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TEST Blondierungen und Blond-Colorationen: Gräulich!


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2013 vom 01.07.2013

Wem die Natur keine hellen Haare geschenkt hat, der kann mit blonden Haarfarben oder Blondierunen nachhelfen. Leider ist das für Haut und Haar nicht gesund. Vor allem in den Haarfarben stecken hochproblematische Chemikalien.


Artikelbild für den Artikel "TEST Blondierungen und Blond-Colorationen: Gräulich!" aus der Ausgabe 7/2013 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: © Mattel GmbH /

Wer blond sein will, muss leiden. Wer auf rot oder braun steht, hat die Wahl. Er kann zur Chemiekeule greifen, muss aber nicht. Denn auch mit Naturhaarfarben lassen sich schöne intensive Rotund Brauntöne färben. Wer sich aber einen hellen, blonden Schopf wünscht, dem bleibt nur der Griff zu chemischen Blondierungen und Haarfarben. Denn dunkle Haare blond zu ...

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... färben, geht mit Naturfarben nicht. Haare aufhellen ist nur mit chemischen Bleichmitteln wie Wasserstoffperoxid möglich. Auch eine perfekte Grauabdeckung mit blonden Haarfarbstoffen funktioniert nur mit Chemie.

Es gibt zwei unterschiedliche Techniken, um Blond ins Haar zu bekommen. Auf der einen Seite stehen die reinen Aufhellprodukte, sie heißen oft „Blondierung“ oder „Aufheller“. Diese chemischen Aufheller zerstören mithilfe von Wasserstoffperoxid und teilweise mit Bleichmitteln wie Persulfaten die Farbpigmente des Haares. Dadurch wird das Haar heller – sprich blonder. Reine Aufheller funktionieren aber nur dort, wo es etwas aufzuhellen gibt. Für graues Haar sind sie also nicht geeignet. Denn graues Haar ist eigentlich weißes Haar. Um das zu blondieren, braucht es eine blonde Haarfarbe.


Chemische Haarfarben können schwere Allergien auslösen


Auch blonde dauerhafte Haarfarben, sogenannte Blond-Colorationen, wirken mit dem Bleichmittel Wasserstoffperoxid, das die im Haar eventuell noch vorhandenen Farbpigmente zerstört, um Platz für neue Farbe zu machen. Dazu kommen Färbechemikalien wie Farbvorstufen und Kuppler, die auf dem Kopf zu größeren Farbstoffmolekülen reagieren und das Haar richtig färben.

Dauerhafte chemische Haarfarben bestehen in der Regel aus zwei Komponenten. Die Färbechemikalien sind meist in der Colorcreme zu finden, die erst kurz vor der Anwendung mit der Entwicklercreme gemischt wird. In der Entwicklercreme steckt Wasserstoffperoxid, das die im Haar vorhandenen Farbpigmente zerstört und die chemische Farbreaktion anstößt.

Natürlich setzen Wasserstoffperoxid und andere Bleichmittel dem Haar böse zu und strapazieren es. Je stärker das Haar ausgebleicht wird, je stärker ist die Belastung. Aus gesundheitlicher Sicht sind aber die Färbechemikalien problematischer als die reinen Bleichmittel.

ÖKO-TEST rät

• W enn’s unbedingt eine Haarfarbe sein muss: Packungsbeilage beachten, nicht länger einwirken lassen als beschrieben. Keine Experimente.

• N icht übertreiben: Von Schwarz auf Blond, das geht zwar, greift das Haar aber stark an. Besser nur zwei bis drei Nuancen aufhellen.

• G ut pflegen: Durch chemisches Aufhellen und Färben ist das Haar stark angegegriffen und die äußere Schuppenschicht aufgeraut. Haarkuren und Pflegespülungen glätten die Haaroberfläche.

Lange Zeit standen Haarfarben im Verdacht, Krebs auszulösen. Seit Jahren werden deshalb auf EU-Ebene Studien zu einzelnen Haarfärbestoffen gesichtet. Für viele Substanzen haben die Wissenschaftler bereits Entwarnung gegeben: Nach Ansicht der EU-Experten besteht kein Krebsrisiko. Allerdings sind die Färbesubstanzen häufig für schwere Allergien verantwortlich.

Wir wollten wissen, wie problematisch Produkte sind, die blondes Haar versprechen. Und haben 22 Blondmacher aus Drogerie, Reformhaus und Discounter getetstet. Darunter sind 17 Blond-Colorationen und fünf reine Aufheller.

Das Testergebnis

ƒ Grausam: Alle Blond-Colorationen schneiden mit „ungenügend“ ab. Sie enthalten hochproblematische Färbesubstanzen, die unter anderem schwere Kontaktallergien auslösen können. Die reinen Aufhellprodukte sind besser: Sie kommen in der Regel ohne diese Färbechemikalien aus, fallen aber häufig durch andere umstrittene Stoffe auf.

ƒ Achtung Allergie: In fast allen Blond-Colorationen steckt das aromatische Amin 2,5- Toluylendiamin. Es gilt als extrem sensibilisierend. „Die Häufigkeit der allergischen Reaktionen bei Friseuren und Verbrauchern bleibt bedenklich für die Verbrauchersicherheit“ – heißt es übersetzt in der Stellungnahme des EU-Beratergremiums für Kosmetik. Erschreckend, dass solche Stoffe in Kosmetika trotzdem erlaubt sind. Im Conditioner – zu deutsch: Spülung – des Produkts Schwarzkopf Blonde Extrem Aufheller L1+ steckt erstaunlicherweise auch ein Haarfarbstoff. Er soll laut Verpackung nach dem Aufhellen für „einen kühlen Ton“ sorgen. Leider kann auch dieser Stoff für Allergien verantwortlich sein. Vom EU-Beratungsgremium wurde er als „mäßig sensiblilisierend“ beurteilt.

ƒ Durch die Hintertür: Das aromatische Amin p-Aminophenol ist im EU-Chemikalienrecht als CMR-Stoff eingestuft, es kann möglicherweise das Erbgut verändern. Dieser Stoff ist in der Sanotint Haarfarbe 10 Hellblond und der Garnier Nutrisse Creme 100 Sommerblond enthalten. Eigentlich sieht die Kosmetikverordung vor, dass solche CMR-Stoffe gar nicht in Kosmetikprodukten verwendet werden dürfen. Doch es gibt eine Hintertür: Wenn das Beratergremium der Komission die Meinung vertritt, es be stehe bei der vorliegenden Einsatzkonzentration kein Risiko, dann gibt es trotz der klaren Einstufung grünes Licht für den jeweiligen Stoff. Genau das ist bei p-Aminophenol passiert. Hier steht nun eine wissenschaftlich fundierte Einstufung gegen eine andere Meinung. Wir meinen: im Zweifel für den Verbraucher, als CMR-Stoffe eingestufte Substanzen haben in Kosmetika nichts verloren.

Expertin

Pflanzenfarben können nicht aufhellen

„Naturfarben können nicht alles was die Chemie vermag. Mit Naturfarben kann man Haare nicht aufhellen. Beim Aufhellen werden die natürlichen Pigmente in den mittleren Schichten des Haares durch Oxidation – oder anders gesagt durch einen Verbrennungsprozess – zerstört. Wer haarschonend seine Haarfarbe verändern möchte, kann das oft mit Naturfarben tun, muss aber manchmal Abstriche machen. Heller geht nicht und weißes Haar lässt sich nicht beliebig dunkel färben.“

Birgit Pesin, Friseurmeisterin und Naturfriseurin aus München

ƒ Nicht sicher: Die Kür Color Intensiv Haarfarbe 903 Honigblond von Aldi Süd färbt unter anderem mit 6-Amino-m-Cresol. Über diesen Stoff schreibt das Beratergremium der EUKommission in einer Stellungnahme vom Juni 2012, dass er nach aktueller Datenlage ergutveränderndes Potenzial besitze und dass sein Einsatz in Haarfarben bei einer bestimmten Konzentration nicht sicher sei. Bislang erfolgte keine neue Bewertung, die Entwarnung gibt.

ƒ Reizend: 15 Blond-Colorationen kommen nicht ohne das Färbemittel Resorcin aus. Es kann die Haut reizen und hat in Zellversuchen Chromosomenschädigungen verursacht.

ƒ Arme Haut: Alle Produkte, auch die reinen Aufheller, enthalten in einer oder mehreren Komponenten PEG-/PEG-Derivate. Diese Stoffe können die Haut durchlässiger machen für Fremdstoffe. In einigen beiligenden Haarkuren oder Pflegebalsamen stecken als Konservierungsmittel umstrittene halogenorganische Verbindungen. Viele Vertreter dieser Stoffgruppe sind für Allergien verantwortlich.

ƒ Gar nicht dufte: Die Blondierung L’Oréal Préférence Extreme Platinum duftet mit künstlichen polyzyklischen Moschus- Verbindungen. In zwei Blond-Colarationen steckt der Duftstoff Lyral, der Allergien auslösen kann.

Kerstin Scheidecker

Fett gedruckt sind Mängel.Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Produkten finden Sie auf Seite 174.Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung.Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur Abwertung um jeweils vier Noten führen: a) aromatische Amine (Haarfärbesubstanzen), die das EU-Beratergremium SCCS bislang als nicht sicher zum Haarefärben bewertet hat (6-Amino-m-Cresol); b) aromatische Amine (Haarfärbesubstanzen), die nach Anhang VI Teil 3 der CLP-Verordnung (EG-Verordnung Nr. 1272/2008) als CMR-Stoffe eingestuft sind (p-Aminophenol); c) Formaldehyd/-abspalter. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) aromatische Amine (Haarfärbesubstanzen), die Allergien auslösen können (wie p-PhenyliStockphoto enediamine, 2,5-Toluylendiamin, Hydroxyethyl-p-Phenylenediamine, HC Blue No. 12); b) halogenorganische Verbindungen, falls diese nicht schon als aromatische Amine zur Abwertung geführt haben; c) Resorcin; d) bedenkliche UV-Filter (Ethylhexyl Methoxycinnamate); e) polyzyklische Moschus-Verbindungen. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (Lyral); b) PEG/PEG-Derivate. Unter Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Note: PVC/ PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Ein Test ergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unter • Suchen

• „M1307“ eingeben.

Einkauf der Testprodukte: März 2013

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Blonde Königsdisziplin

Blond färben gilt unter Friseuren als Königsdisziplin. Es gibt sogar Salons, die sich auf schönes Blond spezialisiert haben. Dabei kommt selten nur eine Farbe zum Einsatz. Damit es natürlich aussieht, arbeiten Profis mit Strähnen. Geht es zum Beispiel darum, aus einem Straßenköterhellbraun ein hübsch changierendes Glamourblond zu zaubern, dann werden mit einer Blondierung Strähnchen aufgehellt und manchmal mit einer zweiten blonden Haarfarbe weitere Akzente gesetzt. Ist das Haar schon sehr grau, dann wird erst Blond gefärbt und im Anschluss daran werden einzelne Strähnen aufgehellt. So eine aufwendige Prozedur, bei der Strähne um Strähne mit Alufolie abgetrennt und dann mit Blondierung oder Haarfarbe eingepinselt wird, bekommt man allein daheim eher nicht so gut hin. Die meisten Blondierungen und Blond-Colorationen für den Hausgebrauch sind daher dafür gedacht, den gesamten Schopf einheitlich zu bearbeiten. Das Ergebnis hängt stark von der Ausgangsfarbe und der Struktur der Haare ab. Übrigens: Die meisten heimischen Haarunglücke passieren – glaubt man den Friseuren, die im Salon fehlgeschlagene Versuche wieder ausbügeln sollen – mit Blond.

Gegendarstellung

In der Zeitung ÖKO-TEST Nr. 01 Januar 2013 ist ein Beitrag über Tattoofarben erschienen, in dem Bezug auf die Magic Moon Tattooing GmbH unrichtige Behauptungen verbreitet werden, die wir wie folgt richtig stellen:
1. Unwahr ist, dass der Preis für die Tattoofarbe Electric Ink Carambola 4067 20,32 € beträgt. Wahr ist, dass der Nettopreis 13,00 € beträgt.
2. Unwahr ist, dass der Preis für die Tattoofarbe Electric Ink Liner Black 4002 16,07 € beträgt. Wahr ist, dass der Nettopreis 13,00 € beträgt.
3. Unwahr ist, dass die Tattoofarbe Electric Ink Carambola 4067 nicht aus dem Netz genommen worden sei.
Wahr ist, dass die vorgenannte Tattoofarbe auf die Anfrage von ÖKO-TEST unverzüglich aus unserem Angebot herausgenommen wurde und insbesondere nicht mehr über unseren Online-Shop angeboten wurde und wird. Erkelenz, den 07.01.2013 Magic Moon Tattooing GmbH
ÖKO-TEST ist unabhängig vom Wahrheitsgehalt zum Abdruck einer Gegendarstellung verpflichtet.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Alles was dauerhauft blond macht haben wir für unseren Test zusammengetragen: Fünf Produkte, die das Haar aufhellen, und 17 Packungen, die mit Farbstoffen für ein lang anhaltendes Blond sorgen. Meist stehen diese verschiedenen Produktkategorien einträchtig nebeneinander im Regal und der Verbraucher muss genau hinsehen, um die Unterschiede zu bemerken. Die blonden Haarfarben mit Färbechemikalien bezeichnen wir in unserem Test als Blond-Colorationen, die reinen Aufheller als Blondierungen.

Die Inhaltsstoffe

Blond-Colorationen enthalten problematische Färbesubstanzen. Wir haben jede einzelne dieser Substanzen überprüfen lassen und uns genau angesehen, wie sie in wissenschaftlicher und gesetzlicher Hinsicht eingestuft sind. Viele der in den Farbcremes eingesetzten Farbstoffe gelten als starke Allergene. Zudem können die Farbcremes und die beiliegenden Haarpflegekuren umstrittene Konservierungsmittel oder allergene Dufstoffe enthalten. Reine Blondierungen kommen zwar ohne gefährliche Farbstoffe aus, doch auch in den Komponenten der Blondierungen können problematische UV-Filter sowie allergieverdächtige Konservierungsmittel oder Duftstoffe stecken.

Die Bewertung

Haarfarben standen lange im Verdacht, Krebs auszulösen. Seit Jahren läuft deshalb auf EUEbene ein aufwendiges Bewertungsverfahren, bei dem Studien zu einzelnen Färbesubstanzen gesichtet werden. Bei etlichen Substanzen gilt der Krebsverdacht als ausgeräumt, doch bei vielen dieser Stoffe hat sich um Laufe des Verfahrens bestätigt: Sie sind starke Allergene! Solche allergenen Färbesubstanzen werten wir um zwei Noten ab. Farbstoffe, die vom Beratungskomitee der EU aktuell als „nicht sicher“ eingestuft wurden, weil sie etwa erbgutveränderndes Potenzial haben, werten wir um vier Noten ab. Genauso kritisch bewerten wir Stoffe, die im EU-Chemikalienrecht als CMR-Stoffe eingestuft sind – also als krebserregend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend.

Kontaktallergien auf Haarfarben gehen mit Jucken, Rötungen und Bläschen einher.

In Kürze

Was faire Löhne kosten

Wie viel es kostet, wenn in der asiatischen Bekleidungsindustrie existenzsichernde Löhne herrschten, zeigt die Organisation Fair Wear Foundation (FWF). Sie errechnete anhand eines T-Shirts, wie sich eine Lohnerhöhung von 27 Cents für die Fabrikarbeiter auf den Ladenpreis auswirkt. Das Ergebnis: Mindestens 1,57 Euro bezahlt der Verbraucher mehr, da bei steigenden Produktionskosten die Ausgaben in der gesamten Lieferkette wachsen. Mehr Infos unter

Düfte retten Saatgut

Die neue Duftkollektion Navdanya des Naturkosmetikherstellers Primavera unterstützt die gleichnamige Organisation der Alternativen Nobelpreisträgerin Vandana Shiva in ihrem Kampf gegen große Saatgutkonzerne. Demzufolge gehen 20 Prozent des Erlöses direkt an Navdanya für das „Garden of Hope“-Projekt. Im Rahmen dieses Projekts hat Vandana Shiva mit ihren Saatgutbanken über 600 Samenarten vor dem Aussterben bewahrt.

Shoppen und Gutes dabei tun

Mit Kaufen und Verkaufen die Welt verbessern – das verspricht die Internetbörse fraisr. Die Verkäufer spenden dabei einen Teil des Verkaufspreises an eine gemeinnützige Organisation. Fraisr zufolge würden vor allem Produkte aus den Bereichen Schmuck, Mode und Zuhause verkauft. Außerdem böten viele Verkäufer ökozertifizierte und fair gehandelte Produkte an. Informationen unter:

Plattform rund um faire Mode

Aus dem Netzwerk Faire Mode ist die Onlineplattform Get Changed! hervorgegangen. Das Herzstück ist eine Datenbank, in der nur Hersteller aufgenommen werden, die bestimmte Nachhaltigkeitsstandards erfüllen. Konsumenten sollen darin gezielt nach fairer Mode suchen können. Mehr dazu unter:

Gelmodellage erhöht Hautkrebsrisiko

Foto: iStockphoto/©Thinkstock

Laut einer aktuellen Studie der „American Academy of Dermatology“ erhöhen UV-Lichthärtungsgeräte, die bei der Gelmodellage verwendet werden, das Hautkrebsrisiko. Bei dieser Form der professionellen Maniküre trägt die Nageldesignerin einen Lack auf, der mittels einer Lampe mit UV-Licht haltbar gemacht wird. Die Deutsche Krebsgesellschaft rät Frauen mit heller Haut oder Sommersprossen, auf Gelmodellage zu verzichten. Diese sei genauso kritisch zu sehen wie Sonnenbaden und Solarienbesuche, informiert die Organisation. Auch am Hauttumorzentrum des Uniklinikums Köln steht man dieser Schönheitsanwendung kritisch gegenüber. Die regelmäßige Bestrahlung der Finger und Fingerkuppen mit UV-Licht könnte das Risiko für hellen und schwarzen Hautkrebs erhöhen, sagt Dr. Max Schlaak.

Was ist eigentlich … Peace Silk?

Foto: iStockphoto/©Thinkstock

Seide wird auf zwei Arten gewonnen: erstens durch das Abkochen des Seidenkokons, wodurch die darin befindliche Raupe getötet wird. Zweitens „gewaltlos“, wobei der aus der Raupe entstandene Falter schlüpfen darf. Die so gewonnene Seide heißt Ahimsa-Seide – im Sanskrit das Wort für Gewaltlosigkeit – oder englisch Peace Silk. Diese ist teurer als konventionelle Seide, da der Kokon von geschlüpften Faltern perforiert ist und mehrere kürzere Fäden ergibt, die gesponnen werden müssen. Einer der ganz wenigen Händler für Ahimsa-Seide ist die Leipziger Firma Seidentraum. Mehr unter

Gefahr durch IPL-Geräte

Foto: iStockphoto/©Thinkstock

Der Branchenverband der apparativen Kosmetik (ICADA) warnt davor, IPL-Geräte zur Haarentfernung für den Hausgebrauch zu benutzen. Wie professionelle Geräte funktionieren diese auf Basis von impulsivem Licht, also sehr energiereicher Strahlung bis in den Infrarotbereich. Laut ICADA sei das Risiko, sich dabei zu verbrennen, sehr hoch. Diese Anwendung sollte immer geschultes Personal übernehmen, moniert ICADA. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) unterstützt die Kritik: „Bei der Benutzung von IPL-Geräten im kosmetischen Bereich sind Schulungen dringend angeraten, etwa um zu erkennen, wo die Grenzen solcher Anwendungen liegen“, sagt Strahlungsexperte Günter Ott. So sei es gefährlich Leberflecke und Pigmentflecken mit hochenergetischem Licht zu bestrahlen. Dadurch kann Hautkrebs ausgelöst werden. Eine Rechtsverordnung, die Anforderungen an IPL-Geräte anlegt, existiert noch nicht. Allerdings prüft derzeit die Strahlenschutzkommission, wie die Risiken dieser Anwendungen zu bewerten sind.