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Test: AGP Ringsäge R13: Einschneidendes Erlebnis


Professional Tools - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 05.07.2019

Die Marke AGP überrascht uns schon wieder. In der letzten Ausgabe unseres Magazins MOTOR & MASCHINE hatten wir erstmals eine Maschine des Bochumer Deutschlandvertriebs im Test. Für diese Ausgabe haben wir die Ringsäge für tiefe Schnitte in Beton geordert.


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Bildquelle: Professional Tools, Ausgabe 2/2019

Mit einer Ringsäge lassen sich mit vergleichsweise kleinen Blattdurchmessern sehr große Schnitttiefen erzielen


Schon auf den ersten Blick unterscheidet sich die Ringsäge deutlich vom bekannten Steinschneider mit Diamant-Trennscheibe. Die Trennscheibe steht viel weiter aus dem Gerät heraus, was sofort die Frage nach dem möglichen Antriebssystem aufwirft. ...

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... Doch dazu später mehr. Kurz zur Idee, die zu diesem Konstrukt geführt hat. Die Steinsäge C14, die wir im letzten Heft getestet haben, konnte mit einer 350-mm-Trennscheibe eine maximale Schnitttiefe von 125 mm erreichen. Das ist schon recht ordentlich. Die hier vorgestellte Ringsäge R13 schafft mit einem Ringdurchmesser von nur 330 mm eine maximale Schnitttiefe von 220 mm.

Was ist anders?

Der Trick steckt im Antriebskonzept der Maschine. Bei „normalen“ Trennschleifern wird die Trennscheibe mittig aufgespannt. Damit bleiben rein theoretisch schon mal nur noch 50 % des Scheibendurchmessers als maximale Schnitttiefe übrig. In der Praxis reduzieren sich diese 50 % jedoch noch mal deutlich durch die Gehäuseabmessung des Getriebes. Bei der Ringsäge wird, wie der Name schon sagt, nur mit einem Schneidring gearbeitet. Der ist auf einer Seite mit Nuten versehen, in denen zwei Führungsrollen laufen, die den Ring in der Maschine fixieren. Zwei Andruckrollen auf der Rückseite des Rings sorgen für den erforderlichen Anpressdruck. Damit ist die Führung des Rings sicher. Der Antrieb und damit die Kraft übertragung erfolgt über ein Mitnehmerrad, das rundum mit einer V-Nut versehen ist. Über diese Nut wir der Antriebsflansch an die Innenseite des Schneidrings gepresst. Damit ist die Kraft übertragung gesichert. Das Ganze klingt relativ kompliziert, wenn man die Mechanik jedoch an der Maschine in Augenschein nimmt, ist das System leicht zu verstehen.

Ausstattung

Wenden wir uns kurz „dem Rest“ der Maschine zu. Für den Antrieb ist ein 230-VMotor mit 3200 Watt Aufnahmeleistung zuständig. An dessen hinterem Ende befindet sich ein großer Bügelgriff mit integriertem Gasschalter. Auf diesem Griffsitzt eine grüne Kontrollleuchte, die die mit ihrem Leuchten Stromversorgung signalisiert. Vorn an der Maschine, im Getriebebereich, sitzt ein großer gummibezogener Griffb ügel, mit dem die Maschine geführt wird. Die Maschine ist außerdem mit einer einseitigen Wasserführung ausgestattet. Die Schutzhaube ist oben mit einer Führungsrolle und unten mit einem Staubabweiser versehen.

Der Antriebsflansch „überlebt“ je nach Staubanfall zwei bis drei Schneidringe


Da die Maschine über eine Wasserführung verfügt, ist das Netzkabel mit einem stabilen Personenschutzadapter versehen, um den Nutzer vor einem möglichen Stromschlag zu schützen, wenn Wasser und Strom zusammentreffen sollten. Der Wasserzulauf ist mit einer stabilen Metallkupplung versehen, die auf handelsübliche Schlauchkupplungen passt. An dieser Kupplung gibt es auch einen Absperrhahn. Bedingt durch den indirekten Antrieb beträgt die Leerlaufdrehzahl des Schneidrings nur 2850 1/ min. Wie auch bei schon bei der C14 können die Kohlebürsten an der Maschine bei Bedarf schnell ausgetauscht werden.

Beim Sägen

Noch vor Arbeitsbeginn gibt‘s was zu meckern: das Netzkabel ist mit knapp zwei Metern einfach zu kurz. Vier Meter sollten hier Standard sein. Nachdem die Maschine mit Strom und Wasser versorgt ist, kann es losgehen. Schon beim Start ein erstes Aha-Erlebnis. Da der Schneidring deutlich weniger Masse hat als eine massive Scheibe und zudem noch langsamer dreht, sind die Kreiselkräfte deutlich geringer, was präzises Ansetzen der Maschine erleichtert. Natürlich ist, ebenfalls wegen der geringeren Drehzahl, die Schnittgeschwindigkeit ein wenig langsamer. Beim Auspacken der Maschine haben wir uns ein wenig über die fehlende Dämpfung am Zusatzgriff gewundert. Jetzt wissen wir, warum sie fehlt. Es gibt bei der Arbeit keine fühlbaren Vibrationen. Die Maschine arbeitet sich einfach gleichmäßig durch das Gestein. Bei unseren Testschnitten in armiertem Beton war das Durchtrennen der Armierung nicht spürbar. Lediglich ein paar Funken zwischen den Staubpartikeln zeugen davon, dass Metall durchtrennt wird. Bei der Arbeit erklärt sich auch die Notwendigkeit der Mittelplatte im Schneidring. Sie hat gleich zwei Aufgaben. Zum einen verteilt sie den auft reffenden Wasserstrahl auf die gesamte Schnittfläche und zum anderen sorgt sie für eine sichere Führung der Maschine im Stein. Ohne die Scheibe würde der Schneidring mit Sicherheit verkanten oder sogar brechen. Das Ganze ist also ein Sicherheitsmerkmal.

Hier erkennt man gut die beiden Führungsrollen, die in den Nuten des Schneidrings laufen und diesen damit in der Maschine zentrieren


Hier ist das Antriebsprinzip der Säge gut zu erkennen. Der innen liegende Antriebsflansch wird mit seiner V-Nut gegen den Schneidring gepresst und stellt so den Kraftschluss her


Kommen wir zum Austausch des Schneidrings. Als Werkzeug wird hierzu lediglich ein 13er-Schlüssel sowie ein Hackenschlüssel benötigt. Beides ist im Lieferumfang der Maschine enthalten. Der Wechsel selbst erfordert nur wenige Arbeitsschritte. Zuerst wird die Klappe über dem Antriebsrad zurückgeschoben. Als Nächstes wird die große Knebelschraube an der Rückseite der Blattabdeckung gelöst. Damit wird die Vorspannung zwischen Antriebsflansch und Schneidring eingestellt. Wenn der Schneidring frei läuft, wird mithilfe des Hakenschlüssels und des 13ers der Antriebsflansch abgebaut. Nun werden noch die beiden Knebelschrauben auf der Blattabdeckung gelöst, die das Blatt zwischen den Führungsrollen fixieren. Schon kann der Schneidring gewechselt werden. Beim anschließenden Zusammenbau braucht es für die Einstellung der Vorspannungen von Druck- und Antriebsrollen ein wenig Fingerspitzengefühl. Wenn man das Ganze jedoch ein paar Mal gemacht hat, gelingt die Einstellung problemlos. Zum Schluss noch ein Kritikpunkt. Die Kunststoffb ox, in der die Maschine geliefert wird, ist leider deutlich weniger hochwertig als ihr Inhalt. Wir bezweifeln, dass diese „Kiste“ den Baustellenalltag längerfristig übersteht. Das ist jedoch kein Grund, einen eventuellen Kauf der Maschine infrage zu stellen.

Wenn Wasser und Strom zusammen verwendet werden, ist der Personenschutzadapter im Zuleitungskabel Pflicht


In staubiger Umgebung unterliegen die Maschinen zwangsläufig einem hohen Verschleiß. Deshalb lassen sich bei der R13 Verschleißteile wie die Kohlebürsten leicht vor Ort auswechseln


Fazit

Wer regelmäßig Stein oder Beton mit großen Stärken schneiden muss, sollte auf jeden Fall einmal über die Anschaffung einer Ringsäge wie der R13 von AGP nach denken. Der gefühlte Zeitverlust durch die ca. 20 % geringere Drehzahl lässt sich bei der Gesamtarbeitsdauer, z.B. zum Erstellen eines Türdurchbruchs, nicht mehr nachvollziehen, denn mit dem „normalen“ Trennschleifer sind selbst bei einer 17,5er-Wandstärke mindestens zwei Schnitte, jeweils einer von jeder Wandseite erforderlich. Mit der Ringsäge genügt ein Schnitt.