Mitarbeiter laut US-Börsenaufsicht im Durchschnitt 295.884 Dollar pro Jahr verdient. Das liege um 67 Prozent über dem mittleren Einkommen eines Microsoft-Angestellten und sogar um 153 Prozent über dem Durchschnittseinkommen der 20 größten US-Technologieunternehmen. Angesichts der Kritik fürchten nun viele Google-Angestellte, dass eine größere Entlassungswelle bevorstehen könnte.

Intel steht angesichts der anhaltenden Schwäche im PC-Markt offenbar kurz vor Entlassungen. Zurzeit ist noch nicht bekannt, wie stark der Aderlass ausfallen wird. Der zu Intel gehörende israelische Entwickler von KI-Chips Habana Labs, der zuletzt stark gewachsen war, hat bereits angekündigt, rund zehn Prozent der mehr als 900 Beschäftigten zu feuern.

Malwarebytes: Auch vor der Cybersecurity-Branche macht die Krise nicht Halt: Marcin Kleczynski, CEO und Gründer von Malwarebytes kündigte im August 2022 eine „strategische Reorganisation“ an, in deren Rahmen 125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (14 Prozent der Belegschaft) über alle Abteilungen hinweg gehen mussten. Malwarebytes sei in einer stabilen finanziellen Situation, hieß es, die Entscheidung sei nicht aufgrund von kurzfristigem Druck, sondern im Sinne einer langfristigen strategischen Planung gefallen. Man wolle künftig vor allem kleine und mittlere Betriebe adressieren und dazu verstärkt mit Partnern zusammenarbeiten.

Microsoft: Ungefähr ein Prozent der rund 180.000 Mitarbeitenden bei Microsoft soll gehen. Die Auswahl der Betroffenen erfolgt über alle Niederlassungen und Produktdivisionen hinweg. „Wie alle Unternehmen evaluieren wir regelmäßig unsere Geschäftsprioritäten und nehmen vorsichtige strategische Anpassungen vor“, teilte das weltgrößte Softwarehaus der Nachrichtenagentur Bloomberg mit. Mitte Oktober mussten bereits 1.000 Beschäftigte ihren Hut nehmen. Microsoft zollt insbesondere der zuletzt schwachen Entwicklung im PC-Markt Tribut. Für das letzte Jahresviertel 2023 warnte CEO Satya Nadella vor einem verlangsamten Wachstum. Der Umsatz werde mit 52 bis 53 Milliarden unter den Schätzungen der Finanzanalysten an der Wallstreet (56 Milliarden Dollar) liegen.

Nutanix: Bereits im August kündigte Nutanix an 270 Beschäftigte (vier Prozent) zu entlassen, um profitables Wachstum sicherzustellen. Drei Monate zuvor hatte das Unternehmen aus dem kalifornischen San José vor Störungen in den weltweiten Lieferketten gewarnt. Die Geschäftszahlen gaben im Sommer allerdings keinen Grund für die Maßnahmen: Das Unternehmen hatte im Mai ein 17-Prozent-Wachstum für sein drittes Fiskalquartal ausgewiesen, aufgrund der Supply-Chain-Verzögerungen aber vor aufkommenden Problemen gewarnt.

Nvidia: Von einem „Hiring Freeze“ will Nvidia-Boss Jensen Huang zwar nichts wissen, wohl aber von einer „Einstellungspause“. Man wolle das Tempo drosseln und sich die Zeit nehmen, die Tausenden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in den vergangenen Monaten eingestellt worden seien, vernünftig einzuarbeiten, hieß es in einer internen Mail. Nvidia hatte im November für sein drittes Fiskalquartal einen Umsatzeinbruch gegenüber dem Vorjahr von 17 Prozent auf 5,93 Milliarden Dollar gemeldet. Ursache war ein starker Rückgang im Geschäft mit Grafikkarten für die Gamingindustrie. Analysten und Investoren beobachten das Unternehmen genauer als andere, weil es Chips und Software nicht nur an die PC-Hersteller und Cloud-Anbieter, sondern auch an Autohersteller und andere Branchen liefert. Nvidia-Zahlen gelten damit als Indikatoren für den Zustand wichtiger Wirtschaftszweige.

Oracle: Wie „Reuters“ berichtete, hat Oracle schon Anfang August 2022 mit Stellenstreichungen in den USA begonnen. Im Juli hatte „The Information“ geschrieben, Oracle erwäge die Streichung von Tausenden von Stellen in Europa und den USA. Das weltweit zweitgrößte Softwarehaus wolle insgesamt Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Dollar erzielen. Die Maßnahme habe nichts mit der wirtschaftlichen Entwicklung zu tun, die weiter erfreulich verlaufe. Sie sei vielmehr Folge der Übernahme des auf das Gesundheitswesen spezialisierten Unternehmens Cerner, die Oracle rund 28 Milliarden Dollar kostete und die Belegschaft um 28.000 Personen erweiterte. Im August wurden die ersten Kündigungen in San Francisco ausgesprochen, auch in Kanada, Indien und Teilen von Europa wurde der Arbeitsplatzabbau vorangetrieben. Der jüngsten Meldung von Mitte Oktober zufolge mussten 201 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Headquarter in Redwood Shores gehen, darunter auch Data Scientists, Entwickler und Marketing-Professionals.

Salesforce: 950 von insgesamt 73.000 Jobs streicht Salesforce. Die Geschäfte des erfolgsverwöhnten SaaS-CRM-Pioniers laufen in der Krise nicht mehr so rund wie noch vor einigen Monaten. Deshalb muss Salesforce sparen, wie das Unternehmen am 9. November ausführte. Dabei ließen sich die schnellsten Effekte mit Entlassungen erzielen. Im Oktober war der Hedgefonds Starboard Value mit einem „erheblichen Investment“ bei Salesforce eingestiegen und hatte gleich einmal auf höhere Profitmargen gedrängt. Ende August musste der Anbieter dann seine Prognose für das laufende Fiskaljahr 2023 senken. Statt dem bisher erwarteten Umsatz von 31,8 Milliarden Dollar rechnet der Cloud-Spezialist nun mit Einnahmen von knapp 31 Milliarden Dollar. Das Management machte auch den starken Dollar verantwortlich, er mache Geschäfte außerhalb der Vereinigten Staaten schwieriger.

SAP: Einem Bericht der „Rhein-Neckar-Zeitung“ vom 12. Juli 2022 zufolge hat SAP einen Einstellungsstopp verhängt. Mit den Sparmaßnahmen reagiere man auf die wirtschaftlichen Herausforderungen, hieß es. In Reihen der Belegschaft bedauere man den Sparkurs. Die Zeitung zitiert den Vorsitzenden der Arbeitnehmervertretung Eberhard Schick: „Ich kann das in gewisser Weise nachvollziehen.“ Offenbar wolle es die Konzernführung unbedingt vermeiden, ihre Renditeziele zu verfehlen. Die Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2022 deuten allerdings darauf hin, dass die Walldorfer gut im Plan liegen: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 7,84 Milliarden Euro, was vor allem dem mittlerweile stabilisierten Cloud-Business zu verdanken ist. Die Cloud-Erlöse wuchsen um 38 Prozent auf ein Volumen von 3,3 Milliarden Dollar. Da aber das Betriebsergebnis währungsbereinigt um acht Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar schrumpfte und auch der freie Cashflow zurückging, dürfte SAP – trotz positiver Prognosen für 2023 – erst einmal eine vorsichtige Personalpolitik betreiben.

Servicenow: Von Entlassungen oder Einstellungsstopp ist beim führenden Anbieter von Digital-Workflow-Tools keine Rede, aber CEO Bill McDermott hatte die Märkte bereits im Juli in einem Interview mit „CNBC“ verunsichert und die Aktie auf Talfahrt geschickt. Der CEO sagte: „Wir haben eine Inflation auf einem Rekordniveau seit 41 Jahren. Der Dollar ist auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren. Die Zinsen steigen. Die Menschen sorgen sich um ihre Sicherheit. In Europa haben wir einen Krieg. Da ist die Stimmung nicht gerade großartig.“ Vor allem in Europa werde inzwischen vorsichtiger in IT investiert und man müsse den Kunden genau erklären können, welchen Return on Investment (RoI) sie von ihren Investitionen zu erwarten hätten.

Stripe: Um 14 Prozent oder 1.100 Beschäftigte hat der Online-Payment-Dienst Stripe seine Personaldecke gekürzt. CEO Patrick Collison schrieb den Mitarbeitenden in einem Memo, dass Inflation, höhere Zinsen, der Energieschock und eine spürbare Zurückhaltung von Investoren diesen Schritt nötig machten. 2021 war Stripe das wertvollste Startup in den USA mit einer Bewertung von 95 Milliarden Dollar.

Twilio: Zwischen 800 und 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen Twilio verlassen, einen Spezialisten für Cloud-Kommunikationsservices. Damit werden elf Prozent der rund 7.800 Angestellte umfassenden Belegschaft ihre Plätze räumen. CEO Jeff Lawson schrieb im September im Firmenblog, die Entlassungen seien „richtig und notwendig“ nach einem sehr stürmischen Wachstum während der Pandemie und aufgrund von Zukäufen. Betroffen seien neben der Verwaltung auch der Vertrieb und der Forschungs- und Entwicklungsbereich.

Twitter: Mit der Übernahme von Twitter hat der neue Eigentümer Elon Musk gleich einmal die Hälfte der 7.500 Mitarbeitenden vor die Tür gesetzt. Wie Betroffene erklärten, wurden durch die Stellenstreichungen ganze Teams entkernt, darunter die für Sicherheit und Trust, Politik, Kommunikation, das Kuratieren von Tweets, ethische KI, Datenwissenschaft, Forschung, maschinelles Lernen, soziales Engagement, Barrierefreiheit und bestimmte technische Kernbereiche. Viele Vorstände und leitende Angestellten verließen das Unternehmen daraufhin freiwillig, oft unter Protest.

Der neue Chef rechtfertigte die Maßnahme in einem Tweet: „Was den Stellenabbau bei Twitter angeht, gibt es leider keine andere Wahl, wenn das Unternehmen über vier Millionen Dollar pro Tag verliert.“ Der Kommentar wurde inzwischen gelöscht. Twitter soll auch die Zusammenarbeit mit mindestens 4.000 Freiberuflern und Vertragspartnern aufgekündigt haben. Die Betroffenen wurden offenbar nicht benachrichtigt, Twitter habe einfach den Zugang zu E-Mail und den internen Kommunikationssystemen gesperrt, hieß es.