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TEST Babyseifen: Sauber gemacht


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2013 vom 28.12.2012

Warmes Wasser reicht aus, um Babys Haut zu reinigen. Für alle Eltern, die ihren Nachwuchs dennoch hin und wieder mit einer Babyseife waschen mögen, haben wir eine Topnachricht: Alle Produkte sind „sehr gut“.


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Foto: Anatoliy Samara/fotolia.com

ÖKO-TEST rät

► Alle untersuchten Produkte sind „sehr gut“, dennoch bekommen Sie mit zertifizierter Naturkosmetik noch ein Plus an Qualität: Die Rohstoffe stammen aus der Natur, die Produkte sind besonders gut kontrolliert.
► Babys Haut braucht keine Seife. Warmes Wasser und zwei weiche Waschlappen für Po und Körper reichen zum Waschen aus.
► Auf Parfüm reagieren immer ...

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► Alle untersuchten Produkte sind „sehr gut“, dennoch bekommen Sie mit zertifizierter Naturkosmetik noch ein Plus an Qualität: Die Rohstoffe stammen aus der Natur, die Produkte sind besonders gut kontrolliert.
► Babys Haut braucht keine Seife. Warmes Wasser und zwei weiche Waschlappen für Po und Körper reichen zum Waschen aus.
► Auf Parfüm reagieren immer mehr Menschen allergisch. Wer also auf Nummer sicher gehen will, der verwendet für sein Baby am besten parfümfreie Produkte.

Es sind wohl die Großmütter und Tanten, denen wir es zu verdanken haben, dass es Babyseifen, Babybadezusätze und -cremes gibt – immer öfter auch mit Parfüm. Denn Großmütter und Tanten herzen am liebsten duftenden und cremeglänzenden Nachwuchs. Doch nicht nur sie: Laut dem Industrieverband Körperpffege und Waschmittel (IKW) in Frankfurt haben es parfümfreie Erzeugnisse bei uns Verbrauchern prinzipiell schwer. Auch deshalb, weil der charakteristische Eigengeruch der Inhaltsstoffe nicht dem persönlichen Empfinden vieler Menschen entspricht. Vielleicht haben wir uns aber auch einfach daran gewöhnt, dass Babys immer häufiger nicht nach „Baby“ riechen, sondern nach den Babypflegeprodukten der Marktführer.

Dabei sind sich Hebammen, Kinderund Hautärzte einig: Babys benötigen weder Seifen noch Badezusätze. Und nicht nur für den Einsatz von Seifen oder Badezusätzen, auch beim Cremen gilt: Weniger ist mehr. Und gar nichts ist manchmal noch besser. Wem der Anblick „Baby in Leitungswasser ohne alles“ am Badetag zu karg erscheint, dem Anbieraten Experten zu einem Schuss Pflanzenöl, einem Spritzer Sahne oder Muttermilch als Badezusatz.

Der Grund dafür, warum gerade bei der Babypflege vieles für einen stark reduzierten Einsatz von Pflegeprodukten spricht: Auch sehr milde waschaktive Substanzen können die empfindliche Haut strapazieren. Babys Haut ist nämlich fünfmal dünner als die der Eltern. Außerdem funktioniert die Produk- tion der Talgdrüsenfette, die die Haut vor dem Austrocknen schützen, nur eingeschränkt. Und der Säureschutzmantel hat sich noch nicht vollständig ausgebildet. Rund zehn Jahre dauert es, bis Kinderhaut zu einer ähnlich leistungsfähigen Schutzschicht zwischen Organismus und Umwelt geworden ist wie die Haut Erwachsener.

Weil die aber aufgrund von Umwelteinflüssen oder Allergien ebenfalls sehr empfindlich sein kann, hoffen die Hersteller von Babyseifen wohl auch auf den „ausgewachsenen“ Verwender, der sich von einem milden Babyprodukt weniger Stress für die gereizte oder sensibilisierte Haut verspricht. Denn: Laut einer Nielsen-Verbraucheranalyse sind fast 60 Prozent der Verwender von Babypflegeprodukten älter als 15 Jahre.

Wir wollten wissen, ob die Babyseifen ihrem guten Ruf tatsächlich gerecht wer- den und haben 13 Produkte in die Labore geschickt. Mit dabei sind drei Seifen in zertifizierter Naturkosmetik qualität.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben 13 Babyseifen eingekauft. Dabei wählten wir drei Naturkosmetika aus sowie zehn konventionelle Produkte, darunter auch eines der bekannten Babymarke Penaten und einige Drogerieeigenmarken. Die günstigsten Babyseifen im Test kosten 0,45 Euro pro 100 Gramm, das teuerste Stück 5,79 Euro.

Die Inhaltsstoffe

Erst Fruchtwasser und Käseschmiere, dann eine völlig neue Umwelt mit Wasser, Luft, Sonnenlicht und Bakterien. Babys Haut hat schon genug damit zu tun, sich darauf einzustellen. Was sie da nicht gebrauchen kann, sind vermeintliche Pflegeprodukte voll mit Schadstoffen. Deshalb haben die Labore nach all dem gesucht, was nicht in Babypflegeprodukte gehört, aber oft drinsteckt. Nach schädlichen halogenorganischen Verbindungen etwa, die manche Hersteller zur Konservierung einsetzen. Bei den Seifen ließen wir prüfen, ob allergisierende Duftstoffe oder bedenkliche polyzyklische Moschus-Verbindungen in den Produkten stecken. Auch nach dem Duftstabilisator Diethylphthalat ließen wir suchen. Denn der Weichmacher kann den Schutzmechanismus der Haut schwächen.

Foto: A. Wägele

Die Bewertung

Keine problematischen Konservierungsstoffe, keine allergieauslösenden Duftstoffe – alles sauber. Das ist ein erfreuliches Testergebnis, aber leider ein sehr, sehr seltenes.

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite140.
Anmerkungen: 1) Laut Anbieter handelt es sich bei dem getesteten Produkt um eine ältere Charge (000007), die noch kontrollierte Naturkosmetik nach BDIH ist. Die Seifen der aktuellen Charge (0000012) sind laut Anbieraten ter in ihrer Zusammensetzung unverändert, allerdings nicht BDIH-getestet.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.
Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „M1301“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: September 2012.

Das Testergebnis

■ Eine glatte Eins! Besser geht es nicht: 13 Produkte sind im Test, 13- mal haben wir ein „sehr gut“ vergeben. Und zwar sowohl für die zertifizierten Naturkosmetika als auch für die konventionellen Produkte.
Die Masse enthält Parfüm. Nur zwei der 13 Babyseifen kommen ohne Parfüm aus: Klar’s Kinderseife und die Bio-Kinder Schafmilchseife von Saling. Immerhin verzichten aber die elf anderen Anbieter, die Parfüm einsetzen, auf Substanzen, die als potenzielle Allergieauslöser gelten.
Preisunterschiede sind gewaltig. Das Testergebnis für die 13 Babyseifen ist gleich, die Preise sind es nicht: So kostet das teuerste Produkt im Test, die Badger Chamomile & Calendula Baby Soap, zwölf Mal mehr als die günstigsten Produkte Babylove Milde Seife Kamillen-Extrakt/Jojobaöl, Beauty Baby Seife und Kappus Ma Petite Babyseife. Um zertifizierte Naturkosmetik handelt es sich bei der Seife von Badger übrigens nicht.