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TEST: BLU-RAY-PLAYER: Spielt (fast) alles


video - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 07.06.2019

An der Entwicklung optischer Speicherdiscs war Sony von Anfang an maßgeblich beteiligt. Das gilt für die CD und SACD genauso wie für die Blu-ray und deren Nachfolger mit UHD-Auflösung. Da wundert es nicht, dass der brandneue Sony-UHD-BD-Player alle Disc-Formate beherrscht.


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Bildquelle: video, Ausgabe 7/2019

Die Steuerung des Sony-BD-Players ist praktisch nur über die Fernbedienung möglich. Am Gerät selbst gibt es nur Open/Close und den Netzschalter.


Sie lesen richtig: Der Sony spielt alle Discs und dennoch nicht alles. Gemeint sind damit alle Videoformate, außen vor bleibt nämlich beim UBP-X800M2 das Konkurrenzprodukt zu Dolby Vision, ...

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Sie lesen richtig: Der Sony spielt alle Discs und dennoch nicht alles. Gemeint sind damit alle Videoformate, außen vor bleibt nämlich beim UBP-X800M2 das Konkurrenzprodukt zu Dolby Vision, HDR10+. Beide Verfahren stehen für eine programmabhängige Verbesserung von Kontrast und Farbwiedergabe, wozu laufend dynamische Metadaten übermittelt werden. Dolby Vision hat sich in den meisten UHD-Blu-ray-Playern etabliert, auch gibt es eine Reihe damit produzierter UHD-Discs. Geräte mit HDR10+ stellt hingegen derzeit nur Panasonic her, und beide Techniken finden sich bisher allein bei den Panasonic-Playern DP-UB9004 und DMP-UB824. Die Tests finden Sie invideo 12/2018 und 2/2019.

Im Gegensatz zu Dolby Vision werden für HDR10+ bisher kaum Discs angeboten. Daher fällt eine andere Fä-Videohigkeit des Sony, nämlich die hochauflösenden und oft in Multikanal ausgeführten Audio-Discs SACD und DVDA abzuspielen, stärker ins Gewicht, selbst wenn diese kaum noch hergestellt werden. Der DMP-UB824 als direktes Konkurrenzprodukt zu unserem Testkandidaten spielt jene Discs nicht ab, wobei die Entscheidung, was einem letztlich wichtiger ist, jeder für sich treffen muss. Nur der Vollständigkeit halber: Selbstverständlich geben alle genannten Player CDs, DVDs und BDs wieder.

Aufwendige Videotechnik

Bezüglich der Videotechnik bietet der Sony also HDR10, was die maximalen Helligkeitswerte erhöht, Schwarztöne aber satt und detailreich belässt. Genutzt werden extrem breite BT.2020- Farbräume, die eine größere Bandbreite von Farben haben als bei SDR Fernsehsignalen. Damit können Filmemacher stärker gesättigte und realistischere Farben verwirklichen, eben aus der gesamten Palette von kräftigen Blautönen über natürliche Grüntöne bis zu schrillen Rottönen.

Die Krönung in Sachen Bildqualität bietet freilich Dolby Vision, was die Schwarztöne nochmal satter und die Farben lebendiger erscheinen lässt. Wie Panasonic hat auch Sony Maßnahmen ergriffen, die Bildqualität von 4K-HDR-Filmen bei der Wiedergabe auf Fernsehern ohne HDR-Technik zu verbessern. Dazu rechnet die HDRSDR- Konvertierung auf intelligente Weise den breiten HDR-Helligkeitsbereich in ein SDR-Bild um. Für die Entwicklung der HLG-Technik (Hybrid Log Gamma) zeichnen die BBC und die japanische TV-Gesellschaft NHK verantwortlich. Dabei erfolgt die Ausgabe in einem einzigen Videohigkeit signal, das automatisch von SDR-Fernsehern als SDR-Signal und von entsprechend ausgestatteten HDR-Geräten als HLG-HDR-Signal interpretiert wird. Aber auch für den umgekehrten Weg ist der UBP-X800M2 ausgestattet: So bietet er ein 4K-Upscaling, was herkömmlich produzierte SDR-Filme in die verbesserte Bildqualität ähnlich der 4K Ultra HD Blu-ray mit 4K-Details hochrechnet.

Mit 350 Euro liegt der Preis für den Sony Alles-Player recht niedrig. Erkennbar ist der Rotstift zum Beispiel daran, dass es für die Audio-Ausgabe keine Analogausgänge gibt. Das gilt sowohl für Multikanal als auch für Stereo, so sucht man einen Kopfhörerausgang vergebens. Das Einsparpotenzial besteht darin, den kompletten Digital-/Analogwandlerbereich wegzulassen und das Tonsignal ausschließlich auf digitaler Ebene auszugeben. Das kann immerhin per koaxialem S/PDIF-Interface erfolgen, sodass der Betrieb auch mit einem Stereo-Verstärker möglich ist, sofern jener digitale Eingänge enthält.

Der UBP-X800M2 ist mit zwei HDMI-Ausgängen ausgestattet. Dabei ist die Buchse für Audio im Auslieferungszustand überklebt, um Verwechslungen zu vermeiden. Analogausgänge besitzt der Sony-Player nicht, wohl aber einen koaxialen SPDIF-Digitalausgang. Der LAN-Anschluss ist leider nur in 100-MBit-Technik ausgeführt.


Zur Reduzierung von Vibrationen ist der UBP-X800M2 mit einem mehrfach versteiften Gehäusechassis ausgestattet. Das Video-Processing findet auf der grünen Platine statt.


HDMI für Video und Audio

Die Haupt-Anschlussart besteht freilich über die beiden HDMI-Schnittstellen, eine separate Buchse für Audio ist also vorhanden. Somit lassen sich auch AV-Receiver mit der älteren HDMI-1.4-Schnittstelle nutzen, die darüber das Audiosignal erhalten. Der HDR-fähige Fernseher bekommt das Videosignal über die HDMI-2.0- Schnittstelle, genutzt werden können die getrennt herausgeführten Anschlüsse auch für das Vermeiden von HDMI-Jitter. Und noch eine interessante Variante hat der UBP-X800M2 zu bieten, denn er kann parallel zur HDMI-Ausgabe Audiosignale per Bluetooth an einen kabellosen Lautsprecher schicken – das Ganze in der von Sony entwickelten, klanglich hochwertigen LDAC-Codierung. Insbesondere bei Nutzung der Digitalausgänge hängt die erzielte Tonqualität also nicht vom Player, sondern vom D/A-Wandler des AV-Receivers ab.

Der UBP-X800M2 bietet den direkten Zugriff auf YouTube, Amazon Prime und – per Extra Taste – auch Netflix. Letzeres mit DolbyVision.


Bei Musikwiedergabe von CD, DLNA oder USB zeigt der Sony Infos zu Titel, Interpreten und Formaten an, aber keine Albumcover.


Die Sony-eigene App Music Center funktioniert mit dem UBP-X800M2 nicht. Möglich ist aber die Nutzung als DLNA-Renderer, gesteuert etwa mit der sehr guten Android-App BubbleUPnP.


Für die schnelle Medienwiedergabe besitzt der UBPX800M2 eine USB-Buchse auf der Frontplatte. Ohne angeschlossenen Speicher ist die Buchse verdeckt.


Bezüglich der Bildqualität glänzt der UBP-X800M2 mit sehr guter Schärfe, das gilt besonders für die Skalierung von HD auf 4K. Dennoch ist dieses durch einfache Pixel-Verdopplung erzielte Ergebnis nicht mit der verfeinerten Farbausgabe des Panasonic-Players DMP-UB824 vergleichbar, der dafür eine aufwendige Interpolationstechnik einsetzt. Diesbezüglich stellt Panasonic also – nicht nur – in dieser Preisklasse die Referenz.

Geringe Laufgeräusche

Da die UHD-BluRay-Disc mit Drehzahlen bis zu 5000/Min. arbeitet, sind die Anforderungen an das optische Laufwerk sowie an das Gehäuse und die Laufwerksaufhängung hoch. Bei so hohen Drehzahlen entstehen Vibrationen, die sich als Dröhnen bemerkbar machen können, und um diese zu unterdrücken, ist eine große Masse des Gehäusechassis von enormer Bedeutung. Dem hat Sony beim UBPX800M2 Rechnung getragen, sodass die Laufgeräusche auch bei der Wiedergabe von UHD-BDs kaum hörbar sind und bei Musik ab Zimmerlautstärke ohnehin nicht. In diesem Punkt schneidet der Sony also besser ab als sein Konkurrent von Panasonic. Leichte Unterschiede bestehen bei den Wiedergabeformaten, so spielt der Sony PCM-Audio bis 192 kHz/24 Bit ab, der Panasonic schafft bis zu 384 kHz /32 Bit. Für die Praxis spielt das allerdings kaum eine Rolle. Als Online-Services gibt es Prime, YouTube und Netflix, Letzteres auch in Dolby Vision. Dafür wäre eine Einschaltautomatik im Alltagsbetrieb hilfreich. Auf die Steuerung per Alexa und Co. muss man beim Sony derzeit noch verzichten, das Gleiche gilt auch für eine Bedienung per App.

Fazit

Sony bringt mit dem UBP-X800M2 einen UHD-BD-Player, der tatsächlich fast alles abspielt. Die wenigen Discs mit HDR10+ sind bestenfalls für die absoluten Kontrast-Freaks relevant. Insgesamt also ein Player mit sehr gutem Bild und geringen Laufgeräuschen – und das gilt insbesondere auch für UHD-BDs.