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TEST Bio-Produkte vom Discounter: Ess-Klasse


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 3/2010 vom 01.03.2010

Die Ausrede, dass Bio zu teuer ist, zahlt nicht mehr. Denn langst gibt es Lebensmittel aus okologischer Erzeugung auch beim Discounter. Die erfreuliche Nachricht: Die meisten Bio-Lebensmittel sind ausgezeichnet.


Artikelbild für den Artikel "TEST Bio-Produkte vom Discounter: Ess-Klasse" aus der Ausgabe 3/2010 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 3/2010

Der eine freut sich darüber, der andere rauft sich die Haare: Ausgerechnet die Discounter, die viel gescholtenen Preisverhauer der Lebensmittelbranche, haben Bio massenkompatibel gemacht. Für 62 Prozent der Bio-Konsumenten gehört der Discounter zu den bevorzugten Einkaufsstätten für Bio-Ware, so die jüngste Ausgabe des Öko-Barometers, einer regelmäßigen Untersuchung im Auftrag des ...

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Der eine freut sich darüber, der andere rauft sich die Haare: Ausgerechnet die Discounter, die viel gescholtenen Preisverhauer der Lebensmittelbranche, haben Bio massenkompatibel gemacht. Für 62 Prozent der Bio-Konsumenten gehört der Discounter zu den bevorzugten Einkaufsstätten für Bio-Ware, so die jüngste Ausgabe des Öko-Barometers, einer regelmäßigen Untersuchung im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Bei Aldi, Lidl und Co.gibt es zehn Bio-Eier für 2,59 Euro, vier Bio-Brötchen für 89 Cent und Bio-Milch für unter einen Euro den Liter. Ökologisch und billig scheinen sich nicht mehr auszuschließen. Sehr zur Freude derjenigen Verbraucher, die zwar naturbewusst einkaufen wollen, um den Bio-Laden aber bisher einen großen Bogen gemacht haben. Kein Wunder, dass sich neben den klassischen Bio-Marken wie Alnatura oder Rapunzel längst auch Eigenmarken wie BioBio (Plus/Netto Marken-Discount), GutBio (Aldi Nord) oder Bio Sonne (Norma) etabliert haben.

In den vergangenen Jahren galt der Handel mit Bio-Produkten als zuverlässige Geldquelle: Zweistellige Steigerungsraten, Preise, die noch nicht bis aufs Letzte ausgereizt waren und eine Kundschaft, die als relativ wohlhabend galt, sorgten für klingelnde Kassen. Doch ob das auch für die Zukunft gilt, ist eine ganz andere Frage. Denn jüngste Zahlen belegen, dass Bio nicht mehr so stürmisch wächst wie in den vergangenen Jahren, ja möglicherweise sogar an Umsatz einbüßt. Der Grund: Die Menge der verkauften Bio-Waren nimmt nur noch ganz leicht zu, die Preise dagegen sind im vergangenen Jahr zurückgegangen, so die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).


Der Bio-Supermarkt hat mehr zu bieten


Denn auch im Bio-Bereich scheinen sich bestimmte Preisgrenzen immer mehr durchzusetzen. Dass Mehl, Butter oder Orangensaft aus konventioneller Erzeugung bei jedem Discounter gleich viel kosten, ist längst bekannt. Bei diesem Test haben wir festgestellt, dass dies teils auch für Bio-Ware gilt. Diese Preispolitik hat aber auch dazu geführt, dass gerade Supermärkte und Discounter am meisten vom Umsatzrückgang bei Bio-Ware betroffen sind. Doch auch niedrigere Preise konnten keine neue Lust auf Bio wecken. Oder liegt die neuerliche Zurückhaltung einfach an wenig attraktiven Bio-Sortimenten in den Märkten, die meist nur aus ein paar Milchprodukten, ein bisschen Gemüse, vielleicht noch ein paar Getreideprodukten bestehen? Nur 22 Bio-Artikel befinden sich derzeit im Sortiment von Aldi Nord, wie eine Umfrage von ÖKO-TEST bei den großen Discountern ergeben hat. Hinzu kommen 30 Artikel, die testweise in einzelnen Regionen verkauft werden. Aldi Süd führt immerhin rund 40 Bio-Produkte im Standardsortiment, plus Backwaren und Aktionsartikel. In jeder Warengruppe könne Aldi Süd den Kunden zumindest ein Bio-Produkt anbieten. Mehr Auswahl gibt es bei Netto Marken-Discount: Die Kette mit den gelb-roten Buchstaben kommt auf mehr als 150 „BioBio“-Artikel. Weitere sollen dazukommen. Netto bietet damit das nach eigenen Angaben größte Bio-Sortiment in der Discountlandschaft an.

Besonders gut verkauft würden Obst, Gemüse und Milchprodukte. Entsprechend breit seien die Sortimente hier aufgestellt. Doch egal mit wie vielen Bio-Artikeln die Discounter ihr Sortiment auch abrunden: Natürliche Vielfalt sieht anders aus. Die Bio-Supermarktkette Alnatura beispielsweise kommt nach eigenen Angaben auf 4.000 bis 5.000 verschiedene Bio-Lebensmittel in einem Markt. Damit wird ein Hauptunterschied zwischen den großen Bio-Supermärkten und den Bio-Sortimenten der Discounter deutlich: Sanddornsaft, Dinkelflocken oder Avocados in Bio-Qualität wird man bei Aldi & Co.vergeblich suchen. Lidl äußerte sich bei unserer Umfrage, stolz darauf zu sein, jetzt auch Apfelrotkohl in Bio-Qualität anbieten zu können. 26 „Biotrend“-Artikel werden aktuell verkauft, plus etwas Obst und Gemüse.

Auf die Frage, ob die Bio-Sortimente in diesen Zeiten weiter ausgebaut werden, reagieren die Discounter eher zurückhaltend. Unklar ist auch, ob das Verlangen nach wirklich nachhaltigen Lebensmitteln allein mit dem Zauberwort Bio befriedigt werden kann. Wenn selbst Erdbeeren aus Marokko sich mit dem Bio-Siegel schmücken dürfen, könnten Begriffe wie regional oder fair vielleicht bald eine noch größere Bedeutung bekommen. Lidl zum Beispiel hat in Bayern seine Bio-Milch bereits testweise durch eine regional erzeugte Milch ersetzt.


Gibt es zum Discountpreis echte Bio-Ware? Meist schon. Bei drei Produkten gab es jedoch Zweifel


Aber um eine möglichst große Auswahl an Öko-Produkten geht es den Preiskämpfern im Discount ganz offensichtlich auch nicht. Aldi Nord erklärt, dass für die Marke GutBio nur die Produkte ausgewählt wurden, bei denen die Aldi-Philosophie „Qualität ganz oben, Preis ganz unten“ erfüllt wird. Mit anderen Worten: Besondere Bio-Produkte, die wegen einer aufwendigeren Herstellungsweise mehr kos ten müssen als ein Standardprodukt, haben gar nicht erst die Chance, in ein Discounterregal zu kommen. Verkauft wird auch an Bio-Ware nur das, was stets in großen Mengen und zum günstigsten Preis zu bekommen ist.

Aber stimmt bei den günstigen Preisen auch immer die Qualität? Erfüllen die Bio-Produkte vom Discounter wirklich alle Anforderungen an ein gutes Bio-Produkt? Diese Frage stellen uns Leser immer wieder. Wir haben gängige Bio-Produkte vom Discounter unter die Lupe genommen. Im Test: Milch, Kartoffeln, Soja-Drinks, Müsli, Apfelsaft, Tiefkühlgemüse und Erdbeerjoghurt.

Das Testergebnis

■ …zeigt, dass auch beim Discounter fast immer Bio drin ist, wo Bio draufsteht. Ausnahmen: ein Früchtemüsli, ein Sojadrink und ein Erdbeerjoghurt. Hier sind Stoffe enthalten, die zumindest Zweifel aufkommen lassen, ob die Anforderungen an Bio erfüllt sind. Insgesamt fällt die Mehrzahl der Testprodukte aber „sehr gut“ aus. Tendenziell am besten gefallen hat uns übrigens der Discounter Netto. Denn er fährt nicht nur nahezu tadellose Ergebnisse ein, sondern hat auch in jeder der untersuchten Warengruppen ein Produkt zu bieten.


Merkwürdig: Im „Joghurt ohne Aromazusatz“ steckt ein Aroma, das in Erdbeeren gar nicht vorkommt


■ In demBio Sonne Bio-Fruchtjoghurt Erdbeer von Norma fand das von uns beauftragte Labor den Aromastoff Allylhexanoat. Dabei handelt es sich um einen Stoff, der in zahlreichen Aromenmischungen zu finden ist, der aber in der Erdbeere nicht vorkommt. Auch nicht in der ebenfalls in dem Joghurt enthaltenen Aroniafrucht. Laut Experten gibt es Belege, dass der Stoff auch nirgendwo sonst in der Natur zu finden ist – und demnach ein künstlicher Aromastoff wäre. Künstliche Aromastoffe sind aber laut EG-Öko-Verordnung in einem Bio-Produkt nicht erlaubt. Allylhexanoat soll angeblich zwar schon in Knoblauchkäse aufgetaucht sein, dies ist aber strittig. Da es sich nach unserer Einschätzung bei einem Produkt, das Allylhexanoat enthält, nicht mehr um ein Bio-Produkt handelt, werten wir ab, sodass das Produkt nur noch das Gesamturteil „ungenügend“ bekommt. Hinzu kommt, dass das Produkt laut Deklaration frei von zugesetzten Aromen ist.
■ ImGutBio Früchtemüsli von Aldi Nord stellte das Labor das Pestizid Chlormequat fest – und zwar knapp über dem Orientierungswert des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) von 0,01 mg/kg. Das kann darauf hindeuten, dass beim Anbau oder der weiteren Verarbei-tung etwas schiefgelaufen ist -also etwa Chlormequat eingesetzt wurde oder es zu einer Vermischung mit konventioneller Ware kam. Auch eine unbeabsichtigte Verunreinigung kann verantwortlich gewesen sein. Was genau die Ursache ist, können erst Nachforschungen ergeben. Weil die Deklaration als Bio-Ware in diesem Fall aber zumindest Fragen aufwirft, werten wir unter den Weiteren Mängeln um zwei Noten ab.

Bei Bio-Ware konnen Sie mit gutem Gewissen zubeisen – und das zum gunstigen Preis.


Foto: irisblende.de

■ Als Milchersatz oder eigenständiges Getränk fungieren die Sojadrinks, die manchmal auch mit Reis kombiniert sind. Erfreulich: Gentechnisch veränderte Bestandteile wurden nicht gefunden. Ein Thema ist hingegen die Anreicherung mit Calcium, die das Getränk erst zu einer halbwegs vollwertigen Alternative zu Milch macht. Bio-Hersteller haben die Möglichkeit, zu diesem Zweck calciumhaltige Meeresalgen einzusetzen. Was zwei Hersteller auch tun, wobei der Drink von Aldi Süd in etwa den Calciumgehalt von Milch erreicht, während das Produkt von Netto nur halb so viel schafft. Da man dies dem Produkt aber nicht ansieht, wäre ein Hinweis sinnvoll, dass der Sojadrink kein vollwertiger Ersatz für Milch ist. Das gilt auch für den Discounter Penny, der gar kein Calcium zusetzt.

Anders steht es um denGutBio Soja-Reis-Drink von Aldi Nord. Hier ist Calciumcarbonat enthalten -ein Zusatzstoff, der laut EG-Öko-Verordnung für Bio-Ware nicht zulässig ist, wenn er zur Mineralstoffan-reicherung eingesetzt wird. Dass über diesen Stoff Calcium in den Drink gelangt, ist zweifelsfrei, denn die Labormessung ergab einen Gehalt auf Milchcalciumni-veau. Allerdings nutzt der Hersteller eine „Rechtslücke“ und deklariert den Stoff als Säureregulator. Denn in dieser Form geht Calciumcarbonat auch für Bio in Ordnung. Aber braucht es überhaupt einen Säureregulator? Alle anderen drei Produkte im Test kommen immerhin ohne aus.


Bei Aldi-Nord gibt es Kartoffeln, die sogar aus Naturland- und Bioland-Anbau stammen


Wir fragten beim Verbrau-cherschutzministerium in Nordrhein-Westfalen nach. Dort würde man die zuständige Lebensmittelkontrolleure in den Betrieb schicken und prüfen lassen, ob der Drink vor der Zugabe von Calciumcarbonat sauer schmeckt, was den Einsatz rechtfertigen würde, erläuterte Pressesprecher Stephan Malessa. Sollte das nicht der Fall sein, könnte der Hersteller aber immer noch behaupten, er gebe den Stoff vorsorglich hinein, um einer Säuerung vorzubeugen -was nun gar nicht mehr zu beweisen wäre.

Wir fragten auch beim Hersteller nach. Er antwor-tete, Calciumcarbonat könne ein Ausflocken im Kaffee oder Müsli verhindern. Als „Nebeneffekt“ würde sich aber eine Anreicherung mit Calcium ergeben, die „für den Konsumenten von ernährungsphysiologischer Relevanz“ sei. Also doch eine geschickt getarnte Anreicherung? Wir meinen ja, zumal Calciumcarbonat auch bei konventionellen Sojadrinks als gern genutzte Calciumquelle dient. Es spricht also einges dafür, dass derGut-Bio Soja-Reis-Drink nicht als Bio-Produkt hätte verkauft werden dürfen.

■ Durchweg „sehr gut“ fallen die Bio-Kartoffeln aus. In drei Proben stecken zwar erhöhte Nitratgehalte. Sie führen aber nicht zu einem schlechteren Gesamturteil, da nur jeweils eine von drei Chargen eines Anbieters betroffen ist. Zu erhöhten Nitratwerten kann es in Abhängigkeit von der Düngung und der Witterung kommen. Abgewertet haben wir ab 200 mg/kg. Diese Nitratmenge ist noch gesundheitlich unbedenklich, kann aber die Koch- und Lagereigenschaften sowie den Geschmack von Kartoffeln beeinträchtigen.
Positiv aufgefallen sind die Bio-Kartoffeln von Aldi Nord. Sie stammen aus Naturlandund Bioland-Anbau, der über die Mindeststandards von EG-Bio-Ware hinausgeht. An der Packung erkennen kann man das allerdings nicht, da die Verbandslabel nicht aufgedruckt sind. In einer Unterrubrik zum Lieferanten steht aber der Hinweis, dass man den Erzeuger unter Eingabe des Herkunftscodes im Internet ausfindig machen kann.
■ Trotz geringer sensorischer Mängel schneiden alle Milchmarken mit „sehr gut“ ab. Sie überzeugen übrigens auch durch einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, der durch viel Gras und Heu im Futter zustande kommt. Dabei stammt die Bio-Milch nur zweimal von deutschen Höfen, während Lidl, Aldi Süd, Netto und Penny aus Österreich anliefern lassen. Allerdings betrifft dies den Herstellern zufolge nur Milch aus dem Vertriebsgebiet Süddeutschland.
■ Sämtliche Apfelsäfte sind naturtrüb und durch direkte Pressung gewonnen. Mängel bei den Inhaltsstoffen gab es nicht. Nur derNaturgut Apfelsaft von Penny zeigte beim Verkosten einen Fehlgeschmack, weshalb er bei der Sensorik nur „befriedigend“ ausfällt.
■ Auch Tiefkühlmischgemüse können Sie bedenkenlos verzehren. Wir haben auf Rückstände von Pestiziden sowie auf das giftige Schwermetall Cadmium untersucht – aber nichts gefunden.

So reagierten die Hersteller

■ Der Hersteller desGutBio Früchtemüslis bestätigte in einem Schreiben die Überschreitung des BNN-Orientierungswerts in einem Rück stellmuster gleicher Charge. Sämtliche Ware un seres MHDs und älter wurde daraufhin aus den Aldi-Nord-Märkten zurück-gerufen. Der Hersteller erklärte weiter, dass bereits im September 2009 in einer hauseigenen Vorkontrolle von Bio-Hafer Chlormequat über dem Orientierungswert festgestellt worden sei, woraufhin die betroffene Partie gesperrt wurde und nicht in die Produktion gelangte. In der Konsequenz habe man die Kontrollen unverzüglich verschärft und untersuche seitdem jede einzelne Partie Bio-Haferflocken noch einmal selbst. Daher könne man auch sagen, dass derzeit im Markt befindliche Müslis ab MHD 21.10.10 keine Rückstände mehr aufweisen, wie uns vorgelegte Gutachten auch bestätigen.
■ Der Hersteller desBio Sonne Bio-Fruchtjoghurt Erdbeer ließ nach unserer Mitteilung die Fruchtzubereitung untersuchen, die für die von uns untersuchte Charge verwendet wurde – und bestätigte den Fund von Allylhexanoat. Er geht davon aus, dass es sich um „einen bedauerlichen Einzelfall handelt“, eventuell um eine Verunreinigung. Denn nachfolgende Chargen, so das vorgelegte Gutachten, zeigten, dass hierin kein Allylhexanoat nachweisbar ist.Birgit Hinsch/ Enno Brendgens

Unsere Empfehlungen

Die meisten Bio-Produkte vom Discounter sind frei von problematischen Stoffen und erfullen die Kriterien die EU-Bio-Verordnung, soweit sich dies am Produkt uberprufen lasst.

Wer die hoheren Standards der deutschen Anbauverbande Demeter, Naturland oder Bioland bevorzugt, wird im Bio-Laden fundig.

Die Sojadrinks sind eine gute Alternative fur Menschen, die Milch nicht vertragen, besonders wenn sie mit Calcium angereichert sind. Aufpassen mussen unter Umstanden Nickelallergiker, da Soja von Natur aus viel Nickel enthalt.

TEST Pestizide in Bio-Obst und –Gemüse

In unserer Langzeitauswertung fur Obst und Gemuse haben wir Discounter aufgefuhrt, von denen wir seit 2003 mindestens funf Proben in Bio-Qualitat untersucht haben. Bio schneidet demnach fast immer mit ausgezeichneten Noten ab, wogegen konventionelle Ware immer mal wieder durch erhohte Mengen an Pestizidruckstanden auffallt. Die zweite Tabelle zeigt einen Vergleich der Discounter im Hinblick auf sonstige Bio-Lebensmittel, von denen wir in den letzten Jahren ebenfalls mindestens funf Proben untersucht haben. Auch diese Auswertung bescheinigt Bio-Ware meist gute Noten.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Auch fur diesen Test kauften wir wieder bei den grosen Discountern Aldi Nord, Aldi Sud, Lidl, Netto Marken-Discount, Norma und Penny ein. Bei der Produktauswahl setzten wir den Schwerpunkt auf einen frischen Artikel (Bio-Kartoffeln), einen tiefgefrorenen (Bio-Mischgemuse) und weitere, die moglichst bei allen erhaltlich sein sollten. Uberall gab es Bio-Erdbeerjoghurt, Bio-Fruchtemusli und Bio-Milch. Bio-Apfelsaft und Bio-Sojadrinks fuhrten nur vier Discounter.

Die Inhaltsstoffe

Weil die Produkte sehr unterschiedlich sind, haben wir je nach Warengruppe spezielle Prufprogramme zusammengestellt. So standen bei Milch und Joghurt die mikrobiologische Qualitat, Fettzusammensetzung und Sensorik im Vordergrund, wahrend wir bei Kartoffeln, Musli und Tiefkuhlgemuse insbesondere auf Pestizide pruften. Nennenswerte Ruckstande sind bei Bio-Ware eigentlich nicht zu erwarten. Aber es kann immer wieder einmal zu Vermischungen mit konventioneller Ware kommen, vor allem dann, wenn in ein und demselben Betrieb herkommlich und okologisch erzeugte Produkte verarbeitet werden, wie das gerade bei Herstellern fur Discounterwaren oft der Fall ist. Als Orientierung fur Pestizide in Bio-Produkten dient ein Richtwert des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN). Ist dieser uberschritten, muss nachgeforscht werden, woher die Ruckstande stammen und ob der Anbau gemas Bio-Vorgaben erfolgte.

Bei den Fruchtemuslis untersuchten wir zusatzlich ein ganzes Spektrum an Schimmelpilzgiften, die sowohl die Getreidezutaten als auch die Trockenfruchte belasten konnen. Die Apfelsafte liesen wir auf das giftige Metall Aluminium prufen. Hintergrund sind Untersuchungen der amtlichen Lebensmitteluberwachung von 2008, wo in deutschen Apfelsaften stark erhohte Aluminiumgehalte auftauchten, deren Ursache eine unsachgemase Lagerung in Aluminiumtanks war.

Um gentechnisch veranderte Bestandteile ging es schlieslich bei den Sojadrinks und den Muslis – bei Letzteren vor allem deshalb, weil Cornflakes aus Mais enthalten sind. Selbst Bio-Produkte sind vor Verunreinigungen mit der Gen-Technik nicht gefeit, wie auch unsere Tests immer wieder gezeigt haben.

Weitere Parameter

Bei Milch, Erdbeerjoghurt und Apfelsaft liesen wir erganzend sensorische Untersuchungen durchfuhren. Weiterhin haben wir uns die Verpackungen, Deklarationen und Zusatzstoffe angesehen – nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Anforderungen an Bio-Waren.

Die Bewertung

Die Bewertung orientiert sich im Grosen und Ganzen an vergangenen Tests. Entsprach ein Produkt nicht den Vorgaben der Bio-Verordnung oder gab es sehr deutliche Hinweise darauf, konnte das Produkt insgesamt nur „ungenugend“ abschneiden.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 142.
Anmerkungen: 1) Die angegebenen Trockenfruchtgehalte beruhen auf Messwerten; die Abstufungen „hoch“, „mittel“ und „niedrig“ beziehen sich auf die Produkte im Test. 2) Laut Anbieter wurde das Produkt in Bayern durch die RegionalmarkeEin gutes Stück Heimat ersetzt. In allen anderen Bundesländern ist das Produkt weiterhin verfügbar. 3) Für den Test Kartoffeln wurden jeweils drei Chargen untersucht. Aldi Nord:GutBio Land-Kartoffeln, 1 x Sorte Ditta (Naturland), 1 x Sorte Nicola (Naturland), 1 x Sorte Simone (Bioland) – alle von der Marktgenossenschaft der Naturland Bauern. Aldi Süd:Bio Speisekartoffeln, 2 x Sorte Annabelle von Agrarhandel Kunz, 1 x Sorte Ditta von Hans A. Wüst. Lidl:Biotrend Bio Speisekartoffeln, 2 x Sorte Ditta, 1 x Sorte Nicola (Nitratgehalt „erhöht“) -alle von RV Bank Rhein-Haardt. Netto Marken-Discount:BioBio Bio-Kartoffeln, 2 x Sorte Ditta, 1 x Sorte Princess (Nitratgehalt „erhöht“) -alle von H.W. Böhmer. Norma:Bio Sonne Bio-Qualitäts-Kartoffeln, 3 x Sorte Ditta von Maurer Parat Agrarprodukte. Penny:Naturgut Speisekartoffeln, 2 x Sorte Ditta (davon 1 x Nitratgehalt „erhöht“), 1 x Sorte Princess -alle von Penny Markt. 4) Mit „Fruchtgehalt hoch“ werden in der Tabelle Joghurts bezeichnet, deren absoluter Gehalt an Erdbeeren bei mehr als 10 Prozent liegt. Mit „Fruchtgehalt mittel“ werden in der Tabelle Joghurts bezeichnet, deren absoluter Gehalt an Erdbeeren bei mindestens 8, aber weniger als 10 Prozent liegt. Mit „Fruchtgehalt niedrig“ werden in der Tabelle Joghurts bezeichnet, deren absoluter Gehalt an Erdbeeren bei weniger als 8 Prozent liegt. Die Einordnung ist unabhängig davon, ob es sich um einen Fruchtjoghurt handelt (Produkte von Netto Marken-Discount, Norma, Penny und Aldi Nord) oder um einen Joghurt mit Fruchtzubereitung (Lidi, Aldi Süd). Mit „Gehalt an probiotischen Keimen: hoch“ wird ein Produkt bezeichnet, das als probiotisch ausgelobt ist, und einen Gehalt von mindestens 10 Mio. KBE/g der dominanten probiotischen Kultur enthält. 5) Laut Anbieter weisen zwei chargengleiche Packungen des Produkts einen Fruchtanteil von 40,2 Prozent bzw. 43,9 Prozent auf. Unsere Messung hatte einen Anteil von 34 Prozent ergeben, auf der Packung deklariert sind 40 Prozent. 6) Laut Hersteller wird Aldi Süd seit dem 01.01.2010 nicht mehr mit demBio Sojadrink beliefert. Die Produkte würden sich aber noch im Umlauf befinden. 7) Laut Anbietergutachten war ein chargengleiches Rückstellmuster des Apfelsaftes frei von gravierenden sensorischen Mängeln; es konnte weder eine Kochnote noch ein Fehlgeschmack festgestellt werden. 8) Die irreführende Nährwertdeklaration betrifft die Angabe auf der Frontseite der Packung, wo anstatt des Zuckergehalts der Kohlenhydratgehalt genannt wird. Saft enthält jedoch natürlichen Zucker und kaum Stärke. 9) Laut Anbietergutachten sind Produkte ab MHD 21.10.10 und länger frei von dem Pestizid Chlormequat. 10) Laut Anbietergutachten sind Produkte mit MHD 16.02. und später frei von dem Aromastoff Allylhexanoat.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Aufgeführt sind jeweils die Abwertungen und Testmethoden. Analyseprinzip bei allen Untersuchungen der Verpackung auf PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Röntgenfluoreszenzanalyse.
Test Apfelsaft: Testergebnis Inhaltsstoffe: keine Abwertung. Unter dem Testergebnis Sensorik führt zur Abwertung um zwei Noten: wahrnehmbarer Fehlgeschmack und Kochnote im Geruch. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: irreführende Nährwertangabe (Kohlenhydrate statt Zucker) auf der Frontseite der Verpackung. In das Gesamturteil gehen das Testergebnis Inhaltsstoffe zu 60 Prozent und das Testergebnis Sensorik zu 40 Prozent ein. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Testmethoden Apfelsaft: Pestizide: DFG S 19, ASU L 00.00-34, LC-MS/MS-Screening, ASU L00.00-113. Schwermetalle: Elementbestimmung mittels ICP-MS. Hydroxymethylfurfural: HPLC/UV-Detetektion gem. IFU 69. Patulin: LC-MS/MS. Milchsäurebakterien: ASU L06.00.35 mod. Hefen: ISO 7954:1987. Schimmelpilze: ISO 7954:1987. Sensorische Untersuchung: Verdeckte Sensorik durch Testpanel mit 6 Prüfern nach IFU 25, Beschreibung der übereinstimmend festgestellten Merkmale.
Test Erdbeerjoghurt: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um eine Note: a) zugesetztes Aroma; b) ein erhöhter Gesamtzuckergehalt von mehr als 6,8 Prozent. Als Vergleich diente eine Zubereitung von 100 g Joghurt und 50 g Erdbeeren mit einem Gesamtzuckergehalt von 4,5 Prozent. Abgewertet wurde ab dem 1,5-fachen dieses Gehaltes. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um fünf Noten: Ein Nachweis des Aromastoffes Allylhexanoat in einem Bio-Produkt (= Hinweis, dass die Anforderungen an Bio-Ware nicht erfüllt sind). Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Es kann nicht besser sein als „ungenügend“, wenn Hinweise vorliegen, dass die Anforderungen an Bio-Ware nicht erfüllt sind.
Testmethoden Erdbeerjoghurt: Aussehen, Geruch, Geschmack, Textur/Konsistenz: einfach beschreibende Prüfung nach DIN 10964 (1996-02). Aussehen, Geruch, Geschmack, Konsistenz: Prüfung nach DLG Prüfbestimmungen (jeweils max. 5 Punkte); Hefen: nach L01.00-37, ASU gemäß § 64 LFGB; Schimmelpilze: nach L01.00-37, ASU gemäß § 64 LFGB; Enterobakterien: nach ISO 21528-1:2004 (E) (MPN); Listeria monocytogenes: nach ISO 11290-1/L00.00-32. ASU gemäß § 64 LFGB; Koag.-pos. Staphylokokken: nach L00.00-55, ASU gemäß § 64 LFGB; Salmonellen: nach L00.00-20, ASU gemäß § 64, LFGB; Fettgehalt: nach § 64 LFGB L 01.00-20; Saccharose, Glucose, Fructose: Boehringer/R-Biopharm Kit 10 716 260 035; Summe Omega-3-Fettsäuren: kapillargaschromatografisch; Laktobazillen: nach VDLUFA M7.16.3; Bifidobakterien: in Anlehnung an ISO 29981; 4-Methylbenzophenon: GC-MSD; Benzophenon: GC-MSD; Aromenanalyse: Untersuchung auf Aromastoffe durch Kaplllargaschromatografle/Massenfragmentografle nach Destillation, Extraktion und Anreicherung.

Test Früchtemüsli: Testergebnis Inhaltsstoffe: keine Abwertung. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: Überschreitung des BNN-Orientierungswertes für chemisch-synthetische Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämp-fungs- und Vorratsschutzmittel von 0,01 mg/kg in einem Fall, wenn das Lebensmittel als Bio-Ware deklariert ist. Zur Abwertung um eine Note führt: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Testmethoden Früchtemüsli: Pestizide: GC-MS-Screening: ASU L 00.00-34, Wachstumsregulatoren: in Anl.an ASU L 00.00-76, LC-MS/MS. Gentechnisch veränderte Bestandteile: Triple-Screening auf 35S Promotor, NOS Terminator, FMV Promotor. Fotoinitiatoren Benzophenon und 4-Methylbenzophenon (nur In kartonverpacktem Müsli): GC-MSD. Deoxynivalenol (Getreideanteil): mittels LC/MS/MS. Fumo-nisine (Cornflakesanteil): DIN EN 14352:2004. Ochratoxin A (Fruchtanteil): DIN EN 14132:2003. Aflatoxine (Fruchtanteil, Ölsaatenanteil): DIN EN 14123:2008 mod. Gesamtkeimzahl: ISO 4833:2003 mod. Schimmelpilze: ISO 7954:1987 mod. Cadmium: Elementbestimmung mittels ICP-MS. Präparative Untersuchungen: gravimetrisch.
Test Kartoffeln: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um eine Note: Nitratgehalt über 200 mg/kg (in der Tabelle „erhöht“). Das Gesamturteil beruht auf den Testergebnissen Inhaltsstoffe von jeweils drei Chargen, wobei jeweils die Durchschnittsnote ermittelt wurde. Es wurde kaufmännisch gerundet.
Testmethoden Kartoffeln: Pestizide: GC-MS-Screening: ASU L 00.00-34, LC/MS/ MS-Screening: ASU L 00.00-113. Nitrat/Nitrit: mittels HPLC/IC nach ASU L 26.00-1. Solanin, Chaconin: Extraktion mit Essigsäure, LC-MS/MS.
Test Milch: Testergebnis Inhaltsstoffe: keine Abwertung. Unter dem Testergebnis Sensorik führt zur Abwertung um eine Note: eine Gesamtpunktzahl Sensorik von 4,76 bis 4,09. Die Berechnung erfolgte In Anl.an die DLG-Prüfkrlterien, wobei das Aussehen 4-fach, der Geruch 3-fach und der Geschmack 6-fach gewichtet wurden. Maximal Ist eine Gesamtpunktzahl von 5,00 erreichbar. In das Gesamturteil gehen die Testergebnisse Inhaltsstoffe zu 60 Prozent und Sensorik zu 40 Prozent ein.Testmethoden Milch: Keimzahl: L 00.00-88:2004-07, ASU gem. § 64 LFGB. Enterobakterien: ISO 21528-1:2004 (E) (MPN). Listeria monocytogenes: ISO 11290-1/L00.00-32, ASU gem. § 64 LFGB. Salmonellen: L 00.00-20, ASU gem. § 64 LFGB. Koag.-pos. Staphylokokken: L 02.07-2, ASU gem. § 64 LFGB. Präsumtive Bacillus cereus: L 00.00-25, ASU gem. § 64 LFGB. Sensorische Prüfung nach L 00.90-6, gem. § 64 LFGB, DLG-Prüfbestimmungen und L 01.01/02-1, ASU gem. § 64 LFGB. Die mikrobiologischen und sensorischen Untersuchungen erfolgten am Ende der Mindesthaltbarkeit (MHD). Fettgehalt nach Röse: DIN EN ISO 1211. Fettsäureverteilung: kapillargaschromatografisch. Halogen-Kohlenwasserstoffe (Trichlormethan): L 01.00-35, ASU gem. § 64 LFGB.
Vorab veröffentlicht: In Auszügen bereits im ÖKO-TEST Ratgeber Essen, Trinken und Genießen 9:2009. Aktualisierung von Testergebnissen und Angaben, sofern das Produkt verändert wurde oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung geändert und ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.
Test Tiefkühlgemüse: Keine Abwertungen.
Testmethoden Tiefkühlgemüse: Pestizide: GC-MS-Screening: ASU L 00.00-34, LC/MS/MS: ASU L 00.00-113. Cadmium: Elementbestimmung mittels ICP-MS.
Test Sojadrinks: Testergebnis Inhaltsstoffe: keine Abwertung. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um fünf Noten: Hinweis, dass Calciumcarbonat zur Anreicherung mit Calcium eingesetzt wird, was für Bio-Ware nicht zulässig ist. Zur Abwertung um eine Note führt: fehlender Hinweis, dass es sich bei dem Produkt nicht um einen vollwertigen Ersatz für Milch handelt, wenn das Produkt nicht oder nicht ausreichend mit Calcium angereichert wurde. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Es kann nicht besser sein als „ungenügend“, wenn Hinweise vorliegen, dass die Anforderungen an Bio-Ware nicht erfüllt sind. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Testmethoden Sojadrinks: Gentechnisch veränderte Bestandteile: Triple-Screening auf 35S Promotor, NOS Terminator, FMV Promotor. Schwermetalle (nur Produkte mit Algenzusatz): Totalaufschluss in der Mikrowelle, Elementbestimmung mittels ICP-MS. Jod (nur Produkte mit Algenzusatz): gem. DIN EN 15111 Lebensmittel; Bestimmung von Jod mittels ICP-MS. Calcium: Totalaufschluss in der Mikrowelle, Elementbestimmung mittels ICP-MS.

Einkauf von Testprodukten: Dezember 2009.Anbieterverzeichnis: siehe www.oekotest.deTests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Serie Discounter

In den letzten beiden Ausgaben haben wir Grundnahrungsmittel und Fertiggerichte von Aldi, Lidl und Co.untersucht, in diesem Heft testen wir die Bio-Produkte der Discounter. Eine Ausgabe verpasst? Kein Problem – wie immer finden sie die Tests auch auf unseren Seiten im Internet unter www.oekotest.de

Kompakt

Bio gleich Bio?

Ob ein Produkt ein Bio-Produkt ist oder nicht, hangt nicht vom Preis ab, sondern davon, ob es nach den Masgaben der EGOko-Verordnung hergestellt wurde. Diese schreibt beispielsweise vor, dass beim Anbau keine chemischen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden durfen oder bestimmte umstrittene Zusatzstoffe tabu sind. Auch an Tierhaltung und -futter werden hohere Anforderungen gestellt als in der konventionellen Landwirtschaft. Allerdings gehen die Vorschriften von Anbauverbanden wie Demeter, Naturland oder Bioland in vielen Punkten noch weiter, etwa beim Einsatz von Dungemitteln oder bei der nachhaltigen Gewinnung des Futters. Wer sich einem Anbauverband anschliesen will, muss zudem seinen kompletten Hof auf Bio umstellen, nicht nur einen Teil. So kann etwa verhindert werden, dass sich Bio-Ware unbeabsichtigt mit konventioneller Ware vermischt. Klar, dass es diese Produkte ublicherweise nicht zum Billigpreis gibt. Aber auch das hat OKOTEST schon erlebt: Einzelne Produkte vom Discounter wurden nach den Kriterien der Anbauverbande erzeugt oder uber die Anbauverbande vertrieben – das Siegel des entsprechenden Verbands durften sie aber trotzdem nicht tragen. Haufige Begrundung: Der traditionelle Bio-Handel wolle nicht, dass die Logos der Anbauverbande auch im Discounter auftauchen.

Was sagen die einzelnen Bio-Label? Einen Uberblick finden Sie im OKO-TEST Kompass Gutesiegel, der ab 12. Marz im Handel ist.