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TEST Auszahlpläne: Clever kombiniert


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2015 vom 24.04.2015

Rentenlücken lassen sich auch im fortgeschrittenen Alter noch schließen. Das klappt aber nicht mit Vorsorge von der Stange, sondern nur mit maßgeschneiderter Strategie. Doch ÖKO-TEST zeigt: Mit einem Mix aus Bank- und Fondsauszahlplänen ist mehr Zusatzrente als beim Versicherer drin.


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Foto: MitarArt/Shutterstock

Soviel ist sicher: Die gesetzliche Rente reicht im Alter nicht aus. Durchschnittlich 1.003 Euro im Monat erhält derzeit ein männlicher Rentner aus den alten Bundesländern. Rentnerinnen müssen sich mit nur 512 Euro begnügen. Dennoch müssen die Ruheständler von heute den Gürtel keinesfalls immer ...

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... enger schnallen. Die meisten Menschen stehen nicht völlig mittellos da, wenn sie aufhören zu arbeiten. Viele haben gespart oder geerbt, einige haben sich mit einer Abfindung aus dem Berufsleben verabschiedet, bei anderen ist eine Lebensversicherung fällig geworden. Geld ist also da, doch wie soll man es anlegen, um daraus ein optimales Zusatzeinkommen zu sichern?


Mehr Geld zu Rentenbeginn? Mit Auszahlplänen ist alles möglich


Die Versicherungsbranche bietet für solche Fälle gerne eine private Rentenversicherung gegen Einmalbeitrag mit Sofortauszahlung an. Das Problem: Die garantierten Renten aus den Versicherungspolicen sind derzeit ausgesprochen mager, die Aussicht auf spätere zusätzliche Überschüsse ist schlecht. Viele Rentner und Pensionäre wollen zudem lieber zu Beginn des Ruhestands mehr Geld in der Haushaltskasse haben als später. Denn während des Erwerbslebens werden viele Konsum- und Freizeitwünsche aus Zeitmangel auf später verschoben. Nachholen können das Rentner nur, solange sie noch aktiv und gesund sind. Sie benötigen also zu Beginn des Ruhestands mehr Geld als später. Im hohen Alter würde ihnen dagegen oft eine niedrigere Rente genügen. Die muss nur – unabhängig vom erreichten Alter – absolut sicher sein.

Andere benötigen das Geld aus der Lebensversicherung oder dem Erbe nicht für den Ruhestand, sondern für die Zeit davor. Sie wollen einnahmeschwache Phasen bis zum Rentenbeginn überbrücken oder finanzielle Engpässe wegen Altersteilzeit für ein paar Jahre ausgleichen. Wieder andere wollen das Geld nicht komplett aufzehren, sondern ihren Kindern oder Enkeln noch etwas vererben.

ÖKO-TEST rät

• Die Wahl des richtigen Auszahlplans hängt von den persönlichen Anlagezielen ab. Prüfen Sie daher erst, ob sie die Zusatzrente nur zeitlich begrenzt oder dauerhaft benötigen.

• Wollen Sie mit der Zusatzrente ihr Alterseinkommen aufbessern, darf die Laufzeit nicht zu knapp bemessen sein. Anleger ab 65 sollten mindestens 20 bis 25 Jahre einkalkulieren.

• Wer Bank- und Fonds-Entnahmepläne mischt, sorgt nicht nur für optimale Risikostreuung, sondern kann sich auch eine attraktive Zusatzrente ohne Kapitalverzehr sichern.

• Bedenken Sie: Optimal sind individuell maßgeschneiderte Anlagelösungen. Erste Produkte von der Stange gibt es auch. Die sind aber vergleichsweise teuer.

Kompakt

Die Varianten

Kapitalverzehr oder ewige Rente : Egal, ob Bank- oder Fonds-Auszahlplan: Auszahlpläne gibt es meist in zwei Varianten: Kunden haben die Wahl zwischen einem Auszahlplan mit und einem ohne Kapitalverzehr. Beim Plan mit Kapitalverzehr wird mit jeder Monatsrate auch ein Teil vom angesparten Kapital ausgezahlt – und zwar so lange, bis das eingezahlte Geld aufgebraucht ist. Deshalb hängt die Höhe des Entnahmebetrags von der Anlagesumme, der gewählten Anlagedauer und den Zinskonditionen des Anbieters bzw. der Rendite ab. Bei Plänen ohne Kapitalverzehr werden dagegen nur die jährlichen Zinserträge ausgezahlt. Das Kapital bleibt ungeschmälert erhalten.

Bank-Auszahlplan : Beim Bank-Auszahlplan muss sich der Kunde von Anfang an entscheiden, wie lange der Vertrag laufen soll und wie hoch die Monatsrate ist. Nachträgliche Änderungen sind nicht mehr möglich. Auch eine vorzeitige Kündigung ist meist ausgeschlossen. Wenn überhaupt lassen Kreditinstitute den Kunden nur in einem Notfall aus dem Vertrag wieder heraus. Bisweilen endet der Vertrag nicht einmal im Todesfall. Dann bekommen auch die Erben das Kapital nur in Raten.

Fonds-Auszahlplan : Fonds-Auszahl- oder -Entnahmepläne sind deutlich flexibler als Bank-Entnahmepläne. Der Kunde kann sowohl den Entnahmerhythmus als auch die Höhe des Entnahmebetrags jederzeit ohne größere Umstände und Kosten ändern und den Vertrag jederzeit kündigen. Aber auch Entnahmepausen und nachträgliche Einzahlungen sind möglich. Darüber hinaus kann das angelegte Kapital jederzeit in andere Fonds umgeschichtet werden. Ein Fondswechsel ist aber nicht bei jedem Anbieter kostenfrei. Manchmal kostet der Wechsel vier bis fünf Euro, vereinzelt werden aber auch bis zu 25 Euro dafür verlangt.

Das drückt bei Rentenversicherungen die Höhe der Rente. Für all diese Fälle sind sogenannte Bank- oder Fonds-Auszahlpläne ideal. Denn damit können sich Anleger ihr verzinstes Kapital in festen Monatsraten überweisen lassen. Wie lange das Geld reichen soll bzw. wie hoch der monatliche Entnahmebetrag sein soll, können sie frei entscheiden. Und falls der Ruheständler stirbt, fällt das Restkapital automatisch an die Hinterbliebenen. Auszahlpläne werden jedoch in ganz unterschiedlichen Varianten und Laufzeten angeboten.

ÖKO-TEST hat den Markt daher unter die Lupe genommen und 255 Offerten von 45 Anbietern untersucht, darunter 90 von 31 Banken, Sparkassen, Bausparkassen und einem Versicherer sowie 165 von 14 Direktbanken und Fondsvermittlern.

Auszahlplan oder Sofortrente?

Auszahlpläne sind das Konkurrenzprodukt zur Sofortrente gegen Einmalbeitrag vom Versicherer. Beide Produktvarianten haben ihre Vor- und Nachteile. Bei der Sofortrente muss sich der Anleger keine Gedanken mehr machen, wie alt er vorrausichtlich werden will. Das Langlebigkeitsrisiko trägt der Versicherer. Allerdings zu einem hohen Preis, wie ÖKO-TEST bei seinen Tests immer wieder feststellte. Denn die Versicherer gehen bei Rententarifen davon aus, dass ein heute 65-jähriger Mann über 90 Jahre alt wird. Kurz: Sie haben einen extrem hohen Sicherheitspuffer für die Übernahme des Langlebigkeitsrisikos in ihren Tarifen einkalkuliert. Den muss der Anleger mitfinanzieren – entsprechend mager fällt die lebenslange Rente aus. Bei 100.000 Euro Anlagebetrag wären auf Basis der aktuellen Tarife lediglich Renten zwischen 292 bis 325 Euro pro Monat garantiert. Kann jede Todesfallleistung entfallen, sind bis zu 40 Euro mehr drin. Dafür ist die Sofortrente steuerlich womöglich attraktiver als der Auszahlplan. Denn dessen Zinserträge unterliegen der Abgeltungssteuer. Bei der Sofortrente zählt dagegen nur der sogenannte Ertragsanteil der Monatsrente überhaupt zum steuerpflichtigen Einkommen. Wie hoch der ist, hängt vom Lebensalter bei Rentenbeginn ab. In unserem Musterfall, dem 65-jährigen Anleger, sind es 18 Prozent der Monatsrente. Die müssen mit dem persönlichen Steuersatz des jeweiligen Anlegers versteuert werden.

Das Testergebnis

Gute Bankangebote sind eine Rarität . Das Gros der Banken bietet für Auszahlpläne mit Kapitalverkehr im momentanen Niedrigzinsumfeld mit Zinsen zwischen 0,1 bis 0,8 Prozent kaum bessere Konditionen als für Tagesgeldkonten an. Hier lohnt der Abschluss nicht. Doch es gibt Ausnahmen. Immerhin offerieren die Spitzenreiter im Test zwischen 1,0 bis zu 2,30 Prozent Zinsen – je nach Laufzeit. Die meisten Institute schreiben diese Sätze aber höchstens für fünf, maximal zehn Jahre fest. Das reicht nicht, wenn die Zusatzrente für die gesamte Rentenphase verlässlich kalkuliert werden soll.
Lange Laufzeiten lohnen nicht . Bank-Auszahlpläne mit langer Laufzeit von bis zu 30 Jahren sind momentan dagegen eine Rarität. Verträge über 30 Jahre gibt es so gut wie gar nicht. Pläne mit 25 Jahren Laufzeit bieten lediglich vier Institute an, darunter zwei Bausparkassen. Mit Zinssätzen bis zu 1,75 Prozent werden zwar höhere Zinsen garantiert als für Sofortrenten vom Versicherer. Doch im besten Fall könnte unser 65-jährige Musterkunde bis zu seinem 90. Lebensjahr 410 Euro Zusatzrente erhalten, wenn er seinen gesamten Anlagebetrag von 100.000 Euro dem Entnahmedepot der Debeka Bausparkasse oder dem Max-Auszahlplan der Bausparkasse Mainz anvertraut. Das lohnt sich aber allenfalls für Vorsorgesparer, die Sicherheit und Bequemlichkeit schätzen, sich nach Vertragsabschluss um nichts mehr kümmern, aber genau wissen wollen, mit welcher Zusatzrente sie während der Vertragslaufzeit rechnen können. Auch sie sollten sich jedoch ernsthaft fragen, ob sie sich im aktuellen Zinstief wirklich über 20 Jahre und mehr binden wollen. Denn wenn die Zinsen am Kapitalmarkt in ein paar Jahren wieder steigen, gibt es für neue Auszahlpläne mit Sicherheit bessere Konditionen. Das Problem: Einmal abgeschlossen kommen Anleger aus ihrem Altvertrag nicht mehr raus. Denn Auszahlpläne von der Bank können nur in Ausnahmefällen vorzeitig gekündigt werden.

Clever kombiniert bringt mehr . Wer den Mut hat, auf steigende Zinsen zu spekulieren, kann den Anlagebetrag splitten und mehrere Sparpläne nacheinanderschalten. Dann ist in späteren Jahren womöglich etwas mehr Zusatzrente als heute drin. Dieses Modell gibt es aber nicht von der Stange. Es eignet sich daher nur für Anleger, die bereit sind, sich ihre optimale Zusatzrente mit etwas Zeit und Mühe selbst zusammenzustellen. Doch egal, ob lange Laufzeit oder mehrere nacheinandergeschaltete Verträge: Im Unterschied zur lebenslangen Rente vom Versicherer muss der Kunde beim Auszahlplan selbst festlegen, wie lang das Geld reichen soll. Auszahlpläne sind daher ganz nicht so bequem wie die klassische Leibrente, bei der der Versicherer diese Kalkulation übernimmt und auch noch zahlt, falls der Kunde so alt wird wie Johannes Heesters. Bei allen Bank-Auszahlplänen in unserem Test ist dagegen spätestens mit 90 Jahren Schluss. Dann ist im Modellfall das Kapital verbraucht. Wer von vornherein eine längere Laufzeit einplanen oder ein höheres Zusatzeinkommen im Ruhestand erzielen will, muss daher mehr Risiko bei der Kapitalanlage wagen. Dann sind höhere Renditen und damit höhere Entnahmebeträge und/oder längere Laufzeiten drin.

Anmerkungen: 1) Angaben mit Unsicherheit behaftet, weil Anbieter auf Anbietervorinformation trotz mehrfacher Aufforderung nicht reagiert hat oder Testteilnahme ablehnt. 2) Entnahmebetrag netto inklusive nicht garantiertem Gewinnzins von 0,25 Prozent. Kosten für laufende Verwaltung monatlich 5,00 Euro. Abschlusskosten einmalig: 300 Euro (sind in den Einmalbeitrag / Auszahlraten eingerechnet und werden nicht gesondert in Rechnung gestellt). Sonderkündigungsrechte bei eingetretener Arbeitslosigkeit, schweren Erkrankungen, Tod des Ehegatten, Senkung des Gewinnzinssatzes. 3) Onlinekonto. 4) Sparplan mit variablen Zinsen, konstante Sätze über die Laufzeit angenommen. 5) Zinsen nach Anpassung am 12.3.2015. 6) Onlinekonto. Eine vorzeitige Kündigung des Entnahmeplans durch den Kunden ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich, z.B. wenn die Fortführung des Vertrags für eine der Parteien unzumutbar ist. 7) Mit Ausnahme von Tod oder Erwerbsunfähigkeit ist das Depot nicht kündbar. 8) Angaben mit Unsicherheit behaftet, weil Anbieter auf Anbietervorinformation trotz mehrfacher Aufforderung nicht reagiert hat. Die Zinssätze wurden nach dem ÖKO-TEST Stichtag nach unten angepasst.
Legende: Entnahmepläne mit gleichem Rang sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Basis zur Ermittlung des Ranges sind die Zinssätze für die jeweilige Laufzeit. DieTestmethoden finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „1505“ eingeben.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Fondsrenten erhöhen die Chance auf Erträge . Die Fondsbranche hält als Alternative zu Versicherungen und Bank-Auszahlplänen sogenannten Fonds-Entnahmepläne bereit. Die können Anleger mittlerweile auch kostengünstig über Fondsvermittler und Direktbanken im Internet abschließen. Das hat den Vorteil, dass die Einstiegskosten entfallen. Vor allem Fondsvermittler bieten Fonds meist ohne Ausgabeaufschlag an. Das große Plus bei einem Fonds-Entnahmeplan ist aber die Aussicht auf höhere Erträge. So wären bei einem Entnahmeplan, der auf eine Mischung aus internationalen Aktien- und Rentenfonds setzt, im Schnitt der vergangenen 20 Jahre rund vier Prozent Rendite drin gewesen. Das reicht, um sich bei einem kostengünstigen Fondsvermittler für 25 Jahre eine Zusatzrente von 522 Euro im Monat zu finanzieren.
Mehr Ertrag mit Indexfonds? Alternativ kann der Entnahmeplan bei einigen Direktbanken und Fondsvermittlern auch mit kostengünstigen, börsennotierten Indexfonds, im Fachjargon ETF genannt, bestückt werden. Zumindest theoretisch müsste das eigentlich sogar einen Mehrertrag im Vergleich zum Fonds-Entnahmeplan bringen. Denn wenn man den wissenschaftlichen Studien vertraut, bringen kostengünstige ETF langfristig eine höhere Rendite als aktiv gemanagte Fonds, weil die internen Kosten nur einen Bruchteil der Gebühren ausmachen, die aktiv gemanagte Fonds verlangen. Doch in der Praxis wird dieser Vorteil zumindest teilweise aufgezehrt. Denn für den Verkauf von Anteilen werden sogenannte Transaktionskosten erhoben. Die werden überwiegend in Prozent des Entnahmebetrags berechnet und können je nach ETF variieren. Einige Depotstellen wie die Consorsbank bei AVL berechnen auch Fixkosten pro Rate. Das macht ETF-Entnahmepläne besonders teuer. Fixkosten lassen sich – anders als prozentuale Gebühren – aber mit einem Trick leicht reduzieren: Entscheidet sich der Anleger dafür, sich die Zusatzrente nicht monatlich, sondern in viertel-, halbjährliche oder jährliche Raten auszahlen zu lassen, sinken die Fixkosten entsprechend. Teuer werden ETF-Entnahmepläne bei manchen Fondsvermittlern wie der 4FreeAG auch, weil sie bei ETFs anders als bei aktiv gemanagten Fonds keine Rabatte auf die Depotkosten gewähren.

■ Etappenstrategie mit Bankund Fonds-Auszahlplänen. Im einfachsten Fall wird der Anlagebetrag von 100.000 Euro gesplittet und je zur Hälfte in einen Bank- und einen Fonds-Entnahmeplan mit jeweils 25 Jahren Laufzeit investiert. Wer jeweils den Topanbieter aus beiden Kategorien auswählt, kann sich so eine Rente von 466 Euro im Monat für 25 Jahre sichern. Das sind immerhin 56 Euro mehr im Monat als beim besten Bank-Auszahlplan über 25 Jahre. Wenn man den Anlagebetrag nicht nur splittet, sondern die Teilbeträge jeweils nur für bestimmte Zeiträume festlegt und die Anlagemischung anschließend umschichtet, kann nicht nur die Rente erhöht, sondern auch die Laufzeit verlängert werden. Wichtig dabei: Das für den jeweiligen Entnahmeabschnitt benötigte Kapital wird in den Bank-Auszahlplan gesteckt. So lässt sich die Zusatzrente verlässlich kalkulieren. Das restliche Kapital bleibt dagegen während der Entnahmephase im Fondsdepot und kann dort dank höherer Renditen weiter wachsen. Nach Ablauf des jeweiligen Entnahmeabschnitts wird umgeschichtet. Auf diese Weise lässt sich sowohl der Entnahmebetrag erhöhen als auch die Laufzeit des Entnahmeplans.

Anmerkungen. 1) Depot mit maximal zwei Fondspositionen. 2) Depot ab drei Fondspositionen. 3) Depot ausschließlich für Fonds der DeAWM-Gruppe. 4) Depot mit bis zu drei Fondsposten, ansonsten Anstieg der Depotkosten auf 35,00 Euro pro Jahr. 5) 0,1 Prozent Kosten bei Depotvolumen ab 100.000,00 Euro. 6) Depotgebühren nur bei Nutzung des elektronischen Postkorbs. 7) Depotführungsentgelt in Abhängigkeit vom verwahrten Fondsspektrum (keine zusätzlichen Kosten für Entnahmen. Beim Kauf der Fonds fällt eventuell eine Vertriebsprovision von 25 Prozent des im Verkaufsprospekt angegebenen maximalen Ausgabeaufschlages (= 75 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. 8) Inklusive kostenfreiem Abwicklungskonto. 9) Depotkosten im db PrivatDepot Comfort. 10) Kostenloses Depot ab einer Transaktion im Quartal (inklusive Sparplänen) oder ab einem Vermögensbestand von 10.000 Euro am Quartalsende (Depot plus Konten), ansonsten 2,95 Euro inklusive MwSt. Belastetes Depotentgelt wird als Orderguthaben für das Folgequartal eingestellt. 11) Nur dbX-tracker ETF.
Legende: Entnahmepläne mit gleichem Rang sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Basis zur Ermittlung des Ranges sind die Kosten für die jeweilige Laufzeit.
DieTestmethoden finden Sie unter www.oekotest.de →Suchen → „1505“ eingeben.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Auch Kapitalerhalt plus Rente sind möglich . Wer bereit ist, sich mit einer etwas geringeren Zusatzrente zu begnügen, kann aus der Etappenstrategie sogar ein Perpetuum mobile machen, bei dem das Kapital niemals ganz aufgezehrt wird – und noch die Enkel und Urenkel vom Geld profitieren. Der Trick: Wird der Anlagebetrag zu Rentenbeginn gedrittelt, reicht eine Fondsrendite von vier Prozent netto aus, um den Kapitalverzehr der ersten zehn Jahre vollständig zu kompensieren. Das bedeutet: Nach zehn Jahren steht im Fondsdepot wieder das ursprüngliche Gesamtkapital zur Verfügung – und das Spiel kann von vorn beginnen. Auf diese Weise wird eine dauerhafte Monatsrente finanziert – ohne das Kapital jemals aufzuzehren.
Maßgeschneidert oder von der Stange? Wer reine Fonds-Sparpläne der Etappenstrategie vorzieht, sollte aber niemals nur auf einen einzigen Fonds oder ausschließlich auf Aktien setzen, sondern den Entnahmeplan stets mit einer Mischung aus breit streuenden internationalen Aktien-, Renten- und Geldmarktfonds oder – ETF bestücken. Alternativ kommen auch erstklassige Mischfonds infrage. Solche Anlagemischungen gibt es bislang aber kaum von der Stange. Unter den getesteten Anbietern von Fonds-Entnahmeplänen halten lediglich Union Invest und Ebase solche „Fondsrenten“ bereit. Auf einen Preis-Leistungs-Vergleich haben wir daher mangels Masse verzichtet. Nur so viel: Die Fondsrenten sind zwar deutlich besser als die Leibrenten von Versicherern, aber niedriger als bei der selbst gebastelten Etappenstrategie oder dem individuellen Fonds-Entnahmeplan. Der Grund ist simpel: Die Verwaltung eines standardisierten Fonds-Entnahmeplans gibt es nicht zum Nulltarif. Sie kann – neben bis zu fünf Prozent Ausgabeaufschlag als Einstiegskosten und der Depotgebühr – jedes Jahr bis zu 1,39 Prozent vom Anlagebetrag allein für die Verwaltung kosten.

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Weitere detaillierte Testergebnisse wie Kosten oder Mindestanlagen der einzelnen Entnahmepläne finden Sie im Internet unter www.oekotest.de → Suchen → „M1505“ eingeben.

Anmerkungen. 1) Depot mit maximal zwei Fondspositionen. 2) Depot ab drei Fondspositionen. 3) Depot ausschließlich für Fonds der DeAWM-Gruppe. 4) Depot mit bis zu drei Fondsposten, ansonsten Anstieg der Depotkosten auf 35,00 Euro pro Jahr. 5) 0,1 Prozent Kosten bei Depotvolumen ab 100.000,00 Euro. 6) Depotgebühren nur bei Nutzung des elektronischen Postkorbs. 7) Depotführungsentgelt in Abhängigkeit vom verwahrten Fondsspektrum (keine zusätzlichen Kosten für Entnahmen. Beim Kauf der Fonds fällt eventuell eine Vertriebsprovision von 25 Prozent des im Verkaufsprospekt angegebenen maximalen Ausgabeaufschlags (= 75 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. 8) Inklusive kostenfreiem Abwicklungskonto. 9) Depotkosten im db PrivatDepot Comfort. 10) Kostenloses Depot ab einer Transaktion im Quartal (inklusive Sparplänen) oder ab einem Vermögensbestand von 10.000 Euro am Quartalsende (Depot plus Konten), ansonsten 2,95 Euro inklusive MwSt. Belastetes Depotentgelt wird als Orderguthaben für das Folgequartal eingestellt. 11) Nur dbX-tracker ETF.
Legende: Entnahmepläne mit gleichem Rang sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Basis zur Ermittlung des Ranges sind die Kosten für die jeweilige Laufzeit.
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