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Test: CocktailAudio N25: Der neue Nucleus


Audio Test - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 18.12.2020

Wie jeder erfahrene Cocktail-Connoisseur weiß, ist ein Drink nie besser als seine einzelnen Zutaten. Zum Glück kommt der N25 mit allerlei Rüstzeug daher.


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Bildquelle: Audio Test, Ausgabe 1/2021

Wenn ein erfahrener Experte diese aber richtig auswählt und kombiniert, entsteht mit ein wenig Glück ein Cocktail-Erlebnis, das seine einzelnen Ingredienzien bei weitem übertrifft. Das gleiche Prinzip gilt natürlich auch in vielen andern Bereichen. In der Summe größer als seine Teile und so weiter. Ein Hersteller im HiFi-Bereich, der uns in dieser Hinsicht immer wieder begeistern könnte, ist CocktailAudio aus dem beschaulichen Bechhofen in ...

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... Mittelfranken. Die Geräte des Herstellers oszillieren in der Regel irgendwie zwischen den Kategorien Musikserver, Netzwerk-Streamer, DAC, CD-Player und Vorstufe. Am Ende entstehen Produkte, die in vielen verschiedenen Szenarien das jeweils optimale Herzstück eines auf digitalen Musikgenuss fokussierten HiFi-Systems bilden können. Und ganz in dieser Tradition stellen die fränkischen HiFi-Mixologen nun den neuen CocktailAudio N25 vor. Ein Netzwerkstreamer und -player der sich anschickt den Titel als Flaggschiff der N-Serie des Herstellers zu beanspruchen und die Brücke zwischen der eher klar fokussierten Ausrichtung der N-Serie und den eierlegenden Wollmilchsäuen der X-Serie zu schlagen. Wie das genau aussieht und wie sich der N25 in der Praxis schlägt – das verraten wir Ihnen natürlich auf den folgenden Seiten. Zunächst nehmen wir allerdings erst mal die Konstruktion des schlanken Streamers unter die Lupe.

1A Haptik

Vielleicht nicht der erste Punkt, den man normalerweise in einem Testbericht bespricht, aber wir wollen das trotzdem direkt loswerden: Daumen hoch an die Person, die bei CocktailAudio für die Encoder und Druckknopfauswahl zuständig ist. Für die Haptik bei der Bedienung gibt es eine glatte Eins und einen Fleißbienensticker obendrauf. Da können sich wesentlich teurere Geräte noch eine Scheibe von abschneiden. Druckpunkt, Widerstand, Griffigeit – alles volle Punktzahl! Zum Glück steht auch die restliche Verarbeitung dem in nichts nach. Die Frontplatte des verblüffend leichten Geräts ist makellos aus massiven Aluminium gefertigt, der Rest des Gehäuses besteht aus sauber verarbeitetem Stahlblech. Neben den schon erwähnten Bedienelementen, unter denen sich übrigens auch 5 Tasten für frei belegbare User-Presets befinden, sticht auf der Vorderseite des Gerätes noch der 4,6-Zoll-TFTLCD- Bildschirm mit seiner vollen Farbpracht und seiner großzügigen 800 auf 320 Pixeln Auflösung ins Auge. In Kombination mit der im Lieferumfang enthaltenen Fernbedienung lassen sich alle Einstellungen schon absolut problemlos vornehmen. Richtig komfortabel, gerade bei größeren Abständen zum Gerät wird es allerdings, wenn die Benutzeroberfläche des N25 mittels des dafür vorgesehenen HDMI-Ports – dieser leitet übrigens bei Bedarf auch Audiosignale weiter – an den heimischen Fernseher anschließt. Im Anschluss kann man je nach Laune mittels Taste an der Fernbedienung zwischen TV und Display wechseln. Apropos Anschlüsse: in dieser Kategorie fährt CocktailAudio mit dem N25 so einiges auf. Da wären zunächst jeweils ein optischer und ein koaxialer Ein- und Ausgang zu nennen. Hierüber lassen sich zum Beispiel externe Zuspieler wie ein CDPlayer anschließen. Des Weiteren findet man auf dem rückseitigen Anschlussfeld gleich 4 USB-Ports. Zwei davon sind USB 3.0 Host Anschlüsse im Typ-A Format und dienen dem Anschluss von externen Dauerspeichern, anders als die meisten Geräte der X-Serie, kommt der N25 nämlich ohne internes Speichermedium daher. Dafür aber sowohl mit einem USB 2.0 Eingang im B-Format um den N25 etwa mit einem PC als DAC zu benutzen und einem weiteren USB-2.0-Port im A-Format um Daten auszuspielen, etwa wenn man trotz der Luxuriösen Ausstattung des N25 in dieser Hinsicht, darauf besteht einen externen D/A-Wandler zu verwenden. Darüber hinaus besitzt unser Testproband auch eine RJ-45 Buchse zur Anbindung an lokale Netzwerke. Perfekt für die Einbindung von Musikserver oder NAS.

Aber das war es noch immer nicht in Sachen Konnektivität. Zusätzlich ist sowohl noch ein weiterer ARC-fähiger HDMI-Port verbaut und ein analoger Stereo-Out via Cinch steht ebenfalls zur Verfügung. Besonders interessant wird es bei den kabellosen Verbindungen, denn neben der Möglichkeit Geräte mittels Bluetooth über die fest integrierte Schnittstelle in der Version 5.0 als Zuspieler zu nutzen, gibt es auch die Option über ein optionales Modul via Bluetooth vom N25 auf andere Geräte zu senden.
Das Lieblingsalbum ohne Kabellage über den Bluetooth-Kopfhörer beim Abwaschen hören? Kein Problem mit dem N25. Die Antenne passend zum rückseitig unterbrachten BNC-Anschluss des Bluetooth-Empfängers liegt ab Werk bei. Dabei unterstützt der Bluetooth-Receiver eine ganze Reihe von Codecs, von SBC, über AAC, aptX und aptX Ll bis hin zu aptX HD. Ebenfalls optional, ist der WLAN-Dongle, falls man den anbindungsfreudigen Netzwerkstreamer mit dem heimischen WLAN verknüpfen möchte. Last but not least befindet sich auf der Rückseite auch noch die Buchse für die mitgelieferten FM- und DAB+-Antennen. Aber auch abseits der Vielzahl an Anschlüssen hat der N25 einiges zu bieten. So setzt der Player bei der Digital/Analog-Wandlung auf einen hochwertigen ESS Sabre Chip vom Typ ES9018K2M.
Dieser unterstützt Samplingraten von bis zu 384 Kilohertz (kHz) und Auflösungen bis zu 32 Bit für PCM-Signale. In vollem Umfang lässt sich das Potenzial des Wandlers jedoch nur über den USB-Eingang nutzen. Über die koaxialen und optischen Verbindungen ist die Wiedergabe zwangsläufig durch die verwendete S/PDIF-Schnittstelle auf „nur“ 24 Bit und 192 kHz limitiert. Die gleichen Werte gelten auch für die HDMI-Anschlüsse.
Ganz allgemein ist auch positiv hervorzuheben, dass der N25 eine Vielzahl an Codecs und Formaten unterstützt. Die Liste reicht dabei von MQA über wie bereits erwähnt PCM, DSD (bis DSD256), DXD, WAV, FLAC, APE/CUE, ALAC, AIFF, AIF, AAC, M4A, MP3, WMA, CAF und Ogg Vorbis, bis hin zu M3U und PLS. Übrigens sorgt ein Dual-Core ARM Cortex A9-Prozessor mit 1.0 Gigahertz (GHz) in Kombination mit einem Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher für die nötige Rechenpower. Letztlich hat man es hier mit einem hochspezialisierten Computer mit einer schon fast exzessiven Anzahl an hochwertigen Schnittstellen zu tun.

Auch auf dem N25 läuft das bekannte und mächtige CocktailAudio OS, welches eine hochgradig audiophile Variante von Linux darstellt und kaum eine Funktion vermissen lässt


Tausend und eine Funktion

Das ist angesichts der Vielzahl an Funktionen des CocktailAudio N25 allerdings auch nicht verwunderlich. Neu für CocktailAudio ist, dass sie bei der Verwaltung der Musikdatenbank – diese finden Sie unter dem Menüpunkt Music DB – nicht mehr auf deren eigene Struktur angewiesen sind, sondern diese aus allen angeschlossenen Medien zusammengestellt werden kann, da nur noch die Metadaten und Tags in der Music DB gespeichert werden. Egal ob die Daten nun auf einem USB-Laufwerk, oder irgendwo im Netzwerk auf einem NAS oder PC liegen – alle können der Music DB hinzugefügt werden und sind in dieser aufgeführt, solange der Speicherort beziehungsweise das Speichermedium mit unserem Testprobanden verbunden ist. Über die Browse-Funktion lassen sich dazu alle angeschlossenen Geräte durchstöbern. Innerhalb weniger Sekunden ist so zum Beispiel unser Redaktions-Musikserver via UPnP angebunden. Aber auch Samba, FTP und diverse andere Protokolle werden unterstützt. Topp! Generell glänzt der N25 durch seine einfache Bedienung und die relativ kurze Reaktionszeit des Gerätes. Wer lieber, oder zur Abwechslung einen der gängigen Streamingservices nutzen möchte wird auch nicht enttäuscht, denn der CocktailAudio N25 ist ab Werk zur Nutzung mit so ziemlich allen Anbietern von Amazon Music über TIDAL, Deezer, Qobuz und Napster, sowie HighResAudio vorbereitet. Und Spotify Connect und Apple Airplay sind natürlich auch mit an Board. Freunde des gepflegten Radiogenusses werden sich freuen, dass der N25 als Receiver sowohl für das gute alte FM-Radio wie auch das modernere DAB+ fungieren kann und bei Bedarf sogar jederzeit Mitschnitte erstellen kann. Als besonderes Schmankerl, ist das sogar zeitgesteuert möglich. Und als ob das alles noch nicht reichen würde, kann der N25 auch als CD-Ripper dienen. Vorausgesetzt ein externes CD-Laufwerk und Speichermedium sind vorhanden. Dann kann man je nach klanglichem Anspruch seine Silberscheibenkollektion komprimiert im MP3-, ALAC-, OGG-, oder FLAC-Format oder unkomprimiert als AIFF- oder WAV-Datei archivieren.
Dank der mitgelieferten Gracenote-Lizenz werden Metadaten, Cover und dergleichen direkt automatisch hinzugefügt. Der letzte zu nennende Punkt, ist nochmal ein echter Knaller, denn auch wenn die Funktion erst als Update nachgereicht wird, ist der N25 – jetzt kommts – Multiroom-fähig! Das öffnet nochmal unendlich mehr spannende Optionen für die Einbindung des N25. Das alles soweit zumindest als grober Überblick, denn im Detail könnte man ein halbes Heft mit den ganzen Optionen wie Replaygain, den Pegeleinstellungen der Ausgänge, dem Editieren der Tags von Dateien und dergleichen füllen. Sagen wir es so: In Sachen Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten bleiben beim N25 keine Wünsche offen.

Kaum eine digitale Schnittstelle, die der N25 von CocktailAudio nicht beherrscht, sogar ein HDMI-Ausgang wurde spendiert. Besonders wertig sind aber die analogen Cinch-Ausgänge ausgeführt


1 Ausgangs- und Eingangsboard sind sauber voneinander getrennt
2 Im Vergleich zu anderen CocktailAudio-Produkten ist es im Zentrum des Players recht leer, auf eine Festplatte oder Speicher verzichtet man beim N25
3 Beim Netzteil hat man besondere Sorgfalt walten lassen, in dieser Preiskategorie haben wir das schon lange nicht mehr so aufgeräumt erlebt

100% Wohlklang

Damit reißen die guten Neuigkeiten jedoch nicht ab, denn abseits von den bisher genannten Punkten, überzeugt der CocktailAudio N25 nämlich auch klanglich auf voller Länge. Mittels des internen DACs liefert der N25 einen noblen und offenen Klang. Das zeigte sich auch bei einem schmutzigen, a.k.a. nicht wirklich wissenschaftlichen, aber dennoch aufschlussreichen Vergleichstest mit der Wandlung in unserem Referenzverstärker, bei dem wir einmal über den analogen Ausgang des N25 in den Line-Eingang des Verstärkers und einmal über den optischen Ausgang unseres Testprobanden in den optischen Eingang unseres Referenzboliden gegangen sind. Sprich man kann ohne Unterbrechung zwischen den beiden Wegen umschalten, so dass man die Wandlung in etwa vergleichen kann, wenn auch mit verschiedenen analogen Komponenten im Signalweg. Der N25 konnte hier wie gesagt durch seinen feingeistigen und detaillierten Klang bestechen, während dagegen die Wandlung über unseren Verstärker etwas flacher und leicht nassforsch in den Höhen wirkte. Auch kam über den ESS Sabre Chip nochmal eine Schippe Plastizität und Räumlichkeit, sowie mehr Gewicht im Bassbereich hinzu. Gerade letzteres kam vor allem beim ewigen Testklassiker „Sledgehammer“ von Peter Gabriel deutlich zum Vorschein. Und zu guter Letzt muss man auch die akkurate Dynamik des CocktailAudio N25 loben. Gerade minimale Schwankungen etwa bei Vocals, die von anderen Systemen gerne mal verschluckt werden, können hier deutlich wahrgenommen werden. Dafür von uns ein Daumen hoch! Wie eigentlich auch für alles andere, was das moderne Multitalent hier vorgelegt hat. Punkt.

FAZIT

So ganz rein stochastisch rechnen wir ja damit, dass wir mal was zu meckern haben werden bei CocktailAudio. Das bleibt aber diesmal zu unserer (und Ihrer) Freude aus, denn mit dem N25 legen die Franken einen fantastischen Netzwerkstreamer und -player vor, der mit etwas Peripherie selbst zum Musikserver wird, und so ziemlich alle Bedürfnisse zur Wiedergabe, Archivierung und Verwaltung Ihrer digitalen Musiksammlung bietet. Und klingen tut er auch noch…


Bilder: © Login/stock.adobe.com, Auerbach Verlag

Bilder: Auerbach Verlag