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TEST CD -PLAYER & VOLLVERSTÄRKER: Die neue »Einstiegsdroge«


Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 04.11.2019

Denon liefert CD-Spieler und Vollverstärker für zusammen unter 700 Euro. Kann das Set klanglich etwas taugen? Wenn das Erbgut stimmt: Und ob!


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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 12/2019

Kann man eine Geschichte über eine HiFi-Anlage mit dem Preis anfangen? Ich denke, ja. Wenn es sich um die Verbesserung längst bewährter Technik und ein derart komplettes Rundum-sorglos-Paket aus renommiertem Hause handelt, muss man das womöglich sogar. Also von Denon kommt in diesen Tagen eine CD-Player/ Vollverstärker-Kombination auf den Markt, die keine 700 Euro kostet. 678, um genau zu sein, wobei der CD-Player mit 279 und der Amp mit 399 Euro zu Buche schlägt. ...

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Klar richtet der japanische Hersteller dieses Angebot vor allem an Einsteiger in die HiFi-Welt, aber auch der eine oder andere Aufsteiger dürfte verblüfft sein, was hier geboten wird.

So ist die Anbindung von Smartphone oder Tablet via Bluetooth ebenso vorgesehen wie der Anschluss eines Plattenspielers, zur HEOS-Familie gehört die 600er-Baureihe natürlich auch.

Die Geräte setzen auf der Basis der bisherigen Denon 520-Baureihe auf, und diese wurde für die Nachfolgegeneration – erkennbar am Zusatz „New Era” (NE) – akribisch bis ins Detail verbessert. Dabei ließen die Entwicklungsingenieure nach dem Top-Down-Ansatz sowohl Erkenntnisse als auch klanglich vorteilhafte Lösungen aus den größeren Geräteklassen 800/1600 und gar 2500NE, mit der man 2016 begann, einfließen.

Alles neu, mit Anleihen von oben

Neu am 600er-Amp ist die Loudness-Funktion, ein optischer und ein koaxialer Digitaleingang – das konnte nicht einmal der 720 vorweisen –, ein Subwooferausgang und, wie schon erwähnt, Bluetooth (4.2).

Dafür wurde ein Hochpegel-Cincheingang eingespart. Auch leistungsmäßig lassen sich die Japaner nicht lumpen. Satte 2 x 70 Watt gibt der Hersteller an vier Ohm Impedanz an. Das bedeutet dieselbe Kraft wie beim 520, wobei jeweils ein hochstromfähiges Transistorpärchen in breitbandig ausgelegter Gegentaktschaltung für exzellente Lautsprecherkontrolle sorgen soll.

Auch wurden durch Anleihen beim 800NE die Signalwege im Gerät verkürzt, die mechanische Konstruktion hinsichtlich Resonanzarmut/Schwingungsableitung verbessert. Das schließt die von den größeren Geschwistern übernommenen, deutlich besseren Gerätefüße mit ein. Zudem weisen etliche Bauteile eine erhöhte Qualität auf. So stammen beispielsweise im 520AE noch markenlose Elkos und weitere Bauteile nun von ELNA, Nichicon, Rubycon und anderen. Laut Denon kommt hier die gesteigerte Lebendigkeit, Dynamik und der noch etwas kraftvollere „Punch” her.

Im speziellen Analog-Modus werden Bluetooth/Digitaleingänge abgeschaltet. Beibehalten wurde die für dezentere Korrekturen bei ungünstiger Aufstellung nicht zu verachtende Klangregelung, darauf würden wir auch nicht verzichten wollen.

Wir stellen fest, dass der zugehörige, neue und schon im Design deutlich überarbeitete, wertiger erscheinende Player SCD-600NE – wie 520AE und sogar 800NE – keine SACD abspielt. Angesichts der stark nachlassenden Bedeutung dieser Scheiben ist das ein vernachlässigbares Manko, erst recht in dieser Preisklasse. Das digitale Herzstück „AL32 Processing” mit dem Wandlerchip PCM5142 neuerer Generation stellt wiederum eine Ableitung vom 800NE und einen Fortschritt gegenüber dem Vorgänger (PCM5102) dar. Digitaldaten werden mit 32 Bit und 192 Kilohertz ver- und aufbereitet.

Eine vierlagige Platine, kürzere Signalwege sowie bessere Bauteile, die mechanische, Mikrofonie unterdrückende Optimierung (Direct Mechanical Ground Construction) und der „Pure”-Modus sorgen auch hier für zahlreiche Detailverbesserungen, die sich in einer besonders stabilen und präzisen Abbildung niederschlagen sollen. Erwähnens- und lobenswert ist anzumerken, dass der Player nun genauso tief ausfällt wie der Verstärker und beide solide Alufronten aufweisen, auch das ist nicht selbstverständlich, aber es gefällt.

ZEPTER

Der Denon-Systemgeber – für Player und Verstärker identische Beigabe – zeigt bei aller Komplexität sinnvolle Strukturierung und ist gut zu handhaben.

TEST-GERÄTE

Plattenspieler: Music Hall MMF 9.3CD-Spieler: Audiolab 8300 CDQVollverstärker: T+A PA1100ELautsprecher: DALI Epicon 6, PMC tenty5.22Kabel: Goldkabel, HMS, Supra

700 Euro sind für ein ausstattungswie klang seitig tolles Rundum- Wohlfühlpaket nicht zu viel

Auch bei Denon wandert die Digitalsektion sinnvollerweise immer mehr in den Verstärker, der damit zur modernen und universellen Schaltzentrale zur Verwaltung analoger wie digitaler Musikquellen wird.


Klanglich ernst zu nehmen

Klanglich müssen wir der neuen Denon-Generation leichte Fortschritte attestieren, wobei man nicht vergessen darf, dass schon die 520er fürs Geld absolut fantastisch waren. Aber einen Tick mehr Temperament und Kraft, ohne dass auch nur ein Hauch Präzision eingebüßt wurde, kam dazu, sogar ein wenig mehr Detailauflösung und Spielfluss.

Dahinter steckt ein Stabwechsel im Hause Denon, denn für die musikalische Abstimmung der Komponenten zeichnet nunmehr Tagauchi-san verantwortlich, der besonderen Wert auf Lebendigkeit und Weiträumigkeit legt. Einen Bruch mit Traditionen oder gar einen Paradigmenwechsel bei der Klangabstimmung kennzeichnet das freilich nicht, denn in zweiter Reihe arbeitete er auch an früheren Geräten bereits mit. Das garantiert die Verbindung von Bewährtem mit Neuem, leichte Tendenzen in einer lange bewährten Klangabstimmung, vielleicht bei hoher Transparenz etwas körperhafter und kraftvoller und womöglich eine Spur dunkler im Timbre. Gut so.

Hier ist in vergrößerter Detailansicht die hochstromfähige Gegentaktendstufe zu sehen. Je Kanal ist ein komplementäres Transistorpärchen auf den Kühlkörper montiert.


Selbstverständlich ist die 800er-Serie aus gleichem Hause noch einen Tick besser, weshalb man abwägen sollte, ob man nicht ein bis zwei Hunderter mehr anspart. Das ist mächtige Konkurrenz im eigenen Hause. Aber einen überragenden Gegenwert und voraussichtlich etliche Jahre Musikspaß bekommt der Käufer in beiden Fällen. Zudem gibt es da ja noch den 800er-Netzwerk- Player sowie den passenden Denon-Plattenspieler DP-400, mit dem sich auch das 600er-System gleich oder später kongenial ergänzen ließe.

Achten sollte der künftige Denon-Eigner aufgrund des Temperaments der Anlage darauf, eher neutral bis leicht warm timbrierte Schallwandler mit ihr zu kombinieren als eher hell tönende. Dann steht stundenlangem, ermüdungsfreiem Musikgenuss nichts im Wege.

Das ist sie übrigens wieder, die Einsteigeranlage, die man dem besten Freund empfiehlt, wenn es um maximalen Spaß, aber auch Vernunft und ein knappes Budget geht. Sie klingt gut und bietet eigentlich alles, was man braucht – und man bereut nichts. Denn sie ist auch für dank eingebautem DAC, Bluetooth und Plattenspieler- sowie Subwooferanschluss für die Zukunft im Wohnzimmer bestens ausgestattet und von Anfang an gerüstet.

Das digitale Herz des Denon-Players beherbergt neben dem Wandler auch das „AL 32 Processing”, sprich: die klangliche Datenaufbereitung.


DAMIT HABEN WIR GEHÖRT

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