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TEST Babycremes: Gut geschmiert


ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern - epaper ⋅ Ausgabe 4/2010 vom 28.04.2010

Babyhaut ist besonders sensibel. Darauf stellen sich immer mehr Hersteller ein. Fast alle Babycremes, die wir getestet haben, waren „gut“ oder „sehr gut“. Nur ein Produkt bekam ein „ausreichend“.


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Foto: amw-photography.de

Trockene Hautstellen lassen sich mit einer guten Creme pflegen.


Foto: amw-photography.de

Kirsten hat noch zehn Tage. Und so richtig klar ist nichts: Was brauchen Babys? Ein tägliches Bad? Creme? Immerhin ist sie nicht allein. Zusammen mit fünf anderen Frauen und drei Vätern in spe sitzt sie auf einer roten Turnmatte auf dem Boden einer Frankfurter Praxis. „Ich bin da, um euch zu sagen, ...

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Kirsten hat noch zehn Tage. Und so richtig klar ist nichts: Was brauchen Babys? Ein tägliches Bad? Creme? Immerhin ist sie nicht allein. Zusammen mit fünf anderen Frauen und drei Vätern in spe sitzt sie auf einer roten Turnmatte auf dem Boden einer Frankfurter Praxis. „Ich bin da, um euch zu sagen, was ihr nicht braucht“, sagt Christiane Dornheim und schaut aufmunternd in die Runde. „Die Werbeflut ist massiv – vertraut eurer Intuition.“ Die Kinderkrankenschwester weiß, wovon sie redet: Sie ist nicht nur selbst dreifache Mutter, sondern gibt auch seit 13 Jahren Kurse zur Säuglingspflege. Sie hält ein paar Dosen und Tuben in die Höhe. „Diese ganzen Wundercremes – eine intakte Haut braucht das nicht.“ Babyhaut von vornherein einzukleistern, sei nicht nötig. „Die Frage ist, was für einen Hauttyp euer Nachwuchs hat. Und das findet man oft erst nach dem dritten Mal Baden raus.“

Die Krankenschwester hat den Eindruck, dass das Überangebot an Babycremes viele verunsichert. Die angehenden Mütter würden sich oft durch die ganze Palette kaufen. „Dabei kann man Babyhaut auch schnell überpflegen“, warnt sie. „Sie ist ja noch im Werden.“

Kirsten streicht sich über den Bauch: „Also gar keine Cremes?“ Die Kursleiterin zögert: „Sie sind erlaubt, wenn die Haut es nicht allein schafft“, sagt sie. Am besten seien Produkte auf pflanzlicher Basis mit möglichst wenig Zusätzen. Wer sein Baby doch lieber mit einer Creme versorgen möchte, steht vor der Qual der Wahl: Welche ist die Richtige? Wir haben 20 Babycremes in die Labore geschickt. Die Produkte stammen aus Drogerien, Supermärkten, Apotheken und Naturwarenläden. Wir wollten wissen, ob sie bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten.

Das Testergebnis

▀ Die Mehrzahl der Cremes schneidet mit „sehr gut“ ab. Drei Produkte sind immerhin noch „gut“. Einziger Ausreißer: DieEau Thermale Avène Pédiatril Feuchtigkeitscreme von Pierre Fabre aus der Apotheke bekommt nur ein „ausreichend“. Sie ist mit 15 Euro pro 100 Milliliter auch noch mit Abstand die teuerste Creme im Test.
▀ Das Produkt von Pierre Fabre ist zwar parfümfrei, enthält aber eine Silikonverbindung – ein künstliches Fett, das meist aus Erdöl gewonnen wird und sich nicht so mühelos ins Gleichgewicht der Haut integriert wie natürliche pflanzliche Öle. Zudem enthält die Creme die halogenorganische Verbindung Chlorphenesin. Sie wird als Konservierungsmittel eingesetzt und gilt als allergieauslösend.
▀ Künstliche Fette und Öle stecken auch in derKaufmann’s Haut- und Kinder-Creme und in derPenaten Baby Pflegecreme, die deshalb nur mit „gut“ bewertet werden.
▀ In derBabyline Baby-Zartcreme haben wir Hydroxycitronellal entdeckt, ein Duftstoff, der Allergien auslösen kann. Auch diese Creme schneidet nur mit „gut“ ab.
▀ Erfreulich ist, dass in keiner getesteten Creme Formaldehyd/-abspalter und PEG/PEG-Derivate stecken.

Unsere Empfehlungen

▀ Reiche Auswahl an „sehr guten“ Produkten. Die Preisunterschiede sind allerdings enorm, auch für den kleinen Geldbeutel gibt es genügend Alternativen.
▀ Wer auf Duft verzichten möchte, kann die „sehr gute“Bübchen Babys First Pur & Sensitiv Pflegecreme ohne Parfüm ausprobieren.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 129.
Abkürzungen: n.u. = nicht untersucht, weil sich dieser Parameter durch die Zusammensetzung des Produktes erübrigt.Anmerkungen: 1) Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Enthält halogenorganische Verbindungen. 3) Enthält mehr als ein Prozent Paraffine/paraffinähnliche Erdölprodukte und/oder apolare Silikonverbindungen. 4) Enthält Hydroxycitronellal. 5) Laut Anbieter ist das Produkt ab der Charge 19.12.2011 frei von Hydroxycitronellal. 6) Laut Anbieter wird das Produkt im Laufe dieses Jahres auf die MarkeBabysmile (Schlecker) umgestellt. Geringe Restbestände derBelino Gesichts- und Pflegecreme seien noch im Handel. Die Zusammensetzung entspreche schon jetzt derBabysmile Gesichts- und Pflegecreme. 7) Laut Anbieter soll das Produkt 2010 überarbeitet werden. Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur Abwertung um zwei Noten führen: halogenorganische Verbindungen. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Duftstoffe, die Allergien auslösen können (Cinnamyl Alkohol, Hydroxycitronellal, Lyral); b) mehr als ein Prozent Paraffine/paraffinähnliche Erdölprodukte und/oder apolare Silikonverbindungen. Unter Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: ein Umkarton, der kein Glas schützt. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir (die vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Testmethoden: Formaldehyd/-abspalter: saure Wasser- dampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol, Bestimmung mittels Fotometrie. Halogenorganische Verbindungen (falls nicht deklariert): a) Wasserdampfdestillation; Binden der organischen Halogene an Aktivkohle. Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom. Microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts, b) Reinigung der Proben mit Kieselgel. Extraktion mit Essigester. Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom. Microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Diethylphthalat/Duftstoffe, die Allergien auslösen können/weitere Duftstoffe/Nitromoschus-Verbindungen/polyzyklische Moschusverbindungen/Majantol: Extraktion mit TBME, GC-MS. Paraffine/apolare Silikonverbindungen/ Erdölprodukte: Deklaration und/oder HPLC/RI, teilweise erweitert mit GC/MS. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Röntgenfluoreszenzanalyse. Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Kompakt Babypflege 4/2009. Aktualisierung von Testergebnissen und Angaben, sofern Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung geändert und ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.
Anbieterverzeichnis: siehe Seite 128.

Interview Gesunde Haut regeneriert sich selbst

Dr. Julika Kelber ist Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin mit dem Schwerpunkt Kinder- Pneumologie und Allergologie in Lüneburg.

ÖKO-TEST: Braucht Babyhaut überhaupt zusätzliche Pflege?
Kelber: Nein, das muss nicht sein. Wenn die Haut symptomfrei, also nicht rau und trocken ist und keine Ekzeme hat, ist eine Creme gar nicht nötig.

ÖKO-TEST: Welche Creme ist bei Problemhaut richtig?
Kelber: Was für eine Creme man nimmt, muss man je nach Symptom entscheiden. Das kann auch ruhig eine normale Pflege aus der Drogerie sein. Man sollte allerdings darauf achten, dass sie keine Duftstoffe enthält. Darüber hinaus braucht trockene Haut eine regelmäßige Pflege mit einer Wasser-in-Öl-Emulsion. Beim fettigen Hauttyp, wie ihn zum Beispiel Babys mit Milchschorf haben können, sollte man eher auf einen hohen Wassergehalt der Creme setzen. Ist die Haut allerdings krankhaft verändert, ist eine richtige Therapie beim Arzt notwendig, etwa wenn die Reizungen nicht abklingen oder stärker werden.

ÖKO-TEST: Wann sollte eine Creme sofort abgesetzt werden?
Kelber: Man merkt ja schnell, ob die Haut eine Pflege nicht verträgt: bei einem akuten Schub, einer Verschlechterung des Hautbildes. Es gilt der Grundsatz: Je röter die Haut, desto weniger Fettgehalt sollte die Creme haben.