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TEST After-Sun-Produkte: Cool down!


ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 11/2010 vom 08.10.2010

Eine gute Pflege hilft der Haut, sich von den Strapazen eines Sonnenbades zu erholen. Doch viele After-Sun-Produkte setzen der Haut eher zu.


Artikelbild für den Artikel "TEST After-Sun-Produkte: Cool down!" aus der Ausgabe 11/2010 von ÖKO-TEST Jahrbuch. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

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Endlich Urlaub! Übermorgen geht’s ab in den Süden und wieder einmal sind die Koffer noch nicht gepackt. Und wie sieht es mit dem Kosmetiktäschchen aus? Die große Flasche Sonnencreme ist eine Selbstverständlichkeit. Doch was ist mit der Pflege danach?

Sollen wir das Urlaubsgepäck noch mit einer After-Sun-Lotion belasten oder will uns die Industrie hier nur das Geld aus der Tasche ziehen? Sonne bedeutet Stress für die Haut. Deshalb tut eine ...

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... Extraportion Pflege im Sommerurlaub besonders gut. Bei unserem Test haben wir uns auf Stoffe konzentriert, die der Haut nicht guttun. Dazu hat ÖKO-TEST 19 After-Sun-Präparate aus der Drogerie, Parfümerie, Apotheke und dem Naturwarenladen in die Labore geschickt und auf bedenkliche und umstrittene Substanzen testen lassen.

Das Testergebnis

■ Die gute Nachricht: Knapp die Hälfte der Produkte schneidet mit der Bestnote „sehr gut“ ab, ein Produkt ist „gut“. Allerdings findet sich auch gut ein Drittel mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ auf den hinteren Rängen, zwei Marken schaffen ein „ausreichend“.
■ Die „ungenügenden“ Marken weisen einen wahren Cocktail an bedenklichen und umstrittenen Inhaltsstoffen auf. So enthalten drei Marken als Duftstoffe polyzyklische Moschus-Verbindungen. Diese Verbindungen lassen sich in der Muttermilch nachweisen, sie können hormonähnliche Wirkungen haben und gelten als umweltgefährlich. In Gewässern kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Problemstoffen kommen. Auch Duftstoffe, die Allergien auslösen können, haben in Produkten für sonnenstrapazierte Haut nichts verloren, drei After-Sun-Lotionen kommen nicht ohne aus. Lediglich in zwei Marken wird komplett auf Duftstoffe verzichtet, das parfümfreieLadival Pflege und Regeneration Après Aktiv Fluid schließt sogar mit dem Gesamturteil „sehr gut“ ab, dieEucerin After Sun Lotion nur mit „ausreichend“.
■ DasAhava Mineral Suncare Aftersun Rehydrating Balm Body & Face enthält den aggressiven Bakterienkiller Triclosan. Diese halogenorganische Verbindung greift in die Enzymaktivität der Leber ein und steht im Verdacht, die Resistenzen von Bakterien, auch gegen Antibiotika, zu fördern.
■ In derAhava Mineral Sun care Aftersun Rehydrating Balm Body & Face stecken zudem zwei weitere halogenorganische Konservierungsmittel, auch dieAmbre Solaire Delial Après Pflegende Feuchtigkeitsmilch enthält einen halogenorganischen Konservierungsstoff. Viele halogenorganische Verbindungen lösen Allergien aus und sind damit umstritten.

■ Zehn Produkte enthalten Paraffine/ Erdölprodukte/Silikone, die meisten davon Silikone. Silikone geben ein gutes Hautgefühl und sorgen dafür, dass sich die Lotionen ganz leicht verteilen lassen. Bei Produkten, die auf möglicherweise strapazierter Haut verteilt werden sollen, ist das zwar ein technischer Vorteil. Zur Hautpflege tragen diese Stoffe aber nichts bei, im Unterschied zu natürlichen Ölen und Fetten, die sich gut ins Gleichgewicht der Haut integrieren.
■ DieLancôme Sôleil Reconfort After Sun Milk ist mit dem Selbstbräunerwirkstoff Dihydroxyacetone ausgestattet. Leider erfährt man von der selbstbräunenden Wirkung nur im Kleingedruckten: „Die leicht selbstbräunende Wirkung verlängert Ihre Urlaubsbräune“, heißt es. Dort werden auch Anwendungshinweise gegeben: „Rückstände an Haaransatz und Augenbrauen (…) entfernen. Die Hände gut waschen.“ Wer nur auf die Auslobung auf der Vorderseite achtet, macht eventuell unschöne Erfahrungen mit dem Produkt, weil Selbstbräuner bei falscher Anwendung Flecken verursachen können. Positiv zu bemerken: Das beauftragte Labor hat in dieser After-Sun-Milk keine Formaldehyd/-abspalter gefunden. Diese können sich aus dem Wirkstoff Dihydroxyacetone bilden, etwa wenn das Produkt zu lange oder zu warm gelagert wurde.

Anmerkungen: 1) Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Laut Anbieter handelt es sich bei dem getesteten Produkt um eine alte Version des Artikels. Derzeit befänden sich nur noch Restbestände im Handel. Das neue Produkt mit veränderter Rezeptur sei erkennbar an der Aufschrift: „mit Vitamin E, kühlt & erfrischt, 24 h Feuchtigkeit“. 3) Enthält den Selbstbräunerwirkstoff Dihydroxy acetone. 4) PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 5) Paraffine/Erdölprodukte/ Silikone. 6) PEG/PEG-Derivate. 7) Lyral, Hydroxycitronellal. 8) Lyral. 9) Cinnamal, Lyral, Cinnamylalkohol, Hydroxycitronellal. 10) Triclosan. 11) Andere halogenorganische Verbindungen als Triclosan. 12) Polyzyklische Moschus-Verbindungen. 13) Diethylphthalat.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur Abwertung um vier Noten führt: Triclosan. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) weitere halogenorganische Verbindungen (außer Triclosan), wenn nicht bereits Triclosan zur Abwertung geführt hat; b) PEG/PEG-Derivate; c) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschus-Verbindungen; d) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (Cinnamal, Isoeugenol, Eichenmoos, Baummoos). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als ein Prozent Paraffine/ paraffinähnliche Erdölprodukte und/oder apolare Silikonverbindungen; b) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (Lyral, Cinnamylalkohol, Hydroxycitronellal), falls nicht schon wegen deklarationspflichtiger Allergien auslösender Duftstoffe um zwei Noten abgewertet wurde; c) mehr als 10 mg/kg Diethyl phthalat. Unter Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) ein Umkarton, der kein Glas schützt; b) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Testmethoden: Halogenorganische Verbindungen (falls nicht deklariert): a) Wasserdampfdestillation, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. b) Reinigung der Proben mit Kieselgel, Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Diethylphthalat/Duftstoffe, die Allergien auslösen können/Moschus-Verbindungen: Extraktion mit TBME, GC/MS. Paraffine/Erdölprodukte/apolare Silikonverbindungen: Laut Deklaration und/oder HPLC/RI. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 7/2010. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

Unsere Empfehlungen

■ After-Sun-Lotionen sind kosmetische Pflegeprodukte und keine Arzneimittel gegen Sonnenbrand.
■ Wer es ganz ohne Parfüm oder Menthol mag, findet mit demLadival Pflege und Regeneration Après Aktiv Fluid ein „sehr gutes“ Produkt.
■ Zur Pflege nach dem Sonnen reicht auch eine gewöhnliche Körperlotion. Sie sollte leicht zu verteilen sein und nicht zu reichhaltig. Stark fetthaltige Körperlotionen und -cremes fühlen sich auf sonnenstrapazierter Haut unangenehm an.