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TEST CC-Cremes: ABC-Kosmetik


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 6/2016 vom 09.06.2016

Von B zu C: Wie ihre Vorgänger sollen CC-Cremes echte Multitasker sein. Doch im Test war keine einzige Creme „sehr gut“. Viele enthalten problematische Inhaltsstoffe.


Artikelbild für den Artikel "TEST CC-Cremes: ABC-Kosmetik" aus der Ausgabe 6/2016 von ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Valua Vitaly/Shutterstock

Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer sieht nicht beim Badezimmerblick einen Schönheitsfehler im Gesicht, den er am liebsten loswerden möchte? Rötungen, Poren, Unebenheiten, Falten, Pigmentflecke und vieles mehr. Wie ein Balsam zu wirken, das jeden Makel beseitigt, englisch „Blemish Balm“, das versprechen schon die Anbieter der BB-Cremes. Wer B sagt, muss auch C sagen, dachten sich findige Werbestrategen und ...

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... lancieren danach auch noch die CCCreme. Das CC im Namen steht für „colour correction“ – Farbkorrektur. Das kreative Buchstabenspiel der Kosmetikbranche geht noch weiter, DD-Cremes stehen auch schon in den Regalen: „disguise and diminish“, verdecken und vermindern.

Schon die BB-Cremes sollten richtige Alleskönner sein: Make-up, Teintverschönerer und Gesichtspflege in einem. Die Reklameversprechen ihrer Nachfolger tragen noch dicker auf. Bis zu zehn Eigenschaften werden beworben. Die Cremes sollen den Hautton korrigieren, Rötungen neutralisieren, Pigmentflecken reduzieren, Hautunebenheiten kaschieren, abtönen, glätten, Feuchtigkeit spenden, den Teint strahlend machen und vor UV-Strahlung schützen. Manche Anbieter verheißen wahre Jungbrunneneigenschaften, brüsten sich mit Anti-Aging-Wirkungen, wollen Falten und Pigmentflecken nicht nur kaschieren, sondern auch gleich noch das Entstehen neuer verhindern.

Während die Anbieter BB-Cremes für fast jeden Hauttyp anpreisen, empfehlen sie CC-Cremes vorwiegend für die Haut über 30. Oft ist dennoch nicht ganz nachvollziehbar, was sie voneinander unterscheidet. So hat etwa Olaz beide im Angebot – mit nahezu identischer Rezeptur.

Ob BBs oder CCs, das Problem mit diesen Multitaskern ist: Sie sollen alles können, am Ende ist es aber für ein ganz spezifisches Hautproblem oft zu wenig. So klagen etwa Nutzerinnen in diversen Internetforen darüber, dass ihre CC-Creme die Poren nicht genügend abdecke oder den falschen Farbton treffe. Wem’s etwa allein um Abdeckung geht, der ist mit einer getönten Tagescreme besser bedient. Die gibt es in der Regel auch in einer größeren Auswahl an Farbnuancen.

CC-Cremes sind überdies meist mit einem viel stärkeren UV-Schutz als herkömmliche Tagescremes ausgerüstet. Tatsächlich ist die UV-Strahlung einer der wichtigsten äußeren Faktoren bei der Hautalterung. Sie lässt freie Radikale entstehen, die Zellbestandteile zerstören und Zellen zum Absterben bringen können. Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor sind aber nur dann sinnvoll, wenn man wirklich länger in die Sonne rausgeht. Denn Sonnenstrahlen haben durchaus auch einen positiven Aspekt: Sie sorgen dafür, dass unter dem Einfluss von UV-B-Strahlen das vom Körper benötigte Vitamin D in der Haut gebildet wird.

Bei der Wahl anderer vermeintlicher Wirkstoffe gegen Hautalterung sind die Hersteller nach wie vor äußerst kreativ. Einigen Produkten ist Niacinamid zugesetzt, auch als Vitamin B 3 bekannt, das eine durchblutungsanregende und gefäßerweiternde Wirkung entfalten soll.

Einige Naturkosmetikhersteller greifen auch mal zu einem aus Apfelkernen gewonnenem Extrakt, der Studien zufolge Falten mindern soll. Um etwa die im Alter gehäuft entstehenden Pigmentflecken abzuschwächen, soll häufig ein aus Gänseblümchen (Bellis perennis) gewonnener Extrakt helfen. Er wird als Alternative zu dem in Asien zur Hautaufhellung beliebten, aber gesundheitlich bedenklichen Arbutin angepriesen.

ÖKO-TEST hat 16 Produkte eingekauft und ließ die Inhaltsstoffe analysieren. Außerdem sollten die Anbieter ihre vollmundigen Wirkversprechen belegen.

Foto: Stefano Lunardi/iStock/Thinkstock

Das Testergebnis

Keine oder nicht überzeugende Nachweise verderben das Gesamturteil. Die beworbenen Eigenschaften werden vielfach mit problematischen Ingredienzen erkauft. Das gilt für fast die Hälfte der Cremes. Fünf von 16 schneiden mit „ungenügend“ ab, zwei mit „mangelhaft“. Einige von den besseren können zumindest in puncto Inhaltsstoffe überzeugen, darunter die vier zertifizierten Naturkosmetikpräparate. Dass es für die meisten von ihnen trotz eines „sehr guten“ Testergebnisses Inhaltsstoffe nur zu einem Gesamturteil „befriedigend“ reicht, liegt an Abwertungen für nicht erbrachte Nachweise der ausgelobten Anti-Aging-Wirkungen.
Duftstoffe belasten. Olaz Total Effects 7 in One CC Cream und Max Factor CC Colour Correction Cream enthalten künstlichen Moschusduft, der sich im menschlichen Fettgewebe anreichert und möglicherweise die Leber schädigen kann. Olaz enthält zudem den allergieauslösenden Duftstoff Lyral. In Max Factor fand unser Labor überdies die ebenfalls problematischen Duftstoffe Hydroxycitronellal und Lilial, die – obwohl deklarationspflichtig – nicht als Inhaltsstoffe angegeben sind, wofür wir gleich noch mal abwerteten. Lilial steckte auch in der Eigenmarke von Müller Cadea Vera Vital 35+ CC Cream.
Problematische UV-Filter. Der Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktoren zwischen 6 und 30 wird teils mit problematischen UV-Filtern erreicht, die im Verdacht stehen, hormonell zu wirken. An Tieren nachgewiesen wurde das bereits für die Substanz Ethylhexylmethoxycinnamat. Für Octocrylen liegen Hinweise aus Zellversuchen vor. Sieben Produkte enthalten mindestens einen der Stoffe.
Störenfriede. In fast der Hälfte der CCCremes werden PEG/PEG-Derivate eingesetzt, um Wasser und Fett zu verbinden. Sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Auch finden sich in einigen Produkten Silikonverbindungen. Sie sorgen zwar dafür, dass sich die Creme gut verteilen lässt. Sie integrieren sich jedoch nicht so mühelos ins Gleichgewicht der Haut wie natürliche Öle.
Unverträgliche Konservierer. Einige der eingesetzten Konservierungsstoffe sind keine gute Wahl. Das gilt für Verbindungen aus der Gruppe der längerkettigen Parabene, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Das beauftragte Labor hat Propylparaben im Olaz-Produkt nachgewiesen, das zusätzlich die als allergen eingestufte halogenorganische Verbindung Iodopropinylbutylcarbamat enthält.

So reagierten die Hersteller

■ Wer große Anti-Aging-Versprechen macht, den baten wir darum, die beworbenen Eigenschaften auch durch Studien zu belegen. Nur wenige kamen dem nach. Die meisten legten uns entweder erst gar keine vor oder sie schickten uns lediglich knappe Zusammenfassungen, aus denen sich die Richtigkeit der Behauptungen nicht ableiten lässt. Die FirmaBeiersdorf , Hersteller der Nivea Q10 Plus Antifalten CC Colour Correction, hielt den Hinweis für angebracht, dass für ÖKO-TEST „kein Anspruch auf Offenlegung unserer detaillierten Ergebnisse besteht“. Zudem beziehen sich viele der uns vorgelegten Studienzusammenfassungen lediglich auf einzelne Wirkstoffe (Niacinamid, Gänseblümchen-/Apfelkernextrakt), nicht jedoch auf das konkrete Produkt.
Laverana undLouis Widmer zeigten, dass es auch anders und besser geht. Sie schickten uns detaillierte Studien, wenngleich diese leider auch nicht den Nachweis erbrachten, wo die Vorteile gegenüber herkömmlichen Pflegecremes liegen.

Abkürzungen: n. u. = nicht untersucht, weil sich dieser Parameter
durch die Zusammensetzung des Produkts erübrigt.
Glossar: Erläuterung zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 208.
Anmerkungen: 1) Enthält den bedenklichen UV-Filter Ethylhexylmethoxycinnamat.2) Enthält die bedenklichen UV-Filter Ethylhexylmethoxycinnamat und Octocrylen.3) Enthält den bedenklichen UV-Filter Octocrylen.4) Weiterer Mangel: Die nachgewiesenen deklarationspflichtigen, problematischen Duftstoffe Hydroxycitronellal und Lilial waren nicht auf der in den Geschäften aushängenden Liste der Inhaltsstoffe deklariert.5) Der deklarationspflichtige Duftstoff Citronellol ist deklariert, wurde aber nicht nachgewiesen.6) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung.7) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt.8) Weiterer Mangel: Liste der Inhaltsstoffe nicht direkt am Produkt vorhanden, obwohl dies bei dieser Produktart (Creme in Tube) möglich wäre.9) Weiterer Mangel: Anbieter schlüsselt auf Anfrage die Farbbestandteile der +/- bzw. May-contain-Deklaration nicht auf.10) Laut Anbieter plante er das Produkt ab September 2015 auf eine hellere Farbnuance umzustellen. Im März 2016 erhielten wir im Handel jedoch noch die getestete Farbnuance.11) Der deklarationspflichtige Duftstoff Citral ist deklariert, wurde aber nicht nachgewiesen.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) PEG/PEG-Derivate; b) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschus-Verbindungen (künstlicher Moschusduft); c) der bedenkliche UV-Filter Ethylhexylmethoxycinnamat; d) eine halogenorganische Verbindung (hier: Iodo propinylbutylcarbamat); e) der Duftstoff Butylphenyl Methylpropional (in der Tabelle: Lilial). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Lyral, Hydroxycitronellal); b) das bedenkliche Paraben Propylparaben; c) der bedenkliche UV-Filter Octocrylen, falls nicht bereits wegen Ethylhexylmethoxycinnamat um zwei Noten abgewertet wurde; d) mehr als ein Prozent Paraffine/Erdölprodukte/apolare Silikonverbindungen. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) Hersteller hat auf Anfrage keine Studie zum Wirkversprechen (Anti-Aging, Anti-Falten, Verhinderung neuer Pigmentflecken) zum Produkt vorgelegt bzw. nur eine Zusammenfassung geschickt bzw. nur eine Studie zum Wirkstoff; b) Anbieter schlüsselt auf Anfrage die Farbbestandteile der +/- bzw. May-contain-Deklaration nicht auf. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) Mängel in der vorgelegten Studie: keine Vergleichstests gegenüber herkömmlicher Pflegecreme und/oder Studie liefert keinen Nachweis für das Wirkversprechen, Pigmentflecken zu reduzieren; b) fehlerhafte Deklaration: Die nachgewiesenen deklarationspflichtigen, problematischen Duftstoffe Hydroxycitronellal und Lilial waren nicht auf der in den Geschäften aushängenden Liste der Inhaltsstoffe deklariert; c) Liste der Inhaltsstoffe nicht direkt am Produkt vorhanden, obwohl dies bei dieser Produktart (Creme in Tube) möglich wäre. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Umkarton, der kein Glas schützt; b) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.
Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unterwww.oekotest.de → Suchen → „N1606“

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 08/2015. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

ÖKO-TEST rät

■ Die CC-Cremes, die bei den Inhaltsstoffen mit „sehr gut“ oder „gut“ abschneiden, sind zwar eine Alternative zu einer getönten und abdeckenden Tagescreme. Dennoch sind Sie besser beraten, wenn Sie die Probleme Ihrer Haut nicht mit einem vermeintlichen Allrounder, sondern gezielt mit einer speziellen Pflege behandeln.
■ Meist reicht schon eine normale Feuchtigkeitscreme aus, die oft auch preiswerter zu haben ist.
■ Besser eine geeignete Sonnencreme verwenden, sobald Sie sich längere Zeit in der Sonne aufhalten.