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TEST: DIE KLASSISCHE: Premier Aircraft RV-8: von Lindinger


FMT Flugmodell und Technik - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 29.08.2019

Kommt von Premier Aircraft ein neues Modell auf den Markt, so kann man sich einer Sache sicher sein: Hier ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint. Gerade was die fliegerische Bandbreite betrifft, erwartet einen hier meist der sprichwörtliche Wolf im Schafspelz. Umso gespannter waren wir auf die neue RV-8. Würde sie nicht nur mit der gelungenen Optik überzeugen können?


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Bildquelle: FMT Flugmodell und Technik, Ausgabe 9/2019

Programmieren der Aura 8

Bevor man jedoch an den Erstflug denken kann, muss zunächst die Aura 8, das serienmäßig verbaute Stabilisierungssystem, programmiert werden. Dabei braucht prinzipiell nur der verwendete Empfänger-Typ ...

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... eingestellt werden, was auch ohne Verbindung zum PC möglich ist. Ich nutze aber lieber das kostenlose Config-Tool für den Computer. Damit kann man nicht nur per USB bequem die gewünschten Einstellungen vornehmen, sondern auch die korrekte Zuordnung der Kanäle und insbesondere die richtige Funktion des Mode-Wahlschalters überprüfen.

Ab Werk verfügt die Aura 8 über drei Flugmodi, die im Flug per Dreistufen-Schalter abgerufen werden können. Neben dem normalen Modus, der stabilisiert und unstabilisiert zur Verfügung steht, gibt es noch den 3D-Modus. In diesem wirken die Landeklappen zusammen mit den Querrudern, zusätzlich hat man auf allen Rudern die maximalen Ausschläge und eine darauf Angestimmte Kreiseleinstellung zur Verfügung. Die Expowerte sind ebenfalls bereits hinterlegt, so dass man sich am Sender um nichts mehr kümmern muss. Natürlich lässt sich jeder Modus per PC individuell anpassen. Was am Sender noch programmiert werden muss, ist nur die Zumischung von Tiefe zu den Landeklappen. Der Hersteller gibt hier 17% an, das hat in der Praxis sehr gut gepasst.

Das Aura-8-Kreiselsystem ist schon ab Werk installiert. Die Signale kommen bei mir per Summensignal vom Jeti RSat.


Schön und leicht

„Wow, was für ein Schaumodell“ oder „das ist aber ein ganz schöner Brocken“, so in etwa lauteten die Kommentare der Kollegen, als ich die RV-8 das erste Mal aufgebaut auf den Platz gestellt habe. Und sie haben recht: Die RV-8 ist eine stattliche Erscheinung – und wirkt durch den bulligen Rumpf noch deutlich größer. Wohl auch deshalb sieht man dem Modell erst auf den zweiten Blick an, dass es sich hier um einen Foamie handelt.

Die nächste Überraschung hält die Maschine beim Abfluggewicht parat, denn Premier Aircraft versteht sein Handwerk, wenn es darum geht, leichte Modelle zu bauen. Möglich wird dies durch ein Schaummaterial mit geringer Dichte und eine durchdachte Konstruktion, denn die Einzelteile sind keinesfalls massiv. So verfügen beispielsweise die Tragflächen über Kammern, so dass man es vereinfacht gesagt mit einem geschäumten Rippenflügel zu tun hat.

Einmal kleben

Wie mittlerweile fast üblich, ist der Vorfertigungsgrad sehr hoch. Man muss nur einmal zum Klebstoff greifen, nämlich bei der Montage des Seitenleitwerks. Dieses wird über ein CFK-Rohr mit dem Rumpf verbunden und zusätzlich flächig verklebt. Das Höhenleitwerk ist zweiteilig ausgeführt, es wird aber nicht mit dem Rumpf verklebt, sondern nur mit zwei Schrauben je Seite gesichert – so dass es nach dem Lösen dieser Verschraubung und dem Aushängen der Höhenruderanlenkung jederzeit abgenommen werden kann.

Für alle anderen Arbeiten – wie beispielsweise die Montage von Propeller, Spinner und Fahrwerk – ist lediglich ein Schraubendreher erforderlich. Die vom Hersteller versprochene Montagezeit von etwa einer Stunde ist also durchaus realistisch.

Bequem zugänglich

Der Zugang zur Aura 8 und auch zu allen anderen Einbauten im Rumpf geschieht bequem über den üppig dimensionierten Rumpfdeckel. Über diesen erfolgt auch die Montage des Flugakkus. Für diesen ist im Modell genug Platz vorgesehen, so dass der Schwerpunkt mit allen sinnvollen Akku-Konfigurationen problemlos erreicht werden kann. Befestigt wird der Energiespender mit Klett-Schlaufen, die ihn unverrückbar an seinem Platz halten. Empfohlen werden 5- bis 6s-5.000-mAh-LiPos.

Das Seitenleitwerk wird mit dem Rumpf verklebt, ein CFK-Rohr sorgt für eine sichere Verbindung und optimale Krafteinleitung.


Sperrholzrippen im Flügel nehmen die Steckung auf und leiten die Kräfte in die beiden Vierkant-CFK-Holme weiter.


Die Flächen werden über ein CFK-Rohr an den Rumpf gesteckt, eine entsprechende Anformung verhindert dabei ein Verdrehen des Flügels.


Das zweiteilige Höhenleitwerk ist steckbar ausgeführt und somit jederzeit abnehmbar.


Die Servos von Höhen- und Seitenruder sitzen unmittelbar unter dem Leitwerk und bewegen die Ruder auf direktem Weg.


Auch Querruder und Landeklappen sind direkt angelenkt; hier ist bereits alles ab Werk installiert.


Die verbaute Scale-Beleuchtung ist in der Dämmerung gut zu erkennen, bei direkter Sonneneinstrahlung sind die LEDs aber zu schwach.


Der Transport des Modells gelingt trotz der stattlichen Größe problemlos. Auf dem Platz angekommen, werden die Tragflächen über ein dünnwandiges und sehr leichtes CFK-Rohr an den Rumpf gesteckt und je Seite mit einer Rändelschraube gesichert. Zusätzlich müssen noch je zwei Stecker mit ihrem Gegenstück verbunden werden. Für den ganzen Zusammenbau sind also gerade mal zwei Minuten nötig.

Vergleicht man das Erscheinungsbild des Modells direkt mit dem Vorbild, so erkennt man bei genauem Hinsehen einige Punkte, an denen die Konstruktion zugunsten der Flugeigenschaften etwas verändert wurde. Insgesamt ist die Optik aber absolut stimmig. Das aufgebrachte Design steht der RV-8 ebenfalls sehr gut und verleiht ihr eine dynamische, sportliche Optik.

Fast wie ein Trainer

Dank des lenkbaren Spornrads lässt sich die RV-8 am Boden sehr gut handeln. Das breite Zweibeinfahrwerk macht einen soliden Eindruck und verleiht dem Modell einen sicheren Stand. Beim Start ist auch ohne Kreisel keine Tendenz zum Ausbrechen zu erkennen und die Maschine muss mit dem Seitenruder nur minimal in der Spur gehalten werden.

Tendenz zum Ausbrechen zu erkennen und die Maschine muss mit dem Seitenruder nur minimal in der Spur gehalten werden.


Der Sporn wird direkt im Seitenruder verschraubt und so von ihm mitgenommen. Das Bodenhandling des Modells ist sehr gut.


Die zweiteiligen Radschuhe aus Kunststoff erwiesen sich als sehr beständig. Allgemein ist das Fahrwerk allen anfallenden Belastungen locker gewachsen.


Der Akku liegt auf einem Sperrholzelement und wird dort mit Klettschlaufen gesichert. Der Akkuträger ist gleichzeitig Teil der inneren Rumpfstruktur.


Der Antrieb wird auf einem soliden Spant verschraubt. Etwas ungewöhnlich, aber stimmig: Der Sturz zeigt nach oben.


Dank des geringen Gewichts ist die RV-8 selbst mit weniger als Halbgas nach einem kurzen Anlauf in der Luft. Lässt man den 3D-Modus deaktiviert, so fliegt sich der Tiefdecker völlig harmlos und verhält sich in der Luft fast wie ein Trainer. Die Flugeigenschaften sind sehr ruhig und gutmütig und die RV-8 reagiert weich und ausgewogen auf alle Ruderausschläge.

Das Flugvideo zum Test finden Sie unter:
www.fmt-rc.de

Klassischer Kunstflug…

…wie man ihn ja auch mit dem Original fliegen kann, ist bereits in diesem Modus möglich. Dabei macht die Maschine bereits eine sehr gute Figur und überrascht mit ihren neutralen Flugeigenschaften. Hierzu trägt aber nicht nur die Konstruktion selbst bei, sondern auch die Aura 8. Denn Mischer sorgen dafür, dass das Modell beispielsweise neutral und ohne Aussteuern im Messerflug liegt.

Trotz des recht kurzen Leitwerks-Hebelarms lassen sich Rollen sehr sauber fliegen und auch im Turn gibt es kein Nachpendeln. Obwohl das Modell allgemein sehr gutmütig reagiert, kann man das Trudeln sauber einleiten. Lässt man die Knüppel los, so kommt die RV-8 von alleine wieder aus der Figur heraus. Für den klassischen Kunstflug passen 5s-LiPos gut. Will man aber mehr, so sollte man zu 6s greifen. Mit diesem Setup geht es dann richtig zur Sache – und selbst senkrechtes Steigen ist kein Thema mehr.

Fliegen im 3D-Modus

Aktiviert man den 3D-Modus, so verwandelt sich die RV-8 schon fast in einen Fun-Flyer. Rollen kommen nun deutlich schneller und allgemein wird das Modell agiler und die Reaktion auf die Ruder direkter. Dank der großen Ausschläge ist das Hovern oder Torquen kein Problem und selbst Powerrollen lassen sich machen, auch wenn diese wegen der Tiefdeckeranordnung etwas seltsam wirken. Diese Flügelposition hat auch Auswirkungen auf die Höhenruder-Reaktion, denn Negativ-Überschläge lassen sich extrem eng und stabil fliegen, während sie positiv eher gequält wirken.

Ähnlich ist es im Harrier: Hier verhält sich das Modell auf dem Rücken deutlich stabiler und lässt sich mit weniger Ausschlag halten. Allgemein macht sich die RV-8 im Rückenflug sehr gut, unabhängig vom Modus ist nur ein geringes Nachdrücken notwendig, sie lässt sich mit leichtem Anstellwinkel sehr langsam und dennoch stabil fliegen, so dass man schon fast versucht ist, das Seitenruder im Gras streifen zu lassen.

Dank des kräftigen Antriebs und des 17,5×7“-Propellers mit seiner recht geringen Steigung hat man in jeder Situation ausreichend Reserven, um das Modell kraftvoll nach oben wegzuziehen – in Verbindung mit den gutmütigen Flugeigenschaften gibt das dem Piloten Sicherheit. Die verbauten Digitalservos arbeiten schnell und haben in allen Lagen ausreichend Stellkraft, auch wenn man kräftig in die Knüppel greift. Während das Trudeln bereits im normalen Modus funktioniert, lässt sich die RV-8 im 3D-Modus auch sehr schön ins Rückenflachtrudeln bringen. Unterstützt durch den Antrieb dreht sie sich dabei fast auf der Stelle.

Zehn Minuten Fluggenuss

Natürlich kann der sportliche Tiefdecker nicht nur im Kunstflug punkten, auch beim normalen, gemütlichen Fliegen kann er gefallen. Unabhängig von den Modi lassen sich die großen Klappen nutzen, um mit dem Modell noch langsamer und enger zu fliegen. Für Start und Landung sind die Klappen nicht zwingend notwendig, es macht aber enormen Spaß, damit zu arbeiten und das Modell wie einen großen Parkflyer auf engstem Raum zu bewegen.

Um einen Strömungsabriss muss man sich dabei kaum Gedanken machen, dieser kommt sehr spät und weich. Wenn es passiert, nimmt das Modell lediglich leicht die Nase nach unten und lässt sich mit einem kurzen Gasstoß fast ohne Höhenverlust wieder fangen. Dabei helfen wohl auch die auf dem Flügel sitzenden Vortex-Generatoren, die für eine turbulente Grenzschicht und somit für eine länger anhaftende Strömung sorgen.

Die Flugzeiten hängen bei der RV-8 natürlich extrem davon ab, wie das Modell geflogen wird. Macht man viel Kunstflug mit leistungsintensiven Figuren wie dem Torquen, so ist nach gut sechs Minuten Schluss. Lässt man es hingegen ruhig angehen, sind zehn Minuten problemlos machbar. Beides sind, wie ich finde, sehr gute Werte, zumal sich das Modell trotz seiner Größe mit maximal sechs Zellen begnügt.

Mein Fazit

Diese RV-8 zählt definitiv zu den Lieblingen in meinem Hangar. Das Modell lässt sich leicht transportieren, ist schnell aufgebaut und zeigt in der Luft eine enorme Bandbreite. Ich bin auf den unterschiedlichsten Plätzen geflogen, die gesamte Konstruktion – und insbesondere das Fahrwerk – konnte mich dabei überzeugen und es zeigten sich keinerlei Schwachstellen. Obwohl ich die RV-8 alles andere als geschont habe. Egal ob man abends noch ein paar gemütliche Runden drehen oder 3D-Kunstflug zelebrieren möchte, sie macht beides mit Bravour.