Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 7 Min.

TEST DAYS GONE: DAS ENDE DER WELT


Computer Bild Spiele - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 02.05.2019

Actionspiel Massenweise Zombies, große Freiheit, harte Biker, weicher Kern: Ist „Days Gone“ nur ein generischer Open-World-Shooter oder ein Endzeit-Drama mit Herz?


Wie stellen Sie sich das Ende der Welt vor? Vielleicht als Naturkatastrophe? Oder als Atomkrieg? In „Days Gone“ kommt es ganz anders! Sonys Survival-Actionspiel zeichnet eine Welt nach dem Ausbruch einer Pandemie. Kurz nachdem Protagonist Deacon St. John die Liebe seines Lebens geheiratet hat, bricht die Hölle los. Ein Virus breitet sich wie ein Flächenbrand aus, auf den Straßen herrscht Chaos. Menschen versuchen panisch, sich in Sicherheit ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Computer Bild Spiele. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 6/2019 von Möge die Macht mit Euch sein!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Möge die Macht mit Euch sein!
Titelbild der Ausgabe 6/2019 von TOPSTORY: WIE GEFÄHRLICHIST „FORTNITE“?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TOPSTORY: WIE GEFÄHRLICHIST „FORTNITE“?
Titelbild der Ausgabe 6/2019 von TOPSTORY: KINDERSCHUTZ FÜR ALLE GERÄTE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TOPSTORY: KINDERSCHUTZ FÜR ALLE GERÄTE
Titelbild der Ausgabe 6/2019 von STAR WARS JEDI – FALLEN ORDER: EIN FUNKEN HOFFNUNG. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
STAR WARS JEDI – FALLEN ORDER: EIN FUNKEN HOFFNUNG
Titelbild der Ausgabe 6/2019 von TRINE 4 – THE NIGHTMARE PRINCE: ALLER GUTEN DINGE SIND VIER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TRINE 4 – THE NIGHTMARE PRINCE: ALLER GUTEN DINGE SIND VIER
Titelbild der Ausgabe 6/2019 von THE SURGE 2: MAL RICHTIG SCHÖN GEHACKT LEGEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
THE SURGE 2: MAL RICHTIG SCHÖN GEHACKT LEGEN
Vorheriger Artikel
TEST ANNO 1800: Die besten Tipps und Tricks
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel TEST WORLD WAR Z: HÖLLE AUF ERDEN
aus dieser Ausgabe

... zu bringen. Auch das frisch vermählte Paar will sich retten, doch Deacons Frau Sarah landet verletzt in einem NERO-Heli, einer paramilitärischen Forschungseinheit. Später erfährt Deacon, dass Sarah gestorben ist.

Nun sind er und sein bester Buddy Boozer auf sich allein gestellt. Beide mit Leib und Seele harte Biker-Jungs. Vor der Pandemie gehörten sie demselben Motorrad-Club an. Auf ihren heißen Öfen kämpfen sie sich fortan durch die lebensfeindliche Welt, halten sich mit Aufträgen als Kopfgeldjäger über Wasser. So geht das knapp zwei Jahre lang, bis die eigentliche Geschichte von „Days Gone“ beginnt. Denn der Ausbruch der Pandemie war nur der Anfang …

Menschenfleisch ist ihr Gemüse

Jetzt wird der Globus von aggressiven Freaks besiedelt, die sich kontinuierlich ausbreiten und weiterentwickeln. Auf den ersten Blick sehen diese wie Zombies aus, entpuppen sich aber als vom Virus infizierte Menschen. Die ausgemergelten Kreaturen vegetieren in kleinen Grüppchen vor sich hin. Tagsüber verkriechen sie sich in ihre stinkenden Nester, nachts sind sie aktiv auf Futtersuche – und frisches Menschenfleisch steht ganz oben auf ihrer Speisekarte.

Freaks, überall Freaks!

Bei Tageslicht ist es leider auch nicht viel sicherer. Denn während Freaker in ihren Muffelhöhlen Nickerchen machen, sind andere Infizierte umso aktiver. In „Days Gone“ treffen Sie auf unterschiedliche Gegnertypen mit speziellen Fähigkeiten. An verlassenen Tankstellen und Häusern marodieren beispielsweise Krabbler, die, wie der Name schon sagt, auf allen vieren umherstreunern. Krabbler sind infizierte Kinder, klein, verdammt agil, die klettern und hüpfen wie die Weltmeister. Dementsprechend lauern die Biester gern auf Dächern und springen jedem potenziellen Fressopfer fauchend in den Nacken.

Noch übler sind Kreischer, die unglaublich schrill und laut schreien – und zwar so ohrenbetäubend, dass jeder Gegner in der Nähe kurzzeitig paralysiert wird. Wenn Sie Pech haben, kommt gerade in dem Moment ein Brecher um die Ecke. Die mutierten Muskelberge quetschen Ihnen mit bloßen Händen das Leben aus dem Körper.

Wilde Bestien

Aber nicht nur Freaker machen Deacon und Boozer das Leben schwer. Die weitläufigen Waldgebiete und Gebirgszüge sind von wilden Tieren besiedelt. Hier fletschen Wölfe die Zähne und Grizzlybären greifen aus dem Hinterhalt an. Ganz schlimm sind die Exemplare, auf die das Virus übergesprungen ist. Mutierte Wölfe etwa – sogenannte Jäger – rennen viel schneller als ihre Artgenossen und reißen Sie plötzlich vom Motorrad, was beim Spielen für so manchen Schreckmoment sorgte.

Einer gegen alle

Doch all diese Gefahren sind nur ein Klacks im Vergleich zu Horden. Hier bewegen sich gleich Hunderte Freaker in Gruppen umher. Wenn Sie sich ein paar Stunden mit Freakern rumgeärgert haben und manchmal schon gegen kleinere Gruppen alt aussehen, dann aber plötzlich auf so einen riesigen Haufen treffen, rutscht Ihnen das Herz vor Angst glatt in die Hose. Dank ihrer Schwarmintelligenz kommunizieren Horden ähnlich wie Vogelschwärme oder Ameisenvölker untereinander und agieren als eine große furchterregende Einheit. Aber verlieren Sie nicht die Hoffnung: Horden sind zwar brandgefährlich, jedoch längst nicht unbesiegbar. Eine Horde zu bekämpfen gehört ganz klar zu den großen Highlights des Spiels und erfordert einen guten Plan, gute Ausrüstung und Nerven wie Drahtseile.

Das läuft etwa so ab: Zunächst kundschaften Sie mit Deacon die Gegend in der Nähe einer Horde aus und finden Engpässe, durch die Sie die Meute locken werden, etwa solche zwischen Lastwagen, Waggons und Häusern. Dort, wo es taktisch klug ist, platzieren Sie SprengfalDort, Sprengfallen, etwa Annäherungsbomben. Steht die Route fest, geht es richtig zur Sache. Sie locken die Horde hinter sich her, an den Bomben entlang. Abwechselnd heizen Sie mit Napalmbomben oder Mollis nach, ballern auf explosive Fässer in der Nähe und mitten in die Mutanten-Menge rein, bis die Horde Geschichte ist.

TESTFAKTEN

PS4

Abwechslungsreiche WelAbwechslungsreiche Welt
„Days Gone“ bietet eine relativ große und ansprechend gestaltete Welt. Hier fifindet der Spieler Wälder, Flüsse, Seen, Bergpässe, Höhlen und Minen.

Alle auf einen
So gezielt angreifende Gegnerhorden gibt’s in Spielen selten. Vor allem ab der zweiten Hälfte von „Days Gone“ haben Sie mit denen alle Hände voll zu tun.

Day-One-Patch
Der 21 Gigabyte große Patch 1.0.3 behebt diverse Bugs, die auch während des Tests Probleme machten. Daher beeinflflussen sie die Testnote nicht.

FÜR FANS VON

„The Last of Us“, „World War Z“, „Metro – Exodus“

ENTWICKLER-PROFIL

Sitz und Mitarbeiter: Bend mit Sitz in der gleichnamigen Stadt im US-amerikanischen Bundesstaat Oregon wurde 1993 gegründet und 2000 von Sony gekauft. Das Studio beschäftigt rund 130 Menschen.

Schwerpunkt: Actionspiele mit Shooter- und Stealth-Elementen.

Weitere Spiele: „Syphon-Filter“-Reihe und „Uncharted – Golden Abyss“.

Die Spitze der Schöpfung

Und was ist mit den verbliebenen gesunden Menschen? Die sind eigentlich noch schlimmer! Anstatt die Kräfte zu bündeln, bekriegen sich einige Gruppen – etwa die Plünderer. Der kriminelle Clan stellt Fallen, baut Straßenbarrieren und lauert in Hinterhalten mit Scharfschützengewehren. In kleinen Lagern horten die Idioten ihre Beute, die Sie ihnen mit Deacon abknöpfen. Entweder schleichen Sie sich wie in „Far Cry“ heran und schalten alle leise aus, oder Sie nieten sie um, sobald Ihre Waffen gut genug sind.

Noch weitaus schlimmer ist der „Rest in Peace“- Kult, die sogenannten Ripper. Ihr Markenzeichen ist es, sich ein „RIP“ mitten auf die Fontanelle zu ritzen. Das allein ist schon bescheuert genug, doch die Hohlbratzen verehren Freaker, weil die Mutierten angeblich zu Gottes großem Plan gehören. Ripper sind absolut unberechenbar, nehmen aufputschende Drogen und haben auch überhaupt keine Skrupel, einem Kind die Beine zu brechen, es aufzuhängen und Freakern als Opfergabe darzubieten. Abscheulich! Tatsächlich blicken Sie in „Days Gone“ gelegentlich in menschliche Abgründe. Und aus irgendeinem Grund haben diese Durchgeknallten Deacon und Boozer ganz besonders auf dem Kieker. Das muss Boozer direkt zu Beginn des Spiels schmerzlich am eigenen Leib erfahren, als er an eine Gruppe Ripper gerät und sie ihm mit einem Bunsenbrenner beinahe den Arm abkokelt.

Die Dauercamper

Zum Glück können Sie Boozeman retten und in einem der wenigen Camps halbwegs medizinisch versorgen. Diese autarken Lager wurden von den restlichen Überlebenden gegründet. Sie sind allerdings recht straff organisiert und erinnern teilweise an Arbeitslager, wo Menschen fast wie Sklaven gehalten werden. Dennoch sind diese Camps für Deacon überlebenswichtige Oasen in dieser lebensfeindlichen Wildnis. In jedem Lager können Sie übernachten, eingesammeltes Fleisch und Kräuter verkaufen und Aufträge abstauben. Dann müssen Sie etwa als Kopfgeldjäger Abtrünnige mit dem Motorrad einfangen, infizierte Freakergebiete ausräuchern und Dinge besorgen. Dafür werden Sie mit Währung belohnt, sogenannten Punkten, die aber nur das jeweils ausstellende Camp akzeptiert. Mit jedem abgeschlossenen Auftrag steigt auch das Vertrauen des Camps in Sie. Und das zahlt sich aus, denn mit einer höheren Vertrauensstufe kriegen Sie Verbesserungen für Ihr Bike und exquisitere Waffen.

Die Waffen der Wahl

Klar, fette Knarren sind essenziell in so einem Schlamassel. Sie haben stets Primär-, Sekundär- und Spezialwaffen im Handgepäck. Zur Wahl stehen Pistolen, Snipergewehre, Maschinenpistolen, Schrotflinten und mehr – alle in unterschiedlichen Qualitätsstufen. Für den ein wenig intimeren Feindkontakt schleppen Sie Planken oder Baseballschläger mit sich rum, die sich zwar abnutzen, aber mit Sägeblättern oder Metall zu noch martialischeren Prügeln aufmotzen lassen. Am besten, Sie setzen Ihr Arsenal in Kombination mit Blend-, Rauchund Splittergranaten sowie den äußerst nützlichen Brandbomben ein.

+ Charaktere
Deacon und auch die anderen Charaktere sind gut geschrieben.

+ Story
Mysteriöses Virus. Ende der Welt? Was ist mit Sarah? Alles spannend!

- Steuerung
Schnellmenü fummelig. Interaktionen erfordern langen Tastendruck.

ABSOLUT GAGA Die Welt nach der Pandemie hat unter anderem den „RIP“-Kult hervorgebracht. Der durchgeknallte Haufen verehrt die infizierten Freaker, weil sie Teil eines großen Plans wären. Als hätte die Welt nicht bereits genug Probleme.


LANDSCHAFT Manchmal ist die Aussicht atemberaubend. Wenn da nur nicht die ganzen EkelFreaks wären.


HORDEN Wer Freakerschwärme angreift, muss lebensmüde sein oder einen verdammt guten Plan haben.


FREAKS Es gibt unterschiedliche Gegnertypen mit speziellen Fähigkeiten.


BRECHER Diese grunzenden Muskelprotze sollten Sie lieber nicht zu fassen kriegen.


Ebenfalls hilfreich: Mit Erfahrungspunkten schalten Sie etwa Komboangrifpunkten Komboangriffe, größere Treffsicherheit beim Laufen oder höheren Nahkampfschaden frei. So lassen sich einige Horden niedermähen – wenn Ihnen nicht das Schnellmenü zur Waffenwahl in den Rücken fällt. Das Auswahlrad zum Aufklappen ist doppelt belegt und bei vollem Inventar recht fummelig. Wenigstens läuft die Zeit beim Aussuchen etwas langsamer ab, sodass Sie in brenzligen Situationen meist die richtigen Utensilien rauspicken.

Ohne Bike keine Chance

Neben den richtigen Waffen brauchen Sie auch einen heißen Ofen. Ohne Ihr Drifter-Bike sind Sie in Freakergebieten aufgeschmissen und werden schlichtweg überrannt. Ihr Zweirad verlangt Zuwendung: Sie müssen Ihre Routen entlang der Tankmöglichkeiten planen und es regelmäßig warten. Zum Glück schalten Sie mit der Zeit bessere Komponenten frei; später fährt es sich dann straffer, zudem erhöhen Sie Tempo, Haltbarkeit und Reichweite des Bikes.

Gibt es Hoffnung?

Wie eine Motorradkette verzahnt sind die Handlungsstränge. Um mit der Trauer um Sarah abzuschließen, will Deacon genauer wissen, was damals mit seiner Frau passiert ist. Deshalb belauscht er gelegentlich NERO-Einheiten und erfährt so mehr über das Virus und die Freaker, als ihm lieb ist. Genauso wichtig wie das Schicksal von Sarah ist für Deacon die Beziehung zu seinem Kumpel Boozer. Durch das Schicksal vereint, stellen sie sich quälenden Fragen, die sich in der Endzeit aufdrängen. Gibt es eine Chance für die Menschheit, oder überrennen Freakerhorden die restlichen Überlebenden? Hoffnung und Verzweiflung sind die treibenden Kräfte und im Spiel greifbar. Deshalb macht es trotz der bedrückenden Lebensrealität der beiden Biker eine Menge Spaß, am Gamepad mitzufiebern.

FAZIT

„Days Gone“ ist ein Survival-Abenteuer und hat viel mehr Tiefe als ein Zombie-Shooter. Nicht zuletzt dank der geradezu kinoreif inszenierten Story mit ihren Spannungsbogen, abrupten Wendungen, emotionalen Momenten und Rückblenden. Auch wenn manches Ereignis vorhersehbar oder nicht ganz schlüssig sein mag, wirken Deacon, Sarah und Boozer glaubhaft. Das Gameplay stimmt ebenfalls. Vor allem die Open World überzeugt und lockt mit vielen Aktivitäten. Manche davon werden zwar schnell langweilig, ansonsten gibt’s aber wenig zu mäkeln. Allenfalls das fummelige Schnellwahl-Menü und die manchmal schwammige Steuerung nerven. Das ändert aber nichts daran, dass Action- und Horror-Fans unbedingt auf diesen Motorrad-Trip durch die Endzeit gehen sollten.

DIE DREI HAUPTCHARAKTERE

DEACON
Deacon gehört dem Mongrel Motorcycle Club an, zieht sich aber als Nomade langsam zurück, nachdem er Sarah kennengelernt hat.

SARAH
Sie ist Biochemikerin und Deacons große Liebe. Kurz nach der Hochzeit wird sie angestochen und flieht in einem NERO-Hubschrauber.

BOOZER
Gehört auch dem Mongrel Club an und ist Deacons bester Kumpel.