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TEST: AKRO-ASS: Pittsbull von D-Power


FMT Flugmodell und Technik - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 30.01.2020

Vor Kurzem nahm D-Power die EPP-Modelle des tschechischen Herstellers Hacker Model in sein Vertriebs-Sortiment auf. Die neue Pittsbull scheint mit ihren großen Querrudern und dem Pendelhöhenruder genau die Richtige zu sein, um in der aktuellen Indoorsaison durchzustarten. Die Auslegung als Doppeldecker verspricht eine hohe Wendigkeit auf engstem Raum.


Artikelbild für den Artikel "TEST: AKRO-ASS: Pittsbull von D-Power" aus der Ausgabe 2/2020 von FMT Flugmodell und Technik. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: FMT Flugmodell und Technik, Ausgabe 2/2020

Das Flugvideo zum Test finden Sie unter: www.fmt-rc.de

Angeboten wird das Modell sowohl als Baukasten als auch in einem preislich attraktiven Set mit Antrieb und Servos, welches uns für den Test zur Verfügung stand. Gefertigt ist das Flugzeug aus EPP, ...

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... zahlreiche Verstärkungen aus CFK sorgen für die nötige Steifigkeit. Wie man es von Hacker Model kennt, ist das Modell sehr detailliert mehrfarbig bedruckt und alle Teile sind sauber gefertigt. Die beiliegende Anleitung ist auch detailliert ausgeführt und beschreibt alle auszuführenden Arbeitsschritte.

Der Zusammenbau beginnt mit dem Rumpf, der auf dem Rücken liegend entsteht. Der interessanteste Part ist dabei die Lagerung des Pendelhöhenruders: Das ist überaus clever gelöst, das Ruder sitzt auf einem durchgängigen CFK-Rohr, das im Rumpf in ABS-Elementen gelagert wird. Die Einleitung der Kräfte ins Ruderblatt geschieht auf dieselbe Art und Weise, so dass sich insgesamt eine stabile und spielfreie Konstruktion ergibt. Der Lagerpunkt ist so gewählt, dass der Drehpunkt leicht vor der Mitte des Ruders liegt. Damit besteht keine Flatter-Gefahr, das Servo wird aber dennoch entlastet. Auch wenn es sich hier „nur“ um einen Shockflyer handelt, so ist eine durchdachte Konstruktion an dieser Stelle dennoch wichtig, sonst würde kein sauber geradeaus fliegendes Modell herauskommen.

CFK im EPP

Zur Aussteifung des Rumpfs sind Verstärkungen aus CFK-Stäben vorgesehen, deren Positionierung einen durchdachten Eindruck macht. Die Ansteuerung von Höhen- und Seitenruder geschieht direkt und spielfrei über CFK-Stäbe, die in ABS-Teilen entlang des Rumpfs gelagert werden. Die Verbindung zum Servo-beziehungsweise Ruderhorn erfolgt über Klemmhülsen, so dass die Neutralstellung sauber eingestellt werden kann.

Das Modell wird auf dem Rücken liegend aufgebaut. Für die Montage der Flächen muss der Rumpf sauber und im richtigen Winkel ausgerichtet und fixiert werden.


Den Pendelhöheruder-Hebel habe ich nicht genau im 90°-Winkel verklebt, sondern ihn etwa 5° nach vorne geneigt – so bekommt man noch mehr Tiefen-Ausschlag.


Entscheidet man sich für das Set, so passen die beiliegenden Servos perfekt in die Aussparungen im Rumpf und müssen nur mit einem kleinen Tropfen Kleber gesichert werden. Für den Aufbau des Modells habe ich UHU Por und Sekundenkleber verwendet, die Unempfindlichkeit von EPP gegen Letzteren ist neben der Stabilität einer der großen Vorteile des Materials.

Riesige Querruder

Ist der Rumpf fertiggestellt, so kann man sich den Tragflächen zuwenden. Um die gewaltig großen Querruder – die deutlich mehr als den halben Flächeninhalt einnehmen – ausreichend verwindungssteif zu machen, sind diese auf der Unterseite mit CFK-Stäben abgestrebt. Die Flügel sind wie das gesamte Modell aus 5-mm-EPP gefertigt. Diese Dicke stellt einen guten Kompromiss zwischen Stabilität und guten Flugeigenschaften dar, denn diese werden mit zunehmender Materialdicke nicht unbedingt besser. Die Montage der Flächen am Rumpf ist etwas schwieriger als bei einem normalen Shockflyer, hierbei muss man sauber arbeiten und den Rumpf genau senkrecht ausrichten. Sind die beiden Flügel mit dem Rumpf und den Streben verbunden, so sorgen auch hier Abstrebungen aus CFK-Profilen dafür, dass eine verwindungssteife Konstruktion entsteht.

Die riesigen Querruder werden von zwei Servos angesteuert, die im unteren Flügel sitzen. Die oberen Querruder werden über Schubstangen an der Endleiste mitgenommen. Das zweite Servo bringt nicht nur Vorteile für die Stellkraft, es lässt sich über einen Mischer am Sender auch Snapflap nutzen, um Überschläge noch enger fliegen zu können. Hierfür muss ein Empfänger mit fünf Kanälen zum Einsatz kommen. Natürlich könnte man auch beide Servos über ein V-Kabel über einen Kanal betreiben, wenn man dies möchte.

Unter 190 Gramm

Abschließend erfolgt der Einbau des Antriebs: Der Motor wird an vier Laschen auf dem beiliegenden GFK-Spant verschraubt. Der Spant selbst wird mit CFK-Stäben zusätzlich an der Nase des Modells verankert, so dass er sich bei einem Crash nicht so schnell losreißen kann. Mit einem 2s-Akku mit 350 bis 500 mAh lässt sich der Schwerpunkt leicht erreichen. Ich habe den Akku einfach durch einen leicht untermaßigen Schlitz im Rumpf geschoben, so klemmt er ausreichend fest und eine zusätzliche Fixierung ist nicht notwendig.

Das angegebene Gewicht von 190 g lässt sich mit den Komponenten aus dem Set locker erreichen und je nach Akku auch leicht unterbieten. Für einen Doppeldecker, der sich auch outdoor gut fliegen lässt, ist dieses Gewicht meiner Meinung nach völlig in Ordnung. Wer den Aufwand betreiben will, der kann durch das Kürzen der Kabel und das direkte Anlöten am Empfänger sicher noch 5 bis 7 g einsparen. Da die Pittsbull für mich aber eher ein unkompliziertes Alltags-Funmodell ist, habe ich darauf verzichtet.

Um die großen Querruder ausreichend auszusteifen, sind diese auf der Unterseite mit CFK-Stäben abgestrebt.


Höhen- und Seitenruder werden über CFK-Schubstangen angesteuert. Diese laufen entlang des Rumpfs in Führungen aus ABS.


Die Querruder sind über zwei Servos angesteuert – diese sitzen nebeneinander in der unteren Tragfläche.


Superenge Manöver

Im Flug nutze ich auf allen Rudern stets die vollen Ausschläge, auf dem Höhenruder sind dies schon fast 90°. Um die Reaktionen des Modells nicht zu hektisch werden zu lassen, habe ich auf Höhen- und Querruder jeweils 20% Expo eingestellt.

Die Pittsbull eignet sich natürlich nicht nur für die Halle, sondern kann bei leichtem Wind auch draußen geflogen werden. Der Antrieb aus dem Set ist sehr kraftvoll und zieht den Doppeldecker flott nach oben. Die Reaktion der Ruder ist enorm, insbesondere auf Querund Höhenruder. Bei vollem Ausschlag wird nicht nur eine ansehnliche Rollrate erzielt, man sieht auch deutlich, wie das Modell dabei abgebremst wird. Auch ohne Snapflap lassen sich dank des Pendelhöhenruders extrem enge Überschläge fliegen, das Modell dreht dabei fast schon um die eigene Achse. Viel spektakulärer sieht es aber aus, wenn man den Doppeldecker aus dem Sturzflug erst in knapp 1 m Höhe abfängt, so dass das Seitenruder schon fast den Boden berührt. Mit etwas Übung erwischt man hier recht gut den richtigen Punkt, um das Höheruder durchzuziehen. Solche engen Überschläge gelingen natürlich positiv wie negativ, durch die Staffelung der Tragflächen verhält ich der Doppeldecker bei positiven Überschlägen aber deutlich stabiler und hat kaum Tendenzen zum seitlichen ausbrechen. Gerade bei solchen Figuren spürt man jedoch, dass der Regler eine minimale Verzögerung beim Beschleunigen aufweist, insbesondere dann, wenn der Gasknüppel ganz unten ist. Es handelt sich dabei gefühlt um eine halbe Sekunde, in manchen Situationen macht sich dies deutlich bemerkbar. Nach dem zweiten Akku hatte ich mich ganz gut an dieses Verhalten gewöhnt, so dass ich keinen Grund sah, einen anderen Regler zu verbauen. Positiv überrascht haben mich die Servos, diese sind schnell und stellgenau, so dass sich das Modell präzise fliegen lässt.

Der Motor wird auf einem GFK-Spant verschraubt, der mit CFKStäben zusätzlich im Material verankert ist.


Pendelruder-Repertoire

Für ein neutrales Flugverhalten war ein Mischer von 20% Querruder auf Seitenruder notwendig, ohne diesen will die Pittsbull im Messerflug leicht zurückdrehen. Einmal sauber eingestellt, zeigt sich das Modell von seiner besten Seite. Dank des langen Rumpfes fliegt der Doppeldecker ziemlich präzise, ist aber dennoch extrem wendig. Einen kleinen Nachteil bringt das Pendelhöhenruder dennoch mit sich: Die Spurtreue auf dem Höhenruder ist okay, aber dennoch nicht ganz so gut wie bei einem klassischen, gedämpften Leitwerk. Dafür gewinnt man mit dieser Konfiguration einiges an Ruderwirkung und somit Wendigkeit. Dank des Pendelruders lassen sich beispielsweise extreme Trudelfiguren fliegen und auch der Sackflug gelingt wie mit kaum einem anderen Modell, hier geht es buchstäblich wie im Fahrstuhl nach unten.

Der 2s-450-mAh-LiPo wird bei mir durch einen leicht untermaßigen Schlitz im Rumpf geschoben und klemmt dort ausreichend fest.


Der Empfänger ist seitlich am Rumpf befestigt. Durch ein Kürzen der Kabel könnte man hier sicherlich noch das ein oder andere Gramm sparen.


Rollen kommen – egal ob schnell oder langsam – sehr sauber und müssen nur wenig ausgesteuert werden. Bei Mehrpunktrollen rastet das Modell dank der schnellen Servos sauber ein. Im Messerflug wird nur wenig Seitenruder benötigt, um das Modell auf Kurs zu halten. Dank der brachialen Wirkung des Höhenruders lassen sich sogar extrem enge und schnelle Messerflug-Spins fliegen.

In der Halle

Die Pittsbull fühlt ich natürlich in der Halle gleichermaßen wohl, hier lässt sich das Modell bereits auf engem Raum und bei geringer Deckenhöhe sehr gut fliegen. Das Gewicht spürt man dabei kaum, auch Indoor-Neulinge sollten somit gut mit der Maschine klar kommen.

In einer normalen Turnhalle lassen sich alle Figuren ohne Einschränkung fliegen und sogar Messerflug-Loopings sind kein Problem. Eckt man doch mal an, so erweist sich die EPP-Konstruktion als sehr robust; es zeigten sich keine Schwachstellen, die verstärkt werden müssten. Je nach Flugstil liegt die Flugzeit mit 450 mAh immer im Bereich von sieben bis acht Minuten, insgesamt ist der Antrieb also sehr gut auf das Modell abgestimmt. Natürlich lässt sich das Modell durch ein Reduzieren der Ausschläge auch erst mal zähmen, falls man sich langsam daran gewöhnen möchte.

Mein Fazit

Egal ob in- oder outdoor, die Pittsbull macht überall Spaß und ist so genau der richtige Begleiter für die kalte Jahreszeit, aber auch für die hoffentlich wieder kommenden, lauen Sommerabende. Gerade das Pendelhöhenruder macht einen großen Teil des Funfaktors dieses quirligen EPP-Doppeldeckers aus und sorgt für eine große Bandbreite an spektakulären Flugmanövern.