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TEST Basispflege


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ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 07.04.2022
Artikelbild für den Artikel "TEST Basispflege" aus der Ausgabe 4/2022 von ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

RATGEBER

1 Bei Verdacht auf Neurodermitis besser zum Arzt gehen und abklären lassen.

2 Die Lotionen aus dem Test eignen sich auch für trockene Haut ohne Neurodermitis.

3 Testergebnisse zu speziellen Körperlotionen mit Urea finden Sie im ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie für 2022 und über oekotest.de/12281

Gute Pflege ist bei Neurodermitis ein wichtiger Baustein der Therapie gegen das Jucken und Brennen. Die Hautkrankheit tritt meistens schon im Säuglings-oder Kleinkindalter auf, manchmal aber auch später. Die natürliche Barrierefunktion der Haut ist gestört. Basistherapie nennen Dermatologen das regelmäßige Eincremen der Haut. Bei Kosmetika speziell für Kinder mit Neurodermitis oder Neurodermitisveranlagung ist es natürlich besonders wichtig, dass sie frei von bedenklichen und umstrittenen Inhaltsstoffen ist. Umso erfreulicher ist, dass in unserem Test 5 von 21 Lotionen mit „sehr gut“ und neun ...

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... mit „gut“ abschneiden. Besonders positiv: Keine enthält problematische Konservierungsmittel, die ihrerseits Allergien auslösen oder unter dem Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Drei Markenprodukte fallen allerdings mit „mangelhaft“, eines mit „ungenügend“ durch.

Umstrittene Emulgatoren

In fünf Lotionen kritisieren wir PEG/ PEG-Derivate, weil solche Stoffe die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen kön-nen. Der Anbieter der Allergika Dermifant – Kinderlotion Akut setzt nach eigener Angabe das PEG-Derivat Laureth-9 (Polidocanol) darin nicht als Emulgator, sondern als juckreizlindernden Wirkstoff ein. Inwieweit das funktioniert, haben wir nicht untersucht. In Studien wurde Polidocanol in Rezepturen von Arzneimitteln mit anderen bei trockener Haut und Juckreiz empfohlenen Stoffen wie Urea eingesetzt. Zentral für unsere Beurteilung: Die Allergika Dermifant – Kinderlotion Akut im Test ist nicht als Arzneimittel zugelassen, und der Anbieter vertreibt sie als Kosmetikum. Wir beurteilen deshalb auch nicht die medizinische Wirksamkeit, sondern bewerten die Lotion wie andere Kosmetika.

„Für die Pflege empfindlicher oder geschädigter Kinderhaut sind ‚sehr gute‘ Lotionen erste Wahl.“

Dimitrij Rudenko ÖKO-TEST-Redakteur

WISSEN

Kostenerstattung für Basispflege?

Arzneimittel/Kosmetika Die Kosten für die Basispflege bei Neurodermitis können sich läppern. Während Erwachsene und die Eltern von betroffenen Jugendlichen selbst dafür aufkommen müssen, bezahlt die gesetzliche Krankenversicherung für Kinder bis zu zwölf Jahren zumindest ärztlich verordnete Salben oder Lotionen, die ein fertiges Arzneimittel sind oder die in der Apotheke als Arzneimittelrezeptur angerührt werden. Basispflegekosmetika wie die Produkte im Test sind nicht erstattungsfähig.

Schulungen Unbedingt sinnvoll sind Neurodermitisschulungen, in denen Eltern, Kinder und Jugendliche unter anderem lernen, schübeauslösende Faktoren zu meiden. Viele gesetzliche Kassen und Versicherungen übernehmen hierfür Kosten. Am besten vorher nachfragen.

Worauf es ankommt

Hauptaufgabe der Basistherapie ist, die Haut mit Feuchtigkeit und Fett zu versorgen. So kann eine hautpflegende, zum individuellen Hautzustand passende Lotion oft schon gegen Juckreiz helfen oder ihm vorbeugen. Fette und Wachse bilden einen dünnen Schutzfilm. Da der sehr gut feuchtigkeitbindende Harnstoff (Urea) für Kinder unter zwei Jahren nicht geeignet ist, steckt er nur in einem Produkt im Test in geringer Konzentration. Die Hersteller setzen hier andere Feuchthaltemittel wie Glycerin ein. Verschiedene pflanzliche Öle wie Nachtkerzensamen-und Sonnenblumenöl liefern Lipide, die dem Aufbau der Hautbarriere dienen. Panthenol und Bisabolol können die Haut beruhigen. Wichtig: Bei stärkeren Entzündungen der Haut einen Arzt zurate ziehen. Er kann dann eine Creme mit einem antientzündlichen Wirkstoff verschreiben, die als Arzneimittel zugelassen ist.

MOAH im Avène-Produkt

In der Cetaphil Pro Itch Control Hautberuhigende Pflegelotion und dem La Roche-Posay Lipikar Baume AP + M Balsam hat das Labor mehr als ein Prozent Silikone gemessen. In der Leti AT4 Atopic Skin Körpermilch Basispflege Neurodermitis und dem Avène Xera Calm A.D Rückfettender Balsam stecken Paraffine. Wir nehmen für beides Notenabzug vor, weil sich die erdölbasierten Stoffe nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut einfügen wie natürliche Fette.

Paraffine sind zudem häufig mit aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen (MOAH) verunreinigt. Tatsächlich hat das von uns beauftragte Labor MOAH in der Avène-Lotion gefunden. MOAH haben aus unserer Sicht in Kosmetik nichts verloren, denn zu der Stoffgruppe können auch krebserregende Verbindungen gehören.

Duftstoffe? Jein.

Nur drei Produkte enthalten Parfüm. Besonders stark allergene Duftstoffe, die aus unserer Sicht aus Vorsorgegründen in Kosmetik gar nicht zum Einsatz kommen sollten, sind aber nicht dabei. Bleibt die Frage, ob es in Neurodermitikerpflege überhaupt Parfüm braucht: Ja, wenn ein angenehmer Duft etwa darüber entscheidet, einem Kind das häufige Eincremen erträglich zu ma-chen. Und nein, wenn schon ein Hang zu Duftstoffallergien bekannt ist.

Plastik in der Rezeptur

Elf Lotionen ziehen wir für synthetische Polymere in der Rezeptur Noten unter dem Testergebnis Weitere Mängel ab. Diese können schwer abbaubar sein und die Umwelt belasten, in die sie mit dem Klärschlamm eingetragen werden.

Aus unserer Sicht ebenfalls rückständig in Sachen Umweltschutz: Gerade einmal ein Hersteller hat angegeben, recycelten Kunststoff in der Verpackung einzusetzen. Mit Dokumenten belegen konnte er es leider nicht.

Fett gedruckt sind Mängel.

Abkürzungen: MOAH = aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe.

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 128.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Laut Anbieter dient das im Produkt enthaltene ätherische Öl Amyris balsamifera bark extract zum Vergällen des Alkohols. Seit Februar 2022 erfolge eine Verpackungsumstellung mit einer Füllmengenreduktion auf 145 ml. 3) Das Produkt enthält Urea. Laut Anbieter liegt die Konzentration des eingesetzten Harnstoffs in der Lipidlotion bei circa 0,1 %. 4) Laut Anbieter wird das Produkt ab April 2022 in einer neuen Version „ohne Mikroplastik“ erhältlich sein. 5) Laut Anbieter gibt es im Mai 2022 einen Relaunch. Bei dem Artikel werde sich jedoch nur das Layout ändern. 6) Laut Anbieter ist das Produkt eine Lotion speziell für die Haut während eines Neurodermitisschubs, wenn leichte Entzündungen und starker Juckreiz vorliegen. Die Lotion sei „zur eher kurzzeitigen Akutpflege, nicht zur generellen Langzeitpflege gedacht.“ Bei dem enthaltenen PEG-Derivat Laureth-9 handele es sich um „einen aktiven, juckreizlindernden Wirkstoff“. 7) Laut Anbieter wurden der Produktname, das Layout der Verpackung und die Rezeptur geändert. 8) Laut Anbieter handelt es sich bei dem Produkt um eine biomimetische Lipidformulierung. 9) Laut Anbieter werden in der Rezeptur hochgereinigte Mineralöle verwendet. Ein Gutachten dazu legte der Anbieter nicht vor.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) PEG/PEG-Derivate; b) MOAH. Zur Abwertung um eine Note führt: ein gemessener Gehalt von mehr als einem Prozent Silikonen/ Paraffinen/künstlichen paraffinartigen Stoffen. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um zwei Noten: Silikone und/oder künstliche paraffinartige Stoffe (hier: Polyisobuten), wenn nicht schon Silikone und/oder künstliche paraffinartige Stoffe unter den Inhaltsstoffen abgewertet wurden, und/oder synthetische Polymere als weitere Kunststoffverbindungen (hier: Polyacrylate-13, Sodium Polyacrylate, Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer, Ammonium Polyacryloydimethyl Taurate, Sodium Acrylate/ Sodium Acryloyldimethyltaurate Copolymer, [Sodium] Carbomer). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Umkarton, der kein Glas schützt; b) ein Anteil von Rezyklaten (Post-Consumer-Rezyklat, PCR) von weniger als 30 Prozent in Relation zum Gesamtgewicht der Kunststoffverpackung oder keine Angabe hierzu oder kein ausreichender Nachweis auf unsere Anfrage. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die von den Herstellern versprochenen Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht

. Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/T2204 Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 3/2022. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

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