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TEST: Allergiemittel: Zum Heulen


ÖKO-TEST Kompakt Fit & Gesund - epaper ⋅ Ausgabe 2/2012 vom 10.02.2012

Allergiemittel sollen die unangenehmen Symptome für die Betroffenen erträglicher machen. Wir haben Nasensprays, Augentropfen und Mittel zum Einnehmen untersucht. Viele Präparate können wir empfehlen, aber es gibt auch richtige Problemkandidaten.


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Bildquelle: ÖKO-TEST Kompakt Fit & Gesund, Ausgabe 2/2012

Seit der Gesundheitsreform 2004 müssen Allergiker die meisten Medikamente aus eigener Tasche bezahlen. Da kann ganz schön was zusammen kommen – deshalb ist es ratsam, alle Rechnungen zu sammeln, um die Ausgaben bei der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend machen zu können. Wir wollten wissen, wie die Mittel abschneiden, ...

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Seit der Gesundheitsreform 2004 müssen Allergiker die meisten Medikamente aus eigener Tasche bezahlen. Da kann ganz schön was zusammen kommen – deshalb ist es ratsam, alle Rechnungen zu sammeln, um die Ausgaben bei der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend machen zu können. Wir wollten wissen, wie die Mittel abschneiden, die man rezeptfrei in der Apotheke bekommt. ÖKO-TEST hat insgesamt 74 Allergiemittel unter-sucht, darunter Nasensprays, Augentropfen und Mittel zum Einnehmen. Wir haben die Wirkstoffe pharmakologisch begutachten lassen und untersucht, ob die Mittel problematische beziehungsweise umstrittene Inhaltsstoffe enthalten.

Das Testergebnis

■ Bei den Mitteln zum Einnehmen gibt es besonders viele „gute“ und „sehr gute“ Noten. Nicht ganz so rosig sieht es bei den Augentropfen und den Nasensprays aus: Hier fällt ein Teil der Präparate mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch.
■ Mittel, die die Stoffe Dexchlorpheniramin, Dimetinden oder Clemastin enthalten, werten wir unter dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung ab. Diese Stoffe gehören zu den Antihistaminika der ersten Generation. Sie können müde machen und die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Mit „sehr gut“ beurteilen wir bei der Pharmakologischen Begutachtung dagegen Mittel, die Antihistaminika der zweiten Generation enthalten. So gelten etwa die Stoffe Cetirizin und Loratadin als sehr gut verträglich.
■ Die in den Augentropfen und Nasensprays verwendeten Wirkstoffe können wir grundsätzlich empfehlen. Leider haben es aber die Hilfsstoffe teils ganz schön in sich. Da ist zum einen Benzalkoniumchlorid, ein Konservierungsmittel, das zum Beispiel auch im Reinigungsmittel Sagrotan enthalten ist. Er reizt nicht nur die Schleimhäute, sondern kann selbst Allergien auslösen. Der indirekt konservierend wirkende Stoff Natriumedetat beeinflusst möglicherweise die Zellmembran ungünstig und kann diese durchlässiger für Fremdstoffe machen. Leider kommt kein Nasenspray im Test ohne eine dieser konservierend wirkenden Substanzen aus.
■ Anders bei den Augentropfen: Hier enthalten die Einzeldosisbehältnisse keine Konservierungsmittel und meist auch kein Natriumedetat.
■ Auch bei den Mitteln zum Einnehmen kritisieren wir bestimmte Konservierungsstoffe: Benzoesäure, wie sie in den Fenistil-Tropfen eingesetzt wird, sollte in Mitteln für kleine Kinder nicht enthalten sein. Weil bei Kindern bis zu zwei Jahren die Verstoffwechselung noch nicht vollständig funktioniert, kann sich Benzoesäure theoretisch anreichern und Gehirnschäden verursachen. Zwar ist dies bei den üblicherweise verwendeten geringen Mengen nicht zu erwarten, besser wäre es aber trotzdem, wenn der Hersteller ein unbedenkliches Konservierungsmittel verwenden würde. Da das Mittel für Kinder ab einem Jahr ausgelobt ist, werten wir ab. Andere Mittel sind mit Propyl-4-hydroxybenzoat (E 216) konserviert – einem Stoff, der in Lebensmitteln bereits nicht mehr zugelassen ist.

ÖKO-TEST rät

■ Um akute Symptome zu lindern, sind die rezeptfreien Mittel aus der Apotheke zwar hilfreich. Trotzdem sollte man eine mögliche Allergie immer mit seinem Arzt besprechen. Denn eine unbehandelte Allergie kann sich verschlimmern: Die Zahl der Stoffe, auf die man allergisch reagiert, kann zunehmen. Ein Heuschnupfen kann sich auch zum Asthma weiterentwickeln.
■ Cetirizin und Loratadin sind bei den Mitteln zum Einnehmen die Wirkstoffe der Wahl. Sie sind besser verträglich als die viel häufiger müde machenden Antihistaminika der ersten Generation.
■ Bei Augentropfen am besten zu Tropfen in Einzeldosisbehältnissen greifen, die keine Konservierungsstoffe enthalten.