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TEST BANANEN : FAIR GEWINNT


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2018 vom 28.12.2017

Bananen sind nach Äpfeln das Lieblingsobst der Deutschen. In konventionellen Früchten stecken jede Menge Pestizide. Gesund ist das nicht. Vor allem für die Menschen in den Anbauländern birgt der Einsatz der Pestizide viele Probleme.


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Foto: pressdigital/getty images

Gelb-grün und makellos – so kommen Bananen in die Supermärkte. Wenn dann noch der Preis stimmt, sind die meisten Verbraucher zufrieden. Tatsächlich gehören Bananen zu den billigsten Früchten, die das Obstregal zu bieten hat. Dabei geht der Trend zu Bio, sagt Christine Rampold von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). So sei der ...

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... Bio-Anteil an den privaten Einkäufen von Januar bis September 2017 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent gestiegen. Bereits 2016 habe der Anteil an Bio-Bananen an den gesamten Bananeneinkäufen 16 Prozent betragen. Gut 70 Prozent davon seien Fairtrade-zertifiziert gewesen. Die zweite wichtige Zertifizierung auf dem deutschen Bananenmarkt ist der Standard der Rainforest Alliance. Nach Informationen des Aktionsbündnisses für nachhaltige Bananen ist mittlerweile ein großer Teil der konventionellen Bananen danach zertifiziert.

Also in Sachen Banane alles auf einem guten Weg? Frank Braßel, Leiter der „Make Fruit Fair!“-Kampagne bei Oxfam und Experte für Missstände im Fruchtanbau, ist deutlich anderer Meinung. Erst kürzlich hat er Bananenplantagen in Ecuador besucht und festgestellt, dass immer noch zu wenig passiert. „Die Bananen wachsen nach wie vor in reinen Monokulturen, und man sieht auch immer noch Flugzeuge, die Pestizide versprühen.“

Dieses Aerial Spraying ist im konventionellen Bananenanbau weit verbreitet und wird vor allem gegen die hartnäckige Blattkrankheit Sigatoka eingesetzt. Wie oft gesprüht wird, hängt davon ab, wie groß die Probleme mit Schädlingen sind. In einer Untersuchung der Wiener Initiative Ärztinnen und Ärzte für eine gesunde Umwelt, die sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen der Pestizidnutzung im Bananenanbau befasst, antwortete gut die Hälfte der befragten Arbeiter von konventionellen Plantagen, sie hätten einmal pro Woche Flugzeugeinsätze beobachtet. Ein Viertel der Befragten berichtete von Flügen, die sogar öfter als einmal wöchentlich stattfanden. Für die Studie wurden 2015 in Ecuador 71 Beschäftigte von konventionell und ökologisch betriebenen Farmen interviewt.


Arbeiter von konventionellen Plantagen klagen deutlich häufiger über akute Beschwerden als Beschäftigte von Bio-Plantagen.


Ein Hauptproblem des Sprayings sind Verwehungen – Experten sprechen von Verfrachtung. Sie führen dazu, dass die Spritzmittel nicht nur dort landen, wo sie wirken sollen. Sie gelangen auch in andere Bereiche und reichern sich in Böden und Gewässern an. Die Arbeiter auf den Bananenfeldern sind direkt betroffen. Aber auch andere Mitarbeiter, etwa in der Packstation, oder Menschen in den angrenzenden Wohngebieten können die versprühten Mittel abbekommen. Wiederbetretungsfristen sollen sicherstellen, dass die Arbeiter nach dem Einsatz der Sprühflugzeuge nicht zu früh in die behandelten Farmbereiche zurückkehren. Das würden Plantagenbesitzer aber oft nicht ernst genug nehmen, sagt Braßel.

Handlungsbedarf sieht der Experte auch bei den Schutzausrüstungen. Denn Anspruch auf Anzüge, Masken, Stiefel und Handschuhe haben nur diejenigen, die Pestizide ausbringen, während einfache Arbeiter in der Regel eigene Kleidung tragen, erläutert Braßel. „Kommen die Arbeiter mit Pestiziden in Kontakt, tragen sie diese mit der Kleidung nach Hause und verteilen das Gift im Haus.“

Dass die Pestizide nicht spurlos an der Gesundheit der Menschen im Bananenanbau vorbeigehen, verdeutlicht die Studie der Wiener Ärzteinitiative. Nach akuten Symptomen befragt, berichteten die Arbeiter, die auf konventionellen Plantagen beschäftigt waren, deutlich häufiger von Schwindel, Erbrechen, Augenbrennen, Hautreizungen, starker Müdigkeit und Schlaflosigkeit als die Arbeiter von Bio-Plantagen. Damit nicht genug: In weiterführenden DNA-Tests an Zellen der Wangenschleimhaut fanden die Wissenschaftler bei den Arbeitern auf konventionellen Plantagen signifikant häufiger Zellveränderungen als in der Kontrollgruppe. Dies lege ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken, nahe.

Foto: generacionx/getty images

Die Ernte ist ein Knochenjob: Ein Arbeiter schneidet die Büschel von der Staude, ein anderer schleppt die Fruchtstände zu den Transportzügen. Vorsicht ist geboten: Die Bananen dürfen keine Dellen bekommen.


Foto: imago/robertharding

Wir wollten wissen, unter welchen Bedingungen die Bananen angebaut wurden, und haben in Supermärkten und Discountern eingekauft. Die Anbieter haben wir zu Arbeitsbedingungen und dem Umgang mit Pestiziden befragt. Im Labor ließen wir die Bananen auf ein breites Spektrum an Pestiziden untersuchen.

Arbeit im Akkord: Bananen von den Büscheln schneiden, im Wasserbad reinigen, auf optische Mängel prüfen, wiegen, mit Pilzbekämpfungsmitteln behandeln und in Kartons verpacken.


Foto: Marcelo Hernandez/abendblatt.de/creativecommons.org

DAS TESTERGEBNIS

Bio mit Fairtrade vorn: Im Test haben fast alle Bio-Produkte mit Fairtrade-Kennzeichnung „sehr gut“ abgeschnitten. Deutlich anders steht es um die konventionell produzierten Früchte. Hier reicht das Gesamturteil von „befriedigend“ bis „ungenügend“.
Pestizide satt: Die konventionellen Bananen enthalten durchweg Pestizidrückstände. Besonders hohe Belastungen stecken in den Proben von Kaufland, Chiquita, Netto Marken-Discount, Rewe und Penny. Wir haben die Bananen ungeschält analysieren lassen. Ein erheblicher Anteil der Pestizide befindet sich vermutlich in und auf der Schale. Das geht aus Untersuchungen von Überwachungsbehörden hervor, die Bananen mit und ohne Schale geprüft haben. Doch auch in diesen Untersuchungen fanden sich Rückstände im essbaren Anteil.
Zweimal unter Krebsverdacht. In fast allen konventionellen Proben tragen die besonders bedenklichen Pestizide Imazalil und/oder Bifenthrin zu den schlechten Noten bei. Laut europäischem Gefahrstoffrecht sind beide Stoffe als vermutlich krebserzeugend eingestuft. Imazalil ist ein Fungizid, das die Bananen auf dem Transport nach Europa vor dem Verfaulen schützt. Arbeiter sprühen das Mittel auf die Schnittstellen der Kronen oder tragen es mit einem Pinsel auf. Bifenthrin wehrt Insekten ab. Zusammen mit Chlorpyrifos ist es meist in den Plastiksäcken enthalten, in denen die Bananen an der Staude heranwachsen. Die Säcke dienen unter anderem dem Schutz der Schalen vor Insektenstichen, denn das gibt braune Flecken. Arbeiter, die mit den Tüten hantieren, können mit den Pestiziden in Kontakt kommen.
Bio ist fast immer sauber. Nur in einer Probe der Gut Bio Fairtrade Bio-Bananen von Aldi Nord stellte das Labor zwei Pestizide in Gehalten über dem Bio-Orientierungswert fest. Der Anbieter konnte sich die Funde nicht erklären, eine Überprüfung der Lieferkette und aktueller Chargen waren einwandfrei, wie die mitgeschickten Gutachten belegen.
Fairtrade ist der Goldstandard. Zumal dann, wenn er mit Bio kombiniert ist. Die Produzenten erhalten einen garantierten Mindestpreis, der ihre grundlegenden Lebenshaltungskosten deckt. Dazu kommt eine Prämie von einem US-Dollar pro Kiste Bananen, etwa für soziale Projekte oder zur Verbesserung der Produktion. Die vorgeschriebenen Sozialforderungen basieren auf einer umfassenden Umsetzung der Kernarbeitsnormen der International Labor Organization (ILO). Hier spielen die Mitsprache der Produzenten und die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften eine wichtige Rolle. Fast alle Anbieter legten uns Zertifikate vor, die die Fairtrade-Zertifizierung der Produzenten bestätigen. Nur Penny schickte kein Zertifikat für die Naturgut Bio Bananen, Bio-Helden. TransFair Deutschland bestätigte das Label auf Anfrage zwar, aufgrund der nicht gelieferten Nachweise ziehen wir jedoch bei Penny Punkte ab. Die Bananen von BanaFair sind zusätzlich nach Naturland zertifiziert. Sie werden laut Anbieter in Mischkulturen mit Bäumen produziert.


Eine EU-Banane muss mindestens 14 Zentimeter lang und 2,7 Zentimeter dick sein. Kleinere Exemplare werden aussortiert.


Konventionell mit grünem Frosch. Im konventionellen Bereich hat sich offenbar der Standard der Rainforest Alliance (RA) durchgesetzt. Allerdings prangt das dazu gehörige Label mit dem grünen Frosch nur auf den Bananen von Aldi, Lidl und Penny. Die Mehrzahl der Anbieter legte uns Zertifikate für ihre konventionellen Bananen vor. Warum wir von Rewe und Penny keine Zertifikate erhalten haben, wissen wir nicht. Das Fehlen führt aber zur Abwertung. Keinerlei Zertifizierung kann Kaufland für die Bonita Bananen vorweisen, da sich die Plantage eigenen Aussagen zufolge derzeit in der Re-Zertifizierung befindet.
Grün mit Abstrichen. Ein gravierender Nachteil der Produzenten auf RA-zertifizierten Plantagen gegenüber Fairtrade-Erzeugern: Sie erhalten keinen garantierten Mindestpreis. Das bedeutet, sie müssen in der Regel mit den niedrigeren, gesetzlichen Mindestpreisen auskommen. Unzureichend sind zudem die Regularien, die der RA-Standard für Pestizide vorsieht. Es gibt zwar eine Verbotsliste mit 150 von internationalen Organisationen als hochgefährlich eingestuften Substanzen. Jedoch fehlen etliche, etwa Imazalil, Bifenthrin oder das unter Krebsverdacht stehende Herbizid Glyphosat. Außerdem dürfen 23 der verbotenen Pestizide derzeit unter bestimmten Bedingungen noch eingesetzt werden, darunter extrem giftige Substanzen wie Oxamyl und Ethoprop oder Stoffe mit fortpflanzungsgefährdendem Potenzial.
Basisanforderungen erfüllt. Der RA-Standard verlangt die Einhaltung grundlegender ILO-Kernarbeitsnormen, darunter das Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren und die Zahlung gesetzlicher Mindestlöhne. Mehr aber auch nicht. So müssen etwa die Löhne nicht existenzsichernd sein. RA-zertifizierte Plantagen sind zudem verpflichtet, Regelungen zu Wiederbetretungsfristen umzusetzen. Wie dies zu geschehen hat, bleibt den Farmen aber offenbar selbst überlassen. Im Standard heißt es unter Punkt 3.5 lediglich: „(…) Arbeiter sind während der Pestizidausbringung per Flugzeug in den Gebieten nicht anwesend.“ Grundlegendes auch zum Thema Schutzkleidung: Die ist nur für den Umgang mit Pestiziden vorgeschrieben.
Bio ist nicht unbedingt fair. Alnatura konnte für die Erzeuger aus Peru lediglich eine Überprüfung der Agrarpraxis und für den Erzeuger aus der Dominikanischen Republik eine faire Produktion nachweisen, die deutlich weniger anspruchsvoll ist als Fairtrade. Real erklärte, die Mehrheit der Lieferanten sei Fairtrade-zertifiziert, für einen Teil der Produzenten fehlen demnach Nachweise. Rewe legte zu übergeordneten Zertifizierungen ihrer Bio-Bananen keine Nachweise vor. Das Bio-Label allein sagt noch nichts darüber aus, wie fair die Arbeitsbedingungen sind.


Auf Rainforest-Alliance-Plantagen ist Schutzkleidung nur für Arbeiter, die mit Pestiziden umgehen, vorgeschrieben.


ÖKO TEST

„Wenn die Supermärkte die Bananenproduktion wirklich verbessern wollen, dann müssen sie ausschließlich faire Bio-Bananen anbieten, die für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und umweltverträgliche Anbaumethoden stehen.“

Birgit Hinsch, Oecotrophologin und ÖKO-TEST-Redakteurin


Foto: Anja Wägele

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 124.
Anmerkungen: 1) Pestizide im Einzelnen: Probe 1 enthält 1 Pestizid erhöht (Note: 2,0); Probe 2 enthält 2 Pestizide erhöht (Note: 3,0); Probe 3 enthält 1 Pestizid erhöht (Note: 2,0).2) Pestizide im Einzelnen: Probe 1 enthält 1 Pestizid erhöht, 3 Pestizide in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note; 3,0); Probe 2 enthält 1 Pestizid erhöht, 3 Pestizide in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 3,0); Probe 3 enthält 2 Pestizide erhöht, 2 Pestizide in Spuren, darunter 2 besonders bedenkliche Pestizide (Note: 4,0).3) Pestizide im Einzelnen: Probe 1 enthält 1 Pestizid erhöht, 1 Pestizid in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 3,0); Probe 2 enthält 1 Pestizid erhöht, 1 Pestizid in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 3,0); Probe 3 enthält 2 Pestizide erhöht, 2 Pestizide in Spuren, darunter 2 besonders bedenkliche Pestizide (Note: 4,0).4) Pestizide im Einzelnen: Probe 1 enthält 2 Pestizide in Spuren (Note: 1,0); Probe 2 enthält 2 Pestizide erhöht, 2 Pestizide in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 4,0); Probe 3 enthält 1 Pestizid erhöht, 3 Pestizide in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 3,0). Das Produkt ist mit dem Label des World Wildlife Fund (WWF) gekennzeichnet, mit dem zusätzliche Anforderungen in den Bereichen Ökologie, Mitarbeiterrechte und Gesundheitsschutz verbunden sind; Belege über eine unabhängige Prüfung dieser Anforderungen (Auditbericht oder Zertifikat) hat der Anbieter nicht vorgelegt.5) Pestizide im Einzelnen: Probe 1 enthält 4 Pestizide in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 2,0); Probe 2 enthält 1 Pestizid erhöht, 3 Pestizide in Spuren, darunter 2 besonders bedenkliche Pestizide (Note: 3,0); Probe 3 enthält 2 Pestizide erhöht, 2 Pestizide in Spuren, darunter 2 besonders bedenkliche Pestizide (Note: 4,0).6) Pestizide im Einzelnen: Probe 1 enthält 2 Pestizide erhöht, 2 Pestizide in Spuren, darunter 2 besonders bedenkliche Pestizide (Note: 4,0); Probe 2 enthält 2 Pestizide erhöht, 2 Pestizide in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 4,0); Probe 3 enthält 3 Pestizide erhöht, 1 Pestizid in Spuren, darunter 2 besonders bedenkliche Pestizide (Note: 5,0). Laut Anbieter befinden sich die Bonita Bananen-Plantagen in der Re-Zertifizierung für Global Gap Grasp, die Anfang 2018 beendet sein soll. Gültige Zertifikate hat der Anbieter nicht vorgelegt.7) Pestizide im Einzelnen: Probe 1 enthält 1 Pestizid erhöht, 4 Pestizide in Spuren (Note: 2,0); Probe 2 enthält 3 Pestizide erhöht, 2 Pestizide in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 5,0); Probe 3 enthält 3 Pestizide erhöht, 2 Pestizide in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 5,0).8) Pestizide im Einzelnen: Probe 1 enthält 2 Pestizide erhöht, 2 Pestizide in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 4,0); Probe 2 enthält 2 Pestizide erhöht, 3 Pestizide in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 4,0); Probe 3 enthält 3 Pestizide erhöht, 3 Pestizide in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 5,0).9) Pestizide im Einzelnen: Probe 1 enthält 1 Pestizid stark erhöht, 2 Pestizide erhöht, 1 Pestizid in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 6,0); Probe 2 enthält 2 Pestizide erhöht, 3 Pestizide in Spuren, darunter 2 besonders bedenkliche Pestizide (Note: 4,0); Probe 3 enthält 4 Pestizide erhöht, 1 Pestizid in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 6,0).10) Pestizide im Einzelnen: Probe 1 enthält 1 Pestizid erhöht, 3 Pestizide in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 3,0); Probe 2 enthält 2 Pestizide erhöht, 2 Pestizide in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 4,0); Probe 3 enthält 2 Pestizide erhöht, 3 Pestizide in Spuren, darunter 2 besonders bedenkliche Pestizide (Note: 4,0).11) Pestizide im Einzelnen: Probe 1: nicht belastet (Note: 1,0); Probe 2 enthält 1 Pestizid erhöht, 1 Pestizid in Spuren, darunter 1 besonders bedenkliches Pestizid (Note: 3,0); Probe 3: nicht belastet (Note: 1,0).12) Pestizide im Einzelnen: Probe 2 enthält 1 Pestizid in Spuren (keine Abwertung); die übrigen Proben sind nicht belastet.13) Weitere Abwertung: In Probe 2 überschreiten die beiden nachgewiesenen Pestizide den Bio-Orientierungswert des BNN für chemisch-synthetische Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämpfungs- und Vorratsschutzmittel von 0,01 mg/kg. Das verschlechtert das Einzelergebnis für diese Probe um eine Note. Die Probe erhält daher insgesamt die Note 4,0. Laut mehrerer Anbietergutachten waren aktuell gezogene Proben der GutBio Fairtrade Bio-Bananen des Erzeugers, der die Probe mit den Pestizidfunden geliefert hatte, unauffällig.14) Eine Probe des Produkts wurde unter der Bezeichnung Rewe Bio Bananen verkauft, die übrigen waren Bio-Bananen ohne Markenbezeichnung und ohne Hinweis auf einen Lieferanten. Die Rewe Bio Bananen sowie eine der beiden anderen Bio-Bananen stammten laut Ladenschild aus Ecuador. Die Herkunft der anderen Probe war nicht deklariert und wurde uns vom Anbieter auch nicht mitgeteilt. Über eine über die Bio-Zertifizierung hinausgehende Zertifizierung informierte uns der Anbieter nicht, er legte auch keine Nachweise vor.15) Das Produkt ist mit dem Label der Rainforest Alliance gekennzeichnet; der Anbieter hat uns allerdings kein Zertifikat als Nachweis vorgelegt. Eine Produktrecherche auf der Internetseite der Rainforest Alliance ergab keinen Hinweis auf eine Zertifizierung für Bananen von Penny, jedoch für Rewe. Für uns ergibt sich daraus nicht zweifelsfrei, ob die Zertifizierung für die gesamte Unternehmensgruppe Rewe gilt, und damit auch für Penny Gültigkeit beanspruchen kann. Die Herkunftsangaben waren auf den Produkten deklariert.16) Laut Anbieter ist der Bananenerzeuger aus der Dominikanischen Republik nach dem Standard Fair Trade Sustainability Alliance (FairTSA) zertifiziert. Dieser Standard sieht jedoch einen Mindestpreis vor, der nur teilweise mit Fairtrade zu vergleichen ist. Außerdem sind weniger Mitspracherechte für die Produzenten geregelt und in bestimmten Fällen ist die Arbeit von 12- bis 13-Jährigen erlaubt. Die Bananen aus Peru stammen von zwei Erzeugern, die laut Nachweisen Global-Gap-zertifiziert sind. Dieser Standard prüft die Umsetzung einer guten landwirtschaftlichen Praxis, nicht jedoch soziale Kriterien.17) Laut Anbieter ist das Produkt nach dem Standard der Rainforest Alliance zertifiziert. Auf dem Produkt findet sich das Label nicht. Auch legte uns der Anbieter kein Zertifikat als Nachweis vor. Laut einer Produktrecherche auf der Internetseite von Rainforest Alliance ist die Handelskette Rewe für Bananen zertifiziert. Die Herkunftsangabe geht auf die Deklaration auf dem Produkt zurück.18) Das Produkt ist mit dem Fairtrade-Label gekennzeichnet; der Anbieter hat uns allerdings kein Zertifikat als Nachweis vorgelegt.TransFair Deutschland bestätigte die Zertifizierung auf Anfrage. Die Herkunftsangabe geht auf die Deklaration auf dem Produkt zurück. Die angegebenen Preise in der Tabelle wurden aus drei Proben gemittelt.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: eine mittlere Pestizidbelastung von 3 Proben mit einer berechneten Gesamtnote von 4,50 bis 5,49 (in der Tabelle: „sehr stark“). Zur Abwertung um drei Noten führt: eine mittlere Pestizidbelastung von 3 Proben mit einer berechneten Gesamtnote von 3,50 bis 4,49 (in der Tabelle: „stark“). Zur Abwertung um zwei Noten führt: eine mittlere Pestizidbelastung von 3 Proben mit einer berechneten Gesamtnote von 2,50 bis 3,49 (in der Tabelle: „deutlich“). Zur Abwertung um eine Note führt: eine mittlere Pestizidbelastung von 3 Proben mit einer berechneten Gesamtnote von 1,50 bis 2,49 (in der Tabelle: „gering“). Die Gesamtnote für die mittlere Pestizidbelastung berechnet sich aus den Ergebnissen der 3 Einzelproben wie folgt: a) ein Pestizidgehalt in Einzelproben, der mehr als 50 Prozent der gesetzlichen Rückstandshöchstmenge erreicht, wenn diese bei 0,1 mg/kg oder höher liegt, führt zum Abzug von zwei Noten (unter den Anmerkungen als „stark erhöht“ bezeichnet); b) ein Pestizidgehalt in Einzelproben, der mehr als 10 bis 50 Prozent der gesetzlichen Rückstandshöchstmenge erreicht, wenn diese bei 0,1 mg/kg oder höher liegt, führt zum Abzug einer Note (unter den Anmerkungen als „erhöht“ bezeichnet); c) der Nachweis in den Einzelproben von ein oder mehreren als besonders bedenklich eingestuften Pestiziden in Gehalten von mehr als 0,01 mg/kg (hier: Imazalil und/oder Bifenthrin) führt zum Abzug von einer Note; d) zu einer weiteren Note Abzug führt eine Überschreitung des Bio-Orientierungswerts des BNN für chemisch-synthetische Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämpfungs- und Vorratsschutzmittel von 0,01 mg/kg. Die mittlere Pestizidbelastung beruht auf den Noten der drei Einzelproben, die gemittelt wurden. Es wurde kaufmännisch gerundet. Unter dem Testergebnis Bananenproduktion und Transparenz führen zur Bewertung mit jeweils zwei Minuspunkten: a) kein garantierter Mindestpreis oder kein Nachweis oder nur ein teilweiser Nachweis für dieses Kriterium; b) ein unzureichendes Verbot von nach internationalen Übereinkünften als hochgiftig eingestuften Pestiziden, was sich unter anderem daran festmacht, dass verbotene Pestizide im Ausnahmefall erlaubt sind oder ein fehlender Nachweis für dieses Kriterium; c) die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen nicht oder nur teilweise nachgewiesen; d) kein Nachweis zu Regelungen zu Wiederbetretungsfristen und Schutzausrüstungen. In der Summe resultierten folgende Testergebnisse: 0 Minuspunkte: „sehr gut“; 1 bis 2 Minuspunkte: „gut“; 3 bis 4 Minuspunkte: „befriedigend“; 5 bis 6 Minuspunkte: „ausreichend“; 7 bis 8 Minuspunkte: „mangelhaft“.Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Bananenproduktion und Transparenz, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Bananenproduktion und Transparenz, das „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.Testergebnisse undAnbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de / Suchen / „M1801“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: Oktober und November 2017.Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung deserlages dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST RÄT

► Bio-Bananen sind eine gute Wahl. Noch besser ist die Kombination mit Fairtrade. Dann kann man sicher sein, dass die Produzenten angemessene Preise erhalten und unter fairen Bedingungen arbeiten. Die Bio-Produktion garantiert zudem den Verzicht auf chemischsynthetische Pestizide.
► Wer zu konventionellen Bananen greift, sollte sich nach dem Schälen die Hände waschen. Kinder sollten diese Früchte nur geschält erhalten.

SO HABEN WIR GETESTET

Der Einkauf
Im Test: Bananen aus Supermärkten und Discountern, von Alnatura und Denn’s Bio-Markt sowie Markenware von Chiquita und Banafair. Im klassischen Lebensmittelhandel kauften wir jeweils konventionelle und Bio-Eigenmarken, bei Alnatura und im Denn’s Bio-Markt landeten je nach Angebot Bio-Bananen mit oder ohne Fairtrade-Label im Warenkorb. Die Bio-Bananen von Banafair kauften wir in Weltläden.

Die Inhaltsstoffe
Bananen gelten als „Pestizid-Weltmeister“. Die Proben wurden daher einer umfangreichen Analyse auf mehr als 600 Pestizide unterzogen. Um Ausreißer weitgehend auszuschließen, ließen wir je drei Proben der einzelnen Marken untersuchen. Die Bananen durchliefen die Analysen mit Schale. Das ist für die Untersuchung von Obst und Gemüse vorgeschrieben, da sich die gesetzlichen Rückstandhöchstmengen auf das gesamte Produkt beziehen.

Bananenproduktion und Transparenz
Ungerechte Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen und der massive Einsatz von Pestiziden prägen den Alltag der Beschäftigten in der Bananenproduktion. Das geht aus Studien von Entwicklungsorganisationen, etwa Oxfam, hervor. Um mehr über die Produktion der von uns eingekauften Proben zu erfahren, erhielten die Anbieter einen umfangreichen Fragebogen zu Preisen, Löhnen, Arbeitsrechten und dem Umgang mit Pestiziden. Alle Antworten sollten mit Zertifikaten oder anderen aussagekräftigen Bescheinigungen belegt werden.

Die Bewertung
Überschreitungen von Pestizidgrenzwerten hat das beauftragte Labor nicht festgestellt, wohl aber eine durchgehende Belastung der Bananen aus konventioneller Produktion. Fast immer schöpfen einzelne oder mehrere Stoffe die geltenden Höchstmengen zu mehr als zehn Prozent aus, was wir abwerten. Nahezu jede Probe enthält zudem relevante Gehalte von bis zu zwei besonders bedenklichen Pestiziden, die als krebsverdächtig eingestuft sind. Das summiert sich. Vollends in den Keller rutschen die Noten einiger konventioneller Produkte durch schlechte Bewertungen unter dem Testergebnis Bananenproduktion und Transparenz, wobei wir uns zunächst die Vorgaben der mitgeteilten Standards angesehen haben. Der Fairtrade-Standard etwa setzt sich in besonderem Maße für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Handelsbeziehungen ein, während wir an dem von den meisten konventionellen Anbietern genannten Standard der Rainforest Alliance den fehlenden garantierten Mindestpreis und das unzureichende Verbot von hochgiftigen Pestiziden kritisieren. Uns kam es aber auch darauf an, dass die Anbieter die aufgedruckten Label oder behaupteten Zerti fizierungen nachweisen können. Mangelnde Transparenz führt daher ebenfalls zu Abzügen. Als Zertifizierungen sehen wir Standards an, die die Umsetzung sozialer Kriterien nachweisen, etwa Fairtrade, Rainforest Alliance, Naturland Fair oder FairTSA.

GIBT ES BALD KEINE BANANEN MEHR?

Die Banane, wie wir sie als Massenprodukt aus dem Supermarkt kennen, könnte tatsächlich bald der Vergangenheit angehören. Ursache ist eine besonders aggressive Form der Panama-Krankheit, eine Pilzerkrankung, die die Wurzel befällt und die ganze Staude zum Absterben bringt. Der Pilz, den Experten TR4 nennen, hat sich dabei auf die Sorte Cavendish spezialisiert und bereits Plantagen in Australien, Asien und Afrika vernichtet. Mittel- und Südamerika blieben bislang verschont. Die genetisch weltweit einheitliche Cavendish hat dem Pilz wenig entgegenzusetzen. Auch Fungizide helfen nicht gegen den Erreger, vielmehr kann TR4 im Boden jahrzehntelang überdauern. Wissenschaftler arbeiten daher mit Hochdruck an neuen, abwehrkräftigen Sorten. „Die Bananenbestände der Zukunft werden vermutlich aus unterschiedlichen Varietäten bestehen und dementsprechend unterschiedlich schmecken“, sagt Professor Andreas Bürkert von der Universität Kassel. Und sie werden teurer sein, da Anbau, Ernte und Lagerung solcher Sortenmischungen deutlich aufwendiger sind. In dieser Hinsicht ist die Cavendish unschlagbar: Weil ihre Früchte gleichzeitig heranwachsen, erleichtert dies die Ernte, den Transport und die Reifung in Europa. In unserem Test sind alle Bananen Cavendish.