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TEST: ATMOS-LAUTSPRECHER: Himmels-Stürmer


video - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 06.04.2018

Immer mehr Surround-Sets streben mit Dolby Atmos nach Höherem. Der Trend zu 3D-Sound zieht sich quer durch verschiedene Preisklassen. Canton, Jamo, KEF fordern mit ihren Lautsprecher-Formationen den Teufel heraus. Wem gelingt die Punktlandung?


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Bildquelle: video, Ausgabe 5/2018

Bilder: Hersteller, Archiv

Dolby Atmos ist derzeit d er Überflieger. Quer durch alle Klassen kommen immer mehr Sets mit Dolby Enabled Speakern, mit denen sich virtuelle Height-Kanäle an die Decke projizieren lassen. Durch Reflexion zum Hörplatz entsteht so der Eindruck von Phantomschallquellen, die hoch über den Köpfen der Zuschauer schweben. So lassen sich ...

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... Flugzeuge oder Hubschrauber natürlich deutlich realistischer wiedergeben als mit 2D-Surroundklang.

Doch die 3D-Effekte spürt man nicht nur in solchen plakativen Szenen, wenn etwa eine Kunstflugstaffel wie die legendären britischen Red Arrows über die Köpfe donnert. Auch Konzertsäle wirken mit Dolby Atmos realistischer und weiträumiger. Damit werden Live-Musik-Aufnahmen zum besonderen Genuss. Entsprechend kristallisiert sich immer mehr der Begriff „Immersive Audio“ heraus: Eine räumliche Wiedergabe, die den Zuhörer von allen Seiten einhüllt. Wer also mitten im Geschehen statt nur dabei sein will, der kommt kaum noch um 3D-Formate wie Dolby Atmos oder Auro-3D herum.

Wer kriegt die Kurve?

Dabei hat Atmos durch den wohnraumfreundlichen Ansatz mit den als Alternative zu echten Height-Lautsprechern angebotenen Aufsätzen für die Front-Boxen von 5.1.2-Systemen oder sogar für die Rears bei 5.1.4-Konfigurationen ein noch größeres Eroberungspotenzial als das von den belgischen Galaxy-Studios entwickelte Auro-3D-Verfahren, das richtige Deckenlautsprecher erforderlich macht. Dieser Aufwand öffnet nicht gerade die Tür zum Wohnzimmer, sofern der Kino-Fan nicht alleine lebt. Die vier Hersteller Canton, Jamo, KEF und Teufel setzen mit ihren Atmos-Lösungen auf Dolby Enabled Speaker, die sich auch für vorhandene Systeme nachrüsten lassen. Dabei hat Außenseiter Jamo eine pfiffige neue Lösung, gegen die auch die teuren Sets der anderen rein optisch richtig abstürzen. Doch wer hat klanglich die Nase vorne? ▀

Canton A 45 // 6900 Euro

Bei Canton dachte man sich wohl: Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn man mit Sondermodellen, die exklusiv über den eigenen Online-Store vertrieben werden, sich nicht zum Musterschüler in der Preis-Leistungsrelation aufschwingen könnte. Bislang wirkte die Online-Edition zum 45. Geburtstag wie ein Turbo bei Tests und Verkäufen. Die Stars im Store zieren sich meistens mit dem Zusatz „zur Zeit nicht lieferbar“, was ein guter Indikator für die Nachfrage ist. Doch dieses 5.1.2-Set ist nichts für Billigheimer oder Schnäppchenjäger. Knapp 7000 Euro sind unabhängig von der Leistung eine Stange Geld, die nicht jeder in sein Heimkino investieren kann oder möchte.

Klassische Heimkinos wären zwar akustisch eine würdige Arena für das A 45-Set mit seinen stattlichen Standboxen A 45, den neuen Dolby-Atmos-Aufsätzen A 45 AR, seinen leistungsfähigen Kompakten A 45 BS und dem aufwendigen 3-Wege-Center A 45 CS. Doch im Dunkeln solcher Räume würde die piekfeine Optik der hessischen Preziosen gar nicht zum Tra-gen kommen, zumal sich in vielen Installationen die Lautsprecher hinter Wandverkleidungen verstecken.

Die A 45 Lautsprecher sind nicht billig, sehen in ihren Hochglanzgehäusen mit verrundeten Ecken aber sogar noch teurer aus. Auch die Chassis tragen ihren Teil dazu bei. Die bestehen nämlich bei Canton inzwischen flächendeckend aus Werkstoffen auf Leichtmetall-Basis, was auch noch mal mehr hermacht, als ein schwarzer Papp- oder Polypropylen-Konus. Doch auch kleine Details wie die Ausleger mit Standfüßen für die 107 cm hohe Standbox oder Stoffabdeckungen mit Magnethalterungen, die ohne Löcher in der Frontplatte auskommen, wirken edel.

Sogar auf den Rückseiten der Boxen geht es nobel zu. Die Anschlussterminals sind auf Bi-Wiring beziehungsweise Bi-Amping ausgelegt. So kann der Mittel-Hochton-Bereich separat vom Tieftonbereich über oxydationsresistente 24 Karat vergoldete, stabile Schraubklemmen angesteuert werden. Diesen Luxus gibt es nicht nur für die 3-Wege-Bassreflex-Boxen der Front-Kanäle, sondern auch für Surround und Center. Selbst die Dolby-Atmos-Module A 45 AR haben ein Paar solcher vergoldeter Klemmen. Damit sind sie für die Auf-nahme dicker Kabel mit Bananensteckern im Grunde geeignet. Allerdings wird dann der R aum zwischen der Standbox und dem Atmos-Aufsatz trotz Verwendung der selbstklebenden Gummifüße sehr knapp. Und wie bei KEF sind die gemäß Dolby-Vorgaben mit einer wellenförmigen Charakteristik aufgebauten indirekt abstrahlenden Module nicht gerade schönheitsfördernd. Hier nimmt ausgerechnet Jamo den beiden Edelmarken aus Deutschland und England die Butter vom Brot. Allerdings lassen sich die Dolby Atmos Enabled Speaker der beiden Letztgenannten mit den unterschiedlichsten Boxen kombinieren und sogar autark an der Wand aufhängen.

Alu für Alle

Etwas Abstand von der Wand sollte man bei der 2-Weg-High-End-Kompaktbox Canton A 45 BS einhalten. Deren Bassreflex-Öffnung sitzt wie beim A 45 CS hinten. Die A 45 baut dagegen auf eine Down-Firing-Öffnung. Was die Treiber betrifft, herrscht abgesehen von der Anzahl Gleichstellung. Alle drei A 45 Modelle verwenden den gleichen 2,5-cm-Hochtöner mit Aluminium-Oxyd-Keramik-Kalotte mit Wave-Guide zur Optimierung des Abstrahlverhaltens im Bereich der Übergangsfrequenz, die einheitlich bei 3000 kHz festgelegt wurde. Die Tief- und Tief-Mitteltöner haben in der A 45, dem A 45 CS und der A 45 BS einheitlich 18 cm Durchmesser, verwenden Membranen aus Aluminium-Keramik-Wolfram, die hohe innere Dämpfung mit leichtem Gewicht und höchster Steifigkeit verbinden. Doppelt gewundene Wave-Sicken der zweiten Generation verschaffen ihnen optimale Bewegungsfreiheit in beide Richtungen auch bei großen Auslenkungen. Das sorgt für niedrigen Klirr.

Die größten Hübe muss allerdings der A 45 Sub erbringen. Sein 31 cm durchmessender Tieftöner nutzt ebenfalls die Aluminium-Keramik-Wolfram-Membran in Verbindung mit der Wave-Sicke. Unter dem in edlem Hochglanz-Schwarz strahlenden 35-Kilo-Koloss verbirgt sich ein Passiv-Radiator mit ebenfalls 31 cm Durchmesser. Das neue Elektronik-Modul schiebt mit 500 Watt Sinus an und bietet umfangreiche Regelmöglichkeiten. Der Canton A 45 Sub bringt eine 2-Wege-Funkfernbedienung mit. Damit lässt sich unter anderem die Raumanpassung justieren, deren Hochpass-Filter in drei Stellungen den Tiefgang begrenzt, um den Subwoofer für verschiedene Raumgrößen und Aufstellungsvarianten zu optimieren.

Im Hörraum vonvideo durfte der Kraftmeier aus dem Taunus sich richtig austoben. Abgrundtief und dabei bemerkenswert konturiert und differenziert meisterte das A 45 5.1.2 Set alle Bewährungsproben vom grummelnden V8-Rennmotor bis zu den gnadenlosen Bass Drums der Live-Einspielung von den Imagine Dragons („Radioactive“). Nicht nur Action, auch gerade Dialogen hauchte das Canton-Set Leben ein. Stimmen besaßen damit besonders viel Ausdruck und Authentizität. Auch die Darstellung eines großen zusammenhängenden Raums gelang der A-Klasse ganz exzellent. Selbst ohne Atmos-Effekte hüllten einen Surround-Aufnahmen gleichmäßig ein, einzelne Phantomschallquellen wurden messerscharf fokussiert.

Die hohe Neutralität des Canton-Teams zahlte sich natürlich auch bei Musik aus, wo selbst in Stereo ein Maximum an Raum geboten wurde. Selbst der Bass war ohne den Subwoofer noch sehr satt und trocken.

Die A 45 AR Module nutzen die gleichen Leichtmetall-Membranen und Wave-Sicken wie die restliche A 45 Serie. Durch ihre abgerundeten Ecken wirken sie auf den Front-Boxen nicht ganz so aufgesetzt wie manch anderer Dolby Enabled Speaker – aber auch nicht unbedingt verschönernd.


Fazit:

Wenn man bei rund 7000 Euro von einem Sonderangebot reden kann, dann bei Cantons A 45 5.1.2-Set.

Canton A 45

Sehr geringe Welligkeit, Mitten leicht zurückgenommen, gleichmäßiges Rundstrahlverhalten. Schafft 106 dB Maximalpegel.

Canton A 45 BS

Sehr geringe Welligkeit, Mitten leicht zurückgenommen. Kommt als Kompakte bis 41/46 Hz (-3/-6 dB), kann trotzdem laut spielen (102 dB).

Canton A 45 AR

Orientiert sich an den Dolby-Vorgaben, die eine Welligkeit im Hochtonbereich erforderlich machen, um die Direktortung zu unterbinden.

Canton A 45 CS / A 45 Sub

Subwoofer relativ breitbandig und ausgewogen, aber Center hat einen Peak bei ca. 600 Hz. Für einen Center sehr geringe seitliche Bündelung.

Jamo Studio 8 Series // 1600 Euro

Seit Jahrzehnten steht Jamo für Powerplay zum kleinen Preis. Diese Verbindung ging oft auch einher mit martialischem Aussehen. Doch diesmal wirken die Lautsprecher aus Dänemark ausgesprochen grazil und wecken eher audiophile Erwartungen. Daran hat der in Holzdekor ausgekleidete Wave-Guide als Eyecatcher auf den schlichten schwarz folierten Frontplatten einen großen Anteil. Da es die Studio 8 Series nicht nur in Schwarz und Weiß gibt, dreht Jamo den Spieß bei der Holzdekor-Ausführung einfach um und hebt den 2,5-cm-Weich-Kalottenhochtöner in Schwarz von der restlichen Box ab. In Verbindung mit der sehr schlanken Bauweise, ergibt sich damit trotz vergleichsweise einfacher Zutaten ein gediegener Auftritt.

Dezenter, aber weitaus pfiffiger ist ein anderes Detail der vorderen Standsäulen S 809. In die Oberseite des Top-Modells und der nächstkleineren Standbox S 807 hat Jamo kleine Kupplungen für die Atmos-Aufsätze S 8 ATM untergebracht. Kleine Metallbuchsen auf der S 809 korrespondieren mit den Stiften auf der Unterseite der S 8 ATM. Sie verhindern nicht nur ein Verrutschen und sorgen dafür, dass die Atmos-Module perfekt mit dem Unterstand fluchten. Sie stellen den Kontakt mit der Zuleitung zum zweiten Anschlusspaar auf der Rückseite der Standbox her. Damit präsentiert ausgerechnet der Außenseiter Jamo die bislang intelligenteste Lösung zur Integration der Atmos-Aufsätze. In der Kombination wirken die S 809 und die S 8 ATM wie aus einem Guss.

Neue Treiber

Bei den Chassis gibt es allerdings kaum Gemeinsamkeiten. Gewöhnlich setzen die Hersteller auf eine 2-Wege-Konstruktion mit dem Hochtöner, der auch in der restlichen Lautsprecherfamilie eingesetzt wird. Doch Jamo verwendet in der S 8 ATM einen 10-cm-Breitband-Lautsprecher mit aluminiumbeschichteter Polyfiber-Membran. Die Konusmembranen von Front-, Center- und Surround-Boxen bestehen aus dem gleichen Material. In der 2-Wege-Regalbox S 801 und im S 81 Cen haben die Koni für den Tief- und Mitteltonbe-reich sogar den gleichen Durchmesser. Zudem vertraut der Center wie die Standboxen auf Bassreflex-Unterstützung, während die Atmos-Module und die Rears auf geschlossene Bauweise setzen. Dabei setzt Jamo auf Schlitze, die mit ihrem großen Durchmesser wenig Strömungsgeräusche produzieren.

Die Verarbeitung der MDF-Boxen aus Dänemark ist schlicht, aber sauber. Die Stoffbespannungen der Studio 8 Serie werden durch Magneten gehalten, sämtliche Treiber sind nahtlos ohne freiliegende Schrauben in die Schallwände eingelassen. Ein weiteres pfiffiges Detail sind die klei-nen Standfüße, die den S 81 Center nach hinten anwinkeln, um die Abstrahlung bei der Aufstellung unter Leinwänden zu verbessern.

Smarter Subwoofer

Der Subwoofer S 810 Sub passt mit seinem flachen Design zu der grazilen Lautsprecher-Serie. Der größere der beiden zur Auswahl stehenden Studio 8 Subwoofer besitzt einen 25,4-cm-Tieftöner mit Polyfiber-Membran, der von einem 75 Watt Sinus starken Class-D-Verstärker angetrieben wird. Das beiliegende Netzkabel ist so abgewinkelt, dass sich der 22,6 cm tiefe Bassreflex-Subwoofer ganz dicht an der Wand platzieren lässt. Oder man legt ihn auf den Rücken und versteckt ihn unter dem Sofa. Dort kann er gleich noch über Körperschall als eine Art Bass-Shaker das subjektive Empfinden so beeinflussen, dass Heimkino-Fans mit sensiblen Nachbarn mit deutlich weniger Pegel auskommen als bei normalen Installationen.

Im Hörraum dervideo Redaktion nahm der Kompakt-Woofer allerdings wie die Bass-Module der Mitbewerber an der Stirnseite Platz. Daher konnte er mit „Good Vibrations“ aus dem Untergrund nicht punkten. Doch auch ohne solche Tricks lieferte der S 810 Sub eine überzeugende Vorstellung. Sein Bass war in Verbindung mit den Boxen der Studio 8 Serie differenziert und ging auch bei den erbarmungslosen Bass Drums von „Radioactive“ nicht in die Knie, wenn es mal lauter zur Sache ging. Das Timing des Sets stimmte, die Atmosphäre wirkte dicht und weiträumig. Doch das war auch eine richtige Dolby-Atmos-Aufnahme. Wenn die S 8 ATM Module bei üblichem Dolby-Surround-oder dtsX-Ton schwiegen, konnte die Atmosphäre nicht mehr ganz überzeugen. Zudem fiel bei den Dialogen von „Tage des Donners“ auf, dass Stimmen recht dünn klangen. An der Dynamik und dem Ansprechen auf Impulse gab es hingegen nichts auszusetzen.

In Stereo schlugen sich die beiden auf sich selbst gestellten Jamo S 809 wacker. Ihr Bass wirkte schnell und differenziert, die Spielweise war sehr lebendig, die Abbildung gelang recht beeindruckend. Der Applaus bei der Live-Aufnahme von „Hotel California“ vom Eagles-Album „Hell Freezes Over“ brodelte zwar sehr dynamisch, war aber wie die Stimme von Don Henley etwas dünn.

AUS DEM MESSLABOR

Jamo S 801

Betonung im Oberbass, Grundtonsenke und Höhenbetonung, befriedigendes Rundstrahlverhalten, seitlicher Abfall erst über 15 kHz.

Jamo S 81 Cen / S 810 Sub

Schlanker Grundtonbereich, sonst recht ausgewogen. Bündelung im Bereich der Übergangsfrequenz. Schmalbandiger Sub, guter Übergang.

Jamo S 809

Oberbassbetonung, Mittensenke und deutliche Brillanzbetonung, über 10 kHz Bündelung auf der Horizontalebene. Schafft 106 dB Pegel.

Jamo S 8 ATM

Betonung im Oberbass, sonst sehr gut. Welligkeit im Hochtonbereich und Bündelung wegen Indirekter Abstrahlung gewollt.

Fazit:

Mit schlichtem, zeitgemäßen Design, sehr praxisgerechten Details und einem günstigen Preis zündet Jamos Dolby-Atmos-Set die nächste Evolutionsstufe. Und dynamisch waren die Dänen ja schon immer bei der Musik.

Atmos für Ästheten

Gewöhnlich maximiert 3D-Sound durch Hinzufügen von zwei oder vier Dolby Enabled Speakern nicht nur das Raumgefühl im Heimkino, sondern auch den Strippensalat. Das ist gerade für Wohnzimmer-Lösungen eine Spaßbremse und fördert auch nicht unbedingt die Zustimmung der übrigen Bewohner. Doch mit seinen Metallpins auf der Unterseite des S 8 ATM und den zugehörigen Buchsen auf der Oberseite der beiden größten Standboxen der Studio 8 Serie, der S 809 und der S 807 hat Jamo eine brillante Lösung eines lästigen Problems gefunden. Die Steckverbindungen fixieren die Atmos-Aufsätze, abgesehen von einer farblich abgesetzten Schattenfuge, nahtlos auf der Oberseite der Box. Gleichzeitig wird mit der cleveren Kupplung die Signalversorgung der Atmos-Speaker sicher und ohne Kabelsalat gewährleistet. Das Anschlusskabel wird unsichtbar durch die Box zu einem zweiten Schraubanschluss unten auf der Rückseite der Standboxen geleitet -ein gelungener Einstieg ins 3D-Zeitalter.

KEF Q-Serie // 4000 Euro

Mit seinem Uni-Q-Lautsprecher verwendet KEF eine stetig verfeinerte Technologie, die von der Einstiegsklasse bis zur sechsstellig teuren Superbox Muo Klangpuristen aufhorchen lässt. Die Briten setzten komplett auf konzentrisch angeordnete Mittel- und Hochtöner, die für eine stabile Abbildung sorgen. Schließlich haben die für die Ortung wichtigen Frequenzen den gleichen Ursprung und kommen ohne den bei Mehrwege-Systemen gefürchteten Zeitversatz am Hörplatz an. Die negativen Begleiterscheinungen der Koaxial-Technologie bändigten die Engländer durch Einsatz computergestützter Formgebung und den Einsatz von Leichtmetall-Membranen. Bei der neuen Q-Serie kam noch eine neue rückseitige Entlüftung für den Hochtöner hinzu, die sich nach hinten verjüngt – für bessere Kontrolle.

Der Uni-Q-Koax findet sich nicht nur in den Lautsprechern für die Front-, Center- und Surround-Kanäle, sondern auch in den neuen Atmos-Modulen Q50a, die allerdings einen kleineren Chassis-Durchmesser aufweisen. Schließlich müssen die geschlossenen 2-Wege-Aufsätze für die Standlautsprecher Q950 nicht tief in den Bass-Keller vordringen. So genügt ihnen ein Uni-Q mit 13-cm-Mitteltöner, um über Deckenreflexionen den Eindruck von Höhen-Lautsprechern auf äußerst wohnraumfreundliche Art zu erzeugen.

Setzt eins drauf

Allerdings wirken die Atmos-Module im wahrsten Sinne aufgesetzt. Sie haben eine kleinere Grundfläche und lassen einen Rand stehen. In Verbindung mit der geradlinigen kantigen Form wirkt das Ganze noch etwas mehr nach Improvisation als bei Canton. Doch ansonsten lässt KEF beim Design nichts anbrennen. Die Chassis sind bei der Standbox Q950, der Regalbox Q350 und dem Center Q650 ohne offenliegende Schrauben in die Schallwände eingelassen. Die Gehäuse der Q-Serie sind sehr stabil aufgebaut, gerade die 106 cm hohen Standsäulen der Front-Kanäle nutzen neben einer geschlossenen Mittel-Hochton-Kammer innen mehrere Versteifungen, um Gehäuseschwingungen klein zu halten. Für festen Stand ruht der 20,6 kg schwere Lautsprecher auf zwei Brücken, deren Spikes sich über große Rändelschrauben bequem von Hand in der Höhe verstellen lassen. Bei der KEF Q950 handelt es sich um eine 2,5-Wege-Konstruktion mit Bassreflex-Gehäuse. Das Uni-Q-Chassis verwendet einen 3,8-cm-Hochtöner mit 20-cm-Mitteltöner. Die beiden Tieftöner haben 20 cm Durchmesser. Dazu kommt ein passiver Radiator (ABR), dessen Membran ebenfalls aus Aluminium besteht.

Rohr nach hinten verlegt

Mit ihrem zentralen Uni-Q-Chassis wirkt die Kompaktbox KEF Q350 zeitlos schlicht. Das Bassreflexrohr des 2-Wege-Monitors sitzt auf der Rückseite, wo es weniger Geräusche macht, die den Mitteltonbereich verfärben könnten. Auch die am Computer berechnete Formgebung mit trichterförmigem Ein- und Auslass soll das Strömungsverhalten optimieren.

Auch der Center KEF Q650 nutzt eine rückseitige Bassreflex-Öffnung. Das 2,5-Wege-System verfügt über einen Uni-Q-Koax mit 2,5-cm-Hochtöner und 16,5-cm Mitteltöner. Dieses Format halten auch der aktive und der passive Tieftöner ein. Im Center kann KEFs Koaxial-Chassis seine Stärken voll ausspielen, während die um 90 Grad gekippten D’Apollito-Anordnungen der meisten Center kontraproduktiv wirken, indem sie gerade im Bereich der Übergangsfrequenz seitlich bündeln.

Wie schon der Name sagt, huldigt der Subwoofer Kube 10b der Würfelform. Sein integrierter Class-D-Verstärker leistet 300 Watt RMS, um den 25 cm durchmessenden Tieftöner anzutreiben. Neben dem üblichen stufenlos variablen Tiefpass-Filter hat der Kube noch einen schaltbaren Hochpass zur Raumanpassung. Der Schalter bietet drei Stellungen für Wandnähe, freie Aufstellung oder Wandeinbau. Außerdem spendierte KEF noch winzige Schraubklemmen, um den Subwoofer über Klingeldrähte direkt an die Lautsprecher-Ausgänge anzuschließen, falls kein richtiger AV-Receiver verwendet wird

An solchen Zutaten herrschte natürlich imvideo Hörraum kein Mangel. Das 5.1.2-Set aus Großbritannien konnte im Atmos-Durchgang mit einem großen, atmosphärisch dichten Raum überzeugen. Die sieben Lautsprecher und ihr Zauberwürfel Kube 10b bauten eine nahtlos miteinander verwobene akustische Filmkulisse auf und erzeugten bei Live-Konzerten mit 3D-Ton das Gefühl einer besonders hohen Halle. Der Bass der Briten wirkte sehr sonor, aber auch etwas weich. Mit Standard-Surround-Aufnahmen stachen vor allem der Detailreichtum und die große Feindynamik heraus. Auch die Atmosphäre zählte zu den Positiv-Beispielen in Sachen 2D-Mehrkanalton.

Der Uni-Q-Koax findet sich auch in den Dolby-Atmos-Lautsprechern. Die KEF Q 50 A verwendet allerdings eine kleinere Variante als ihr „Unterstand“ KEF Q 950.


KEF Q 950

Sehr geringe Welligkeit, zu hohen Frequenzen leicht abfallend, perfektes Rundstrahlverhalten. Peak auf Achse oberhalb von 30 kHz.

KEF Q 50 A

Starker Höhenanstieg auch außerhalb der Achse oberhalb von 20 kHz – insgesamt etwas eigenwillige Auslegung der Dolby-Vorgaben.

KEF Q 650 C mit Sub Kube 10b

Welligkeit in den Mitten, sonst mit kontinuierlichem Höhenabfall und minimaler Richtwirkung der Q 950 sehr ähnlich. Schmalbandiger Sub.

KEF Q 350

Mitteneinbruch um 1 kHz, Höhenabfall ab 10 kHz, dann Peak bei 30 kHz nicht nur auf Achse, sondern auch zur Seite. Leichte Bassbetonung

Fit für Stereo

Mit Zweikanal-Aufnahmen brillierten die beiden KEF Q950 durch sehr neutrale Stimmwiedergabe und boten zum Hörplatz angewinkelt im Sweetspot des Stereo-Dreiecks einen scharfen Fokus, während sie außerhalb des goldenen Sitzplatzes eher flächig abbildeten. Abermals brillierte KEF durch Feindynamik und feine Auflösung. Ein satter, kontrollierter Bass rundete die insgesamt sehr stimmige Vorstellung ab.

Fazit

Wer auf ein angenehmes, sattes Klangbild mit besonders neutraler Dialogwiedergabe und möglichst realistischer Atmosphäre Wert legt, der bekommt bei KEF mit der Q-Serie einen soliden Gegenwert fürs Geld. Durch Hinzufügen der Atmos-Module kommen die Stärken des Uni-Q-Koax noch deutlicher hervor.

Teufel System 6 THX 5.2.4 Set mit AV-R // 4000 Euro

Wenn Lautsprecher-Teufel tief in den vierstelligen Bereich eintaucht und 4000 Euro aufruft, darf man einiges erwarten. Schließlich ist der Direktversender für seine scharf kalkulierten Preise bekannt. Mit einer regelrechten Wundertüte gelingt es den Berlinern, selbst gegenüber dem günstigsten System im Test ein Ausrufezeichen für Preisbewusste zu setzen. Wer zum System 6 THX 5.2.4 Set greift, kann damit ein Unboxing-Video als abendfüllenden Spielfilm für Youtube produzieren. Gleich zwei Subwoofer und vier Dolby Enabled Speaker gehören zum Lieferumfang. Doch die Berliner legen noch eins drauf: Der passende 9-Kanal-Netzwerk-Receiver Onkyo TX-RZ 1100 gehört nebst 60 Meter Lautsprecherkabel ebenfalls dazu. Da muss der Nutzer nur noch für die nötige Programmquelle plus Bildschirm oder Beamer sorgen, und fertig ist das 3D-Heimkino.

Durch Teufels neue Atmos-Module namens Reflekt bekommt das im September 2017 getestete System 6 THX ein sinnvolles Upgrade, das allerdings in Verbindung mit dem Receiver auch den Preis verdoppelt. Der optische Zugewinn hält sich dabei vorsichtig gesagt in Grenzen. Weil die wie ein konventioneller Flach-Lautsprecher aufgebauten Aufsatzlautsprecher keine angewinkelte Schallwand haben, sorgen zwei nicht unbedingt elegante Metallbügel für die nötige Neigung, um die Höheninformationen der Dolby-Atmos-Kanäle über Deckenreflexion zum Hörplatz zu beamen. Doch wer auf Designer-Optik für sein Wohnzimmer steht, meidet das sperrige, rein zweckmäßig aufgebaute System 6 ohnehin wie der Teufel das Weihwasser.

Das nach der kürzlich verschärften THX-Select-Norm lizenzierte Mehr-Kanal-System zielt recht eindeutig auf dezidierte Heimkinos, in denen die Lautsprecher meist ohnehin verdeckt eingebaut werden. In solchen Fällen braucht man auch nicht den Umweg über Reflexionen zu gehen, sondern kann die Atmos-Speaker leicht nach unten angewinkelt in Deckenhöhe an der Wand aufgehängt direkt zum Hörplatz strahlen lassen. Dazu besitzen die Metallbügel schlüssellochförmige Aufhängungen. Durch einen Schalter lassen sich die 2-Wege-Boxen zwischen „reflective“ und „direct mode“ umschalten – ein wichtiges Feature, das den Mitbewerbern üblicherweise fehlt. Denn Dolby verlangt für die indirekt strahlenden Aufsätze eine wellige Filter-Charakteristik für den Hochtonbereich, damit möglichst wenig Direktschall am Hörplatz ankommt, was die Ortung der Phantomschallquelle an der Decke kompromittieren würde.

Für ein Maximum an Räumlichkeit stehen auch die Dipole S 600 D für die SurroundKanäle, die durch ihre diffuse Abstrahlcharakteristik nicht so leicht als Schallquelle geortet werden können wie konventionelle Direktstrahler. Das sticht gerade, weil man in den meisten Heimkinos dicht an den hinteren Lautsprechern sitzt. Ein weiterer Trumpf ist die Verwendung dreier identischer 2-Wege-Satelliten S 600 FCR als Frontund Center-Laut-sprecher. Ihre 13-cm-Flachmembranen bestehen aus Zellulose mit Wabenstruktur in Sandwich-Bauweise für Steifigkeit in Verbindung mit hoher innerer Dämpfung. Der Gewe-bekalotten-Hochtöner wurde für die von THX geforderte breite Abstrahlcharakteristik leicht nach oben versetzt.

Um den aktuellen THXAnforde-rungen für Bass-Wiedergabe – mindestens 103 dB maximaler Schalldruck bei 25 Hz – zu genügen, kommt das System 6 m it zwei S 6000 SW Subwoofern mit 240-Watt-Class-D-Endstufen und 30-cm-Tieftönern aus beschichteter Zellulose.

Was damit in der Summe möglich ist, verblüffte dank Atmos-Upgrade noch mehr als im September letzten Jahres. Die Raumabbildung legte damit nicht nur in der Höhe zu, sondern auch im Zusammenhalt und der Tiefe. Abermals überzeugte die große Homogenität des Teufel System 6 THX, das nach wie vor lediglich beim Abspielen von 2-Kanal-Musikaufnahmen etwas hinter spezialisierte Stereo-Boxen zurückfällt. Doch wer will noch Stereophonie hören, wenn er Konzertmitschnitte von Bluray mit Immersive Audio erleben kann? Smoke + Mirrors Live von den Imagine Dragons versetzte einen mit dem 5.2.4Set noch mehr als beim letzten Mal mit der 5.2Variante des System 6 THX mitten in eine brodelnde 0Konzertarena. Beim Lieblings-Hit „Radioactive“ ließen einen gestochen scharf abgebildete Raumeffekte und trockene, präzise Bässe in Verbindung mit aberwitziger Dynamik kopfüber ins Geschehen eintauchen.

Fazit

Schöner wird das System 6 THX durch das Atmos-Upgrade zwar nicht, dafür startet es klanglich in eine neue Dimension.

AUS DEM MESSLABOR

Teufel Reflekt

Bündelt zu hohen Frequenzen hin, um die direkte Ortung zu unterbinden. Dank Bass-Beschneidung schafft der Mini 103 dB Maximalpegel.

Teufel S 600 FCR / S 6000 SW

Sehr glatter, ausgewogener Frequenzgang, für Center ausgezeichnetes Rundstrahlverhalten. Tiefreichender breitbandiger Subwoofer.

Teufel S 600 D

Standard-Messung im schalltoten Raum entspricht nicht dem, was im Heimkino passiert, ist in dem Fall für die Praxis wenig aussagekräftig.

Onkyo TX-RZ 1100

Klirr 3. Ordnung K3 (grün) dominiert beim mitgelieferten AV-Receiver gerade bei mittlerer und hoher Leistungsabgabe.

AVINITY-ACADEMY: TEIL 7: KABEL FÜR 3D-SOUND

Mit dem richtigen Kabel tauchen Sie ein ins Geschehen!

Im UHD-Zeitalter mit einer Auflösung von 4096 x 2160 Pixeln, einem erweiterten Farbraum, einem erhöhten Kontrastumfang (HDR), einer Framerate von bis 60p und dreidimensionalen Tonformaten wie Dolby Atmos stehen Kabel vor neuen Herausforderungen. Denn die Signalmenge, die zwischen Quelle und Display übertragen wird, steigt erheblich, abhängig vom Content sogar auf bis zu 18 Gbps, zukünftig bei 8K sogar auf bis zu 48 Gbps.

Unsere Tipps:

AVINITY HDMI-Kabel der High Performance Series und Reference Class (ab 1 Meter, UPE 69 €) oder Aktiv-optisches HDMI-Kabel (ab 10 Metern, UPE 299 €)

4K / Ultra HD / HDR 10 /Dolby Vision
• Framerate bis 60p
• Hi-Res Audio
• Dolby Atmos® / Auro-3D®
• Minimum 18 Gbps

AVINITY Lautsprecherkabel der Reference Class und High Performance Series

Ein besonderes Augenmerk sollte man auch auf seine Lautsprecherkabel legen. AVINITY bietet ein umfassendes Sortiment, um die hochwertigen Komponenten zur Höchstform auflaufen zu lassen.

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Standpunkt

STEFAN SCHICKEDANZ ,
SURROUND-EXPERTE


Lange war es ruhig um Jamo. Jetzt melden sich die Dänen mit einer günstigen und dabei perfekt durchkonzipierten Lautsprecher-Reihe mit nahtlos integriertem 3D-Audio zurück. Zwar huldigen auch die schicken neuen Boxen einer eher spaßbetonten Abstimmung, als auf maximale Neutralität zu achten. Doch in Verbindung mit dem scharf kalkulierten Preis war Jamos die größte Überraschung im Test. Dass die anderen drei Helden des Heimkinos, Canton, KEF und Teufel mit ihren Sets punkten würden, durfte man dagegen voraussetzen, zumal sie dafür deutlich höhere Preise aufrufen.

Damit haben wir getestet

Imagine Dragons, Smoke + Mirrors Live ,
Bringt die Bässe an die Grenze, verlangt Auflösung und Transparenz. Tolle Live-Atmosphäre.


The Expendables III ,
Neben „Tagen des Donners“ gerade bei Atmos-Sets ein aufschlussreicher Prüfstein mit jeder Menge 3D-Sound-Effekten.