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Test: Behringer K-2


Beat - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 04.12.2019

Beim Behringer K-2 handelt es sich um einen Nachbau des Korg MS20, der sich zwischen den beiden Filter-Revisionen des Originals umschalten lässt.


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Bildquelle: Beat, Ausgabe 1/2020

Im Gegensatz zum Korg MS20 Mini verfügt der K-2 über einen 6,3mm-Klinkenausgang und das Ausgangssignal hat mehr Power und deutlich weniger Rauschen.


Kaum ein anderer Synthesizer polarisiert mehr als der MS20, dessen Klang entweder aufgrund Aggressivität und Charakter geliebt oder als dünn und nervig verschrien wird. Wie schon beim Behringer Odyssey stellt sich aber die Frage, ob neben Korgs Neuauflage MS20 Mini ein weiterer Klon wirklich notwendig war. ...

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Eurorack-Format, aber Hz/V statt V/Oct

Wesentlicher Unterschied zum Original und auch dem verkleinerten Nachbau von Korg ist die fehlende Tastatur. Damit lässt sich der K-2 platzsparend auf dem Desktop platzieren oder in ein Eurorack einbauen, was aufgrund des semi-modularen Aufbaus mit großer Patchbay durchaus sinnvoll erscheint. Umso unverständlicher ist, weshalb sich der Behringer K-2 nur per Hertz/Volt und nicht 1Volt/Oktave ansteuern lässt. Dies entspricht zwar dem Original, im Eurorack hat sich aber V/Oct durchgesetzt. Gleiches gilt für den invertierten S-Trig, der ebenfalls nicht dem Eurorack-Standard entspricht und ein direktes Ansteuern verhindert. Wenn Sie den K-2 über ein Modularsystem spielen wollen, sollten Sie daher einen Converter einplanen. Als Notlösung können Sie auch den Total-oder Freq-Eingang in der Patchbay nutzen, allerdings ist das Einstellen des oktavreinen Tunings mit dem Frequency Modulation Regler etwas fummelig. Triggersignale können Sie in S-Trig verwandelt, indem Sie diese in den SIGNAL IN des External Signal Processors einspeisen und den Trig Out des ESP mit dem Trig In des Keyboards verbinden.

Gute Haptik und Verarbeitung

In Sachen Haptik ist der K-2 dem Korg MS20 Mini klar überlegen. Das robuste Metallgehäuse fühlt sich ebenso wie die angenehm schwergängigen Regler deutlich wertiger an als die eher billig wirkende Plastikausführung des Korg Mini. Und auch der Original-MS20 war aus Kostengründen nicht unbedingt ein Fingerschmeichler. Aufgrund der Option des Eurorack-Einbaus sind nicht nur alle Audio-Eingänge und -Ausgänge von der Front aus zugänglich, sondern auch der MIDI-Eingang. Für den Desktop-Betrieb befindet sich auf der Rückseite noch eine USB-Buchse für USB-MIDI. Der K-2 ist class-compliant, wird also ohne Treiberinstallation sofort vom Rechner erkannt. Auch eine MIDI-Thru-Buchse ist vorhanden sowie vier DIP-Schalter zur Einstellung des MIDI-Kanals, auf dem der K-2 empfangen soll. Besonders erfreulich ist der zusätzliche Audioausgang in Form einer 6,3mm-Klinkenbuchse, sodass Sie nicht wie beim MS20 Mini auf Miniklinke angewiesen sind. Der K-2 tönt auch lauter und vor allem nahezu rauschfrei, ein riesiger Vorteil gegenüber dem leisen und mit einem kräftigen Grundrauschen ausgestatteten Korg MS20 Mini.

Rauschfrei, aber etwas zu brav

Die Klangerzeugung wurde wie beim MS20 Mini identisch vom Original übernommen, weshalb wir auf den grundsätzlichen Aufbau nicht tiefer eingehen wollen und diesbezüglich auf den Test des MS20 Mini verweisen. Zwei Oszillatoren wandern erst durch ein Hochpassfilter und dann durch ein Tiefpassfilter. Diese Kombination zweier 12dB-Filter, die bei hoher Resonanz zu unsauber-verzerrtem, aggressiven Klang neigen, sind das wesentliche Element für den speziellen Sound des MS20 und auch des K-2. Im Unterschied zum Ur-MS20 und dem MS20 Mini stellt der K-2 zwei Filterschaltungen zur Auswahl. Den originalen Korg MS20 gab es in zwei Varianten, die sich in erster Linie im Filterklang unterschieden. Filter Rev1 basierte auf dem IC35 und besaß einen kräftigeren, ungeschliffenen Sound. Die zweite Filter-Revision klang gezähmter und braver, dafür aber auch rauschfreier. Per Umschalter kann man beim K2 nun zwischen zwei verschiedenen Filtercharakteristiken umschalten, ähnlich wie beim (leider nicht mehr neu erhältlichen) Korg MS20m Modul. Beide Varianten klingen beim K2 aber noch braver als beim MS20 Rev1 oder Rev2, auch das Filter im Mini klingt aggressiver und satter. Dafür ist der K2 rauschfrei und bietet sauberen, druckvollen Bass.

Fazit

Der Behringer K2 ist quasi die Hifi-Version des Korg MS20. Sauber, druckvoll und rauschfrei tönt es aus den Boxen, auch die Haptik ist edler als bei den Korg-Synthesizern. Der grundsätzliche Klangcharakter des MS20 ist ohne Frage vorhanden, das ganz spezielle Kreischen und Zerren beherrscht der K2 aber nur eingeschränkt bei extremen Resonanzwerten. Schade ist auch, dass Behringer nicht wie beim MS1 ein paar Modifikationen wie PWM, FM, Sync oder einen Sequenzer mit eingebaut hat. Und die Ansteuerung per Hz/V wirkt angesichts des Eurorack-Formats inkonsequent. Unterm Strich bleibt aber ein äußerst potenter Analog-Synthesizer zum sehr günstigen Preis.

Features

Analoger Mono-Synthesizer
Semi-modular
2 VCO mit Ringmodulation
Hoch-und Tiefpassfilter
2 Filterschaltungen
Eurorack-kompatibel
MIDI/USB
Abmessungen: 95 x 424 x 136 mm
Gewicht: 1,8 kg

Alternativen

Korg MS20 Mini 519 Euro www.korg.de

Arturia MiniBrute 2s 449 Euro www.arturia.com

Dreadbox Nyx v2 539 Euro www.dreadbox-fx.com