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TEST Babytragen: Beuteltiere


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 17.11.2022
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RATGEBER

1 Wir können vier „gute" Tragehilfen empfehlen. Probieren Sie im Geschäft aus, welches Modell am besten zu Ihrem Körperbau passt.

2 Strampler mit Füßen sind als Kleidung zum Tragen eher ungeeignet, da der Stoff beim Einsetzen in die Tragehilfe hochrutschen und so Füße und Beinchen stauchen kann.

3 Gebraucht kaufen: Die kostspieligen Tragehilfen werden oft nur wenige Monate genutzt und haben kaum Gebrauchsspuren. Mögliche Schadstoffe verflüchtigen sich zudem häufig mit der Zeit.

T ragenist Liebe: Der enge Körperkontakt spendet den Kleinsten Sicherheit und Geborgenheit – oft die letzte Rettung, wenn sich Babys anders nicht beruhigen lassen. Tragen ist praktisch: Die Tragehilfe ist eine platzsparende Alternative zum Kinderwagen und ruck, zuck angelegt, zum Beispiel für den schnellen Einkauf. Wir haben zehn Babytragen – darunter sechs Full-Buckle- und vier Half-Buckle-Tragen (dt. ...

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... Vollschnallen- und Halbschnallentragen) – zur Schadstoffprüfung und zum Praxistest geschickt. Letzterer wurde im Vergleich zu früheren Tests deutlich ausgeweitet und um eine an der Sicherheitsnorm für Babytragen DIN EN 13209-2 orientierte Prüfung ergänzt.

Falsch herum

Während acht Tragehilfen ausschließlich Tragepositionen mit Blick des Kindes zum Körper des tragenden Erwachsenen vorsehen – entweder vor dem Bauch, auf dem Rücken oder seitlich –, empfehlen die Hersteller der Tragen von Baby Björn und Ergobaby auch die umstrittene Trageposition vor dem Bauch des Tragenden mit Blick des Kindes nach vorne, in Laufrichtung des Erwachsenen. Das Urteil der Prüfexperten: Diese Trageweise ist nur eingeschränkt unter optimalen Bedingungen zu empfehlen. Der Rücken des Kindes ist in dieser Position nämlich meist unnatürlich durchgestreckt, die ergonomisch optimale Anhock-Spreiz-Haltung (siehe Grafik auf Seite 128) kaum möglich. Ältere Babys könnten laut Expertenmeinung zwar für wenige Minuten in einer reizarmen Umgebung in dieser Position getragen werden. Bei einem längeren Ausflug sollten Eltern ihr Kind aber immer gut eingehockt mit dem Gesicht zum Körper tragen.

„Über Stock und Stein mit Baby vorm Bauch? Kein Problem, aber bitte nicht über längere Strecken mit dem Gesicht des Kindes nach vorne.“

Marieke Mariani ÖKO-TEST-Redakteurin

Beide kritisierten Hersteller schränken die Trageposition in ihren beigelegten Gebrauchsanweisungen aber weder zeitlich noch anderweitig ein, sodass Eltern annehmen könnten, dass diese Haltung auch für den Transport über längere Zeit geeignet sei. Diese unzureichende Information werten wir ab. Anbieter Ergobaby hat uns eine umfangreiche Stellungnahme zukommen lassen, die unter anderem auf die Vorteile der „Fronttrageweise“, sprich der Bauchposition mit dem Kopf des Babys nach vorn, die das Ergobaby-Produkt ermöglicht, eingeht. Außerdem stellt die Stellungnahme den Komfort der Trage für die Tragenden heraus. Tatsächlich haben wir in unserem Test die ergonomischen Bedürfnisse des Traglings ins Zentrum gestellt und den Komfort für die Trageperson nicht bewertet. In der Tabelle haben wir beschrieben, wie gut die Tragen für große und/oder kleine Erwachsene geeignet sind.

Gesunde Haltung kaum möglich

Ein weiterer Kritikpunkt der Prüfer an der Baby Björn Babytrage Harmony: Nicht einmal in den empfehlenswerten Tragepositionen ist die Anhock-Spreiz-Haltung in dieser Trage angemessen gewährleistet – sie schnitt hier deutlich schlechter ab als die anderen Produkte. Doch nur in dieser Sitzhaltung würde die gesunde Hüftentwicklung des Kindes optimal unterstützt. Darüber hinaus weicht die Einschätzung der Prüfexperten zur Alterseignung der Tragehilfe deutlich von den Herstellerangaben ab. Laut Expertenurteil ist die Baby-Björn-Trage unter anderem wegen der Haltungsproblematik für Kinder unter 12 Monaten ungeeignet – der Hersteller empfiehlt sie aber schon für kleine Babys ab 3,2 Kilogramm Körpergewicht. Fotos: Anja Wägele Illustration: baldyrgan/Shutterstock

TIPPS

Sitzt, passt, wackelt & hat Luft

Die Anhock-Spreiz-Haltung unterstützt die gesunde Hüftentwicklung des Kindes und beugt einer Hüftdysplasie vor. Und so geht’s: Sitzt das Baby in der Trage, greifen Sie es an den Unterschenkeln unterhalb der Kniekehlen und hocken es noch einmal richtig in den Beutel ein. Das Gesäß bildet dann den tiefsten Punkt, die Knie sind etwa auf Nabelhöhe. Der Steg der Trage reicht, kontinuierlich an das wachsende Kind angepasst, immer von Kniekehle zu Kniekehle.

Kleine Babys gehören zunächst in die Bauchposition. Erst mit zunehmender körperlicher und geistiger Entwicklung und wenn Babys den Kopf selbstständig halten, können sie später in die Rückenposition und den seitlichen Sitz wechseln. Der Kopf braucht immer gute Abstützung und das Kind muss jederzeit ausreichend Luft bekommen.

Babytragen sind sehr variabel anzupassen, ein Tragekurs oder eine Trageberatung hilft weiter. (Infos unter: und trageschule-dresden.de)

Weitere Problemzonen

Die Prüfer stellten weitere Auffälligkeiten fest: Die Kordelstopper der DidyKlick 4u sind zwar durch Knoten gesichert, lassen sich aber relativ leicht abziehen. Babys und Kleinkinder sollten solche Kleinteile nicht in die Finger bekommen. Bei der Primeo Babytrage, Kreta ist der Brustgurt deutlich länger als die Norm DIN EN 13209-2 vorgibt, weitere an der Trage befestigte Schnüre können Schlaufen bilden. An der Kokadi Tragehilfe Flip Babysize kritisieren die Prüfer, dass für kleine Babys die Luftzirkulation im Gesichtsbereich nicht optimal ist. Eltern sollten beim Tragen immer sicherstellen, dass das Kind ausreichend Luft bekommt, Mund und Nase frei sind und das Kinn des Babys nicht auf die Brust absinkt.

Ungesunde Substanzen im Material

In den Gurten des Stokke Limas Carrier Plus, Grey Melange hat das Labor einen aus unserer Sicht stark erhöhten Gehalt des toxischen Elements Antimon nachgewiesen, in den Gurten von drei weiteren Babytragen erhöhte Gehalte. Antimon kommt unter anderem bei der Produktion von Polyester zum Einsatz. Untersuchungen weisen darauf hin, dass Antimonverbindungen Haut und Schleimhäute reizen können. Da Babys in der Trage gerne an den Schulterträgern lutschen und kauen, über die diese Gurte zum Teil verlaufen, müssen die Hersteller hier dringend nachbessern. Ebenfalls im Stokke Limas-Produkt wie auch in der DidyKlick 4u, Silber fand ein weiteres Labor halogenorganische Verbindungen, von denen einige Allergien auslösen können. Auch diese haben in Babyprodukten nichts verloren.

TEST Wir haben getestet

Korrekte Haltung

So ist es richtig: Kopf und Nacken des Kindes sind genügend gestützt. Der Rücken wird nicht überstreckt und ...

... die Beine sind in der Anhock-Spreiz-Haltung. Die M-förmige Beinhaltung unterstützt die gesunde Hüftbildung.

So ist es falsch: Der Oberkörper findet keine Stütze und sackt in sich zusammen. Die Beine hängen haltlos nach unten.

So haben wir getestet

Für den Test haben wir zehn Babytragen, darunter sechs Full-Buckle- und vier Half-Buckle-Tragen (auf Deutsch: Vollschnallen- und Halbschnallen-Tragen) eingekauft. Bei Full-Buckle-Tragen werden Hüft- und Schultergurte mit Schnallen geschlossen. Bei Half-Buckle-Tragen hat nur der Hüftgurt eine Schnalle. Den oberen Teil binden Tragende individuell und stufenlos anpassbar wie ein Tragetuch um das Baby, die Schultern und den Bauch. Alle Produkte haben wir in spezialisierten Laboren auf krebserregende Farbstoffbausteine, optische Aufheller, umstrittene halogenorganische Verbindungen, verbotene phosphororganische Flammschutzmittel und lösliches Antimon untersuchen lassen.

Wir ließen dieses Mal alle Tragen von Expertinnen und Experten in einem spezialisierten Praxislabor, von einem Versuchspersonenpanel sowie anhand normierter Methoden beurteilen. Ein Experte prüfte unter Hinzuziehung von zwei ausgebildeten und erfahrenen Trageberaterinnen die Beinhaltung, die Sitzposition und die anatomisch korrekte Haltung und Körperunterstützung der Babys in den Tragehilfen. Die Handhabung hat ein Panel aus fünf Versuchspersonen, bestehend aus drei Frauen und zwei Männern, beurteilt. Spezialisten prüften, ob die Tragen für das empfohlene Alter, Gewicht und die Körpergröße geeignet sind.

Das Experten-Urteil, welche Trage wie für kleine und große Erwachsene geeignet ist, haben wir zur Information in der Tabelle aufgeführt. Es ist aber nicht ins Testergebnis Praxisprüfung eingeflossen. Zudem haben die Praxisprüfer alle Produkte in Anlehnung an Teile der Sicherheitsnorm DIN EN 13209-02 für Babytragen untersucht: Können sich verschluckbare Kleinteile ablösen? Verrutschen die Gurte am Körper des Erwachsenen bei Bewegung? Gibt es eine Kopfstütze für Kinder bis zum vierten Monat? Weisen alle beigelegten Gebrauchsanleitungen sicherheitsrelevante Gebrauchs- und Warnhinweise auf? Über die beigelegte Gebrauchsanweisung hinausgehende Tipps oder Videos im Internet haben wir nicht berücksichtigt. Ausführliche Infos zum Testverfahren mit einer Beschreibung der Praxisprüfung gibt es unter oekotest. de/13291.