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Test: Adam Audio T8V: Sound zum Anfassen


Audio Test - epaper ⋅ Ausgabe 5/2020 vom 10.07.2020

Mit den Adam Audio T8V wollen die Berliner eine Aktivbox herausgebracht haben, die Profis wie Amateure gleichermaßen begeistern soll – zumal sie preislich wirklich attraktiv ist. Ob das Versprechen eingelöst wird, testen wir.


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Bildquelle: Audio Test, Ausgabe 5/2020

Wer schon einmal versucht hat, Musik und Ton abzumischen, wird schnell merken: Mit typischen PC-Lautsprechern oder gar HiFi-Boxen wird das nichts. Hierfür braucht es aktive Nahfeldmonitore. Stark vereinfacht gesagt, sind diese Lautsprecherboxen für das „Davorsitzen“ ausgelegt – im Gegensatz zu HiFi-Lautsprechern, die ihre Qualitäten erst ab einer gewissen Entfernung entfalten. Doch ...

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... nicht nur angehende Musikproduzenten oder Film-Sound-Designer wissen solche Lautsprecher zu schätzen. Auch wer viel Musik am PC hört, Games zockt oder Filme ansieht, wird früher oder später von den kleinen Plastiktröten aus dem Elektronikdiscounter genug haben. In diesen Fällen wandert der Blick unweigerlich zu den Nahfeldmonitoren. Jedoch tummeln sich hier viele Kandidaten für unterschiedliche Ansprüche. Adam Audio hat wohl deshalb im April 2020 seine T-Serie um den T8V erweitert. Der Acht-Zöller soll für Profis genauso attraktiv sein, wie für Leute, die hochwertigen Sound am PC lieben oder sogar als Ersatz für eine HiFi-Anlage fungieren. Ist er also eine Art eierlegende Wollmilchsau? Wir schauen und hören uns ihn genau an.Adam Audio setzt bei den Anschlüssen einzig auf analoge Zugänge – einmal Cinch und einmal XLR (symmetrisch).

Auf der Rückseite finden wir die Schalter für die Regelung der hohen und tiefen Frequenzen, um die Boxen an ihren Standort anzupassen


Analog und gut

Mehr braucht es auch nicht, denn digitale Eingänge an einem Nahfeldmonitor mögen praktisch erscheinen, sind aber eher überflüssig. Die Digital-Analog-Wandlung sollte jeder lieber der Soundkarte/ Wandler, am besten extern, überlassen. So haben wir bereits an dieser Stelle die höchstmögliche Signalqualität und wir müssen uns nicht auf die DA-Wandler innerhalb des Lautsprechers verlassen. Die Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite sowie zwei Schalter, um die tiefen Frequenzen entweder um 2 dB abzuschwächen oder um 2 dB zu boosten. Für die hohen Frequenzen gibt es genau den gleichen Schalter. Damit stellen wir die Boxen auch an akustisch eher schwierigen Plätzen ohne Probleme auf. Wobei wir hier anmerken müssen, der Bassausgang ist auf der Rückseite. Es muss also genug Platz zur Wand eingehalten werden oder zumindest ein Absorber dort angebracht.
Weiterhin können wir auf der Rückseite die Lautstärke regeln. Da jeder Monitor separat betrieben wird, ist die Lautstärkeregelung bei den beiden Boxen quasi die Balance. Stellen wir den linken Monitor lauter wandert die akustische Mitte auch nach links. Deshalb ist es wichtig, dass die T8V gleichlaut sind, wenn sie als Stereopaar betrieben werden. Leider kennzeichnet Adam Audio nur die 0 dB-Lautstärke. Besser wäre hier ein feines Linienraster am Volume-Regler, sodass wir exakt die gleiche Lautstärke auf beiden Seiten einstellen können – sozusagen als Basis, die wir dann entsprechend des Hörplatzes ausbalancieren können. Doch das ist kein echter Wermutstropfen, denn mit gesundem Augen-bzw. Hörmaß geht es auch.

Super leise

Aktive Lautsprecher, ob nun Nahfeld oder HiFi, haben häufig ein Problem: das Grundrauschen. Hier haben wir selbst Premiumlautsprecher getestet, die wahre Rauschorgien feierten. Wobei das bei aktiven HiFi-Boxen, die in der Regel weiter weg vom Hörer stehen, kein allzu großes Problem ist. Bei Nahfeldmonitoren hingegen kann es sehr störend werden, denn oft stellt sich die Frage: Rauscht nun die Aufnahme oder sind es die Boxen? Oder das Grundrauschen nervt einfach bei anderen Arbeiten am PC, die ohne Beschallung erfolgen.
Doch keine Angst, Adam Audio hat es geschafft, die T8V so auszustatten, dass sie trotz hoher Verstärkerleistung (70 Watt Bass) im Leerlauf praktisch nicht zu hören sind. Im Abstand von circa 1,5 m hören sehr feine Ohren eventuell ein minimales Grundrauschen, aber wirklich nur, wenn sie sich darauf fokussieren und die Umgebung absolut still ist. Während der praktischen Arbeit ist tatsächlich nichts zu hören.

Klang zum Anfassen

Gut, die Sache mit dem Grundrauschen haben wir geklärt, deshalb ist es jetzt Zeit die wichtigste Frage zu klären: Wie klingen die mit 600 Euro Paarpreis wirklich günstigen 8-Zoller?
Um die Sache nicht unnötig spannend zu machen, verraten wir jetzt: Phänomenal. Das zeigt sich bereits in dem Moment, als wir den Browser starten. Bei der letzten Arbeit am PC hatte nämlich ein Redakteur einen Youtube-Stream mit Jazz laufen lassen, da es sich dabei recht gut schreiben lässt. Die Musik erschallte über die internen Boxen des Monitors. Das klang naturgegeben nicht berauschend aber wirklich okay. Nun aber kommen die Jazztöne über die Adam-Lautsprecher an unsere Ohren und diese zieht es fast zusammen. Wir hören so deutlich, wie stark die Musik für den Stream komprimiert wurde, dass wir einfach ausmachen müssen. Nein, das wollen wir nicht hören.
Und genau das sollen ja Monitorboxen leisten: Sie müssen absolut ehrlich klingen, damit wir jeden Schnitzer in der Aufnahme hören. Das schaffen die Adam Audio definitiv. Zumindest wenn es darum geht, den Kompressionsgrad eines Streams zu hören. Doch wie sieht es bei Musik aus, die nicht komprimiert wurde.
Wir gönnen uns ein paar HiRes-Klassikaufnahmen. Die bezaubern durch eine wunderbare Tiefe und Präsenz jeder einzelnen Instrumentengruppe. Wir spüren wie die Geigen plastisch hervortreten. Wir hören, wie die Bläser die Töne modellieren und wie ein toller Hall die Akustik des Konzertraums wiedergibt. Selbst die Zuhörer können wir deutlich ausmachen. Einige Huster haben es nämlich auf die Aufnahmen geschafft.

Der U-ART 1,9” Accelerated Ribbon Tweeter mit HPS-Waveguide leistet hervorragende Arbeit und trägt viel zum wahrhaft dreidimensionalen Klang der Lautsprecher bei.


Gerade bei der Detailzeichnung kommt den T8V sicher der U-ART 1,9” Accelerated Ribbon Tweeter mit HPS-Waveguide zugute – den können wir auch einfacher als Bändchenhochtöner bezeichnen. Dank ihm erreichen die Nahfeldmonitore eine höchstmögliche Wiedergabefrequenz von 25 kHz. Für die mittleren und tiefen Töne zeichnet sich der 8 Zoll große Töner aus Polypropylen verantwortlich. Dank der Bassreflex-Konstruktion erreicht die Box 33 Hz in den unteren Frequenzen. Das gibt ordentlich Druck im Bassbereich. Was wir gerade dann hören, wenn wir actionlastige Computerspiele darüber konsumieren. Die Explosionen krachen hier ordentlich und lassen uns zu keinem Zeitpunkt einen Subwoofer vermissen.
Beim Ansehen von Filmen fällt uns auf, wie gut sich jetzt die Schauspielerinnen und Schauspieler verstehen lassen.
Dieses typische Problem, dass bei vielen Stereoabmischungen von Filmen existiert, dass die Sprache zu leise und die Geräusche und Musik zu laut sind, mindern die T8V deutlich. Das kommt daher, dass wir jetzt die Stimmen als eigenständige Quellen ausmachen und nicht nur als ein Teil der akustischen Kulisse.
Zuguterletzt mischen wir auch noch Musik mit ihnen ab. Hier sind wir neben der neutralen Wiedergabe, die aber wirklich beherzt ist, besonders vor den brillanten Darstellung des Raumes begeistert. Wir platzieren unsere Musiksignale im Mix und hören wirklich punktgenau wo sie liegen. Das macht richtig Freude. Den Berlinern sind mit den T8V Lautsprecherboxen gelungen, die im Heimstudio genauso wie bei Profis sehr viel Anklang finden werden. Adam, lass uns deine Eva sein!

FAZIT

Die Adam T8V sind sicher keine eierlegende Wollmilchsau, allerdings kommen sie dem Ideal eines Lautsprechers schon sehr nahe. Sie klingen phänomenal plastisch, überzeugen durch Detailzeichnung und Neutralität. Außerdem bringen sie einen wirklich kraftvollen Bass mit, der Subwoofer-Gedanken fortbläst. Und nicht zuletzt überzeugen Sie uns dank ihres phänomenalen Preis-Leistungsverhältnisses.


Bilder: Auerbach Verlag

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