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TEST: AV-RECEIVER: Minimax-Prinzip


video - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 02.11.2019

Mit dem AVR-X1600H springt Denon in der Einstiegsklasse erstmals deutlich über die 500-Euro-Marke. Dennoch ist der AV-Receiver jeden Euro wert: Das Gerät unterstützt die aktuellsten HDMISpezifikationen und bietet auch sonst alles, was man so braucht.


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Bildquelle: video, Ausgabe 12/2019

Die übersichtlichen Fernbedienungen von Denon haben sich über die Jahre bestens bewährt. Der AVR-X1600H wird mit dem Modell RC-1227 geliefert.


Auch wenn Soundbars von Verkaufsrekord zu Verkaufsrekord jagen, der klassische AV-Receiver ist und bleibt das technische Herzstück einer hochwertigen Heimkinoanlage – vor allem dann, wenn mehrere Bildquellen mit ...

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... HDMI-Anschluss im Spiel sind. Mit Set-Top-Box, Blu-ray-Player und Spiele konsole sind immerhin schon drei Buchsen belegt, mit jeder weiteren HDMI-Quelle kommt man dann immer mehr in die Bredouille. Bei TV-Geräten ist spätestens ab vier Eingängen Schluss, Beamer, Soundbars und Aktivboxensysteme weisen oft sogar nur eine oder zwei HDMI-Buchsen auf. Wer da nicht ständig umständlich umstecken will, kommt um einen AV-Receiver eigentlich nicht herum – erst recht nicht, wenn zusätzlich auch noch Audioquellen wie CD-Player oder Plattenspieler angeschlossen werden sollen. Aber nicht immer benötigt man gleich einen schweren AV-Boliden mit zig Verstärkerkanälen, Mehrzonen betrieb und unzähligen Konfigurationsmöglichkeiten. Die aktuellsten Bild- und Tonstandards sollte so ein Gerät jedoch tunlichst beherrschen. Denn seit Streamingdienste wie Netflix ihre Inhalte in großem Umfang mit ultrahochaufgelösten und hochdynamischen Bildern sowie objektbasiertem 3-D-Ton liefern, sind AV-Receiver, die gänzlich ohne 4K- und HDR-Unterstützung oder ohne Dolby-Atmosund DTS:X-Kompatibilität daherkommen, nicht mehr zeitgemäß. Das wissen natürlich auch die Receiver-Experten von Denon, die deshalb in Sachen Technologie immer an der vordersten Front kämpfen.

Gelungener Einstieg

Auch der X1600H, das Einstiegsgerät aus Denons breitgefächerter X-Serie, die bis zum 13-Kanal-Flaggschiff X8500H reicht, beherrscht deswegen alle Formate, die derzeit im Bild- und Tonbereich relevant sind. Wie seine größeren Brüder aus der diesjährigen 600er-Modellreihe beherrscht auch er bereits den Kopierschutzstandard HDCP (High-band width Digital Content Protection) in der neuesten Version 2.3. Sie soll den bisher noch weit verbreiteten Standard HDCP 2.2 ablösen, der mittlerweile als geknackt gilt. Bei der Durchleitung von Videodaten gibt sich das Gerät ebenfalls keine Blöße: 4K-Bilder mit Wiederholraten von bis zu 60 Hz und voller 4:4:4-Farbauflösung akzeptiert es genauso wie die HDR-Standards Dolby Vision, HDR10 und HLG. Lediglich das Hochskalieren von Bildmaterial in geringerer Auflösung auf 4K ist mit dem X1600H nicht möglich, aber das überlässt man in den meisten Fällen ohnehin besser seinem TV-Gerät.

Insgesamt verfügt der Receiver über sechs HDMI-Eingänge, davon befinden sich fünf auf der Rückseite des Geräts und einer auf der Front. Das dürfte für die üblichen Anforderungen im Hausgebrauch mehr als ausreichend sein. Denon weist übrigens darauf hin, dass der Fronteingang nur für eine Datenrate von maximal 9 Gbps ausgelegt ist. Das reicht zwar grundsätzlich für 4K, aber nicht bei voller Farbtiefe oder maximaler Bildfrequenz. In der Praxis sollte diese Einschränkung aber kaum eine Rolle spielen. Will man tatsächlich 4K in höchster Qualität mit Datenraten von bis zu 18 Gbps zuspielen, muss man eben auf einen der rückseitigen HDMI-Eingänge zurückgreifen.

So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Für den durchschnittlichen Gerätepark im Wohnzimmer ist der X1600H mehr als ausreichend ausgestattet.


3-D-Experte

Sitzt, passt und hat Luft: Während die Digitaltechnik dicht gepackt ist, hat die Leistungselektronik genügend Luft zum Atmen.


Denon hat beim X1600H allerdings nur einen einzigen HDMIAusgang vorgesehen, der im Gegensatz zu seinen Vorgängern jedoch bereits ab Werk über einen erweiterten Audio-Rückkanal (eARC) verfügt. Anders als beim einfachen Audio-Rückkanal (ARC) kann er damit sowohl hochaufgelösten als auch objektbasierten TV-Ton, also Dolby TrueHD und Dolby Atmos oder DTS-HD Master Audio und DTS:X empfangen, sofern das der angeschlossene Fern seher auch entsprechend unterstützt. Dem Serien abend in bester Tonqualität steht damit aus rein technischer Sicht nichts mehr im Weg.

Maximal sieben Lautsprecher sowie zwei Subwoofer lassen sich an den X1600H anschließen. Damit kann man sich entweder für ein klassisches 7.1-Setup mit vier Surround-Kanälen oder ein 3-D-taugliches 5.2.2-Layout mit zwei Surround- und zwei Höhenkanälen entscheiden, wobei sowohl Front- als auch Decken- oder Aufsatzlautsprecher unterstützt werden. Dolby Atmos und DTS:X werden unabhängig von der Konfiguration verarbeitet. Die üblichen, von den beiden konkurrierenden Audiohäusern entwickelten Upmixer und Virtualisierer versetzen den AV-Receiver in die Lage, aus allen Setups einen maximalen 3-D-Effekt herauszuholen. Zwar sollte man sich dabei grundsätzlich an das Motto „weniger ist mehr“ halten, aber andererseits sind solche Technologien durchaus in der Lage, äußerst beeindruckende Klangkulissen zu erzeugen. Daher gilt: Ausprobieren schadet nichts – eigentlich kann man nur gewinnen.

Selbst in der Einsteigerklasse darf eine automatische Einmessfunktion nicht fehlen. Denon hat den X1600H allerdings mit der etwas einfacheren Audyssey-Variante MultEQ XT ausgestattet, die besonders im Bassbereich nicht ganz so genau arbeitet. Aber das lässt sich angesichts des Preises leicht verschmerzen, und eine ausreichend genaue Korrektur erlaubt das System allemal.

Im Praxistest ging der Receiver zwar nicht ganz so feinfühlig zu Werke wie die größeren Modelle, überzeugte aber mit klar strukturierten und besonders lebendigen Klangszenen.

Fazit

Mit dem AVR-X1600H liefert Denon ein preiswertes Rundum-sorglos-Paket für Ein- und Aufsteiger. Bild- wie tonseitig ist das Gerät auf dem aktuellsten Stand und unterstützt bereits zahlreiche Spezifikationen des neuesten HDMIStandards 2.1. Ein Kopfhörerausgang, eine integrierte Phonostufe sowie seine Streamingfunktionen und die HiRes-Tauglichkeit runden die Ausstattung auch in Sachen HiFi ab. Klangqualität und Ausgangsleistung sind für diese Preisklasse absolut akzeptabel – wer hier noch mehr erwartet, muss eben deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Damit haben wir getestet

Kill Bill. Der Tarantino-Klassiker ist für die perfekt inszenierte, aber äußerst blutige Martial-Arts-Action bekannt. Soundsystemen verlangt die 5.1-Tonspur Höchstleitungen ab.

AUS DEM MESSLABOR

Verzerrungsverhalten

Bei niedriger Ausgangsleistung dominieren zwar die ungeraden Klirrkomponenten (grün, schwarz), die Denon jedoch etwas besser im Griff hat als beim Vor-Vorgänger X1400H. Insgesamt bewegen sich die Verzerrungen noch auf einem akzeptablen Niveau und steigen erst in der Nähe der Leistungsgrenze merklich an.

Klirrspektrum

Die geringen Störungen unterhalb der Testfrequenz (1.kHz) weisen auf ein durchdachtes Netzteil hin. Oberhalb der Testfrequenz sind aber deutlich die harmonischen Verzerrungen zu erkennen. Sie enthüllen, dass der X1600H von Denon nicht so akribisch ausgelegt wurde wie höherwertige Modelle aus der Serie.