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TEST Bettdecken: Im Schla(f)raffenland


ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen & Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 12/2009 vom 09.11.2009

Die meisten untersuchten Decken mit Synthetikfüllung sind, da weitgehend schadstofffrei, empfehlenswert. Ein Produkt mit albtraumhaften Ergebnissen wurde inzwischen aus dem Verkauf genommen.


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Foto: drubig-photo/Fotolia.com

Wer tagsüber fit sein möchte, braucht nachts einen erholsamen Schlaf. Eine wichtige Voraussetzung ist eine Bettdecke, die weder zu warm noch zu kalt ist. „Das Problem bei einer zu dicken Decke ist, dass man sich im Schlaf teilweise abdeckt, und das kann dann zu Verspannungen führen. Und wem zu kalt ist, der kann schlechter einschlafen“, erklärt Dr. Florian Heidinger, Leiter des ...

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Wer tagsüber fit sein möchte, braucht nachts einen erholsamen Schlaf. Eine wichtige Voraussetzung ist eine Bettdecke, die weder zu warm noch zu kalt ist. „Das Problem bei einer zu dicken Decke ist, dass man sich im Schlaf teilweise abdeckt, und das kann dann zu Verspannungen führen. Und wem zu kalt ist, der kann schlechter einschlafen“, erklärt Dr. Florian Heidinger, Leiter des Ergonomie- Instituts in München. Frauen produzieren weniger Eigenwärme. Für einen ruhigen Schlaf sei die romantische gemeinsame Bettdecke deshalb meistens nicht optimal, meint der Experte. Wenn die Temperaturen im Schlafzimmer mit den Jahreszeiten wechseln, sollte man sich außerdem unterschiedlich warme Decken zulegen. Das gilt besonders für Mit-offenem-Fenster-Schläfer.

Eine einheitliche Kennzeichnung, wie stark Bettdecken Wärme isolieren, gibt es leider nicht. Die Hersteller verwenden unterschiedliche Systeme mit Wärmeklassen, zum Beispiel von eins bis fünf, oder machen gar keine Angabe. Eine Decke, unter der ein molliger junger Mann bei 18 Grad Celsius Zimmertemperatur gewaltig schwitzt, kann für eine schlanke ältere Dame durchaus zwei Stufen zu dünn sein. Dr. Heidinger empfiehlt, sich im Fachhandel gut beraten zu lassen. Sonst bleibt nur ausprobieren.

Am beliebtesten sind Bettdecken mit Synthetikfüllung und Federbetten. Andere Naturmaterialien wie Kapok, Kaschmir, Seide, Hanf oder Kamelflaumhaar haben derzeit noch vergleichsweise kleine Fangemeinden.

ÖKO-TEST wollten wissen, was in den Decken mit Synthetikfüllung steckt und hat 18 für die kalte Jahreszeit geeignete Modelle in die Labore geschickt.

Das Testergebnis

■ Da kann man sich mit gutem Gewissen ins Bett legen: Bis auf zwei Modelle schneiden alle Decken mit „sehr gut“ oder „gut“ ab. Ein Produkt ist noch „befriedigend“, das Schlusslicht allerdings klar „ungenügend“, da stark mit bedenklichen Inhaltsstoffen belastet.

■ ImGaleria Home Vierjahreszeiten- Steppbett Cotton Vital von Galeria Kaufhof stecken der antibakterielle Wirkstoff Triclosan und das Insektizid Permethrin. Triclosan kann Allergien auslösen und steht in Verdacht, die Antibiotikaresistenz von Bakterien zu fördern. Permethrin ist ein Nervengift. Beide gehören zur umstrittenen Gruppe der halogenorganischen Verbindungen.
■ In allen Decken wurde das giftige Halbmetall Antimon nachgewiesen, bei der Hälfte aber nur in geringen Spuren. Neun Bettdecken mit erhöhten Werten in der Füllung rutschen aufgrund dessen um eine Note nach unten.
■ Optische Aufheller belasten die Umwelt, weil sie kaum abgebaut werden. Wohl unter anderem als Folge der jahrelangen Kritik von ÖKO-TEST verzichten inzwischen einige Hersteller auf die umweltschädliche Zutat. Drei Decken waren in diesem Test komplett frei von optischen Aufhellern, drei hatten unnötigerweise noch welche im Etikett. In sechs Produkten stecken die überflüssigen Weißmacher allerdings noch großzügig sowohl in der Füllung als auch im Bezug.

So reagierten die Hersteller

■ Die Firma Frankenstolz teilte mit, dass der Hersteller der Synthetikfüllung des „befriedigenden“Bugatti Duo-Steppbetts XXL-Warm inzwischen antimonreduzierte Fasern ent - wickelt habe. Diese seien in den Bettdecken mit Kontrollnummer 831209 und größer verarbeitet.
■ Die „ungenügende“ Decke von Galeria Kaufhof ist laut Anbieter aus dem Verkauf genommen worden.

Anmerkungen: 1) Optische Aufheller in Bezug, Fullung und/oder Etikett. 2) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 3) Laut Anbieter wird dieser Artikel ab Herbst-/Wintersaison 2009 nicht mehr im Sortiment sein. 4) Antimon. 5) Laut Anbieter ist der Name des Produktes inIrisette Micro Thermo Duo umgeandert worden. 6) Laut Anbieter ist der Gehalt an Antimon in den Fasern ab Decken mit der Kontrollnummer 831209 bis auf Spuren reduziert. 7) Laut Anbieter ist das Produkt aus dem Verkauf genommen worden. 8) Auf einem Aufnaher am Produkt ist als Waschtemperatur 60 °C angegeben, auf einem Etikett 40 °C. 9) Halogenorganische Verbindungen. 10) Triclosan, Permethrin.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe fuhrt zu einer Abwertung um vier Noten: Triclosan. Zu einer Abwertung um zwei Noten fuhrt: Permethrin. Zu einer Abwertung um jeweils eine Note fuhren: a) mehr als 1 mg/kg Antimon in der Fullung; b) halogenorganische Verbindungen, wenn nicht schon wegen Triclosan und Permethrin abgewertet wurde. Unter dem Testergebnis Weitere Mangel fuhren zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung; b) optische Aufheller in Fullung, Bezug und/oder Etikett. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mangel, das „befriedigend“ ist, fuhrt zur Abwertung des Gesamturteils um eine Note.Testmethoden: Triclosan/Permethrin: GC/MS nach Extraktion mit Aceton/Ethylacetat und Derivatisierung; Mischprobe aus Bezug und Fullung. Weitere halogenorganische Verbindungen: Elution mit Reinstwasser in der Soxhlet-Apparatur, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehaltes (Mischprobe: siehe oben). Antimon (in der Fullung; bei Bezug aus oder mit Synthetik auch im Bezug): Elution von Schwermetallen mit-tels saurer Schweißlösung, Elementbestimmung mittels ICP- MS. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Röntgenfluoreszenzanalyse. Optische Aufheller: qualitativer Nachweis (UV-Licht).
Erstveröffentlichung: ÖKO-TEST-Magazin 10/2009. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

Unsere Empfehlungen

■ Normale Waschmaschinen und Trockner für fünf Kilo sind für die dicken Winterdecken oft zu klein und können sie beschädigen. Lieber in die Wäscherei geben oder in den Waschsalon gehen.
■ Wenn man das Gefühl hat, bei gleichen Temperaturen unter der Decke mehr zu frieren oder zu schwitzen als früher oder sie sich klumpig anfühlt, ist es Zeit für eine neue.
■ Hausstauballergiker sind nicht auf Synthetikfüllungen festgelegt: Auch viele Naturmaterialien sind waschbar.