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TEST Babyfone und Babysensormatten: Big Mother is watching you


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2015 vom 28.08.2015

Anbieter von Babyfonen und Sensormatten haben das Wohl der Kinder und die Sicherheitsbedürfnisse der Eltern im Sinn. Warum bieten sie dann Geräte an, die jede Menge Elektrosmog produzieren?


Artikelbild für den Artikel "TEST Babyfone und Babysensormatten: Big Mother is watching you" aus der Ausgabe 9/2015 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: paulprescott72/iStock/Thinkstock

Der Plötzliche Kindstod (engl. SID, sudden infant death) ist für Familien eine Tragödie in mehreren grausamen Akten. Sie müssen den jähen Verlust ihres Kindes verkraften. Und da für die Eltern erkennbare Todesursachen fehlen, bleiben sie oft verstört zurück, quälen sich mit Fragen nach dem eigenen Fehlverhalten, entwickeln Selbstzweifel, spüren Schuldgefühle. Eben weil eine ...

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... erkennbare Todesursache fehlt, sind Eltern und Geschwister im Moment der tiefsten Trauer auch noch mit der Aufklärung der Todesursache durch die Polizei konfrontiert. Spätestens jetzt reagiert das Umfeld der Familien oft nicht nur mit Anteilnahme, sondern auch mit Misstrauen.

Der Plötzliche Kindstod ist aber auch ein Geschäft, ein Geschäft mit der Angst der Eltern. Neben der akustischen Überwachung der Babys per Babyfon bieten die Hersteller schon seit Langem den Blick ins Kinderbett mittels Überwachungskamera an. Ebenfalls seit Jahren schon messen in die Senderstation integrierte Thermometer die Raumtemperatur in Babys Nähe. Denn auch zu warme Räume gelten als Risikofaktor, der den Plötzlichen Kindstod begünstigen kann. Zur Videofunktion gesellte sich als vorläufiger Höhepunkt der vermeintlich lückenlosen Überwachung: der Bewegungssensor.


Sensormatten reagieren auch auf Nachbars Lautsprecher


Diese Geräte reagieren auf Bewegungen, genauer auf Druckunterschiede: den Druck, den der Brustkorb eines Kindes beim Atmen auf die Matratze ausübt im Gegensatz zu dem Druck, den der Körper ohne Atembewegung verursacht. Meistens funktionieren diese Sensoren dank Piezoeffekt: Sogenannte Piezokristalle im Inneren der Sensormatten reagieren auf Druck mit der Erzeugung elektrischer Ladungen an der Oberfläche. So kann ein akustisches Signal erfolgen.

Die Bewegungssensormatten, die an flache Personenwaagen im Mini-Format erinnern, liegen unter den Matratzen und sollen Alarm schlagen, wenn die Atembewegung zu lange ausbleibt. Allerdings reagieren die Sensoren auch auf Bewegungen, die sich im Kinderzimmer durch andere Quellen ergeben: etwa Schwingungen, die die Lautsprecher des Nachbarn, die schleudernde Waschmaschine oder auch Trittschall verursachen.

Das Fatale daran: Da der Bewegungssensor dann ja eine (externe) Bewegung registriert, löst er keinen Alarm aus – auch wenn das Kind nicht atmete. Während Bewegungssensormatten mit drucksensiblen Piezokristallen oder über andere hoch sensible elektronische Fühler Bewegungen registrieren, messen medizinische Überwachungssysteme über Elektroden (verkabelte Plättchen), die auf den Körper des Kindes geklebt werden, Atmung und Herzaktion sowie die Sauerstoffsättigung.

Sie schlagen Alarm, wenn eine dieser Funktionen nicht im eingestellten Grenzbereich registriert wird. Dieses medizinische Heim-Monitoring kommt in Absprache mit dem Arzt zum Einsatz, zum Beispiel bei Frühgeborenen (vor der 30. Schwangerschaftswoche) oder Kindern mit nachgewiesenen Atem-und Herzstörungen. Neben dieser medizinischen Überwachung ist für Eltern von Risikokindern auch wichtig, im Fall des Alarms dank eines Reanimationskurses dem Kind schnell helfen zu können.

Ich hör’ dich: Die akustische Baby-Überwachung ist für viele Eltern Standard. In der Reichweite unterscheiden sich die Geräte, manche schaffen mehr als 150 Meter.


Foto: charrongolf/iStock

Was sind aber nicht medizinische Bewegungssensormatten nun? Teure unnütze Produkte, die Hersteller verunsicherten Eltern aufschwatzen können, da jene natürlich alles tun wollen, um ihr Baby bestmöglich zu überwachen? Oder Alltagshelfer, die besorgten Eltern einfach eine Überwachungsmöglichkeit mehr an die Hand geben? Liest man in verschiedenen Elternforen im Internet, auch im Forum der Gemeinsamen Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod (GEPS), so findet man einige Einträge, in denen Eltern berichten, dass gewöhnliche Sensormatten sie auf einen kritischen Zustand ihres Kindes aufmerksam machten und sie so Schlimmeres verhindern konnten. Wir wollten wissen, was gängige Babyüberwachungssets (Babyfone und Babysensormatten) leisten, ob sie verlässlich Alarm oder Fehlalarm schlagen und wie viel Elektrosmog sie in Babys Nähe produzieren. Neben umfangreichen Gerätetests und Strahlungsmessungen haben wir uns auch um mögliche Schadstoffe in den Produkten gekümmert.

Das Testergebnis

■ (Noch immer) Nichts gelernt. Mit den Worten „Nichts gelernt” haben wir unsere Schilderung der Testergebnisse des Babyfontests im Oktober 2014 begonnen. Und wir müssen uns wiederholen: Drei von vier Geräten funken immer noch mit digital gepulster elektromagnetischer Strahlung, von der Studien zeigen, dass diese Funkwellen Hirnströme verändern und das Krebsrisiko erhöhen können. Auch die Vergabekriterien des Blauen Engels akzeptieren keine gepulste Funkübertragungstechnik bei Babyfonen. Ein Trost: Die Nummer vier, das Angelcare-Produkt, legte einen fast fehlerfreien Auftritt hin.
■ Mobilfunkmast im Kinderzimmer. Drei von vier Babyfonsendern produzieren auch noch einen Meter vom Sender entfernt so stark erhöhte elektromagnetische Strahlung, wie man sie auch in Wohnungen im näheren Umfeld von Mobilfunk-Basisstationen findet. Dafür ziehen wir zwei Noten ab. Nur das Angelcare AC 403-D bleibt deutlich unter dem aus baubiologischer Sicht empfehlenswerten Wert. Die Sensormatten selbst sorgen übrigens nicht für elektromagnetische Strahlung, da sie selbst kein Sendermodul besitzen, sondern per Kabel an die jeweiligen Babystationen (Babyfonsender) angeschlossen werden. Wir haben trotzdem prüfen lassen, ob die Sensormatten über die Kabel an den Funk der Babyfonsender ankoppeln und die Funksignale verstärken. Das ist bei den beiden Geräten von Angelcare und dem Tomy-Produkt nicht der Fall. Die Audioline-Sensormatte ist dagegen gar nicht an den Babyfonsender angeschlossen. Der Alarm wird als Tonsignal – so wie das Schreien des Babys – vom Mikrofon des Babyfonsenders übertragen.
■ Funken, funken, funken! Die Babyfonsender der Produkte Audioline Babysense 5 Video und Tomy TFM575 sorgen nicht nur für eine viel zu hohe elektromagnetische Strahlungsintensität in Babys Nähe, sie senden zu allem Überfluss auch noch dauernd, auch wenn es gar keinWeinen, Wimmern oder Seufzen vom Baby zu übertragen gibt. Auch das Angelcare AC701-D ist ein DECT Dauersender. Immerhin ist der im Eco-Modus (Werkseinstellung) oder Stand-alone-Betrieb (hier schlägt nur die Sensormatte akustisch Alarm, und der wird nicht per Funk übertragen) abgeschaltet. Deshalb werten wir das Angelcare AC701-D nicht ab.
■ Unnötige elektrische Wechselfelder. So unnötig wie ein Kropf ist Elektrosmog, der durch elektrische Wechselfelder entsteht. Denn erstens fallen diese komplett weg, wenn die Geräte mit Batterien betrieben werden. Und zweitens lassen sich elektrische Wechselfelder mühelos auf ein unproblematisches Minimum reduzieren, wenn die Netzteile und Kabel Schutzkontaktstecker haben, somit abgeschirmt sind. Beim Tomy TFM575 entstehen auf der Sensormatte elektrische Wechselfelder, die jenseits der TCO-Norm liegen, die sonst nur für PC-Monitore an Arbeitsplätzen gilt. Dabei verspricht der Anbieter in der Gebrauchsanweisung vollmundig, das Tomy Bewegungssensorpad und dessen Kabel „leiten keinen elektrischen Strom und strahlen keinerlei Form von Energie ab”. Besonders ärgerlich am Tomy-Gerät: Der Babyfonsender kann nur im Netzbetrieb genutzt werden, Batteriebetrieb ist nicht möglich.
■ Ich hör nichts. Die Babyfone Audioline Babysense 5 Video und Tomy TFM575 verfügen über eine zu geringe Ansprechschwelle. Sie übertragen erst Geräusche ab 54 Dezibel. So laut ist ein normales Gespräch, wenn es in zwei Metern Abstand vom Sender geführt wird. Leiseres Weinen im Kinderzimmer dringt so nicht an die Ohren der Eltern. Am Tomy-Gerät ist außerdem die Ansprechschwelle nicht regelbar. Ohne Punktverlust erledigten dagegen die beiden Geräte von Angelcare die Akustikprüfung.
■ Atmung unter Aufsicht. Alle vier Sensormatten erfassen die Atembewegungen, die ein Speziallabor mithilfe eines pneumatischen Systems und einem Babydummy simuliert hat, zuverlässig. Bleiben sie aus, schlägt das Wächtersystem Alarm. Die beiden Geräte von Angelcare und das Audioline Babysense 5 Video überwachten im Test verlässlich bis zu einem angenommenen Gewicht von 12,5 Kilogramm. Laut den WHO Child Growth Standards bringt ungefähr dieses Gewicht ein durchschnittlicher Junge im Alter von zwei Jahren auf die Waage (Mädchen: 11,6 kg). Die Tomy-Sensormatte funktionierte dagegen bis zu einem Gewicht von 10,5 Kilogramm im Test zuverlässig. Das ist mehr, als Mädchen und Jungen laut WHO durchschnittlich nach einem Jahr wiegen.
■ Wer stört? Beim Test, wie empfindlich die Sensormatten auf Störquellen wie Erschütterungen durch Schritte oder Bässe von Musikanlagen reagieren, siegte der Bewegungsmelder vom Set Tomy Digital TFM575. Die Sensormatte zeigte sich schlicht unempfindlich gegenüber Erschütterungen.

Gering ist die Gefahr von Falschdetektierung bei den beiden Angelcare-Geräten: Erst bei hoher Empfindlichkeit (Sensorstufe 4) kam es zu Falschdetektierungen. Allerdings nicht durch externe Störquellen wie Musikanlagen, sondern durch das Umhergehen einer Person im Raum. Der Anbieter der Angelcare-Geräte stellt die Bewegungsmelder vom Werk aus auf Sensorstufe 3 ein. Außerdem warnt der Anbieter in der Gebrauchsanweisung vor Fehlalarmen für den Fall, dass die Empfindlichkeit zu hoch eingestellt ist. Deshalb und weil das Umhergehen im Schlafzimmer des Babys eine vermeidbare Störquelle ist, werten wir nicht ab. Anders beim Audioline Babysense 5 Video „Drei in Eins”.

Der Empfindlichkeitsregler des Geräts verfügt über drei Stufen. Der Anbieter selbst empfiehlt Stufe 3. Allerdings kam es bereits ab der geringeren Empfindlichkeitsstufe 2 zu Falschdetektierungen durch Umherlaufen im Raum. Hier werten wir um zwei Noten ab.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 156.
Anmerkungen: 1) Die Sensormatte des Sets Audioline Babysense 5 Video „Drei in Eins” ist ein völlig unabhängiges Gerät ohne Funkverbindung und ohne Netzanschluss. Daher liegen beim Produkt keine elektrischen Felder oder Funkwellen vor. Der Alarm wird indirekt über den Babyfonsender an das Elternempfängerteil übertragen. 2) Der Sender des Babyfons verfügt über einen Stand-alone-Modus. Ist der aktiviert, findet nur eine Bewegungsüberwachung statt, es wird keine Funkverbindung aufgebaut. Somit entstehen im Stand-alone-Modus keine elektromagnetischen Wellen (Funk). Diese Einstellung ist laut Anbieter sinnvoll, wenn das Baby gemeinsam mit den Eltern in einem Zimmer schläft und der Alarm am Sender im Zimmer gehört wird. Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 3) Die Parameter Eco-Mode-Funktion, gepulste elektromagnetische Strahlung, Dauersender, Reichweitenkontrolle abschaltbar sind nur an den akustischen Überwachungsgeräten (Sender und/oder Empfänger Babyfon) getestet worden, da entsprechende Funktionen entweder an den Sensormatten nicht vorhanden sind oder diese gar nicht selbst senden (funken). Zur Prüfung Elektromagnetische Strahlungsstärke in Sendernähe: Das Audioline-Set verfügt über ein separates Babyteil für die Sensormatte, die ganz ohne Funk auskommt. Die drei anderen Sensormatten werden per Kabel an die jeweiligen Babystationen (Sender) angeschlossen. Sie verfügen daher nicht über ein eigenes Sendermodul und produzieren selbst keine elektromagnetische Strahlung (Funk). Ein Labor hat aber überprüft, inwieweit die Sensormatten über die Kabel an den Funk der Sender ankoppeln und die Funksignale ggf. verstärken. Das ist bei keinem der drei Geräte der Fall. Weitere Mängel: bromierte Flammschutzmittel auf der Platine; PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt. 4) Atmung wird zuverlässig erfasst für Babys zwischen 0 und circa 12 Monaten. Bei höherem Gewicht wird die Atmung nicht mehr zuverlässig erfasst. 5) In die Berechnung des Gesamturteils ging die exakte Note des Testergebnisses Geräte (40 %) 1,45 ein. Legende: Produkte mit dem gleichen Testurteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Strahlungsmessung führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) eine stark erhöhte elektromagnetische Strahlungsstärke von mehr als 1.000 μW/m2 in einem Meter Entfernung vom Sender; b) Dauersender. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) eine erhöhte Belastung mit elektrischen Wechselfeldern von mehr als 10 V/m in 10 bis 30 Zentimeter Entfernung von der Sensormatte; b) gepulste hochfrequente elektromagnetische Strahlung; c) eine nicht abschaltbare Reichweitenkontrolle, falls nicht bereits wegen Dauersender um zwei Noten abgewertet wurde. Das Testergebnis Geräte setzt sich zusammen aus den Teilergebnissen Akustik Babyfon (30 %), Technik/Sicherheit Babyfon (30 %), Funktionstest Sensormatte (30 %) und Ausstattung/ Handhabung (10 %). Es wurde kaufmännisch gerundet. Das Teilergebnis Akustik Babyfon setzt sich zu gleichen Teilen aus den Ergebnissen „Ansprechschwelle” und „Sprachqualität Empfänger (Klirrfaktor, Verzerrungen)” zusammen. Bei der Prüfung „Ansprechschwelle” entspricht Ansprechschwelle nicht ausreichend bei leisen Geräuschen (von unter 54 dB), nicht regelbar = befriedigend; Ansprechschwelle nicht ausreichend bei leisen Geräuschen (unter 54 dB) = gut; keine Mängel = sehr gut. Bei der Prüfung „Sprachqualität Empfänger” (Klirrfaktor, Verzerrungen) entsprechen Verzerrungen größer 1 % bis 10 % = gut. Das Teilergebnis Technik/Sicherheit Babyfon setzt sich zu gleichen Teilen aus den Ergebnissen „maximale Reichweite im Haus und im Freien”, „Betriebszeit Empfänger” sowie „Falltest Sender und Empfänger” zusammen. Bei der Prüfung „maximale Reichweite im Haus und im Freien” entsprechen weniger als 4 Wände oder weniger als 150 m = gut. Bei der Prüfung „Betriebszeit Empfänger” entspricht eine Betriebszeit von weniger als 5 Stunden = mangelhaft; 5 bis 7 Stunden = ausreichend; 8 bis 13 Stunden = befriedigend; 14 bis 19 Stunden = gut. Unter dem Teilergebnis Funktionstest Sensormatten führt bei der Prüfung Gefahr von Falschdetektierung zur Abwertung um zwei Noten: Gefahr von Falschdetektierung bereits ab mittlerer Empfindlichkeit (Sensorstufe 2) durch Umhergehen im Raum, in dem die Sensormatte liegt. Unter dem Teilergebnis Ausstattung/ Handhabung führt zur Abwertung um jeweils eine Note: a) Akku-/Batteriebetrieb des Senders nicht möglich; b) Akkus/ Batterien für Sender nicht mitgeliefert. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) bromierte Flammschutzmittel auf der Platine; b) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt; c) PVC/ PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht zu 50 % auf dem Testergebnis Strahlungsmessung, zu 40 % auf dem Testergebnis Geräte (gezählt wird das exakte Ergebnis, welches in Klammern aufgeführt ist) und zu 10 % auf dem Testergebnis Weitere Mängel. Das Gesamturteil kann aber nicht besser sein als das Testergebnis Strahlungsmessung.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „M1509” eingeben.
Einkauf der Testprodukte: Juni 2015.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt.
Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST rät

• Wenn Ihnen eine Sensormatte als zusätzliche Überwachungsoption den Umgang mit der Sorge ums Kind erleichtert, ist das Testsieger-Set Angelcare Geräusch-und Bewegungsmelder AC403-D zu empfehlen.
• Sensormatten eignen sich nicht für die Überwachung von Risikokindern, weil sie keine Vitalfunktionen am Körper messen.
• Viel wichtiger als eine Sensormatte ist es, die Risikofaktoren für den Plötzlichen Kindstod zu vermeiden: 1. Das Baby sollte in Rückenlage, im Schlafsack, ohne Kopfkissen, Mütze und Decke im eigenen Bett im Schlafzimmer der Eltern schlafen; 2. Verzichten Sie auf Nestchen, Schaffell sowie Kunststoffschonbezüge und Gummimatten um, in und auf dem Bett; 3. Die Raumtemperatur sollte zum Schlafen 16 bis 18 Grad Celsius betragen, Gitterstäbe sollten 4,5 bis 6,5 Zentimeter Abstand haben, Schnüre und Bänder müssen außer Reichweite des Babys sein.

So haben wir getestet

Luft rein, Luft raus: Mittels eines pneumatischen Systems simulierten Mitarbeiter eines Speziallabors die Atembewegungen und Atemaussetzer des Babydummys. Dem Prüfaufbau lagen Messungen unter der Matratze eines echten schlafenden Babys zugrunde.


Foto: Labor

Der Einkauf

Wir haben auf dem Markt vier Sets gefunden, die neben einem Babyfon zur akustischen Überwachung des Babys auch eine Sensormatte enthalten, die die Bewegungen des Brustkorbs und damit die Atmung des Babys überwacht.

Die Strahlenmessung

Wir wollten wissen, ob die Babyfone Dauersender sind, also auch dann unnötig elektromagnetische Strahlung abgeben, wenn es überhaupt kein Geräusch zu übertragen gibt. Und wir ließen prüfen, ob sie dies mit gepulster Strahlung tun, die Hirnströme verändert und das Krebsrisiko erhöhen kann. Deshalb ließen wir die Babyfone und Sensormatten unter normalen Raum-und Nutzungsbedingungen senden und jeglichen Elektrosmog messen: die elektrischen und magnetischen Wechselfelder, die von Kabeln und Geräten im Netzbetrieb ausgehen genauso wie die elektromagnetische Strahlungsstärke in der Nähe des Kindes.

Die Geräte

Akustik Babyfon: Der Sender muss empfindlich genug sein, um auch ein leises Weinen übertragen zu können. Andersherum sollte die Ansprechschwelle individuell regelbar sein. Außerdem prüften die Experten auch die Sprachqualität des Senders und inwieweit Verzerrungen die Wahrnehmung des Tonsignals stören.

Technik/Sicherheit Babyfon: Was hören Mama und Papa vom Liebling, wenn vier Wände zwischen ihnen stehen oder 200 Meter zwischen Babys Schlafplatz und der Gartenparty liegen? Wie lange bleibt der batteriebetriebene Empfänger im Praxistest „auf Sendung”? Im Falltest zeigten die Geräte, ob sie auch nach mehreren Stürzen aus einem Meter Höhe noch funktionieren.

Funktionstest Sensormatten: Voraussetzung für den Funktionstest war die realistische Simulation der Atmung eines Babys. Als Grundlage dienten hierfür Probemessungen an einem Kleinkinderbett, während ein Baby darin schlief. Daraus entwickelte ein Speziallabor den Versuchsaufbau für den Funktionstest. Die Sensormatten wurden wie in den jeweiligen Anleitungen beschrieben installiert und mit einem Oszilloskop verbunden. Es wurde ein kleines Luftkissen auf die Matratze gelegt und mit einem Wasserkissen beschwert. Das Gewicht eines Babys im vom Hersteller empfohlenen Altersbereich wurde mit genau abgewogenen Gewichten in Form von feinem Kies simuliert, schwerere Körperteile wie der Kopf wurden dabei etwas stärker belastet als der Bereich der Lunge. Das Luftkissen wurde pneumatisch befüllt und entleert und so ein realitätsnaher Atemzyklus eines Babys simuliert. Wir ließen so prüfen, ob die Sensormatten bei aussetzender Atmung verlässlich Alarm geben oder ob es zu Falschdetektierungen kommt: Verhindern von außen einwirkende Vibrationen / Schwingungen das Auslösen des Warnsignals, obwohl die Atmung des Babys ausgesetzt hat? Während des Einsatzes von Störgrößen ruhte das pneumatische System, um erkennen zu können, ob diese das Sensorsystem derart stören, dass es die Atemaussetzung nicht registriert und kein Warnsignal gibt. Eingesetzte Störgrößen: zwei Lautsprecher mit Musik mittlerer Lautstärkeeinstellung, Erschütterungen durch umhergehende Personen im Raum, Beschallung über vier Lautsprecher mit gepulstem Rauschen bei 63 Hz und einer Lautstärke von 75 dB.

Die Weiteren Mängel

Bromierte Flammschutzmittel auf den Platinen der Geräte, PVC/ PVDC/chlorierte Verbindungen in den Produkten oder Verpackungen werden spätestens zum (Umwelt-)Problem, wenn die Babyfone und Sensormatten einmal im Müll landen.

Die Bewertung

Ein Babyfon-Sensormatten-Set muss im Test Geräte glänzen, um ein „sehr gut” zu erhalten. Doch produzieren die Geräte zu viel Elektrosmog, nützt auch ein mit Bravour gemeisterter Praxistest nichts. Denn das Gesamturteil kann nicht besser sein als das Testergebnis Strahlungsmessung.