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TEST BARTPFLEGE: Wenig dufte


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 23.06.2022
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RATGEBER

1 Wer das Testschlusslicht BF Wood Sophisticated Wild Beard Balm zu Hause hat, entsorgt es besser.

2 Alternativ kann man Bärte auch mit einfachem Bio-Jojoba- oder Mandelöl ohne weiteren Schnickschnack pflegen

3 Mit dem festeren Bartbalsam lassen sich längere Bärte eher in Form bringen als mit den flüssigen Ölen.

O b Fünftagebart oder die ausgewachsene Vollbartvariante – Barttragen ist in. Entsprechend gibt es eine große Auswahl an Mitteln zur Bartpflege. Wir haben aktuell Bartöl und Bartbalsam getestet. Bartöle machen den Bart weicher und verleihen einen leichten Glanz. Die eher festeren, wachshaltigen Bartbalsame bieten darüber hinaus leichten Halt, wenn man den Bart stylen möchte. Auch die Haut unter dem Haar kann von der Pflege profitieren und beim Bartwachstum weniger schuppen oder jucken. Dafür sollten allerdings die Inhaltsstoffe in Ordnung sein. Sind sie das? Meistens ja.

Nach ...

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... unseren Analysen von 19 Bartpflegeprodukten können wir zehn mit Bestnote empfehlen und weitere vier mit Gesamturteil „gut“. In den schlechteren Produkten sind uns Duftstoffe negativ aufgefallen, die häufig Allergien auslösen oder zu denen es andere Gesundheitsbedenken gibt. „Ungenügendes“ Schlusslicht ist ein Produkt mit mehreren problematischen Inhaltsstoffen und hanebüchener Werbung auf der Verpackung.

Dreiste Masche

„100 % natural“ steht auf dem BF Wood Sophisticated Wild Beard Balm, das wir über den Internethändler Amazon gekauft haben. Das ist leider ein schlechter Scherz, wie schon der Blick in die INCI-Deklaration der Inhaltsstoffe auf der Seite der Verpackung verrät. So enthält der Balm unter anderem den Kunststoff Polybuten und mit Ceresin und mikrokristallinem Wachs gleich zwei Wachse auf Mineralölbasis.

Krebsverdächtiger Kunstduft

Das von uns beauftragte Labor fand in dem Balm auch noch das chemische Vergällungsmittel Diethylphthalat (DEP) sowie die künstlichen Duftstoffe Galaxolid und Moschus-Keton. Beide Duftstoffe reichern sich im menschlichen Fettgewebe an und sind schon in Muttermilchproben gefunden worden. Die Nitromoschusverbindung Moschus-Keton ist im EU-Chemikalienrecht als krebsverdächtig eingestuft. Der Einsatz in Kosmetik ist begrenzt, aber nicht verboten. Die Datenlage zur Sicherheit von Galaxolid für Mensch und Umwelt wird in der Europäischen Union derzeit neu bewertet. Dabei geht es unter anderem um den Verdacht, dass es das Hormonsystem stören könnte. Neben dem BF Wood-Produkt enthält auch das King C Gilette Soft Beard Balm laut Laborergebnis Galaxolid.

„Stark allergieauslösende Duftstoffe wie Eichenmoos, die wir in anderen Kosmetika kaum noch finden – das haben wir Bart-Träger nicht verdient!“

WISSEN

Natürlich mit kostbaren Zutaten?

Große Show

Kosmetikprodukte haben oft besonders hochwertige, natürliche Zutaten mit im Namen oder anderweitig prominent auf der Verpackung stehen, auch Nicht-Naturkosmetika. Davon muss man sich nicht weiter beeindrucken lassen. Eine Verpflichtung, die angepriesene Zutat in größeren Mengen einzusetzen, gibt es nicht.

Minimengen dahinter

„Mit Kakaobutter“ steht zum Beispiel auf dem King C Gilette Soft Beard Balm. Klingt appetitlich. Tatsächlich ist die Kakaobutter aber der drittletzte von insgesamt 20 aufgeführten Inhaltsstoffen. Deutlich weiter vorne stehen unter anderem ein Silikon und ein Konservierungsmittel. Davon ist also auch erheblich mehr drin im Balm. Im L’Oréal Men Expert Barberclub Bartbalsam steht die auf der Verpackung ausgelobte Zutat Zedernholzöl sogar an letzter Stelle. Mengenmäßig stärker vertreten sind unter anderem mehrere Kunststoffverbindungen, die das Abwasser und die Umwelt belasten können.

Duftstoffe mit Allergierisiko

Neben Glanz und Style bringen Balsam und Öl Duft in den Bart. Alle Produkte im Test enthalten Parfüm.

Aus unserer Sicht problematisch: Das Bulldog Original Bartbalsam duftet mit dem starken Kontaktallergen Eichenmoos (Evernia prunastri extract). Genauso kritisch sehen wir das Isoeugenol im I+M Wild Life for Men Bart Öl und im Tabac Bart- & Rasieröl. Auch allergen, aber weniger stark, ist der Duftstoff Hydroxycitronellal, im Tabac-Produkt.

Keinen Notenabzug nehmen wir hingegen für die deklarationspflichtigen Duftstoffe Citral, Citronellol und Geraniol vor.

Diese lösen laut den Experten vom Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IDVK) nur vergleichsweise selten Allergien aus. Wir führen sie aber zur Info für diejenigen auf, bei denen schon eine konkrete Allergie bekannt ist.

Bedenkliche Mineralölbestandteile

Paraffine in Kosmetika sehen wir unter anderem deshalb kritisch, weil sie häufig mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) verunreinigt sind. Das ist ein Unding, weil zu dieser Stoffgruppe auch krebserregende Verbindungen gehören. Im vermeintlich 100 Prozent natürlichen BF Wood Sophisticated Wild Beard Balm, das als einziges im Test Paraffine enthält, hat das beauftragte Labor denn auch MOAH gefunden.

Das King C Gilette Soft Beard Balm listet als dritte deklarierte Zutat nach Wasser und einem Fettalkohol eine Silikonverbindung. Pflegender sind aus unserer Sicht natürliche Fette und Öle, welche sich besser ins Gleichgewicht der Haut einfügen.

So haben wir getestet

Wir haben zwölf Bartbalsame und sieben Bartöle in Drogerien, Supermärkten und Online-Shops eingekauft und in die Labore geschickt. Die Preisspanne reicht von 2,63 Euro bis hin zu 31,50 Euro pro 50 Milliliter oder Gramm.

Anhand der für die Hersteller verpflichtenden Angaben in der INCI-Inhaltsstoffliste prüften wir, ob umstrittene PEG/PEG-Derivate, Silikone oder weitere Kunststoffverbindungen in den Rezepturen stecken. Spezialisierte Labore analysierten die Produkte für uns außerdem auf kritische Konservierungsmittel und allergisierende Duftstoffe. In Balsam mit Paraffinen ermittelte ein Labor deren Anteil und prüfte, ob das Produkt mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) belastet ist.

Zu Produkten in Plastikverpackungen wollten wir von den Anbietern wissen, ob diese nennenswerte Anteile an Recyclingmaterial enthalten, und baten um Belege für die von uns getestete Charge. Als weiteren Mangel bewerteten wir überflüssige Umverpackungen, die ebenfalls die Umwelt belasten.