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TEST Babyfeuchttücher Po-Beduftung


ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 9/2016 vom 08.09.2016

Problematische Konservierungsmittel und Parfüm sind nicht gerade das, was sensible Babypopos brauchen. Doch es gibt auch etliche empfehlenswerte Produkte.


Artikelbild für den Artikel "TEST Babyfeuchttücher Po-Beduftung" aus der Ausgabe 9/2016 von ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie, Ausgabe 9/2016

Seit Jahren erleben fertig abge packte Feuchttücher einen anhaltenden Boom. Der Markt ist kaum noch zu überblicken. Fast jede Super- und Drogeriemarktkette hat inzwischen eine eigene Marke, mittlerweile gibt es auch Naturkosmetikprodukte im Sortiment. Vorteile, mit denen sie alle punkten: Sie sind praktisch, schnell griffbereit und man muss sich nach Gebrauch nicht um das Waschen kümmern, sondern kann sie einfach wegwerfen. Wer möchte da noch ganz ...

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... altmodisch zu Waschlappen und Wasser greifen?

Dabei hat die althergebrachte Methode durchaus ihre Vorteile. Auch wenn ÖKO-TEST damit zuweilen in die Müsliecke gerückt wird, empfehlen wir diese Art der Reinigung seit Jahren. Und der wissenschaftliche Stand gibt uns recht. Einen Waschlappen zu benutzen mag zwar aufwendiger sein. Aber man kann sicher sein, dass so beim Säubern von Babys Po keine unerwünschten Inhaltsstoffe an die Haut gelangen. Wenn auch die Hersteller von Babyfeuchttüchern inzwischen auf bedenkliche Inhaltsstoffe wie Parabene, Formaldehyd/-abspalter oder Methyl isothiazolinon verzichten, sind die Produkte weiterhin das, was sie schon immer waren: Wasser plus Chemie. Exper ten und Hebammen raten deshalb, nach Möglichkeit auf Babyfeuchttücher zu verzichten und nur mit Wasser zu reinigen. Zudem ist dies günstiger und man kann dabei auch warmes Wasser benutzen – Babys mögen in der Regel keine kalten Tücher an ihrem Po.


Feuchttücher enthalten neben Wasser chemische Zusätze


Liest man die Versprechen der Anbieter auf den Packungen, gewinnt man den Eindruck, Babyfeuchttücher seien so ziemlich das Zarteste, Reinste und Beste, was man der Babyhaut im Windelbereich bieten kann. „So mild wie pures Wasser“, wirbt etwa Penaten. Und Pampers findet sogar noch eine Steigerungsform: „Milder als Wasser“. Pures Wasser ist es allerdings nicht, womit die Wegwerflappen getränkt sind. Neben Wasser enthalten Babyfeuchttücher eine ganze Reihe von Zusätzen, ohne die die Tücher sehr schnell schimmeln oder austrocknen würden. Ganz weit vorne stehen meist Konservierungsmittel. ÖKO-TEST testet daher immer wieder Babyfeuchttücher und weist dabei auf problematische Inhaltsstoffe hin. Diesmal haben wir 43 Produkte eingekauft und unter die Lupe genommen.

ÖKO-TEST rät

■ Achten Sie beim Einkauf darauf, ob in der Inhaltsstoffliste noch der Konservierungsstoff Polyamino propyl Biguanide (PHMB) auftaucht. Möglicherweise sind trotz Verbot noch einzelne Produkte mit diesem Stoff im Handel. Haben Sie solche Tücher bereits zu Hause, schicken Sie sie am besten aus Protest an den Hersteller zurück.

■ Wenn der Wickeltisch nicht sowieso im Badezimmer steht, lässt sich mithilfe eines Behälters, der mit warmem Wasser gefüllt ist, und Waschlappen fast so unkompliziert arbeiten wie mit Feuchttüchern.

Kompakt

Konservierer in der Kritik

Empfindliche Haut im Windelbereich : Seit Jahren wechseln die Hersteller von Babyfeuchttüchern von einem Konservierer zum nächsten, da gerade im empfindlichen Windelbereich immer mehr Stoffe verboten werden. Um die Tücher haltbar zu machen, sind Konservierungsmittel nötig, sonst würden die wasserhaltigen Erzeugnisse schnell verkeimen. Nicht alle Substanzen sind gut verträglich und unbedenklich. Ein verbreiteter Konservierer ist Phenoxyethanol.

Der gute alte Waschlappen ist immer noch die beste Alternative.


■ PHMB (Polyaminopropyl Biguanide) ist europaweit als CMR-Stoff klassifiziert, da er im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Damit gehört er zu jenen Substanzen, die nach EU-Recht in Körperpflegeprodukten verboten sind. Daran ändert auch nichts, dass der Stoff (noch) auf der Liste der erlaubten Konservierungsmittel steht. Im Juli 2015 stufte das wissenschaftliche EU-Beratergremium SCCS den bislang erlaubten Höchstgehalt in Kosmetika von 0,3 Pro zent als nicht sicher für Verbraucher ein. Nun hat die Kosmetikindustrie eine Absenkung des Höchstgehalts vorgeschlagen. Ob dieser dann sicher ist, muss erst noch bewertet werden: Also alles noch in der Schwebe.

■ AuchPhenoxyethanol wurde vor Kurzem vom Beratergremium der EU (SCCS) bewertet. Hintergrund ist eine Risikoabschätzung der französischen Arzneimittelbehörde ANSM von 2012. Sie hatte vorgeschlagen, Phenoxyethanol in Produkten für den Windelbereich für Kinder unter drei Jahren zu verbieten. Das SCCS sieht den Stoff jedoch bis zu einer Konzentration von einem Prozent als sicher an, auch bei Kleinkindern. Konservierungsmittel werden üblicherweise nicht in dieser Größenordnung eingesetzt. Bei dem Konservierer geht es nicht um Krebsverdacht, sondern um andere mögliche toxische Wirkungen.

Das Testergebnis

Überwiegend positiv. Mehr als drei Viertel der getesteten Produkte wird von uns nach aktuellem Forschungsstand mit „sehr gut“ und „gut“ bewertet und ist damit als schnelle Alternative zu akzeptieren. Im Rest stecken zu problematische Inhaltsstoffe. Die Hersteller haben jedoch nachgebessert: Kein Produkt enthält mehr das Konservierungsmittel Polyaminopropyl Biguanide (PHMB). Der Stoff ist inzwischen von der EU in Kosmetikmitteln verboten.

„Sensitiv“ kein Qualitätsurteil. Zwar sind alle 23 als „sensitiv“ oder „parfümfrei“ ausgelobten Produkte im Test tatsächlich frei von Parfüm. Doch vier Produkte enthalten PEG/PEG-Derivate. Im sensitiven Produkt von Real Quality stecken umstrittene halogenorganische Verbindungen, die das von uns beauftragte Labor im parfümierten Produkt von Real nicht nachwies.

Gar nicht dufte! Alle Feuchttücher, die parfümiert sind, haben wir um eine Note abgewertet, weil Parfüm an der empfindlichen Analregion nichts zu suchen hat. Die gute Nachricht ist, dass das von uns beauftragte Labor zumindest keine der als besonders problematisch bekannten Duftstoffe gefunden hat.

Umstrittene Rückstände . In drei Produkten wies ein Labor umstrittene halogenorganische Verbindungen nach. Sie könnten Rückstände aus dem Bleichen sein. Es handelt sich um eine Gruppe von mehreren Tausend Stoffen, die Brom, Jod oder (meistens) Chlor enthalten. Vie le gelten als al ler gieauslösend, manche erzeugen Krebs, fast alle reichern sich in der Umwelt an.

Unterwegs ist es schon sehr bequem, mit – natürlich unbelasteten – Feucht tüchern die Schokoladenschnute des Großen oder den Po des Kleinen zu reinigen.


Verzicht auf PEG/PEG-Derivate . Wie schon in unserem vergangenen ÖKOTEST Feuchttücher gibt es eine posi tive Nachricht: Abgesehen von Pampers, Bella Baby und Huggies verzichten alle Anbieter in ihren Rezepturen auf PEG/ PEG-Derivate, die als Emulgatoren oder Tenside dienen, aber die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können.

Unter Beobachtung : Ein Großteil der Produkte im Test enthält Phenoxyethanol. Das SCCS, das Beratergremium der EU, hat den Stoff vor Kurzem wegen einer möglichen leberschädigenden Wirkung bewertet und bis zu einem Gehalt von einem Prozent als sicher angesehen. So viel Konservierungsmittel wird nicht eingesetzt. Wir haben zwei Produkte exemplarisch prüfen lassen; sie bleiben eindeutig darunter.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 238. Anmerkungen: 1) Zertifizierte Naturkosmetik. 2) Weiterer Mangel: Das Produkt ist als hypoallergen ausgelobt, ohne dass der Anbieter auf Anfrage einen Nachweis dafür erbracht hat. 3) Preisberechnung basiert auf einem Mehrfachpack.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in der alphabetischen Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) PEG/PEG-Derivate; b) halogenorganische Verbindungen. Zur Abwertung um eine Note führt: Parfüm. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note der Deklarationsmangel: Das Produkt ist als hypoallergen ausgelobt, ohne dass der Anbieter einen Nachweis dafür erbringt. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Werbeaussagen nicht blind vertrauen! Auslobungen auf den Packungen wie „für sehr sensible Haut geeignet“ oder „dermatologisch geprüft“ haben keine Aussagekraft, da auch solche Produkte Zutaten enthalten können wie PEG/ PEG-Derivate.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „N1609“ eingeben.

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 3/2016. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.
Preisberechnung basiert auf unterschiedlichen Produktgrößen oder Einzelpackungen (kaufmännisch gerundet).

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.


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