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TEST Bastelkleber: Nicht auf den Leim gehen


ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 1/2018 vom 18.01.2018

Kinder basteln gern. Im Eifer des Gefechts landet Kleber oft auf den Fingerchen – und gelangt von dort an Mund und Nase. Wir haben 21 vorwiegend als „lösemittelfrei“ ausgelobte Kleber in die Labore geschickt, um zu prüfen, wie problematisch die Klebemassen sind. Unser Test zeigt, sieben Produkte sind nicht zu empfehlen.


Artikelbild für den Artikel "TEST Bastelkleber: Nicht auf den Leim gehen" aus der Ausgabe 1/2018 von ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Weekend Images Inc./getty images

Kinder muss man zum Basteln nicht lange überreden. Und auch manch Erwachsener kann sich stundenlang mit Bastelarbeiten beschäftigen. Im Test: 21 vorwiegend „lösemittelfreie“ Bastelkleber.

Das Testergebnis

▀ Nur acht Bastelkleber können wir ...
▀ In ...

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▀ Nur acht Bastelkleber können wir uneingeschränkt empfehlen, sie sind „sehr gut“. Immerhin erhalten noch sechs ein „gut“. Vier der Klebstoffe liegen im Mittelfeld. Einer fällt mit „mangelhaft“ durch.
▀ In sechs Klebern stecken Formaldehyd/-abspalter. Über die Atemluft aufgenommen gilt Formaldehyd als krebserregend. Dieser Aufnahmeweg ist durchaus möglich, wenn der Kleber trocknet. Über die Haut aufgenommen besteht immerhin noch der Verdacht, dass Formaldehyd Krebs erregen kann. Es reizt zudem die Schleimhäute und kann Allergien auslösen.
▀ Caprolactam gilt vor allem beim Einatmen und Verschlucken als gesundheitsgefährdend. Dimethylaminoethanol kann Allergien auslösen. Beide wirken hautreizend. Schon 2010 kritisierte ÖKO-TEST die Hersteller für den Einsatz dieser Stoffe im Bastelkleber. Leider vergebens: Caprolactam steckt weiterhin in zwei Produkten, Dimethylaminoethanol taucht immer noch in einem Produkt auf.
▀ In drei Klebern steckt das starke Allergen Chlormethylisothiazolinon, das in Kombination mit Methylisothiazolinon in Kosmetika, die auf der Haut bleiben, verboten ist – nicht jedoch im Bastelkleber. Besorgniserregend: Sogar im Collal U3-Kleber speziell für Kleinkinder unter drei Jahren haben wir den bedenklichen Konservierungsstoff entdeckt. ▀ Die halogenorganische Verbindung Chlorkresol steckt in zwei Bastelklebern. Auch sie kann die Haut reizen, die bei Kindern besonders empfindlich ist. Wir werten aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes ab.
▀ Der Bic Ecolutions Glue Stick wirbt auf der Vorderseite der Umverpackung deutlich damit, „solvent free“, also frei von Lösungsmitteln zu sein. Erst auf der Rückseite findet sich der Hinweis, dass sich dies nur auf bestimmte gefährliche Substanzen bezieht. Der Stick enthält aber erhebliche Mengen an 1,2-Propandiol. Das ist zwar keiner dieser gefährlichen Inhaltsstoffe, aber durchaus ein Lösungsmittel. Wir empfinden daher die prominente Auslobung „lösungsmittelfrei“ als dreist und werten unter Weitere Mängel ab.

ÖKO-TEST rät

▀ Auch mit den „sehr guten“ und „guten“ Produkten sollte Ihr Kind erst unbeaufsichtigt basteln, wenn Sie sicher sein können, dass es die Kleber richtig anwendet.
▀ Die meisten Kleber trocknen farblos aus. Mit etwas Fantasie können Sie mit Bastelglitzer und anderen Zutaten eigenen kreativen Klebstoff mischen, der bunte Effekte auf Papier und Pappe zaubert.
▀ Viele der getesteten Kleber gibt es auch in Großpackungen zum Nachfüllen. Das entlastet die Umwelt und oft auch den Geldbeutel.

Anmerkungen: 1) Halogenorganische Verbindungen. 2) Problematische Glykole. Der Preis bezieht sich auf 100 Milliliter. 3) Caprolactam. 4) Dimethylaminoethanol. 5) Isothiazolinone. Laut Anbietergutachten einer nicht chargengleichen Probe beträgt die Summe an Isothiazolinonen im Produkt weniger als 200 mg/kg. 6) Halogenorganische Verbindungen. Weiterer Mangel: Als „lösemittelfrei“ deklariert, obwohl mehr als ein Prozent der Glykolverbindung 1,2-Propandiol enthalten ist. Der Preis bezieht sich auf eine Packung, die fünf Klebestifte a acht Gramm enthält. Packungsinhalt laut Angebotsaufkleber „4+1 gratis“. 7) Formaldehyd/-abspalter. 8) Formaldehyd/-abspalter. Der Preis bezieht sich auf 100 Milliliter. 9) Formaldehyd/- abspalter, Chlormethylisothiazolinon. 10) Formaldehyd/-abspalter, Chlormethylisothiazolinon. Der Preis bezieht sich auf 100 Milliliter. 11) Formaldehyd/- abspalter, Chlormethylisothiazolinon, Ersatzweichmacher.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: mehr als 20 mg/kg Formaldehyd/-abspalter. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als 1.000 mg/kg Ersatzweichmacher (hier: TXIB); b) mehr als 1.000 mg/kg Caprolactam; c) mehr als 1.000 mg/kg Dimethylaminoethanol; d) problematische Glykole (mehr als 1.000 mg/kg der Glykolverbindung 2-Phenoxyethanol); e) Chlormethylisothiazolinon und/oder in Summe mehr als 200 mg/kg sonstige Isothiazolinone; f) halogenorganische Verbindungen (hier: Chlorkresol). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: Eine Deklaration „lösemittelfrei“ bei einem Gehalt von mehr als einem Prozent Glykolverbindungen (hier: 1,2-Propandiol). Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe um eine Note.
Testmethoden: siehe oekotest.de → Suchen → „J1801“ eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST App Eltern 10/2017. Aktualisierung der Test ergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.