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TEST BETRIEBLICHE BERUFSUNFÄHIGKEITSVERSICHERUNGEN: DILEMMA OHNE ENDE


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2018 vom 25.01.2018

Eine Alternative zur problematischen privaten Berufsunfähigkeitsversicherung soll die Absicherung über den Betrieb sein. ÖKO-TEST hat sich den Markt angeschaut.


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Foto: hxdbzxy/getty images

Nun soll es auch noch satte Prämienerhöhungen geben. Nach Informationen von Versicherungsmakler Helge Kühl hat die WWK-Versicherung Anfang 2018 die Beiträge für private Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) massiv erhöht. Andere Anbieter könnten folgen. Das befürchtet die Ratingagentur Assekurata aus Köln, weil die Lebensversicherer aufgrund der Zinsmisere deutlich unter Druck stehen.

Dabei ist schon der Einstieg für ...

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... viele Kunden zu teuer. Schon 2012 (ÖKO-TEST-Magazin 4/2012) musste eine 30-jährige Krankenschwester bis zu vier Mal so viel bezahlen wie die gleichaltrige Krankenhausärztin. Seither ist es noch schlimmer geworden. Zudem liegt der Verdacht nahe, dass Versicherer für manche Berufe regelrechte Abwehrpreise fordern. So verlangte die VHV Leben im Jahr 2014 (ÖKO-TEST-Magazin 3/2014) vom 31-jährigen Krankenpfleger für einen 1.500-Euro-BU-Schutz 457 Euro im Monat. Ein solcher Preis dürfte bei einem Bruttoeinkommen von 2.300 Euro unbezahlbar sein.

Doch selbst diese hohen Preise gelten nur theoretisch, nämlich für kerngesunde Kunden. So zeigte unser Test schon 2012, dass nur 25 Prozent der Anträge problemlos angenommen werden. 2014 lag die Quote sogar nur noch bei 19 Prozent. Dagegen behauptete der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 2016, dass auf alle Kunden bezogen, die Ablehnungsquote nur sechs Prozent beträgt. Die Lobby-Statistik erntete in der Branche viel Kritik und Häme.

Mit der Schönrechnerei wollen die Assekuranzen offenbar ihr Marktversagen kaschieren. Denn die Preise sind nicht das einzige Problem. „Wir stellen weiterhin fest, dass viele Verbraucher mit Risikoausschlüssen, Verringerungen der BU-Rente oder Kürzung des gewünschten Endalters zu kämpfen haben“, stellt der Bund der Versicherten fest. Letzteres bestätigen ebenfalls die Analysen von ÖKO-TEST: Bestimmte Berufe sind nur bis zum 55. oder 62. Lebensjahr versicherbar. Doch gerade im höheren Alter steigt das Risiko der Berufsunfähigkeit deutlich an.

Scheinbar günstig sind Starter- oder Einsteiger-Policen, die wir auf der Suche nach einem bezahlbaren und soliden Schutz für alle im ÖKO-TEST-Magazin 9/2017 untersucht haben. Doch „Volle Leistung – halber Beitrag“, diese Werbung stimmt einfach nicht. Die Starter-Policen sind nicht preiswerter als Normaltarife. Zwar sind die Beiträge zunächst günstig, steigen später aber übermäßig an. Zudem zahlen auch hier Handwerker überdurchschnittlich viel.

ÖKO-TEST RÄT

► Die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung (bBU) kann vor allem für körperlich Tätige und nicht gesunde Werktätige sinnvoll sein.
► Das Angebot sollte eine stark vereinfachte Gesundheitsprüfung enthalten, bei der der Arbeitgeber erklärt, dass der Mitarbeiter arbeitsfähig ist und in der nahen Vergangenheit keine längeren Fehlzeiten wegen Krankheit hatte.
► Die Abschlusskosten sollten gegenüber einem privaten Vertrag deutlich rabattiert sein.

Solche und andere „Problemkunden“ sollen nach Meinung des GDV auf Alternativprodukte ausweichen. Doch sie sind schlicht unbrauchbar oder gaukeln Vorteile vor, die es gar nicht gibt. So leisten private Erwerbsunfähigkeitsversicherungen in der Regel nur dann, wenn Versicherte keine drei Stunden mehr irgendeinen Job ausüben können. Sie sind damit kaum mehr als ein Notnagel, wie unsere Analyse ergab (ÖKO-TEST-Magazin 7/2016). Noch problematischer sind Schwerekrankheiten-, Grundfähigkeits- oder Multi-Risk-Policen. Sie decken immer nur ein Teil des Risikos ab. Psychische Erkrankungen, heute Berufsunfähigkeitsrisiko Nummer eins, sind meist nicht abgesichert.

Auch Unfallversicherungen, die wir zuletzt im Januar 2016 untersucht haben, sind keine Alternative, da Berufsunfähigkeit meistens nicht durch einen Unfall, sondern durch Krankheiten verursacht wird.

Bleibt als sozusagen letzte Rettung die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung (bBU). Die Allianz betont, dass sie nun noch attraktiver wird. So sparen Arbeitnehmer und Arbeitgeber durch eine Direktversicherung zur bBU mit Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge. Für den Arbeitnehmer gibt es zusätzlich noch eine Steuerersparnis. „Kommt dann der verpflichtende Arbeitgeberzuschuss dazu, reduziert sich der Eigenaufwand des Arbeitnehmers weiter“, erläutert die Allianz. So muss der Arbeitgeber ab 2019 zu allen Neuverträgen und ab 2022 auch zu Altverträgen 15 Prozent Zuschuss beisteuern. Gleichzeitig sei es mit der bBU möglich, die Gesundheitsprüfung deutlich zu entschärfen.

ÖKO-TEST hat untersucht, welche großen Lebensversicherer eine bBU mit einer deutlich eingeschränkten Risikoprüfung bieten. Insgesamt wurden in Kooperation mit dem Versicherungsmakler Andreas Seidl und Heiner Herbring von der Versicherungs- & Finanzmanagemen-ruppe (vfm) 27 Versicherer in den Test einbezogen.

DAS TESTERGEBNIS

Kein Angebot. Viele Lebensversicherer bieten die bBU im Rahmen der Entgeltumwandlung nicht oder nicht mit eingeschränkter Risikoprüfung an. So gaben in der Umfrage sieben Assekuranzen an, dass sie gar keine betrieblichen Verträge verkaufen. Acht Versicherer bieten zwar den Berufsschutz auch als Gruppenvertrag über eine Firma an, doch hier muss jeder Mitarbeiter weiterhin eine individuelle Gesundheitsprüfung machen, die bei privaten BU-Policen oft zu Ablehnungen, Risikoausschlüssen und Preiszuschlägen führt. Nur zwölf Anbieter sind derzeit bereit, innerhalb der bBU eine eingeschränkte Risikoprüfung zu machen. Dazu muss der Antragsteller – wenn überhaupt – nur wenige Fragen zum Gesundheitszustand beantworten. Daneben muss der Arbeitgeber mit einer so sogenannten Dienstobliegenheitserklärung die Arbeitsfähigkeit des Mitarbeiters bestätigen.

INTERVIEW: MITARBEITERBINDUNG STEIGT

ÖKO-TEST: Sie haben für uns untersucht, wer den Berufsschutz über die Firma ohne individuelle Gesundheitsprüfung anbietet. Wie ist ein solches Angebot überhaupt möglich?
Seidl: Aus meiner Sicht ist das eine grundsätzliche und strategische Entscheidung eines jeden Versicherers. Einige scheuen das zu hohe Risiko. Grenzenlos ist das Angebot nirgendwo. Ein Angebot mit einer sogenannten Dienstobliegenheitserklärung (DO) ist abhängig von einer Mindestanzahl an zu versichernden Personen. Meist reichen zehn Mitarbeiter. Zudem gibt es maximale Rentenhöhen und die Formulierung der DO-Klausel sind teils sehr unterschiedlich.

Waren Sie überrascht, dass nur wenige Assekuranzen auf die individuelle Gesundheitsprüfung verzichten?
Herbring: Nein. Grundsätzlich ist das aufgrund des Risikos nachvollziehbar. Immer mehr Arbeitnehmer werden aufgrund von psychischen Erkrankungen lange berufsunfähig.

Ab 2019 muss der Arbeitgeber sich mit mindestens 15 Prozent am Berufsschutz beteiligen. Wird das einen Boom auslösen?
Seidl: Mit einem Boom rechne ich nicht. Viele Arbeitgeber zahlen ja schon Zuschüsse. Zudem ist eine bBU nicht immer zwingend der bessere Weg als die private Absicherung. Aber sicherlich kann dies generell einen konkreteren Anreiz über die gesamte bAV auslösen und deshalb sollten Arbeitgeber auch an die Ergänzung der Betriebsrente mit einer bBU nachdenken.

Wie ist nach Ihrer Erfahrung die Akzeptanzquote bei den Mitarbeitern, wenn der Chef den Berufsschutz mitnanziert?
Herbring: Die ist deutlich höher. Auch die Mitarbeiterbindung steigt, wenn entsprechend objektiv beraten wurde. Es ist auch ein Mittel, gute Mitarbeiter zu werben und zu behalten.

Fotos: vfm (2)

Heiner Herbring (oben), Ibbenbüren (NRW), und Andreas Seidl, Pegnitz (Bayern), sind Versicherungsmakler aus dem Experten-Verbund vfm.


Erhebliche Prämienunterschiede: Die Continentale Versicherung aus Dortmund verlangt im Tarif PBU für die 36 Jahre alte Malerin oder einen Maler einen monatlichen Gesamtbeitrag von rund 130 Euro, die Axa im Tarif ALVSBVG-2-18 rund 133 und der HDI 137 Euro. Demgegenüber bietet Marktführer Allianz den Schutz im Tarif SBV-FID für rund 202 Euro pro Monat an. Noch teurer ist die Bayerische, die im Tarif 18709 pro Monat einen Beitrag von 248 Euro fordert. Gleichzeitig bietet der Versicherer eine zusätzliche Erlebensfallleistung in Höhe von rund 55.000 Euro, wenn der Kunde bis zum Ende des Vertrages nicht berufsunfähig wird. Hier zeigt sich schon, dass die Ergebnisse schwer vergleichbar sind. Daher hat ÖKO-TEST auf eine Bewertung verzichtet.
Handwerker zahlen mehr. Auch in der bBU wird das grundsätzliche Problem der hohen Prämien für handwerklich Tätige nicht gelöst. So kostet 100 Euro Nettorente beim HDI für Büroarbeiter lediglich 3,81 Euro. Von handwerklich Tätigen verlangt der Versicherer – und damit ist er keine Ausnahme – mit 7,65 Euro mehr als das Doppelte. Zudem können Handwerker zumeist höchstens 1.000 Euro Monatsrente versichern, Büroarbeiter dagegen 1.500.
Schutz nur bis 62. Wie schon bei unseren Tests der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sind auch bei der bBU einige Anbieter nicht bereit, körperlich Tätige bis zum Start der gesetzlichen Rente abzusichern Mit 65, 63 oder sogar 62 Jahren ist Schluss. Die Preise der Angebote sind damit nicht mit Tarifen zu vergleichen, die bis zum 67. Lebensjahr Schutz bieten. „Für die letzten Jahre verlangen die Versicherer in der Regel einen Aufpreis von 40 bis 50 Prozent“, sagt Frank Golfels, Versicherungs- und Rentenberater aus Greven.
Hohe Ersparnis: Der Nettobeitrag, den die Arbeitnehmer weniger im Portemonnaie haben, ist zumeist nicht einmal halb so hoch wie der monatliche Gesamtbeitrag. Das liegt zum einem am Zuschuss des Arbeitgebers. Zum anderen wird der Anteil der Arbeitnehmer aus dem Bruttoeinkommen bezahlt. Und das ist nur eines von mehreren Problemen, welche die Attraktivität der bBU schmälern. Denn weniger Bruttoeinkommen heißt geringere Einzahlungen in Sozialkassen und damit geringere gesetzliche Renten, weniger Kranken- und Arbeitslosengeld.
Renten voll versteuern. Weiteres Problem: Im Gegensatz zur privaten BU muss die bBU in vollem Umfang versteuert werden, wenn Versicherte tatsächlich zu mehr als 50 Prozent berufsunfähig werden. „Von den 1.000 Euro bleiben für den Modellkunden, wenn er direkt im ersten Jahr die Leistung in Anspruch nehmen müsste, noch 817 Euro übrig“, rechnet Experte Golfels vor. Von der 1.500-Euro-Absicherung für die Bürokauffrau oder den Bürokaufmann bleiben nach Steuern 1.145 Euro. Doch trotz höherer Versteuerung kann die private Berufsunfähigkeitsrente preislich nicht mit den betrieblichen Angeboten konkurrieren, wie Berater Golfels stichprobenartig an den Tarifen des Volkswohlbund aufzeigt. So kostet 100-Euro-Nettorente je nach Modellfall bei der bBU monatlich zwischen 2,87 und 13,83 Euro, in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sind es zwischen 3,57 und 18,06 Euro.


Beiträge werden aus dem Bruttoeinkommen bezahlt, das senkt die Einzahlungen in die Sozialkassen.


Streit um Risikoprüfung. Nach Aussagen von Versicherungsmaklern sollen einzelne Versicherer die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente mit der Begründung verweigert haben, dass der Kunde arglistig Krankheiten verschwiegen habe. Das Problem: Im bereits vor dem Landgericht Heidelberg verhandelten Fall hatte der Versicherer nach diesen gar nicht gefragt – weil es eben eine vereinfachte Gesundheitsprüfung gab (8.11.2016; Az. 2 O 90/16). Und zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses war der Angestellte trotz Krankheit voll arbeitsfähig. Dennoch hätte er „spontan“ seine Krankheit anzeigen müssen, behauptete seine Versicherung. Nun geht die Angst um, dass die Dienstobliegenheitserklärungen im Versicherungsfall ausgehöhlt werden. ÖKO-TEST hat daher alle Versicherer dazu aufgefordert, auf eine Anfechtung von bBU-Verträge mit Dienstobliegenheitserklärung im vollen Umfang zu verzichten. Lediglich der Volkswohlbund war dazu bereit. Allianz, Alte Leipziger und Gothaer haben gar keine Antwort gegeben.

KOMPAKT

„Die Berufsunfähigkeitsversicherung sollte wieder in die gesetzliche Rentenversicherung integriert werden. In der Sozialversicherung fällt das individuelle Risiko weg. Dann zahlen alle – ob jung oder alt, krank oder gesund, Dachdecker oder Geschäftsführer – denselben Beitrag für dieselbe Leistung.“

Frank Golfels, Versicherungsberater aus Greven


Foto: privat

Laut Aussage der Nürnberger Versicherung ist ein Totalverzicht aber rechtlich gar nicht möglich. Werde der Bestand beispielsweise verkauft, sei der Erwerber an eine solche Erklärung des alten Versicherers nicht gebunden. „Wir halten aber die Entscheidung des Landgerichts Heidelberg für falsch“, so die Nürnberger und auch die Württembergische. Der Versicherte litt an Multipler Sklerose, und nach dieser Krankheit frage die Nürnberger in der privaten Risikoprüfung. Wenn ein Versicherer dies in der bBU nicht mache, muss er nach Meinung der Nürnberger die Konsequenzen tragen und die Rente zahlen. Bei Anfechtung von Verträgen wegen Arglist gehe es um ganz außergewöhnliche Erkrankungen. „Wer sich als Reisender ein halbes Jahr im Bereich von Tschernobyl aufgehalten hat und daher von seiner Strahlenerkrankung weiß, muss auch künftig damit rechnen, dass ein nach der Reise abgeschlossener Vertrag wegen Arglist angefochten werden kann.“ Für Arbeitgeber dürfte der Streit besonders problematisch sein und ihre Motivation zur Einführung einer solchen Sozialleistung schmälern. Denn im Ernstfall könnte der Arbeitgeber für die Rentenleistung in Haftung geraten.
Übertragbarkeit nur freiwillig. Problematisch ist zudem, dass die bBU-Police zu einem neuen Arbeitgeber nur dann mitgenommen werden kann, wenn dieser einverstanden ist. Sonst kann ein Versicherter den Vertrag nur privat weiterführen, verliert dann allerdings die günstigen Gruppenkonditionen und staatlichen Fördervorteile.
Fazit: Unter dem Strich ist die Berufsunfähigkeitsversicherung über den Chef somit auch ein schwieriges Produkt und dürfte die Massen der Werktätigen wohl kaum erreichen.