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TEST Backofenreiniger: Endgegner


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 25.08.2022

RATGEBER

1 Regelmäßig mit Wasser und milden Reinigungsmitteln putzen ist besser als die Chemiekeule. Selbstreinigende Pyrolysebacköfen sind zwar eine Alternative zu aggressiven Reinigern, die Funktion ist allerdings ein echter Stromfresser.

2 Tragen Sie bei der Anwendung von Backofenreinigern unbedingt Handschuhe, bestenfalls auch eine Schutzbrille. Bei Kontakt mit Haut und Augen direkt mit viel Wasser spülen.

3 Bei Verschlucken den Mund gründlich ausspülen und nur fettfreie Flüssigkeit trinken. Nicht übergeben! Den lokalen Giftnotruf wählen – legen Sie sich die Nummer am besten vorab gut auffindbar zurecht.

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Backofenreiniger sind keine harmlosen Reinigungsmittelchen. Kein Wunder, sie sind schließlich der Endgegner für festgebackene und eingekrustete Essensrückstände. Die Produkte sind stark alkalisch, haben also einen sehr hohen pH-Wert. Dadurch reagieren sie mit dem Fett eingebrannter ...

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... Speiserückstände und machen sie wasserlöslich – diesen Vorgang nennt man Verseifung. Manche enthalten zusätzlich weitere fettlösende Substanzen. Die Mischung aus Reiniger und Schmutz kann schließlich nach einer gewissen Zeit abgewischt werden. Mit diesem einfachen wie effektiven Wirkprinzip lösen Backofenreiniger Eingebranntes, sind aber auch bei Kontakt mit der Haut stark ätzend. Die Laugen erfordern deshalb in der Anwendung besondere Vorsicht. Ein sorgloser Umgang ohne Schutzmaßnahmen kann schwere Verätzungen der Haut zur Folge haben. Sie sollten deshalb wirklich nur dann zum Einsatz kommen, wenn sonst nichts mehr hilft.

Aber zugegeben: In echten Härtefällen geht es manchmal nicht anders – zum Beispiel im über Wohngenerationen ungeputzten WG-Backofen oder den Bratröhren in Restaurantküchen, durch die täglich zahllose Mahlzeiten geschleust werden. Umso wichtiger, dass das Produkt hält, was es verspricht. Wir haben 15 Backofenreiniger einem umfangreichen Praxistest unterzogen. Auch die Inhaltsstoffe haben wir darauf gecheckt, ob sie der Gesundheit oder der Umwelt schaden können.

Mal mehr, mal weniger sauber

Im Praxistest stand die Reinigungsleistung im Vordergrund, schließlich wollen wir Backofenreiniger nicht öfter anwenden müssen als unbedingt nötig. Das Labor hat überprüft, wie gut die Reiniger eingebranntes Fett und eingebrannten Zucker auf verschiedenen Flächen entfernen.

Alle Produkte reinigen auf senkrechten Flächen schlechter als auf waagerechten. Irgendwie logisch, schwerkraftbedingt halten sie dort nicht so gut. Heitmann verspricht für seinen Backofen-, Grill- und Kaminglas Reiniger dennoch vollmundig: „Haftet sehr gut an senkrechten Flächen“. An diesen reinigte das Produkt aber nur mangelhaft – deutlich schlechter als an waagerechten Flächen. Enttäuschend.

„Backofenreiniger sollten auf keinen Fall in Kinderhände geraten. Sie können schwere Verätzungen hervorrufen.“

Marieke Mariani ÖKO-TEST-Redakteurin

WISSEN

So wird’s eine saubere Sache

Weniger ist mehr

Bei den Backofenreinigern zeigt sich deutlich: Viel hilft nicht immer viel. Sprüht man das Produkt allzu großzügig auf die senkrechten Flächen, wird der Schaum zu schwer und rutscht herunter, bevor er lange genug einwirken konnte. Besser die Flächen also gleichmäßig und dünn benetzen.

Nicht am Wasser sparen

Das Wirkprinzip der Backofenreiniger zielt darauf ab, eingebrannte Rückstände von Pizza, Kuchen und Co. zu lösen, damit sie im Anschluss mit Wasser abgewaschen werden können. Dabei gilt: Nicht am Wasser sparen, sonst verreiben Sie lediglich das Fett.

Mit Geduld und Luft

Auch, wenn Sie ihn gründlich ausgewaschen haben, können noch Produktrückstände im Backofen bleiben. Lüften Sie Ofen und Küche deshalb nach dem Reinigen gut durch. Auch ein leerer Durchlauf bei hohen Temperaturen kann helfen, damit sich Schadstoffe verflüchtigen. Einige Hersteller empfehlen, den Backofen erst frühestens acht Stunden nach dem Reinigen wieder zum Backen zu verwenden.

Da der meiste Dreck im Alltagsgebrauch aber tatsächlich auf dem Ofenboden oder dem Backblech einbrennt, haben wir die Reinigungsleistung auf waagerechten Flächen stärker gewichtet als auf senkrechten. Einige Produkte reinigten im Labor aber sämtliche Flächen nur „mangelhaft“, darunter das bekannte Markenprodukt Bref Power Backofen & Grill. Hier bringen Eigenmarkenprodukte für weniger als den halben Preis deutlich bessere Ergebnisse.

In der Prüfung der Handhabung schnitten alle Produkte zufriedenstellend ab. Dabei interessierte uns unter anderem, wie gut und genau sich die Reiniger aufbringen und wie leicht sie sich nach der Anwendung wieder aus dem Backofen entfernen lassen.

Reizt die Atemwege

Natürlich sind die Backofenreiniger nicht gesund. Bei den Inhaltsstoffen haben wir dennoch wenig zu kritisieren. Mehr als zwei Drittel der Produkte enthalten allerdings entweder Ammoniumhydroxid (in Wasser gelöstes Ammoniak) oder Aminoethanol. Diese werten wir ab, weil sie die Atemwege, Haut und Augen reizen können.

Auch das noch

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel summiert sich einiges. Phosphonate und synthetische Polymere in den Rezepturen schaden der Umwelt. Auch den Rezyklatanteil der Kunststoffflaschen haben wir bei den Anbietern abgefragt. Wurde dieser nicht nachvollziehbar belegt oder wird erst gar kein recyceltes Plastik eingesetzt, gibt es eine Note Abzug.

Fehlt wie beim Wepos Backofen Reiniger der Hinweis auf das Tragen von Schutzhandschuhen, werten wir ebenfalls ab. Die Datenblätter mit detaillierten Inhaltsstoffangaben ließen sich für manche Produkte nur über Umwege aufspüren – sie waren zum Teil nicht einmal auf der Webseite hinterlegt, die auf der Verpackung des Produktes angegeben ist.

TEST

ÖKO TEST

Wir haben getestet

So haben wir getestet

Wir haben 15 Backofenreiniger eingekauft, darunter bekannte Marken sowie Eigenmarken von Supermärkten und Discountern. Umgerechnet auf 500 Milliliter Reiniger bezahlten wir zwischen 1,65 Euro und 11,99 Euro.

Um die Reinigungsleistung zu überprüfen, wurden in einem spezialisierten Labor Emailleplatten jeweils mit einer fettigen und einer zuckrigen Schmutzschicht überzogen und im Backofen eingebrannt. Senkrecht und waagerecht platzierte Platten simulierten die Seiten- und Bodenflächen, auf die die Reiniger dann aufgesprüht und nach der Einwirkzeit wieder abgewaschen wurden. Nach dem Nachwischen mit einem Schwamm beurteilte das Labor, wie gut die Reiniger den Schmutz entfernt haben. Die Prüfer untersuchten zudem, wie zielgenau sich der Backofenreiniger aufbringen lässt, wie das Sprüh- und Schaumbild aussieht, ob nach dem Sprühen Rückstände an der Dose haften und wie gut sich der Reiniger nach der Anwendung im Backofen entfernen lässt. Weitere Labore testeten die Reiniger auf allergieauslösende Duftstoffe und bestimmten den pH-Wert. Anhand der Deklaration und des Datenblatts erfassten wir eingesetzte Basen, Lösungsmittel und synthetischen Polymere. Wir überprüften, ob das Datenblatt mit den Inhaltsstoffen im Internet gut auffindbar ist, ließen die Verpackungen auf chlorierte Verbindungen analysieren und fragten den Rezyklatanteil darin ab.