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TEST Badefarben und Malseifen: Alles so schön bunt hier?


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2016 vom 28.12.2015

Es zischt, sprudelt und färbt das Wasser. Blau für kleine Piraten, Pink für Prinzessinnen. Sind Badefarben, Malseifen und andere Kinder-Spaßbäder Anreize für Bademuffel oder völlig überflüssig? Im Test zeigt sich: Sie verfärben die Fugen – und in zwei Produkten stecken Formaldehyd/-abspalter.


Artikelbild für den Artikel "TEST Badefarben und Malseifen: Alles so schön bunt hier?" aus der Ausgabe 1/2016 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 1/2016

Ich will aber nicht!“ Viele Eltern kennen das: Das Kind möchte partout nicht in die Wanne. Selbst wenn es sonst gerne badet, ausgerechnet heute, da es mal wieder an der Zeit wäre oder ein Familienfest ansteht – es hat einfach keine Lust auf Nass. Halb ausgezogen steht es an der vollen Wanne, wirft einen prüfenden ...

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... Blick ins Wasser, rümpft die Nase und wiederholt hartnäckig: „Ich will aber nicht!“


Mit Spielzeug wird die Badewanne auch ohne Farben zur Erlebniswelt


Eltern sollten sich deshalb keine Sorgen machen. In den seltensten Fällen ist die Ursache für die Weigerung eine spezifische Phobie, eine Angst vor Wasser. Vielleicht will das Kind nur deshalb nicht, weil gerade sowieso alles viel zu stressig ist oder es einfach Lust hat, im Kinderzimmer weiterzuspielen. In der Regel lieben Kinder es nämlich zu baden. Meist braucht es auch gar nicht viel Überzeugungskünste. Die Badewanne verwandelt sich ohnehin schnell in eine aufregende Spielwelt: Quietscheentchen, Tauchtier, Spielboot, Spritzpistole, Playmobilfiguren – alles kommt mit rein.

Seit einigen Jahren gibt es überdies Produkte auf dem Markt, die den Kindern das Baden noch schmackhafter machen sollen. Sie färben das Wasser meeresblau, auf dass kleine Piraten in der Wanne auf Kaperfahrt gehen können, oder in ein rosa Prinzessinnenbad. „Wie von Zauberhand verwandelt sich das Badewasser in eine lustig- bunte Erlebniswelt“, lautet das Versprechen auf der Verpackung der Saubär Badefarbe. „Das sanft duftende Wasser färbt sich anfangs korallrot, um nach einiger Zeit violett zu werden. So tauchen selbst kleine Bademuffel gerne in die Fluten“, wird Lüttes Welt Magische Badewasserfarbe Kleine Nixe beworben. Oft wird den Kindern gleich noch per Packungsaufdruck eine Geschichte mit geliefert, von Helden, die „Tops, Taps und Tipsi, die planschverrückten Tintenfische“ (Tinti Badewasserfarben) oder „Fee Bella Mariella und ihre Freundin Fini“ (Lüttes Welt) heißen.

Mittlerweile gibt es eine kaum noch zu überschauende Produktpalette an Spaßbädern, die sich in der Regel an Überdreijährige richtet: Malseifen aus der Tube, Farbtabletten zum Auflösen, Seifenknete, Malstifte, Badekonfetti, quietschbunter Waschschaum, brauseartige Sprudel- und Knisterbäder, glitschige Wackelseifen und sogar Pulver, die das Wasser in einen bunten Schleim verwandeln.

Viele Eltern bieten solche Produkte meist zu bestimmten Anlässen an – zur Belohnung, zum Trost, oder wenn mal ein ganz besonderer Tag ist. Zur Regel sollten die farbenfrohen, spaßigen Beigaben auch gar nicht werden. Es gibt genügend herkömmliche Badezusätze, die die eigentliche Funktion des Badens – die Reinigung und Pflege des Körpers – voll und ganz erfüllen. Mit Spielzeug in der Wanne ist der Spaß auch damit garantiert


Kinder, die mit Seife malen, lernen nicht, die Umwelt zu schonen


Zudem haben die Produkte einen negativen Nebenaspekt: Seife ist kein Spielzeug. Oft müssen Eltern das ihren Kindern klarmachen, wenn der Nachwuchs mal wieder am Waschbecken steht und minutenlang fröhlich die Seife aufschäumt. Abgesehen von dem sinnlosen Verbrauch an Rohstoffen kommt noch die Belastung für die Umwelt, des Abwassers mit Farben und anderen Inhaltsstoffen hinzu. Die kunterbunten Produkte werden indes fröhlich beworben mit Sprüchen wie etwa auf der Tinti Malseife: „Mal dich sauber! Die Malseife zeigt euch spielend leicht, wo ihr schon gewaschen seid.“ Eine Aufforderung zum sparsamen Gebrauch von Ressourcen sieht anders aus.

Die Anbieter werben mit Hautverträglichkeit und damit, dass die Farben sich nach dem Spaß einfach wieder mit Wasser von Wanne und Fliesen abspülen lassen. Um herauszufinden, welche Inhaltsstoffe drinstecken und ob die Farbrückstände tatsächlich leicht zu beseitigen sind, haben wir die unterschiedlichen Produkte eingekauft und in Laboren analysieren lassen.

Wanne Kunterbunt. Vom Körper gehen die Farben gut wieder ab. Anders sieht es mit den Rückständen an Zementfugen aus.


Das Testergebnis

Das ist nicht überzeugend. Mehr als die Hälfe der Testprodukte schneidet mit „befriedigend“ oder noch schlechter ab. Problematische Inhaltsstoffe fanden die von uns beauftragten Labore zwar nur in wenigen Spaßprodukten, jedoch waren darunter immerhin auch krebsverdächtige Formaldehyd/-abspalter. Diese analysierte das von uns beauftragte Labor in den beiden Malstift-Sets Bath Crayons Good Clean Fun und SES Creative Aqua Malen in der Badewanne. Weil die betroffenen Stifte noch weitere Schadstoffe enthalten, gibt es am Ende das Testurteil „ungenügend“.

Schlecht Verträgliches für die Haut. Auf den Verpackungen von Beauty Kids Malseife Lila, Beerenduft, und SES Creative Aqua Malen in der Badewanne, Farbtöpfe, ist der Farbstoff CI 12490 (Pigment Red 5) deklariert. Pigment Red 5 ist ein synthetisch hergestellter roter Azo-Farbstoff. In Naturkosmetik ist der chemische Stoff nicht erlaubt. Er zählt zu den halogenorganischen Verbindungen. Viele davon gelten als allergieauslösend. In den Malstiften von SES sowie in den Bath Crayons Good Clean Fun stecken PEG/PEG-Derivate. Diese Substanzen dienen als Emulgatoren oder Tenside, die bewirken sollen, dass sich schwer miteinander mischbare Flüssigkeiten verbinden. Sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. In den Einseifer Seifenmalstiften wies ein Labor einen erhöhten Gehalt an Diethylphthalat (DEP) nach. Dieser Stoff beeinflusst den Schutzmechanismus der Haut.

Ärgerliche Nachwirkung: rote Fugen. In der Praxisprüfung erzielte die Hälfte der von uns getesteten Produkte nur ein befriedigendes bis ausreichendes Ergebnis. Vor allem die Malseifen und die Stifte ließen zu wünschen übrig. Von den Testflächen aus Emaille und Silikon waren im Labor die Farbrückstände aller Produkte gut wieder abzuspülen – einfach mit klarem Wasser, so wie es die Anbieter versprechen. Als Manko stellte sich jedoch die Abwaschbarkeit von Fugenzement heraus. Hier musste fast immer zu Scheuermilch gegriffen werden und selbst dann blieben bei der Hälfte der Produkte, ausschließlich Malseifen und Stifte, noch deutliche bis sehr deutliche Spuren auf den Testfl ächen zurück: ein rötlicher Schimmer oder gar rote Flecken. Gerade Stifte sind explizit dazu gedacht, auf Wanne und Kacheln zu malen, manch ein Strich geht da auch mal über die Fugen. Die Malseifen sind zwar eher zum Bemalen des Körpers vorgesehen, aber kleine Badewannenkünstler lassen sich wohl kaum davon abhalten, damit auch mal die Kacheln zu beschmieren. Beim Planschen und Abduschen gelangen schnell mal bunte Wasserspritzer an die Fugen. Zu spät bemerkt, sind die Rückstände dann kaum noch zu beseitigen.

So reagierten die Hersteller

▀ Einige Anbieter suchten Gründe für die schlechten Ergebnisse der Praxisprüfung in Hinblick auf die Farbrückstände an den Fugen. Ihre Erklärungsmuster waren: Fugenzement sei nicht immer gleich Fugenzement und die Reste würden sich mit der Zeit schon auswaschen. Die FirmaVaria Color, Anbieter der Valino-Produkte, schrieb uns: Die Produkte seien so konzipiert, dass sie „in der Regel auch bei Zementfugen keine Rückstände hinterlassen“. Sollte es dennoch im Ausnahmefall vorkommen, „haben unsere Erfahrungen gezeigt, dass Farbrückstände dann vorübergehend erkennbar sind, wenn die Fugen eine raue oder poröse Oberfl äche aufweisen. Diese Farbrückstände verbleichen jedoch nach geraumer Zeit.“ UndSES wies darauf hin: „Bei älteren Fugen ist die Auswaschbarkeit normalerweise kein Problem.“ In porösem, noch frischem Fugenzement hingegen könnten Teile der Pigmente „relativ tief“ eindringen, wodurch Verunreinigungen schwieriger zu entfernen seien.Tinti erklärte uns: Auf den Tuben sei explizit darauf hingewiesen, dass der Kontakt mit Textilien und Fugen zu vermeiden sei. Bei „falscher Produktanwendung“ oder „beschädigten Fugen“ ließen sich Verfärbungen „durch handelsübliche Reinigungsprodukte mit Aktivsauerstoff“ wieder entfernen. Auch die Drogeriemärktedm undRossmann, Anbieter der Malseifen Saubär und Isana, verwiesen auf die Gebrauchshinweise. Farb reste seien sofort nach dem Bad von Wanne und Fliesen abzuspülen, das verhindere ein Antrocknen.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 124.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 2) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung der Badewasserfarbe „Kleiner Seeräuber“. 3) Der in der Tabelle genannte Duftstoff gilt für die untersuchte Farbe Blau. Für die Farbe Grün sind deklariert: Citral, Citronellol, Geraniol. 4) Der Duftstoff Citral ist deklariert, wurde aber im Labor nicht nachgewiesen. 5) Die halogenorganische Verbindung (hier: CI 12490 – Pigment Red 5) ist auf der Verpackung der Malseife Lila („Beerenduft“) deklariert. 6) Die halogenorganische Verbindung (hier: CI 12490 – Pigment Red 5) ist in der roten Farbe enthalten. 7) Nachgewiesen wurde Diethylphthalat (DEP) im blauen Stift. 8) Nachgewiesen wurden Formaldehyd/-abspalter in einer Mischprobe aus dem roten und grünen Stift. 9) Laut Anbieter wird derzeit das Produkt verändert, wodurch sich die Auswaschbarkeit verbessere. 10) Weiterer Mangel: Anbieter schlüsselt auf Anfrage die „May-contain“-Angaben zu den Farbbestandteilen nicht auf. 11) Laut Anbieter wurde das Verpackungsmaterial mittlerweile auf eine PET/PE-Folie umgestellt, um PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen zu vermeiden. 12) Laut Anbieter wurde das Produkt mittlerweile mit einem Bitterstoff ausgestat-tet, die überarbeitete Malseife kommt ab März 2016 in den Handel.13) Laut Anbieter werden die Malseifen derzeit überarbeitet. Das neu gestaltete Produkt kommt im Frühjar 2016 auf den Markt. Die Farbe Lila („Beerenduft“) soll dann keine halogenorganische Verbindung mehr enthalten.Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um vier Noten: mehr als 10 mg/kg Formaldehyd/-abspalter. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) eine halogenorganische Verbindung (hier: CI 12490 – Pigment Red 5); b) PEG/PEG-Derivate in Produkten, die länger auf der Haut bleiben. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als ein Prozent Paraffine/Erdölprodukte/apolare Silikonverbindungen; b) mehr als 10 mg/kg Diethylphthalat (DEP). Unter dem Testergebnis Praxistest führen zur Abwertung um drei Noten: Farbrückstände an Fugen ohne/mit Zusatz von Badeschaum „sehr deutlich/sehr deutlich“. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) Farbrückstände an Fugen ohne/mit Zusatz von Badeschaum „deutlich/sehr deutlich“; b) Farbrückstände an Fugen ohne/mit Zusatz von Badeschaum „deutlich/deutlich“. Zur Abwertung um eine Note führen: Farbrückstände an Fugen ohne/mit Zusatz von Badeschaum „gering/deutlich“. Getestet wurde jeweils die Farbe Rot, falls nicht im Sortiment, Pink bzw. Lila. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um vier Noten: Anbieter schlüsselt auf Anfrage die Farbbestandteile der +/– bzw. May-contain- Deklaration nicht auf. Zur Abwertung um eine Note führen: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen „nein“, bedeutet das „unterhalb der Bestimmungsgrenze“ der jeweiligen Testmethode. Das Gesamturteil beruht auf den Testergebnissen Inhaltsstoffe und Praxistest. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unterwww.oekotest.de Suchen „M1601“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: September/Oktober 2015.

Kompakt

Kinder nicht unbeaufsichtigt baden lassen

Badefarben, Malseifen und sonstige Spaßbäder sind in der Regel erst für Kinder ab drei Jahren geeignet. Zu beachten ist jedoch ganz allgemein: Eltern sollten Kleinkinder, auch wenn sie schon älter als drei sind, niemals unbeaufsichtigt baden oder duschen lassen. Gerade Malseifen und Badefarben verführen Kinder dazu, im Wasser Bewegungen, Experimente oder Unsinn zu machen, bei denen sie schnell einmal ausrutschen, stürzen, mit dem Kopf unter Wasser tauchen können. Eine rutschfeste Badematte gehört auf jeden Fall in die Wanne.

Leises Ertrinken

Ertrinken gehört zu den häufigsten tödlichen Unfallursachen im Kindesalter – in allen Altersstufen. Darauf macht die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder aufmerksam. Während Säuglinge vor allem in der Badewanne ertrinken, sind Kleinkinder besonders beim Spielen im und am Wasser gefährdet. Kleine Kinder haben große Probleme, sich alleine zu erheben, wenn ihr Gesicht unter Wasser ist. Sie verlieren die Orientierung und können selbst in flachem Wasser ertrinken. Sie unternehmen keine Selbstrettungsversuche und machen nicht durch Schreie oder lautes Wasserschlagen auf sich aufmerksam.

Eltern sollten mitbaden

Badesitze bieten keinen zuverlässigen Schutz. Ebenso wenig ein älteres, mitbadendes Geschwisterkind. Eltern sollten den „Größeren“ niemals die Aufsicht über kleinere Kinder übertragen. Sie sind noch nicht in der Lage, die Verantwortung für andere Kinder zu übernehmen. Sicherer ist es da schon, wenn sich die Eltern mit in die Wanne setzen. Weitere Informationen unter:

www.kin dersicherheit.de → Kinderunfälle vermeiden → Zuhause und unterwegs → Badewanne, Regentonne und Gartenteich.

ÖKO-TEST rät

• Fünf Produkte sind „sehr gut“ oder „gut“, darunter vier Badefarben und ein Seifenmalstift. Dennoch sollten sie allenfalls hin und wieder verwendet werden, denn sie sind schlicht eine überfl üssige Belastung für die Umwelt.

• Um die Fugen in Ihrem Bad zu schonen, greifen Sie besser zu Badefarben in Tablettenform als zu Malseifen oder Stiften.

• Kontakt mit Textilien meiden. Die Farben sind nur schwer wieder herauszuwaschen. Nach dem Duschen oder Baden die Farbreste möglichst schnell und gründlich von Kacheln und Fugen abspülen, das Wasser nicht zu lange in der Wanne stehen lassen.

• Produkte sparsam gebrauchen. Um Badefarben zu mischen, genügen schon halbe Tabletten.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Knistern, Sprudeln, Schäumen: Spaßbäder für Kinder gibt es in allen möglichen Variationen. Wir haben uns auf Badefarben konzentriert, die als Tablette oder Granulat dem Wasser zugegeben werden, sowie auf Produkte, bei denen das Malen im Vordergrund steht: flüssige Malseifen aus der Tube sowie Stifte oder speziell fürs Baden gedachte Fingerfarben aus Töpfen zum Bemalen von Körper, Kacheln und Wanne.

Die Inhaltsstoffe

In den Produkten können bedenkliche Zutaten stecken wie allergene Duftstoffe und Moschus-Verbindungen, die sich im Fettgewebe anreichern. Hinzu kommen Parabene, die unter Hormonverdacht stehen, sowie krebsverdächtige Formaldehyd/-abspalter. Auf all diese Inhaltsstoffe haben die von uns beauftragten Labore untersucht.

Der Praxistest

Alles so schön bunt hier! Das wünschen sich die Eltern nur so lange ihre Kinder im Bad an ihren Kunstwerken arbeiten. Ob sich die Farbrückstände tatsächlich, wie es die Anbieter versprechen, nach dem Spaß einfach mit Wasser abspülen lassen, ließen wir in einem Praxistest überprüfen. Das beauftragte Labor testete an drei Arten von Flächen: an Emaille, Silikon und Fugenzement, jeweils nach 30 Minuten Einwirkzeit und jeweils ohne und mit Badezusatz. Denn Kinder verlangen oft, dass auf das bunte Wasser noch Schaum soll. Oder das Shampoo sorgt für zusätzlichen Schaum. Beobachtungen im Labor sowie Kundenbewertungen im Internet zeigten, dass sich vor allem die Rückstände von Rot schwer wieder abwaschen lassen, weshalb wir diese Farbe prüften. Gab es das jeweilige Produkt nicht in Rot, wurden Lila oder Pink getestet.

Schön rot: Im Praxistest ließen wir überprüfen, wie gut sich die Farbrückstände wieder abspülen lassen.


Die Bewertung

Inhaltsstoffe, die Allergien auslösen können, hormon- oder gar krebsverdächtig sind, haben generell in Kosmetika nichts verloren – erst recht nicht in Produkten für Kinder. Für solche Substanzen verteilten wir Minuspunkte. Abwertungen gab es auch, wenn sich die Farbrückstände nur schlecht wieder beseitigen ließen. Da auch Eins-AInhaltsstoffe kein Grund zur Freude sind, wenn das Bad hinterher farbig gesprenkelt ist, kann das Gesamturteil nicht besser sein als das schlechtere der beiden Testergebnisse Inhaltsstoffe und Praxistest.


Foto: suze/photocase.de

Foto: FamVeld/Shutterstock

Foto: Labor