Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 13 Min.

TEST: AV-RECEIVER: Kräfte messen


video - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 06.04.2018

Der VSX-933 ist Pioneers erster neuer AV-Receiver im Jahr 2018. Den Exklusiv-Test des preislich attraktiven Netzwerkers haben wir zum Anlass genommen, insgesamt elf Geräte von Einstieg bis High-End in den Ring zu schicken.


Artikelbild für den Artikel "TEST: AV-RECEIVER: Kräfte messen" aus der Ausgabe 5/2018 von video. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: video, Ausgabe 5/2018

Bilder: Hersteller

Während erste neue TV-Geräte oder Beamer schon seit Februar nach und nach invideo Testräumen eintreffen, müssen wir uns bei den AV-Receivern erfahrungsgemäß noch ein wenig gedulden. Dabei wurden auf der CES in Las Vegas bereits richtige „Knaller“ angekündigt, wie etwa Denons 13-Kanal AV-Bolide AVC-X8500H.

Umso erfreulicher, dass wir rechtzeitig für diese Ausgabe ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von video. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 5/2018 von Rechtzeitig aufrüsten. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Rechtzeitig aufrüsten
Titelbild der Ausgabe 5/2018 von Ein großer: Lichtblick. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ein großer: Lichtblick
Titelbild der Ausgabe 5/2018 von GERÄTE 2018: On the road again. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
GERÄTE 2018: On the road again
Titelbild der Ausgabe 5/2018 von HÄNDLER DES MONATS: „Bild & Ton gehören zusammen“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
HÄNDLER DES MONATS: „Bild & Ton gehören zusammen“
Titelbild der Ausgabe 5/2018 von TEST: UHD-BEAMER: video KAUFTIPP: Das Spiel beginnt. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST: UHD-BEAMER: video KAUFTIPP: Das Spiel beginnt
Titelbild der Ausgabe 5/2018 von TEST: UHD-BEAMER: UHD in Bewegung. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST: UHD-BEAMER: UHD in Bewegung
Vorheriger Artikel
DIE BESTEN GERÄTE ZUR WM: WM 2018: Voll mit dabei
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel VIDEO | WWW.TECHNITE.VIDEO: Täglich video TV
aus dieser Ausgabe

... einen wahren Preis-Leistungs-Knaller aus dem 2018er Produktportfolio von Pioneer erhalten haben. Die Rede ist vom VSX-933, der für gerade einmal 550 Euro erstaunlich viele Features verspricht und ein wahrer Netzwerker zu sein scheint. Mit ebenfalls sieben Endstufen und immersivem Sound von Dolby und dts kommt Denons X1400H Verstärker ums Eck, der zwar nicht brandneu, aber dafür sehr gut ausgestattet zu sein scheint. Auch er hat es faustdick hinter den Ohren, was aktuelle Bild- und Tonformate angeht. Die Tests der beiden Geräte lesen Sie auf den ersten vier Seiten dieses AV-Receiver Rundumschlags.

Von Einstieg bis High End

Im Anschluss haben wir uns pro Kategorie (Einstieg, Mittelklasse und High End) je drei Modelle herausgepickt, die in den Tests der vergangenen Monate besonders herausgestochen sind. Das mag an einem bestimmten Feature, am Design, am exzellenten Preis-Leistungsverhältnis oder aber schlichtweg am beeindruckenden Heimkino-Erlebnis liegen. Beim einen oder anderen Modell dürfen wir uns im Laufe des Jahres 2018 sicherlich über einen Nachfolger freuen. Etwaige Schwachstellen wurden überarbeitet, an Bauteilen gefeilt und die Leistung optimiert. Ein Gerät mit neuer HDMI 2.1-Version wird es aber wohl noch nicht zum Testen geben, da müssen wir uns noch gedulden. Dolby Vision, HLG, eARC und zumindest zwei immersive Soundformate sind aber Pflicht. Wer spricht mit Alexa, wer mit Google? Wir sind gespannt. Bühne frei für insgesamt elf Heimkino-Experten! ▀

Denon X1400H // 550 Euro

Denon- und Marantz-Geräte gehören noch immer zu den einzigen AV-Receivern, die alle drei immersiven Soundformate integriert haben. Auro macht bei „nur“ sieben integrierten Endstufen allerdings wenig Sinn, weshalb wir beim Denon X1400H mit Dolby Atmos oder dts:X Vorlieb nehmen müssen. Über die beiden immersiven Formate sowie ihre potenten Upscaler Dolby Surround und dts Neural X freuen wir uns bei einem Gesamtpreis von gerade einmal 550 Euro aber umso mehr. Die X1000er Serie steht bei Denon für die E instiegsklasse, d ie aber mit so manchem Premium-Feature aufwartet. Ein echter Allrounder soll er sein, der X1400H. Also darf dieses Modell in unserer Bestenliste nicht fehlen.

Rein äußerlich reiht sich diese Heimkinozentrale im für die Marke typischen Design mit den zwei großen Drehreglern und aussagekräftigem Display ein. Zu den Must-Haves an der Front zählen die Kopfhörer-Buchse sowie USB, löblich ist außerdem der HDMI-Eingang, der sich wie alle weiteren Buchsen an der Rückseite auf den für 4K/UHD-Inhalte wichtigen Kopierschutz HDCP2.2 versteht. Was die Endstufen-Zuweisung angeht, hat man freie Wahl. Wir entscheiden uns zwischen der mietwohnungsfreundlichen Variante mit Dolby-Atmos-Aufsätzen und einer Montage an der Decke. Für die Stereo-Wiedergabe lässt sich keine eigene Einstellung, beispielsweise für das Mitspielen oder Pausieren des Sub-woofers abspeichern. Viele User dürften von der Audyssey MultEQ XT Automatik-Kalibrierung Gebrauch machen. Erfreulicherweise lässt sich die Einmessung sogar mit der neuen Editor-App ausbauen. Dafür muss man aber 20 Euro investieren.

Entertain-Künste

Wir starten mit einem Stereo-Durchgang und den Canton A45 Jubiläums-Boxen. Luftig-leicht und mit viel Taktgefühl spielt der Denon einen unserer Test-Favoriten von Tony Toni Toné, Anniversary. Dabei kommt die Stimme direkt aus der Mitte, ihr haftet eine angenehm warme Note an. Der günstige Preis ist dem X1400H im Zweikanal-Betrieb nicht anzuhören. Im Messlabor kommen wir zu einem äquivalenten Ergebnis: 112 bzw. 155 Watt an 8 bzw. 4 Ohm.

Nicht verwunderlich, dass die Leistung dann im Fünfkanalbetrieb etwas, exakt je 40 Watt abnimmt. Hört man genau hin und dreht den Volume-Regler fleißig nach rechts, machen sich diese Werte auch im Praxis-Durchgang bemerkbar. Das fällt beispielsweise bei Aufnahmen wie „Radioactive“ der Imagine Dragons auf, bei denen es mit kräftigeren Verstärkern etwas mehr zur Sache geht. Man darf an dieser Stelle aber auch den Preis nicht vergessen.

Dem

1 Wir loben die HEOS-App, die Zugriff auf Musik-Dienste wie Spotify oder Deezer bietet, die Hits am Handy abspielt oder auch vom Server zieht. Das sieht nebenbei gut aus und lässt sich sehr leicht bedienen. Rechts oben können wir bequem auf die Denon AVR Remote App umswitchen.

2 Mal eben umgeswitcht, und wir steuern den X1400H auch mit dem Smartphone oder Tablet.

3 Dabei müssen wir in Kauf nehmen, dass nicht alle Einstellungen analog derer mit dem Original-Geber festgelegt werden können. Darüber sehen wir aber hinweg.

Bei sieben Endstufen lassen sich hier auch „nur“ sieben Lautsprecher anschließen. An den mit „Back Surround“ beschrifteten Buchsen findet alternativ ein Pärchen Höhenlautsprecher oder Dolby Atmos Upfiring-Module Platz. Er verbindet sich wahlweise mit dem 2,4-oder 5-GHz-Netz.


Vision an Bord

Unsere vom LG UP970 zugespielten Dolby Vision Test-Blu-rays gibt der Denon mit Bravour an den TV weiter, auf den dynamischen HDR-Standard aus dem Hause Dolby versteht er sich schon jetzt. Was die Kompatibilität mit HDR10+-Inhalten angeht, zeigt man sich noch schweigsam.video hält Sie natürlich auf dem Laufenden.

Was im Vergleich zum Großteil der zuvor getesteten Denon-AV-Receiver nicht funktioniert, ist die Weitergabe von immersiven Tonformaten über den Audioreturnchannel. Womöglich kann ein Firmware-Update Abhilfe schaffen.

HEOS macht’s möglich

Wer unsere Tests regelmäßig verfolgt, dürfte über den Funktionsreichtum des HEOS-Multiroom-Systems bestens Bescheid wissen. Dennoch möchten wir kurz darauf eingehen, dass auch dieses Modell hier keine Ausnahme bietet. Wer nicht die entsprechende, für iOS und Android kostenlose App zu Hilfe zieht, dem entgeht ein breites Spektrum an Features. Beispielsweise haben wir so bequem Zugriff auf den heimischen NAS-Server und streamen unsere Files – wahlweise FLAC, DSD oder ALAC mit bis zu 192kHz / 24bit – direkt über das Drahtlosnetzwerk. Das funktioniert gut, auch wenn man etwas Geduld mitbringen muss.

Andere HEOS-kompatible Geräte lassen sich dann koppeln und im Synchronbetrieb oder einzeln anspielen.

Man findet sich gut zurecht. Über INFO erhält man zuverlässige Informationen über Audio Inund Output. Die Video-Sektion wird nicht näher erläutert.


Fazit

Auch wenn der X1400 den 2017er Modellen angehört, hat er noch außerordentlich viel zu bieten: Dolby Vision, 3D-Sound, zahlreiche Streaming-Features, eine grandiose HEOS-App und Hi-Res-Audio. Ein 4K-Upscaler für älteres Video-Material ist allerdings leider nicht an Bord. Zu guter Letzt darf im Fazit nicht unerwähnt bleiben, dass der X1400H besonders im Stereo-Durchgang, aber auch bei 3D-Sound Input angenehm natürlich und für seine Preisliga kräftig aufspielt.

CHECKLiSTE

▀ 3D-Sound
▀ HEOS (Multiroom) tolle App-Bedienung mit Umswitchen zwischen HEOS und Denon Remote
▀ Dolby Vision
▀ HDMI HDCP2.2 an der Front

Pioneer VSX-933 // 550 Euro

Pioneer startet das AV-Receiver-Line-up in diesem Jahr mit einer – wie der Hersteller selbst in seiner Pressemitteilung verkündet – neuen Generation von Netzwerk-Mehrkanal-Receivern. Den Anfang macht der VSX-933, der ab sofort seinen Vorgänger VSX-932 ablöst und ebenfalls sieben Endstufen für 7.1-oder 5.1.2-Setups bietet. Doch er bietet noch ein bisschen mehr als „nur“ Mehrkanalklang mit wahlweise Back-Surround-oder für die dritte Dimension zuständigen Boxen. Denn neben gefragten Standards wie HDR (Dolby Vision, HLG) oder Dolby Atmos/dts:X ist der VSX-933 auch mit allerlei Streaming-Features ausgestattet. Dazu später mehr.

Der Einrichtungsassistent führt durch die Basics wie Lautsprecher-Einmessung, WLAN-Setup oder seit Kurzem die Google Chromecast-Integration. Diese ermöglicht auch die bequeme Steuerung über kleine gesprächige Boxen, die inzwischen auch bei Onkyo (G3 mit Google Assistant, alternativ P3 mit Amazon Alexa) erhältlich sind.

Testbild Helligkeit Full HD, unskaliert: Das Bild wirkt im Vergleich zu unten weniger farbenfroh und minimal unscharf.


Testbild Helligkeit von Full HD auf 4K skaliert: Die Palmblätter gewinnen an Konturen, ohne zu überschärfen.


Mittendrin im Geschehen

Was das Eintauchen in zweidimensionale Dimensionen betrifft, kommt der „kleine“ VSX-933 schon einmal groß raus. Die Rennwägen umkreisen uns ohne hörbare Lücken, die hinteren Lautsprecher (nur zwei an der Zahl!) sind nicht als einzelne Schallquelle zu orten, sondern zaubern ein beeindruckend weites Panorama, das sich auch auf dem Weg nach vorne nicht verliert. Details und Effekte arbeitet der AV-Receiver gekonnt heraus, was auch für den dreidimensionalen Raum gilt. Bei „vollem“ 5.1.2-Betrieb und hoher Lautstärke beginnt er dann doch Schwä-che zu zeigen, was in Actionszenen oder Live-Konzerten mit Atmos-Ton auffällt. Im Stereodurchgang gefällt die breite Klangbühne, verschiedene Ebenen wie Chor und Hauptsänger kommen gut zur Geltung. Minimale Abstriche gibt es aber für die zwar exakt aus der Mitte ertönende, aber minimal „näselnde“ Stimmwiedergabe des Hauptprotagonisten. Bei Filmbetrieb, wenn diese aus dem Center kommt, entfällt der Kritikpunkt.

Wer gerne Musik streamt, diese aber nicht in hoher Auflösung vorliegen hat (wohlgemerkt versteht sich Pioneers Neuling auf High-Resolution Files mit 192kHz/24bit), aktiviert den Sound Retriever und profitiert prompt von präziseren Höhen und kräftigeren Bässen, kurzum einem dynamischeren Gesamterlebnis. Das Aufpäppeln des komprimierten Sounds klappt außergewöhnlich gut, ohne zu verfärben.

1 Richtig gut gefällt uns die Pioneer Controle App, die Zugriff auf sämtliche Streaming-Dienste, NAS-Server oder Internetradio bietet. Selbstverständlich fungiert sie auch als alternative Fernbedienung. Schön gemacht!

2 Auch klangliche Feinjustierungen lassen sich bequem via App steuern.

Im Vergleich zum Vorgänger wandern die Lautsprecher-Anschlüsse nach oben, wo außerdem ein weiteres Pärchen Platz findet. Gleichzeitig aktiv sind aber immer nur sieben Kanäle. HDCP 2.2 Kopierschutz unterstützen alle sieben HDMI-Buchsen (6x Eingang, 1x eARC/CEC Ausgang).


Gut skaliert

Was uns bei Pioneer schon in der Vergangenheit gut gefiel, war die Upscaling-Technik, die die Japaner in ihre AV-Receiver einbauen. Denn Full HD Bilder gewinnen auch hier an Schärfe und Konturen, ohne dabei unnatürliche Schattierungen oder merkwürdige Muster in die Testbilder hinzuzuschummeln. Gerade was die Farbe angeht, gewinnt das Bild bei Superauflösung 0, aber aktiviertem Skaler an Intensität und Sättigung (siehe Testbilder unten). Man könnte auch eine höhere Intensität wählen (0–3), was zwar im Vergleich zu Mitstreitern immer noch verhältnismäßig sanft ausfällt, aber für unseren Geschmack schon zu viel nachschärft.

Auch mit nativem 4K weiß der VSX-933 gut umzugehen. Er schleust die Video-Signale mit 4:4:4 Farbraum und 60p an den TV weiter. Dabei versteht er sich auch schon auf Dolby Vision. Selbst unseren VoD-Test mit Atmos-Ton von Netflix meistert er gekonnt. Da kommt das Kürzel „e“ für enhanced vor dem Wort ARC ins Spiel. Denn garantiert wird das Weiterleiten von immersiven Tonformaten wie Atmos oder dts:X, basierend auf ihren hochauflösenden zweidimensionalen Grundcodecs, erst mit der zukünftigen HDMI-Version 2.1. Atmos-Ton via Dolby Digital Plus kann aber heute schon über den Audio-Return-Channel weitergegeben werden.

Nicht unerwähnt lassen wollen wir die mögliche Integration in ein Multiroom-System via dts Play-Fi. Der herstellerübergreifende Standard ermöglicht auch das Zusammenspiel von Geräten unterschiedlichster Marken. Flare Connect setzt dem ganzen noch etwas oben drauf und ermöglicht das Verteilen lokal am VSX-933 angeschlossener Quellen im ganzen Haus. Außerdem lassen sich Abspiellisten aus verschiedenen Quellen erstellen.

An der Fernbedienung hat sich nichts geändert, der Info-Button gibt umfangreich Auskunft über Bild- und Ton In- und Output. Cool!


Fazit

Pioneer packt die Ausstattungsliste des VSX-933 so richtig voll. Da muss man Standards wie 3D-Tonformate oder HDCP2.2 Kopierschutz nicht mehr erwähnen. Dieser Streaming-Künstler lässt sich mit so ziemlich jedem Gerät im smarten Zuhause koppeln und sogar via Sprache steuern. Auch klanglich kann er für seinen moderaten Preis mit Detailreichtum und Mittendrin-Feeling überzeugen.

CHECKLiSTE

▀ 3D-Sound
▀ WLAN
▀ HDCP2.2
▀ Multiroom
▀ per Sprache steuerbar

Damit haben wir getestet

Justice League
Der Superhelden-Streifen bietet Ultra HDBilder inklusive Dolby Vision sowie Dolby Atmos Sound.


AUS DEM MESSLABOR

Denon AVR-X1400H

Der Klirr steigt wenig bis gar nicht an. Löblich ist bei Denon wie so oft der Eco-Mode, der den Verbrauch von 44 auf 33 Watt drosselt.

Pioneer VSX-933

Der Klirr könnte insgesamt etwas niedriger ausfallen. Mit 61 bzw. 64 Watt an 8/4 Ohm ist im Mehrkanalbetrieb noch Luft nach oben.

eARC: Die Wiedergabe von Dolby Atmos Content bei maxdome via ARC am Pioneer VSX-933 funktioniert schon jetzt einwandfrei (Test am LG OLED 65G6V).


Standpunkt

ANTONIA LAIER ,
REDAKTEURIN


In einer Zeit vor Spotify, YouTube, NAS-Servern oder – wenn man weit ausholen möchte – vor Drahtlos-Verbindungen geschweige denn dem Internet, hatten es Elektronik-Hersteller ziemlich einfach. Gut klingen musste der AV-Receiver, und noch ein ordentliches HD-Bild auf den Fernseher zaubern. Nicht mehr und nicht weniger. Heute setzen wir WLAN, Bluetooth, zugehörige Apps und Multiroom-Systeme voraus, statt explizit nach einem Häkchen in der Ausstattungstabelle zu suchen. Umso erfreulicher, dass bereits Einstiegsmodelle all diese genannten Features – und noch viele mehr – auf beziehungsweise im Kasten haben. Investieren wir mehr Geld, wirkt sich das hauptsächlich auf die Leistung der Geräte sowie deren Endstufen-Beschaffenheit und Anzahl aus. Für eine gute Kombi nimmt man idealerweise um die 1000 Euro in die Hand.

EINSTIEGSKLASSE

Denon HEOS AV-R // 900 Euro

Dieser Denon AV-Receiver ist keine Heimkinozentrale im klassischen Sinne, vielmehr ein schicker und wohnraumfreundlicher Vernetzungskünstler für das moderne und strippenfreie Zuhause. Was ihn auszeichnet: Für die Rear-Kanäle sowie den Subwoofer können die HEOS-WLAN-Lautsprecher ein-gesetzt werden. Wir sparen uns also eine lästige Verkabelung. Im Test erfolgt die Weitergabe der Signale synchron und ohne Aussetzer. Auch bei hoher Lautstärke und 5.1-Betrieb punktet der AVR mit einer dynamischen und kräftigen Wiedergabe, der HEOS Sub heizt gut ein. Erst bei sehr hohem Pegel stößt der AVR an seine Grenzen und wir müssen Genauigkeitsverluste hinnehmen. Für 900 Euro hat er aber nur fünf Endstufen an Bord, 3D-Sound ist somit nicht möglich. Es gibt kein On-Screen Menü, die visuelle Menüführung erfolgt durch die HEOS-App. Installation und Bedienung funktionieren schnell und zuverlässig.

Onkyo TX-NR676E // 650 Euro

Der 7.2-Kanal-Verstärker bietet Anschlüsse für Setups mit wahlweise zwei Back-Surround-oder Höhen-Lautsprechern und hat dementsprechend Decoder für Dolby Atmos und DTS:X samt deren Upmixer an Bord. Über die App greifen wir auf Spotify, Tidal und Co zu, auch die Wiedergabe vom NAS-Server ist möglich (auch mit Hi-Res Dateien bis zu 192 kHz, 24bit), inklusive Cover-Einblendung. Atmos-Content macht richtig Spaß, einzelne Effekte werden punktgenau platziert und die räumliche Abbildung stimmt. Der Onkyo spielt emotional auf und weiß den Hörer zu fesseln. Dafür müssen wir minimale Detailverluste hinnehmen, Stimmen werden eher warm und harmonisch als neutral und präzise wiedergegeben. Auf Dolby Vision versteht er sich schon heute, auf einen 4K-Upscaler für weniger hochauflösenden Content wurde leider verzichtet. Insgesamt packt Onkyo sonst alle Must-Haves in der Einstiegsklasse in den TX-NR676E.

Sony STR-DN1080 // 650 Euro

Bereits im Stereo-Durchgang begeistert der STR-DN1080 mit einer breiten Klangbühne, präziser Detailwiedergabe und guter Ortbarkeit. Mit 121 bzw. 180 Watt an 8 bzw. 4 Ohm können sich auch die Werte aus dem Labor für die Zweikanalwiedergabe sehen lassen. Insge-samt spielt er neutral, der eine oder andere dürfte einen Funken Emotionalität vermissen. Surround-Effekte meistert er gut, beim Zuspiel von 3DAudio (via Atmos und dts:X) weitet sich das Klangbild in die Vertikale aus. Neue Funktionen wie Phantom Surround Back hören sich vielver-sprechend an, vermitteln aber nur ein minimal intensiveres Hörerlebnis im hinteren Raumabschnitt. Praktisch ist die MusicService Taste zur direkten Wiedergabe von Spotify. Ein Video-Scaler (->4K) punktet mit mehr Präzision, ohne dabei zu überschärfen. Viel drin, viel dran!

MittelKLASSE

Denon X3400H // 1000 Euro

Der Denon versteht sich auf 4KInhalte, HDR10, HLG, den Kopierschutz HDCP2.2 und sogar Dolby Vision. Dank Video-Scaler gewinnt SD- und HD-Material an Schärfe und Konturen, ohne das in diesem Zusammenhang oft unschöne Dazuschummeln von seltsamen Mustern. Das macht er besser als manche „High-Ender“. Die 7-Kanal-Verarbeitung lässt den Anschluss eines 5.2-Setups und eines weiteren Boxenpärchens zu. Diese Anschlüsse nutzen wir für die 3D-Sound-Wiedergabe mit zwei Dolby Atmos enabled Speakern, die sich je nach Raumbeschaffenheit sogar auf den hinteren Boxen positionieren lassen. Da lässt D&M viel Spielraum – löblich! Tonal ist er dabei auf der angenehm warmen, harmonischen Seite unterwegs. Gut gefällt uns außerdem die optische Darstellung der via Spotify oder weiteren Diensten gestreamten Songs und auch der Einrichtungsassistent sowie das On-Screen Menü. Multiroom-Features gibt’s via HEOS.

Pioneer VSC-LX302 // 800 Euro

Der 7-Kanal AV-Receiver bildet den Einstieg in die gehobene LX-Modellkategorie, zu einem sehr attraktiven Preis. Auch wenn neun Lautsprecher-Anschlüsse die Rückseite zieren, müssen wir uns mit Maximal-Ausführungen von 7.2 oder 5.2.2 zufriedengeben. Nicht nur einzelne Effekte positioniert der LX-302 zielgenau an der Decke, sondern vermittelt neben Atmos auch mit dts:X ein schauriges Mittendrin-Feeling, ohne gekünstelt zu wirken. Zweidimensionalem Content verhelfen DTS NeuralX und Dolby Surround zu mehr Raum und Höhe, ein Crossformat-Upmixing lässt der Pioneer nicht zu. Dabei wächst der Klang auch im Stereo-Betrieb deutlich über die physischen Boxen-Abmessungen heraus – beeindruckend. Schade, dass sich EQ-Einstellungen lediglich eingangsübergreifend abspeichern lassen. Der Sound Retriever schraubt für unseren Geschmack allgemein den Bass zu sehr in die Höhe, päppelt aber komprimierten Content etwas auf.

Yamaha RX-A1070 // 1450 Euro

Das Wörtchen AVENTAGE im Modell-Namen steht hier nach wie vor für die Crème de la Crème ihrer Mehrkanal-AV-Receiver. Dieser hier bildet den Einstieg mit neun Endstufen, die wir logischerweise auch bezahlen müssen. Von allen HDMI-Buchsen schickt der Bo lide Bilder in 3840 x 2160 Pixeln inklusive HDR10-Daten zum TV durch. Nur der Eingang an der Front ist nicht für 4K-/HDR-Inhalte geschaffen. Dolby Vision und HLG sind auch hier Standard, der Video-Skaler bringt feinere Konturen, ohne zu Verschärfen. Schön gemacht! Man ist, was die Boxen-Platzierung und individuelle Bild-Justage anbelangt, etwas eingeschränkt. Dafür wird man mit tollem 2- und 3D-Sound entschädigt. Extra Punkte gibt es für die für Yamaha typischen zahrleichen DSP-Modi, die eindrucksvoll funktionieren. Außerdem an Bord: DAB+.

High End

Arcam AVR 850 // 5500 Euro

Nicht nur das puristische, sehr hochwertig in dunkelgrauem Metall gehaltene Design des Briten macht ihn zu etwas Besonderem. Arcam verspricht einzigartigen HiFi-Sound, was auf dieses Modell zutrifft. Auf der Rückseite kommen sieben vergoldete Boxen-Ausgänge zum Vorschein. Nach zwei Höhenka-nälen ist also Schluss, außer man behilft sich mit zusätzlichen Vorverstärkern für bis zu 7.1.4 Setups. Denn der Arcam hat Dolby Atmos und dts:X an Bord. Die Dirac Live Raumeinmessung funktioniert zuverlässig und ist sehr zufriedenstellend. Dazu müssen wir aber eine Software auf dem PC installieren. Mit 3D-Sound zeigt er sich nicht nur hochauflösend und detailgenau, sondern reißt uns mitten hinein. Im Stereomodus beansprucht Elton John den kompletten Hörraum für sich. Stimmen werden dabei klar und natürlich wiedergegeben. Die Menüführung mutet etwas veraltet an. 2018 ein No-Go: Es gibt kein WLAN.

Marantz SR8012 // 3000 Euro

Aktuell führt dieser 11-Kanal AV-Receiver aus dem Hause Marantz mit allen drei dreidimensionalen Tonformaten an Bord die Bestenliste an. Ein überdimensionaler Ringkerntrafo, monolithisch angeordnete Endstufen und spezielle, hochwertigste Materialien wie kupferbeschichtete Doppel-Chassis machen seinen besonderen Status aus. Selbstverständlich ist auch er abgesehen von Atmos, Auro und dts:X mit Dolby Vision, HLG, eARC und Hi-Resolution Audio bild- und tontechnisch auf dem aktuellsten Stand. Beim Video-Skaler müssen wir Punkte abziehen, ebenso für den nicht vorhandenen FM/AM-Radio. Insgesamt spielt er sehr kräftig (119/150 Watt bei 8/4 Ohm an fünf Kanälen) aber ebenso höchst feinfühlig, wenn gefragt. Cooles Extra-Feature: die Editor App zur Einmessungskorrektur, die zwar 20 Euro kostet, aber jeden Cent wert ist. HEOS ist auch an Bord und die Alexa-Sprachsteuerung soll via Update kommen.

Pioneer SC-LX901 // 3000 Euro

Wer die 11 Endstufen nicht voll ausnutzt, kann auch bis zu zwei Nebenräume mitbeschallen. Ansonsten profitiert man von unwahrscheinlich mitreißendem, kräftigen 3D-Sound mit Atmos und dts:X, auch schon mit nur zwei Höhenkanälen. Doch auch im Zwei kanal-Betrieb geht es zur Sache. Einzelne Instrumente lassen sich gut orten und dennoch bildet ihr Zusammenspiel ein harmonisches Ganzes. Besonders angetan sind wir von Dialogsequenzen: Stimmen werden unheimlich natürlich und deutlich wiedergegeben, ohne Details im Hinter-grund außer Acht zu lassen. Richtig schön gemacht ist die iControlAV5 App, die Zugriff auf Spotify, AirPlay oder den heimischen Musikserver bietet und auch als Fernbedienung fungiert. Mit 5 x 116/169 Watt an 8/4 Ohm bringt der Bolide auch im Messlabor ordentlich Power mit.