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TEST Babyflaschen: Endlich ohne Bisphenol A


ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 9/2011 vom 23.09.2011

Auch wenn das Baby die Brust bekommt – spätestens mit dem ersten Tee schaffen sich viele Eltern eine Flasche an. Zum Glück können wir die meisten Produkte rundum empfehlen. Nur bei zweien gab es geringe Punktabzüge.


Artikelbild für den Artikel "TEST Babyflaschen: Endlich ohne Bisphenol A" aus der Ausgabe 9/2011 von ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie, Ausgabe 9/2011

In der Antike wurden sie aus Ton hergestellt, später verwendete man bisweilen Kuhhörner oder Bierflaschen, in die ein Baumwolllappen gestopft wurde. Die Rede ist von Babyflaschen. Wenn ein Säugling Babynahrung bekommt, brauchen Eltern sie immer, aber auch, wenn Mama stillt, sollte eine im Haushalt sein. So kann das Kleine auch unterwegs trinken oder Papa mal die Nachtschicht übernehmen. ...

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In der Antike wurden sie aus Ton hergestellt, später verwendete man bisweilen Kuhhörner oder Bierflaschen, in die ein Baumwolllappen gestopft wurde. Die Rede ist von Babyflaschen. Wenn ein Säugling Babynahrung bekommt, brauchen Eltern sie immer, aber auch, wenn Mama stillt, sollte eine im Haushalt sein. So kann das Kleine auch unterwegs trinken oder Papa mal die Nachtschicht übernehmen.

Praktischerweise bestehen inzwischen die meisten Nuckelflaschen aus bruchsicherem Kunststoff. Pro Jahr werden allein in Deutschland fast sechs Millionen Stück verkauft. Dem konnten auch die Skandale um Bisphenol A (BPA) nichts anhaben. Die Chemikalie ist Grundbaustein von Polycarbonat; das ist ein stabiler, glasklarer und hitzebeständiger Kunststoff, der untrennbar mit unserem Alltag verwoben ist: Autoteile, Brillengläser, CDs, Spielzeug, Beißringe oder Babyflaschen – überall kann BPA drinstecken.

ÖKO-TEST hat schon vor gut sieben Jahren nachgewiesen, dass sich BPA aus Babyflaschen lösen kann. Wie gefährlich die Massenchemikalie ist, darüber streiten die Experten. Fest steht aber: BPA hat eine ähnliche Wirkung auf den Körper wie das weibliche Hormon Östrogen. Säuglinge, deren Hormonsystem noch nicht ausgereift ist, kann es besonders stark beeinflussen.

Einige Wissenschaftler warnen, es gebe Hinweise, der Stoff könne auch in kleinster Dosierung bei Babys und Kleinkindern die Hirnentwicklung beeinträchtigen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält dagegen die im Alltag aufgenommenen Mengen für so gering, dass sie keine Gefahr sieht. Umweltbun-desamt (UBA) und Umweltverband BUND werfen der EFSA vor, einseitig von den Interessen der Industrie beeinflusst zu sein.

Erst jetzt hat die EU-Kommission die Notbremse gezogen: Seit März 2011 darf BPA nicht mehr für die Herstellung von Babyfläschchen verwendet werden, Verkauf und Import sind seit Juni 2011 untersagt. In Frankreich und Dänemark gibt es schon länger Verbote, ebenso in Kanada und in mehreren US-Bundesstaaten. Auch die meisten Hersteller haben längst umgestellt.

Wir haben 14 Flaschen und dazu passende Silikonsauger eingekauft, um zu sehen, ob problematische Stoffe enthalten sind. Außerdem ließen wir sensorisch prüfen, ob die Flaschen auffällig riechen.

Das Testergebnis

■ Eltern können beruhigt zur Babyflasche greifen. Die BPA-Problematik scheint Schnee von gestern zu sein. Alle 14 Produkte, die wir eingekauft haben, sind frei von BPA. Auch sonst waren keine problematischen Substanzen nachweisbar. Gleiches gilt für die getesteten Sauger, an denen wir – was die Inhaltsstoffe betrifft – rein gar nichts auszusetzen haben.
■ Bei unserem Einkauf für den Test im Januar 2011 sah die Situation noch anders aus. Zu diesem Zeitpunkt fanden unsere Einkäufer zwei Babyflaschen aus BPA-haltigem Polycarbonat im Handel, nämlich die Bruin Babyflasche 250 ml, Bären, rot von Spielwarenanbieter Toys-R-Us und die Reer für’s Baby Flasche 250 ml, Bärchen, rot. In beiden konnte das von uns beauftragte Labor BPA nachweisen, nachdem die Flaschen unter alltagsnahen Bedingungen gereinigt und mit Milch beziehungsweise Wasser erhitzt wurden. Wer diese Produkte noch verwendet, sollte sie schleunigst entsorgen und durch eine unbedenkliche Flasche ersetzen.
■ Einige Babyflaschen müffeln etwas nach Kunststoff. Laut Herstellerempfehlung sollen sie vor dem ersten Gebrauch ausgekocht werden, danach ist der Geruch in der Regel kein Problem mehr. Nur bei der Baby-Nova und Mollis Weithalsflasche haben unsere Sensoriktester ein schwaches Aroma erschnüffelt. Laut Gesetz ist dies noch kein Grund zur Beanstandung. „Stopp“, sagt dagegen die Beauftragte für Stillen und Ernährung des Deutschen Hebammenverbands, Lisa Fehrenbach: „Gerade Babys sind sehr empfindlich und reagieren sensibel auf ungewohnte Gerüche.“ Wir werten um eine Note ab.
■ Viel Geld für eine Babyflasche ausgeben, muss nicht sein; eine „sehr gute“ Flasche (Babysmile von Schlecker) ist schon für 1,79 Euro zu haben.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern: siehe Seite 162.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 2) Weiterer Mangel: Gebrauchs-/Warnhinweise „Vor jedem Gebrauch den Sauger überprüfen und in alle Richtungen ziehen“, „Nicht direktem Sonnenlicht und Wärme aussetzen oder in Desinfektionsmitteln über die angegebene Dauer hinaus belassen“ fehlen am passend zur Flasche angebotenen Sauger. 3) Laut Anbieter ist nur der durchsichtige Flaschenbehälter aus Polyamid, die Dichtungsringe sind aus Silikon, die Kappe aus Poly ethylen und gelbe Teile aus Polypropylen.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Flasche führt zur Abwertung um eine Note: etwas auffälliger Geruch der Flasche nach dem Auskochen. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) fehlende Gebrauchs-/Warnhinweise, unter anderem „Vor jedem Gebrauch den Sauger überprüfen und in alle Richtun-gen ziehen“ und „Nicht direktem Sonnenlicht und Wärme aussetzen“; b) PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. Das Testergebnis beruht auf dem Testergebnis Flasche und dem Testergebnis Sauger; es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis.
Testmethoden: siehe www.oekotest.de■ Suchen■ N1109
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 1/2011. Aktualisierung der Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKOTEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat. Anbieterverzeichnis: Seite 160.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST rät

■ Bisphenol-A-haltige Babyflaschen aus Polycarbonat (PC) dürfen seit Juni dieses Jahres nicht mehr verkauft werden. Auf Flaschen aus alternativen Kunststoffen steht meist der Hinweis „BPA-frei“.
■ Babynahrung oder Tees nicht in der Mikrowelle erhitzen, da „heiße Stellen“ entstehen können, an denen sich das Kind verbrühen kann. Stattdessen im Topf erwärmen und erst anschließend das Fläschchen befüllen.
■ Flasche vor dem ersten Gebrauch auskochen. Nach der Reinigung in der Spülmaschine oder per Hand gut mit sauberem Wasser nachspülen.


Foto: eyewire