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TEST Allergiemittel: Zum Heulen


ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 1/2012 vom 09.01.2012

Allergiemittel sollen die unangenehmen Symptome auch für Kleinkinder erträglicher machen. Wir haben Nasensprays, Augentropfen und Mittel zum Einnehmen untersucht. Viele Präparate können wir empfehlen, aber es gibt auch richtige Problemkandidaten.


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Foto: lisalucia/Fotolia.com

Gut wirkende Allergiemittel lindern zwar Symptome wie laufende Nasen oder entzündete Augen. Doch manche Wirkstoffe können müde machen oder zu Schlafstörungen führen. ÖKO-TEST hat insgesamt 74 Allergiemittel untersucht, darunter elf Nasensprays, 24 Augentropfen und 34 Mittel zum Einnehmen. Wir haben die Wirkstoffe pharmakologisch ...

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Gut wirkende Allergiemittel lindern zwar Symptome wie laufende Nasen oder entzündete Augen. Doch manche Wirkstoffe können müde machen oder zu Schlafstörungen führen. ÖKO-TEST hat insgesamt 74 Allergiemittel untersucht, darunter elf Nasensprays, 24 Augentropfen und 34 Mittel zum Einnehmen. Wir haben die Wirkstoffe pharmakologisch begutachten lassen und untersucht, ob die Mittel problematische bzw. umstrittene Hilfsstoffe enthalten.

Die Testergebnisse

■ Erfreulich sind die Ergebnisse bei den Mitteln zum Einnehmen. Hier gab es besonders viele „gute“ und „sehr gute“ Noten. Nicht ganz so rosig sieht es bei den Augentropfen und den Nasensprays aus: Hier fällt ein Teil der Mittel mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch.
■ Mittel, die die Stoffe Dexchlorpheniramin, Dimetinden oder Clemastin enthalten, werten wir unter dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung ab. Diese Stoffe gehören zu den Antihistaminika der ersten Generation. Sie können müde machen und die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Mit „sehr gut“ beurteilen wir bei der Pharmakologischen Begutachtung dagegen Mittel, die Antihistaminika der zweiten Generation enthalten. So gelten etwa die Stoffe Cetirizin und Loratadin als sehr gut verträglich.

Anmerkungen: 1) Weitere Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 2) Bei saisonal bedingten allergischen Beschwerden fur Kinder ab vier Jahren, bei nicht saisonal (ganzjahrig) bedingten Beschwerden ab zwolf Jahren geeignet. 3) Geeignet fur Kinder ab zwei Jahren, die ein Korpergewicht von uber 30 kg haben. 4) Geeignet fur Kinder ab sechs Jahren, die ein Korpergewicht von uber 30 kg haben. 5) PEG/PEG-Derivate. 6) Natriumedetat. 7) Benzalkoniumchlorid. 8) Propyl- 4-hydroxybenzoat. 9) Benzoesaure. 10) Dimetinden. 11) Clemastin. 12) Dexchlorpheniramin.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alpha- betischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung fuhrt zur Abwertung um zwei Noten: ein mude machendes Antihistaminikum (Dimetinden, Dexchlorpheniramin, Clemastin). Unter dem Testergebnis Hilfsstoffe fuhrt zur Abwertung um vier Noten: Benzalkoniumchlorid in Nasensprays.

Zur Abwertung um jeweils zwei Noten fuhren: a) Benzalkoniumchlorid in Augentropfen; b) PEG/PEG-Derivate in Augentropfen und Nasensprays. Zur Abwertung um jeweils eine Note fuhren: a) Natriumedetat in Augentropfen; b) Natriumedetat in Nasensprays, wenn nicht bereits wegen Benzalkoniumchlorid um vier Noten abgewertet wurde; c) Benzoesaure in Mitteln zum Einnehmen, wenn diese fur Kinder unter zwei Jahren geeignet sind; c) Propyl-4-hydroxybenzoat in Mitteln zum Einnehmen. Unter dem Testergebnis Weitere Mangel fuhrt zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung und dem Testergebnis Hilfsstoffe. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. Ein Testergebnis Weitere Mangel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Hilfsstoffe um eine Note.

Bereits veröffentlicht: OKO-TEST-Magazin 2/2011. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mangeln geandert oder OKO-TEST neue/zusatzliche Untersuchungen durchgefuhrt hat.

■ Die in den Augentropfen und Nasensprays verwendeten Wirkstoffe können wir grundsätzlich empfehlen. Leider haben es aber die Hilfsstoffe teils ganz schön in sich. Und das müssen wir abwerten. Da ist zum einen Benzalkoniumchlorid, ein Konservierungsmittel, das auch im Reinigungsmittel Sagrotan enthalten ist. Er reizt nicht nur die Schleimhäute, sondern kann selbst Allergien auslösen! Der indirekt konservierend wirkende Stoff Natriumedetat kann möglicherweise die Zellmembran durchlässiger für Fremdstoffe machen. Leider kommt kein Nasenspray im Test ohne eine dieser konservierend wirkenden Substanzen aus.
■ Benzoesäure, wie sie in den Fenistil Tropfen (zum Einnehmen) eingesetzt wird, sollte in Mitteln für kleine Kinder nicht enthalten sein. Weil bei Kindern bis zu zwei Jahren die Verstoffwechselung noch nicht vollständig funktioniert, kann sich Benzoesäure theoretisch anreichern und Gehirnschäden verursachen. Zwar ist dies bei den üblicherweise verwendeten geringen Mengen nicht zu erwarten, besser wäre es aber, ein unbedenkliches Konservierungsmittel zu verwenden.

ÖKO-TEST rät

■ Um akute Symptome zu lindern, sind die rezeptfreien Mittel aus der Apotheke zwar hilfreich. Trotzdem sollte man eine mögliche Allergie immer mit dem Arzt besprechen. Denn eine unbehandelte Allergie kann sich verschlimmern: Die Zahl der Stoffe, auf die man allergisch reagiert, kann zunehmen. Ein Heuschnupfen kann sich auch zum Asthma weiterentwickeln.
■ Cetirizin und Loratadin sind bei den Mitteln zum Einnehmen die Wirkstoffe der Wahl. Sie sind besser verträglich als die viel häufiger müde machenden Antihistaminika der ersten Generation.
■ Bei Augentropfen am besten zu Tropfen in Einzeldosisbehältnissen greifen, die keine Konservierungsstoffe enthalten. Diese sind in der Regel nur wenig teurer als herkömmliche Produkte.