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TEST DES JAHRES: SLR- & SYSTEMKAMERAS: Vielfalt mit und ohne Spiegel


fotoMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 60/2018 vom 11.05.2018

Besonders groß ist die Auswahl bei spiegellosen Systemkameras und Spiegelreflexkameras. Wir haben die besten Modelle in fünf Kategorien bis zu einer Preisgrenze von 5000 Euro gekürt.


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Die Nikon D850 ist die beste klassische Spiegelreflexkamera mit optischem Sucher. Auch einen Touchscreen bringt sie mit.


FOTO: © NIKON

Aufgeteilt haben wir das Testfeld zunächst in Spiegelreflexkameras (inklusive Sonys SLT-Hybriden) und spiegellose Systemkameras. Die zweite Aufteilung erfolgte auf Basis der Sensorgrößen: Bei Spiegelreflexkameras kommen Vollformat- und APS-C-Sensoren zum Einsatz, bei spiegellosen Kameras ...

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... Vollformat, APS-C und Micro Four Thirds (MFT).

Spiegelreflexkameras

Für unser Testfeld haben wir eine Preisgrenze bei 5000 Euro gezogen – davon betroffen sind nur die Highend-Sport-SLRs von Canon (EOS 1D X Mark II, ca. 6300 Euro) und Nikon (D5, ca. 6400 Euro). In der auch für Amateure interessanten Preisregion belegt Sonys SLT-Kamera Alpha 99 II (ca. 3600 Euro) knapp den ersten Platz. Sie überzeugt mit einer hervorragenden Bildqualität auf Basis eines 42-Megapixel-BSI-Sensors und ist trotz der hohen Auflösung extrem schnell: Mit 12 Bildern/s hängt sie die Canonund Nikon-Konkurrenz klar ab.

Das Innenleben einer modernen Spiegelreflexkamera: Die Nikon D500 gehört zu den besten SLRs mit APS-C-Sensor.


FOTO: © NIKON

Wer einen optischen Sucher und die damit verbundene längere Akkulaufzeit vorzieht, ist mit der zweitplatzierten Nikon D850 (ca. 3800 Euro) besser beraten. Die 45,7-Megapixel-Kamera (ebenfalls mit BSI-Sensor) ist zwar bei den Serienbildern langsamer, dafür haben wir mit dem AF-S 2,8/24- 70 mm eine etwas kürzere Auslöseverzögerung gemessen. Dass sie bei der Bildqualität nicht ganz an die Alpha herankommt, liegt vor allem an der eher zurückhaltenden JPEG-Aufbereitung; die Raw-Dateien haben ein sichtbares Auflösungspotenzial. Den dritten Platz belegt die Canon EOS 5D Mark IV. Sie hat zwar die niedrigste Auflösung (nominell 30,4 Megapixel), aber das beste Rauschverhalten. In Hinblick auf die Geschwindigkeit kann sie nicht mit der D850 und Alpha 99 II mithalten.
Bei den APS-C-Modellen erreichen gleich vier Kameras die gleiche Prozentzahl und teilen sich damit den ersten Platz. Canons EOS 7D Mark II wurde schon im November 2014 eingeführt und dürfte wohl bald abgelöst werden. Trotzdem kann sie mit der Konkurrenz mithalten und ist mit knapp zehn Bildern/s deutlich schneller als die Vollformat-Schwester EOS 5D Mark IV. Nikon ist gleich mit zwei Kameras vertreten: Die teurere D500 hat gegenüber der D7500 den professionelleren Autofokus (aus der D5), unterstützt schnellere Speicherkarten (XQD und UHS-II), hat den größeren Sucher sowie den höher auflösenden Monitor und lässt sich mit einem Batteriegriff erweitern. Trotzdem hält die D7500 insgesamt gut mit: Der Bildsensor ist der gleiche wie in der D500 und bei der Ausstattung hat sie der großen Schwester den Gehäuseblitz voraus. Die Sony-SLT Alpha 77 II hat mit 12 Bildern/s die höchste Serienbildfrequenz, ein Vorteil, den sie allerdings aufgrund des relativ kleinen Pufferspeichers wieder verspielt. So sind mit der höchsten Geschwindigkeit nur 27 Raws in Folge möglich. Ein konstruktionsbedingter Nachteil (Stichwort elektronischer Sucher) ist die kürzere Akkulaufzeit. Dass auch die Alpha 77 II (Markteinführung Mai 2014) in die Jahre gekommen ist, zeigt sich unter anderem am fehlenden 4K-Videomodus, auf den auch der EOS 7D Mark II-Fotograf verzichten muss. Die Bildqualität der Alpha 77 II erreicht etwa das gleiche Niveau wie die Konkurrenz.

Sonys Alpha 99 II belegt den Spitzenplatz im SLR/SLT-Segment. Anders als eine klassische SLR nutzt sie einen elektronischen Sucher.


FOTO: © SONY

Die EOS 5D Mark IV landet auf dem dritten Platz bei den Vollformat-SLRs und -SLTs.


FOTO: © CANON

Spiegellose Systemkameras

Spiegellose Wechselobjektivkameras mit Vollformatsensoren bieten zur Zeit nur Sony und Leica an – es mehren sich aber die Zeichen, dass auch Canon und Nikon in den nächsten Monaten in diesen Markt einsteigen werden. Bei den drei besten Kameras ist Sony unter sich. Der erste Platz geht souverän an die Alpha 7R III, die mit ihrem 42,2-Megapixel-BSI-Sensor eine herausragende Bildqualität erreicht und trotzdem schnell ist (10 Bilder/s) – als aktuell einzige Kamera erhält sie das „Super“-Siegel. Platz zwei geht an die Sport-Kamera Alpha 9, die mit einem Preis von 4800 Euro das teuerste Gerät im Testfeld ist.

Für eine 24-Megapixel-Kamera hat sie ebenfalls eine sehr gute Auflösung mit Wirkungsgraden um die 100 % bis ISO 800, die Auflösungswerte einer 40-Megapixel-Kamera erreicht sie naturgemäß nicht. Mit 20 Bildern/s bei Verwendung des elektronischen Verschlusses und einem extrem schnellen Autofokus schafft sie locker die volle Punktzahl bei der Geschwindigkeit. Platz drei geht an die brandneue Alpha 7 III, die mit 2300 Euro auch die preiswerteste Vollformatkamera im Test ist (zum Thema günstige Vollformatkameras siehe auch den Preis-Tracker auf Seite 55). Sie liegt bei der Bildqualität mit der Alpha 9 auf einer Stufe, schießt aber nur 10 Bilder/s. Hinzu kommen kleine Abstriche bei der Ausstattung (zum Beispiel niedriger auflösender Sucher und Monitor); Videomodus und Akkulaufzeit sind dafür sogar besser als bei der großen Schwester.
Größer ist die Auswahl im APS-CSegment. Unter die besten Kameras haben es hier drei Modelle von Fujifilm und zwei von Sony geschafft. Punktgleich auf dem ersten Platz landen die Fuji X-H1 und X-T2. Für die größere und teurere X-H1 spricht beispielsweise der höher auflösende Sucher, die schnelleren Serienbilder und der optimierte Videomodus. Die größeren Bedienelemente sorgen außerdem für eine bessere Ergonomie, speziell beim Fotografieren mit Handschuhen. Bei der Bildqualität nehmen sich die beiden Kameras dagegen nichts. Sie ist sehr gut, reicht aber nicht an die besten Vollformatkameras heran, die in den hohen ISO-Stufen und beim Dynamikumfang die Nase vorn haben. Die dritte Fuji-Kamera (X-E3) und die beiden Sonys liegen nur knapp hinter Fujis Spitzenmodellen. Das beste Preis-Leistungsverhältnis hat die Alpha 6300, die für unter 900 Euro verkauft wird und bei unserem Labortest sogar die beste Bildqualität erreicht hat. Neben dem Preis dürften vor allem individuelle Vorlieben für die Kaufentscheidung relevant sein. Hier unterscheiden sich Fuji und Sony recht deutlich. Bei Fuji kommt ein Bedienkonzept mit Zeiten- und ISO-Rädern sowie Blendenringen am Objektiv zum Einsatz, während Sony seine Kameras mit einem klassischen PASM-Wahlrad ausstattet und auf ein modernes Design mit breitem video-optimiertem 16:9-Monitor setzt.

Mit der X-H1 hat Fuji eine der besten spiegellosen Systemkameras mit APS-CSensor im Angebot.


FOTO: © FUJIFILM

So testet fotoMAGAZIN Kameras

Die Auflösung ermitteln wir mit einem Testbild mit neun Siemenssternen.


FOTO: © ANDERS USCHOLD

Für den Test des Jahres haben wir alle Wechselobjektiv- und Kompaktkameras im Testlabor Anders Uschold Digitaltechnik mit dem Verfahren DCTau 5 getestet (im JPEG-Modus mit Werkseinstellungen). Die von der ISO-Einstellung abhängigen Werte Auflösung, Bildrauschen und Belichtungsumfang (Eingangsdynamik) messen wir in allen bei der jeweiligen Kamera verfügbaren ISO-Stufen. Für die Bewertung werden nur die in den jeweiligen Kategorien von allen Kameras unterstützten Werte herangezogen: Bei Wechselobjektivkameras aktuell Werte bis ISO 6400, bei Kompaktkameras bis ISO 3200. Insgesamt erfassen und bewerten wir folgende Aspekte der Bildqualität:
Auflösung : Die Auflösung geben wir in effektiven Megapixeln an. Dieser Wert beschreibt, wie viele Details die jeweilige Kamera-Objektiv-Kombination tatsächlich darstellt. Das Verhältnis von theoretischer zu gemessener Auflösung ist derWirkungsgrad . Eine Kamera mit 24-Megapixel-Sensor und 24 effektiven Megapixeln hätte also einen idealen Wirkungsgrad von 100 %. In der Regel nimmt die gemessene Auflösung in den höheren ISO-Stufen ab, da durch das Bildrauschen bzw. den Rauschfilter Details verloren gehen. Bei Kompaktkameras mit Zoomobjektiven messen wir die Auflösung außerdem in drei Brennweiten.
• BeimBildrauschen sind Werte zwischen 1 und 2 sehr gut, um die 3 gut, über 4 stört das Rauschen deutlich.
• DerBelichtungsumfang (Eingangsdynamik ) gibt an, wie gut die Kamera helle und dunkle Bildbereiche differenzieren kann. Ab 8 Blendenstufen ist er sehr gut, ab 9 hervorragend.
Vignettierung/ Eckenrauschen : Die Vignettierung (Randabdunklung) ist in der Regel bei offener Blende am stärksten. Sie wird meist elektronisch korrigiert und ist daher gering. Die Korrektur führt zu einem Anstieg des Rauschens in den Bildecken, das ebenfalls gemessen und bewertet wird.
Verzeichnung : Sie wird primär bei Kompaktkameras bewertet, fällt bei modernen Digitalkameras allerdings in der Regel niedrig aus, weil sie digital korrigiert wird.
Artefakt-/ Scharfzeichnungsnote : Mit Schulnoten bewerten wir die Anfälligkeit für Artefakte (Bildstörungen, vor allem Moirés und Aliasing, also Treppenbildung an schrägen Kanten). Die Scharfzeichnungsnote ist umso schlechter, je stärker Kanten für eine Steigerung des visuellen Schärfeeindrucks manipuliert werden und dadurch Geisterlinien entstehen.
Die Labormessungen erfolgen bei Wechselobjektivkameras mit Referenzobjektiven (in der Regel den jeweils besten Festbrennweiten des Kameraherstellers).

Geschwindigkeit und Ausstattung

Im Labor messen wir außerdem dieAuslöseverzögerung mit Einzel-Autofokus. Diese wird bei Systemkameras in der Regel mit Kitobjektiven oder anderen Standardzooms im Weitwinkel und im Tele sowie bei viel und wenig Licht gemessen. Die Auslöseverzögerung fließt zusammen mit der in der Redaktion gemessenenSerienbildgeschwindigkeit und -dauer in die Geschwindigkeitswertung ein. DieAusstattungswertung erfolgt auf Basis einer Checkliste mit den wichtigsten Funktionen.
Für die Gesamtnote wird die Bildqualität am stärksten gewichtet (60 %), die Geschwindigkeit mit 20 %, die stark von individuellen Vorlieben abhängige Ausstattung und Bedienung mit je 10 %. Aufgrund der unterschiedlichen Kriterien und Gewichtungen sind die prozentualen Ergebnisse zwischen Wechselobjektivkameras und Kompaktkameras nicht vergleichbar, die reinen Messwerte schon. Eine ausführliche Beschreibung unseres Testverfahrens finden Sie unter: www.fotomagazin.de/technik/ der-kameratest-labor-und-praxis. Auf unserer Webseite gibt es außerdem eine komplette Bestenliste aller getesteten Kameras (www.fotomagazin.de/ technik/kamerabestenliste).

Sensorgrößen von Systemkameras im Vergleich

ORIGINAL-ABMESSUNGEN

VOLLFORMAT
ca. 36 x 24 mm


APS-C (Fuji, Nikon, Sony)
ca. 23,5 x 15,7 mm


APS-C (Canon)
ca. 22,5 x 15 mm


MICRO FOUR THIRDS
17,3 x 13 mm


Bei Wechselobjektivkameras am weitesten verbreitet sind Vollformat-, APS-C- und Micro-Four-Thirds-Sensoren.

Die Panasonic Lumix G9 erobert einen Spitzenplatz unter den MFT-Kameras.


FOTO: © PANASONIC

Die letzte Kategorie sind die Micro-Four-Thirds-Kameras von Olympus und Panasonic. Obwohl der Sensor hier noch einmal um den Faktor 1,5 kleiner ist als bei APS-C, erzielen die besten Kameras in unserem Test fast die gleiche Bildqualität. Beiden Herstellern gelingt es bei den JPEGs ein Optimum an Auflösung aus den tiefpasslosen Sensoren herauszukitzeln und auch das Rauschen bleibt im von uns bewerteten ISO-Bereich bis 6400 auf einem niedrigen Niveau.
Punktgleich haben in unserem Test drei Kameras abgeschnitten. Für Fotografen dürften die Panasonic Lumix G9 und die Olympus OM-D E-M1 Mark II erste Wahl sein. Beide sind extrem schnell und schießen bis zu 60 Bilder/s bzw. 15 bis 16 B/s mit Autofokusnachführung Die neuere Lumix G9 punktet mit dem höherauflösenden Sucher, die OM-D E-M1 Mark II mit dem breiten Cinema-4KModus. Den unterstützt auch die dritte Kamera: Die Lumix GH5 hat den besten Videomodus mit zahlreichen Profifeatures. Alle drei Kameras können den beweglich gelagerten Sensor zur Bildstabilisierung nutzen und mit dem Bildstabilisator im Objektiv kombinieren. Die G9 und die O-MD E-M1 Mark II sind außerdem in der Lage, bei Aufnahmen von unbewegten Motiven vom Stativ den Sensor leicht zu verschieben und so Bilder mit höherer Auflösung (bis zu 80 Megapixel) zu generieren.

Die Sony Alpha 7R III ist insgesamt die beste Wechselobjektivkamera.


FOTO: © SONY


HÖHERE WERTE SIND BESSER SCHULNOTEN VON 1 BIS 6 NIEDRIGERE WERTE SIND BESSER

HÖHERE WERTE SIND BESSER SCHULNOTEN VON 1 BIS 6 NIEDRIGERE WERTE SIND BESSER