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TEST Babyfone: Keine Wellen der Begeisterung


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 10/2014 vom 26.09.2014

Mit dem Babyfon zieht ein hilfreicher Wächter ins Kinderzimmer ein. Leider erzeugen einige Geräte Strahlungsintensitäten, wie man sie im Umfeld von Mobilfunkmasten findet


Artikelbild für den Artikel "TEST Babyfone: Keine Wellen der Begeisterung" aus der Ausgabe 10/2014 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: MidoSemsem/Shutterstock

Möglicherweise krebserregend.“ So beurteilte im Jahr 2011 eine Expertengruppe der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) Handystrahlung. Damit kategorisierten die Experten der WHO-Agentur Handymikrowellen in dieselbe Gefahrenklasse wie Pestizide, Autoabgase oder Blei. Der Rat der WHO damals: Bürger sollten, wann immer es möglich ist, keine Mobil telefone oder andere funkende elektronische Geräte ...

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... nutzen.

Die Realität im Jahre 2014 sieht anders aus: Wir nutzen, wann immer es uns möglich ist, Mobiltelefone oder andere funkende elektronische Geräte. Dank WLAN sitzen wir mit dem Tablet auf dem Schoß im Sessel, während der Sender ohne Pause quer durch die Wohnung, durch Haus und Hof funkt. Wir greifen zum Schnurlostelefon, um beim Schwätzchen nicht von iPad oder Rasenmäher lassen zu müssen. Und auch die täglichen PC-Arbeiten wie Onlinebanking und Korrespondenzen werden immer häufiger „unplugged“ betrieben. Kein Problem: Wir bewegen uns mit dem Laptop durch die Wohnung, die gepulsten Funkwellen finden uns immer. Und bald müssen das alle tun. Denn die Telekom will bis zum Jahr 2018 das Telefonfestnetz abschaffen und nur noch auf das Internet (per WLAN) zurückgreifen.

Alles schläft , einsam wacht … oft das Babyfon im Kinderzimmer. Leider produzieren die meisten Modelle viel zu viel Elektrosmog. Und den auch noch in der direkten Nähe des Babys.


Foto: Serhiy Kobyakov/©Shutterstock

Auch die Strahlung von Babyfonen nach DECT-Standard oder WLAN-Technologie gleicht immer mehr jener der Mobiltelefone. Und oft sind Babyfone nun auch noch Dauerstrahler. Das heißt: Auch wenn es gar kein Babygeschrei zu übertragen gibt, weil Baby friedlich schlummert, belasten die Sender die Umwelt mit Strahlung – im schlimmsten Fall ist die Strahlung gepulst. Studien zeigen, dass diese gepulsten Funkwellen die Hirnströme verändern und das Krebsrisiko erhöhen können. ÖKO-TEST fordert von den Herstellern schon seit Jahren, auf digital-gepulste Funktechnik bei Babyfonen zu verzichten. Und die Kriterien des Blauen Engels verbieten sogar gepulste Funkübertragung bei Babyfonen.

Es gibt aber auch digitale Babyfone, die auf gepulste Funkwellen wie DECT verzichten. Analoge Babyfone wiederum arbeiten zwar mit ungepulster Strahlung. Allerdings gibt es bislang keine ausreichenden Untersuchungen zu der Frage, ob ungepulste Strahlung ungefährlicher ist als gepulste. Es ist vielmehr so, dass sich viele Untersuchungen auf gepulste Funkdienste wie DECT und WLAN konzentriert haben. Und hier gab es Hinweise darauf, dass die von diesen Funkdiensten verwendete Art der Pulsung gesundheitlich bedenklich sein kann. Die WHO-IARC-Einstufung von Handystrahlung unterscheidet denn auch nicht nach gepulster oder ungepulster Strahlung.


Selbst wenn das Kind lautlos schlummert, senden viele Babyfone trotzdem


Daher sind analoge Geräte nicht per se zu empfehlen. Auch sie können Elektrosmog und unnötige Funkwellen produzieren. Letztere, wenn die Babyfone Dauersender sind und auch funken, obwohl es gar kein Schallereignis zu übertragen gibt. Und Elektrosmog entsteht nicht nur durch elektromagnetische Funkwellen, sondern auch durch elektrische Wechselfelder. Die bilden sich beim Netzbetrieb immer dann, wenn Hersteller der Babyfone auf simple Dinge wie Schutzkontaktstecker verzichten. Netzteil und Kabel sind somit nicht abgeschirmt und können extrem auffällige elektrische Wechselfelder produzieren.

Wie viel Elektrosmog Babyfone produzieren, die aktuell zu kaufen sind, verrät Ihnen unser Test von 16 Geräten. Und ob sie Geräusche aus dem Kinderzimmer auch bis zur Party im Garten übertragen und wie lange sie das tun, zeigt der aufwendige Praxistest. Mit dabei: drei Geräte mit Videofunktion.

Das Testergebnis

Nichts gelernt. Erbärmlich : Die Hälfte der Testgeräte gehört nach unserer Einschätzung nicht in Babys Nähe. Dass zwölf Geräte immer noch mit gepulster elektromagnetischer Strahlung senden und sechs davon auch noch dauernd, kann man nur noch als Ignoranz der Hersteller gegenüber den Empfehlungen unzähliger Experten und den Interessen der Eltern nach dem größtmöglichen Schutz für ihre Kinder bezeichnen. Da hilft es wenig, dass fast alle Modelle in den Tests Akustik, Technik und Ausstattung überzeugen.
Analog oder digital? Die drei analogen Modelle im Test schneiden unterschiedlich ab: Beim Testzweiten, dem analogen ungepulst sendenden Ikea-Gerät, kann der Verbraucher nicht erkennen, ob analog oder digital gefunkt wird, da ein Hinweis auf der Verpackung leider fehlt. Das Babyfon von Beurer schneidet mit Platz drei recht ordentlich ab. Das analoge Modell Philips Avent SCD 485 überzeugt zwar mit ungepulster Strahlung und niedriger elektromagnetischer Strahlungsstärke, enttäuscht aber als Dauersender und wegen zu hoher elektrischer Wechselfelder: Es fehlt ein Schutzkontaktstecker, Netzteil und Kabel sind nicht abgeschirmt. Dass sich auch digitale Geräte mit ungepulsten Funkwellen betreiben lassen, zeigt das Angelcare-Gerät.
Immer auf Sendung. Sieben Babyfone senden andauernd Funksignale, ob das Baby Geräusche von sich gibt oder nicht. Und die Geräte von Motorola, Tomy und Reer (beide Modelle) sowie die Babyfone Nuk Easy Control 200 und Philips Avent SCD 603 tun dies auch noch mit problematischen gepulsten hochfrequenten elektromagnetischen Funkwellen. Unverschämt wird es, wenn der Hersteller Reer die Geräte Lyra und Apollo mit einem „Vox-Modus“ bewirbt. Denn der suggeriert, dass der Babyfonsender sprachgesteuert funktioniert und nur bei einem Schallereignis auf Sendung geht. Im Test herrschte allerdings Dauersendung im Kinderzimmer, trotz Vox-Modus.

ÖKO-TEST rät

► Die Babyfone von Angelcare und Ikea sind die einzigen Testprodukte, die wir Eltern empfehlen können.
► Platzieren Sie den Sender möglichst weit weg vom Babybett. Denn Elektrosmog nimmt mit zunehmender Entfernung von der Strahlungsquelle ab.
► Wenn Sie ein Babyfon wählen, dessen Sender und Empfänger mit Batterien arbeiten, fallen schon einmal die elektrischen Wechselfelder als Elektrosmogquelle weg.

Strahlungsstärke gigantisch . In einem Meter Abstand zum Babyfonsender erzeugen zwölf von 16 Geräten eine stark erhöhte elektromagnetische Strahlung, die weit über dem liegt, was ÖKO-TEST im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes toleriert. Deshalb ziehen wir zwei Noten ab. Nur die Produkte von Angelcare und Ikea sowie das analoge Philips-Modell SCD 485 erreichen bei der Messung niedrige Werte. Immerhin nur im mittleren Bereich liegt die gemessene Strahlungsstärke des analogen Babyfones Janosch von Beurer.
Schwerhörige Wächter . Im besten Fall ist die Ansprechschwelle eines Babyfones regelbar und ausreichend empfindlich, damit die Kinder nicht erst brüllen müssen, damit Papa oder Mama reagieren. In unserem Praxistest kritisieren die Experten, dass die Ansprechschwelle von zehn der 16 Geräte bei leisen Geräuschen nicht ausreichend sei. „Leise“ meint hier Geräusche, die weniger als 54 Dezibel betragen. So laut ist etwa ein Gespräch in normaler Lautstärke, wenn es in zwei Metern Entfernung vom Sender geführt würde. Bei vier Geräten gab es dagegen Punktabzug, weil sich die Ansprechschwelle nicht regeln lässt. Ganz ohne Mängel zeigten sich die Modelle Philips Avent SCD 603, Switel BCC 57 Maxi sowie Topcom Babytalker.
Nicht weit genug, nicht lange genug! Beim Thema Reichweite im Innenbereich und im Freien gibt es wenig zu kritisieren. 13 Babyfone senden über mehrere Räume hinweg und mehr als 150 Meter im Freien. Das reicht für die Gartenparty beim Nachbarn. Nur nicht für Besitzer des Reer Apollo Digitales Video-Babyphon. Dessen Reichweite überzeugte weder drinnen noch draußen. Und die Dauer der Betriebszeit des Empfängers im Praxistest stuften die Labormitarbeiter – ebenso wie die des Motorola-Gerätes – als „mangelhaft“ ein. Hier überzeugten nur das Philips Avent SCD 485 („sehr gut“) sowie mit Abzug das Angelcare-Babyfone („gut“).
Elektrische Wechselfelder unnötig . Auch elektrische Wechselfelder der Stromversorgung durch die Netzteile sorgen für heftigen Elektrosmog. Dabei entstehen diese Felder nur beim Netzbetrieb. Lässt sich der Sender mit Batterien betreiben, fallen die problematischen elektrischen Wechselfelder völlig weg. Warum sich dann nur acht der 16 Babyfone auf der Babyseite mit Batterien betreiben lassen, ist unverständlich. Selbst simple technische Änderungen in der Form von geerdeten Steckernetzteilen hin zu weniger Elektrosmog scheinen die Hersteller zu überfordern. Eine erhöhte Belastung mit elektrischen Wechselfeldern haben die Prüfer in Sendernähe der Modelle Philips Avent SCD 485, Switel BCC 57 Maxi sowie Reer Lyra gemessen. Dafür ziehen wir eine Note ab. Magnetische Wechselfelder waren bei keinem Gerät ein Problem.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 156.
Abkürzungen: DECT = Digital Enhanced Cordless Telecommunications.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: bromierte Flammschutzmittel auf der Platine. 2) PVC/ PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt. 3) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 4) Weiterer Mangel: Deklarationsmangel: Abstandsangabe Babybettsender nicht vorhanden. 5) Preis von 39 Euro für Besitzer der Ikea Family-Card, regulärer Preis: 79 Euro. 6) In die Berechnung des Gesamturteils ging die exakte Note des Testergebnisses Gerät (30 %) 2,45 ein. 7) Laut Anbieter sind die Bestände des Produktes abverkauft. Der Handel in Deutschland werde bereits nicht mehr beliefert.
Legende: Produkte mit dem gleichen Testurteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Strahlungsmessung führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) eine stark erhöhte elektromagnetische Strahlungsstärke von mehr als 1.000 μW/m2 in einem Meter Entfernung vom Sender; b) Dauersender. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) eine erhöhte Belastung mit elektrischen Wechselfeldern von mehr als 10 V/m in einem Meter Entfernung vom Sender; b) gepulste hochfrequente elektromagnetische Strahlung; c) eine nicht abschaltbare Reichweitenkontrolle, falls nicht bereits wegen Dauersender um zwei Noten abgewertet wurde; d) eine erhöhte elektromagnetische Strahlungsstärke von mehr als 100 μW/m2 in einem Meter Entfernung vom Sender. Das Testergebnis Gerät setzt sich zusammen aus den Teilergebnissen Akustik (50 %), Technik/Sicherheit (30 %) und Ausstattung (20 %). Es wurde kaufmännisch gerundet. Das Teilergebnis Akustik setzt sich zu gleichen Teilen aus den Ergebnissen „Ansprechschwelle“ und „Sprachqualität Empfänger (Klirrfaktor, Verzerrungen)“ zusammen. Bei der Prüfung „Ansprechschwelle“ entspricht Ansprechschwelle nicht regelbar und nicht ausreichend bei leisen Geräuschen von unter 54 dB = befriedigend; Ansprechschwelle nicht regelbar oder nicht ausreichend bei leisen Geräuschen unter 54 dB = gut. Bei der Prüfung „Sprachqualität Empfänger“ (Klirrfaktor, Verzerrungen) entsprechen Verzerrungen größer 10 % bis 20 % = befriedigend; Verzerrungen größer 1 % bis 10 % = gut. Das Teilergebnis Technik/Sicherheit setzt sich zu gleichen Teilen aus den Ergebnissen „maximale Reichweite im Haus und im Freien“, „Betriebszeit Empfänger“ sowie „Falltest Sender und Empfänger“ zusammen. Bei der Prüfung „maximale Reichweite im Haus und im Freien“ entsprechen weniger als 2 Wände (im Haus) oder weniger als 50 m (im Freien) = ausreichend; weniger als 4 Wände oder weniger als 150 m = gut. Bei der Prüfung „Betriebszeit Empfänger“ entspricht eine Betriebszeit von weniger als 5 Stunden = mangelhaft; 5 bis weniger als 10 Stunden = ausreichend; 10 – 15 Stunden = befriedigend; mehr als 15 bis 20 Stunden = gut. Zur Abwertung um eine Note beim „Falltest Sender und Empfänger“ führt: Funktionsverlust Sender oder Empfänger (in Tabelle: Sender defekt, kein Empfangssignal). Unter dem Teilergebnis Ausstattung führt zur Abwertung um jeweils eine Note: a) Akku-/Batteriebetrieb des Senders nicht möglich; b) Betriebsanleitung nur auf CD; c) Betriebsanleitung schlecht lesbar und Menü (am Gerät) auf Englisch; d) Betriebsanleitung schlecht lesbar und klein; d) Akkus/ Batterien für Sender oder Empfänger nicht mitgeliefert. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) bromierte Flammschutzmittel auf der Platine; b) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt; c) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; d) Deklarationsmangel: Abstandsangabe Babybett – Sender fehlt. Das Gesamturteil beruht zu 60 % auf dem Testergebnis Strahlungsmessung, zu 30 % auf dem Testergebnis Gerät (gezählt wird das exakte Ergebnis, welches in Klammern aufgeführt ist) und zu 10 % auf dem Testergebnis Weitere Mängel. Das Gesamturteil kann nicht besser sein als das Testergebnis Strahlungsmessung.
Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „M1410“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: Juli 2014 sowie bereits veröffentlicht in Auszügen: ÖKO-TEST Spezial „Mein Baby“ 2014.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben 16 Babyfone eingekauft. Darunter sind digitale – davon drei mit Videofunktion – und analoge Geräte. Da die meisten der marktbestimmenden digitalen Babyfone mit der problematischen gepulsten elektromagnetischen Strahlung senden, haben wir darauf geachtet, Geräte auszuwählen, die dank Eco-Modus nur funken, wenn sie ein Geräusch registrieren. Da einige bekannte Anbieter allerdings immer noch auf gepulste digitale Funkwellen im Dauerbetrieb setzen, haben wir auch solche Geräte getestet.

Die Funkmessung fand unter „normalen Raum- und Nutzungsbedingungen“ in einem Kinderzimmer statt.


Foto: Labor

Die Strahlungsmessung

Senden die Babyfone auch dann, wenn es gar kein Geräusch zu übermitteln gibt? Tun sie dies mit gepulster Strahlung, die die Hirnströme verändert und das Krebsrisiko erhöhen kann? Wie hoch ist die elektromagnetische Strahlungsstärke in der Nähe Ihres Kindes, wie hoch sind die elektrischen und magnetischen Wechselfelder ausgehend von Kabeln und Geräten? Antworten auf diese Fragen liefert die umfangreiche Strahlungsmessung.

Das Gerät

Akustik : Ist der Sender empfindlich genug, um auch Wimmern und leise Geräusche zu übertragen? Und ist die Ansprechschwelle individuell regelbar? Testen ließen wir auch die Sprachqualität der Sender darauf, ob Verzerrungen das Tonsignal stören.
Technik/Sicherheit : Ein entscheidendes Kaufkriterium von Babyfonen ist deren Reichweite. Im Haus: Wie viele Wände dürfen zwischen Sender und Empfänger liegen, damit Babys Weinen Papa und Mama noch erreicht? Für die Gartenparty: Gelangt das Signal nur bis zu den Nachbarn oder auch bis zu den Nachbarn der Nachbarn? Und: Wie lange bleibt der Empfänger im Batteriebetrieb aktiv? Die Tests „Betriebszeit Empfänger“ sowie „Widerstandsfähigkeit von Sender und Empfänger (Falltest)“ runden die Prüfung ab.
Ausstattung : Der Sender sollte mit Batterien/Akkus zu betreiben sein, um elektrische Wechselfelder, die nur durch den Netzbetrieb entstehen, von vornherein auszuschließen. Eine verständliche Betriebsanleitung ist Pflicht, nicht mitgelieferte Batterien ein Ärgernis.

Die Weiteren Mängel

Da auch Babyfone irgendwann einmal entsorgt werden, sind bromierte Flammschutzmittel auf der Platine und chlorierte Verbindungen wie etwa PVC im Produkt oder der Verpackung spätestens dann ein Problem.

Die Bewertung

Das Gerät muss im Praxistest überzeugen. Entscheidend ist aber, dass Babyfone so wenig Elektrosmog wie möglich produzieren. Deshalb kann das Gesamturteil nicht besser sein als das Testergebnis Strahlungsmessung.