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TEST DUSCHGEL FÜR MÄNNER: FÜR WASCHECHTE KERLE


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 80/2019 vom 25.07.2019

Duschgele für Männer versprechen in der Dusche den Frischekick – doch wie steht’s um die Inhaltsstoffe? In sieben Produkten stecken krebsverdächtige Stoffe. 13 andere glänzen dagegen mit einem „sehr gut“.


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Foto: Orbon Alija/iStock/Getty Images Plus; Illustration: Sviatlana Sheina/shutterstock

„Für Männer wie unz.“ Das ist kein Schreibfehler, sondern der Slogan der neuen Männerwelt Seinz von Dm. Die Drogeriemarktkette hat seit Frühjahr die Männer im Visier. Und führte, um die männliche Kundenzahl zu erhöhen, neben einer Onlineplattform ein eigenes Männerregal in den Läden ein. Darin stehen ...

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... Eigenmarkenprodukte von Seinz und andere Kosmetika für Herren, von großen Anbietern wie Beiersdorf oder L’Oréal. Im Vergleich zu einer schon fast avantgardistisch anmutenden Tuchmaske für Männer stellt so ein Duschgel eher einen Klassiker dar.

Wie gut sind die täglichen Erfrischer zur Männerhaut? In unserem großen Test von 50 Duschgelen kann sich die Hälfte sehen lassen – 13 schneiden sogar „sehr gut“ ab.

ÖKO-TEST

„Acht Hersteller setzen mit Lilial einen Duftstoff ein, der möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit stört. Darauf kann die Männerwelt ganz sicher verzichten.“

Svenja Markert, ÖKO-TEST-Redakteurin, teilt sich das Lieblingsduschgel mit ihrem Mann.


Foto: Anja Waegele

Aber nicht alles glänzt. Wirklich auffällig: Sieben Mal hat unser Labor Formaldehyd/-abspalter nachgewiesen. Dabei ist nur in der Dove Men + Care Clean Comfort Pflegedusche ein entsprechendes Konservierungsmittel deklariert. Hier hat das Labor auch die höchste Menge gefunden. Warum Formaldehyd/-abspalter auch in den anderen sechs Duschgelen stecken, wissen wir nicht. Aber aus unserer Sicht sind sie definitiv unerwünscht: Formaldehyd ist als krebsverdächtiger Gefahrstoff eingestuft.


Krebsverdächtige Stoffe verhageln sieben Duschgelen das Ergebnis.


Leider ist das nicht die einzige schlechte Nachricht. Und auch bei der zweiten geht es um die Dove-Pflegedusche: Sie ist mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen, kurz MOAH, verunreinigt. Darunter können sich Stoffe befinden, die möglicherweise Krebs erregen. Wir wissen nicht, um welche MOAH es sich hier genau handelt. Wer auf Nummer sicher gehen will, verzichtet auf Kosme tika, die MOAH enthalten. Wir werten diese umstrittenen Bestandteile häufiger in Lotionen und Lippenprodukten ab, in denen erdölbasierte Inhaltsstoffe stecken. Es ist aber das erste Mal, dass wir MOAH in Duschgelen gefunden haben.

Am häufigsten kritisieren wir PEG/ PEG-Derivate in den Schaumschlägern. Diese setzen die Anbieter unter anderem als Tenside, also als Reinigungssubstanzen, ein. Und sie sorgen für Schaum. Aber: Sie können die Haut leider auch durchlässiger machen für Fremdstoffe.

Und wie steht es um den männlichen Duft? 13 Schaumschläger kritisieren wir wegen problematischer Duftkomponenten. Allen voran Lilial, das in acht Duschgelen steckt. Die blumige Duftnote ist in der Kritik, weil nicht sicher geklärt ist, ob sie die Fortpflanzungsfähigkeit stört. Die gute Nachricht für die Männerwelt: Es gibt viele Duschgele in unserem Test, deren Duft sauber abschneidet.

MÄNNER IM BAD: SECHS MONATE FÜR DIE BARTPFLEGE

38 Minuten am Tag verbringen deutsche Männer durchschnittlich mit Körperpflege. Damit nehmen sie sich deutlich mehr Zeit als viele europäische Geschlechtsgenossen (internationaler Durchschnitt: 27 Minuten) und nur zwölf Minuten weniger als die deutsche Durchschnittsfrau (50 Minuten). Das besagt eine Onlineumfrage des Marktforschungsinstituts GfK mit 27.000 Teilnehmern. Doch was treibt das männliche Geschlecht hinter verschlossenen Badezimmertüren? Unser Faktencheck.
Schnipp schnapp, Stoppeln ab: Jeder zweite Deutsche trägt zumindest manchmal Bart (Quelle: Statista), auch der Rest muss sich regelmäßig rasieren. Bei durchschnittlichem Bewuchs gehen übers Leben verteilt angeblich etwa sechs Monate fürs Trimmen und Bartpflegen drauf. Kein Wunder also, dass Aftershave, Rasierwasser und Rasierschaum die Dauerbrenner im männlichen Kosmetikarsenal sind. Viele verwenden sie sogar häufiger als Cremes (Quelle: IfD Allensbach).
Manche mögen’s weich: Laut einer repräsentativen Studie der Verbrauchs- und Medienanalyse (VuMA) Touchpoints 2018 cremt sich mehr als ein Drittel der Männer mindestens einmal wöchentlich mit Körpermilch (33,4 Prozent), Gesichtscreme (34 Prozent), Hautcreme (40,5 Prozent) oder Handcreme (49,8 Prozent) ein. Ähnlich viele Männer verwenden der Studie nach auch einmal pro Woche und häufiger ein Eau de Toilette (45,5 Prozent) und Parfüms (39,1 Prozent).
Nicht verraten: Männer nutzen das Bad nicht nur für Toilettengang und Körperpflege, sondern auch für gelegentliche Auszeiten. In einer Umfrage des britischen Badspezialisten Pebble Grey gab jeder Dritte der 1.000 Befragten an, sich auch mal aufs stille Örtchen zurückzuziehen, wenn Frau und Kind(er) nerven. Sie verlängern den Toilettengang sogar ganz regelmäßig, auch um Zeitung zu lesen oder auf dem Smartphone zu daddeln.

INTERVIEW

„MÄNNER WOLLEN NICHT MEHR IN DEN CREMETIEGEL IHRER PARTNERIN GREIFEN.“

Dr. Henrike Neuhoff, Leiterin der Wissenschaftlichen Abteilung bei Laverana.


Foto: Laverana GmbH

ÖKO-TEST: Was wünschen Männer bei Kosmetik?
Kurzum: eigene moderne Pflegeprodukte. Männer wollen nicht mehr in den Cremetiegel ihrer Partnerin greifen, sondern ihre eigenen, auf ihren Hauttyp und ihre Bedürfnisse abgestimmten Produkte verwenden. Männerhaut ist durchschnittlich circa 20 Prozent dicker. Sie enthält mehr Kollagen und ist dadurch generell straffer und fester. Männerhaut ist darüber hinaus fettiger, da sie mehr Talgdrüsen und größere Poren hat. Und Männerhaut altert anders, da der Testosterongehalt gleichmäßig abnimmt. Falten treten später auf, dafür markanter. Und Männerhaut wird durch die Rasur gereizt und ist dadurch eher sensitiv.

ÖKO-TEST: Wie sollten Duschgele, Gesichtscremes und Co. für Männer sein?
Generell kann man sagen, dass Männerpflege wie Aftershaves, Balsame und Gesichtscremes eine leichte Sensorik haben und schnell einziehen sollten. Männer mögen keine zu reichhaltigen Cremes. Aber auch unter Männern gibt es unterschiedliche Vorlieben. Die einen, die es einfach und schnell wünschen und daher gerne zu 2in1-Produkten greifen. Die trendbewussten Millennials hingegen sind gerne bereit, mehr Zeit in Körperpflege zu investieren. Sie erwarten spezifische Produkte, also für ölige, unreine und sensitive Haut. Darüber hinaus interessieren sie sich für moderne Produkte wie Anti-Pollution und Detox-Kosmetik, Hairstyling und Bartpflege. Wichtig sind ihnen dabei auch Nachhaltigkeit und Bio-Inhaltstoffe. Ebenso stoßen hochwirksame Pflegeserien mit Anti-Ageing oder Shampoos gegen dünner werdendes Haar auf größere Nachfrage, und Kosmetikstudios freuen sich über mehr Männer.

ÖKO-TEST: Wie entwickelt sich der Markt?
Neueste Marktdaten zeigen ein rasantes Wachstum auf – laut Experten jährlich etwa um fünf Prozent. Auch Naturkosmetik spielt im Männerregal eine immer größere Rolle. Auf natürliche Inhaltsstoffe wird mehr geachtet. Gefragt ist alles von Kopf bis Fuß.

SO TESTET ÖKO-TEST

Wir haben 50 Duschgele eingekauft, darunter konventionelle Kassenschlager wie Nivea und Dusch Das, aber auch zwölf Erfrischer, die als Naturkosmetik zertifiziert sind. Als echte Naturkosmetik akzeptieren wir nur Produktlabel wie Natrue oder Cosmos. 200 Milliliter der günstigsten Schaumschläger – Eigenmarken aus Supermarkt oder Discounter – kosten 37 Cent, des teuersten 19,87 Euro.
Was duftet denn da? Etwa ein typisches Allergen oder ein anderer problematischer Stoff? Um das herauszufinden, haben wir im Labor eine umfangreiche Duftstoffanalyse beauftragt. Außerdem haben wir die Labore nach kritischen Konservierungsmitteln suchen lassen.
Je problematischer wir eine Substanz finden, um so strenger werten wir ab. Für einen unnötigen Umkarton oder Kunststoffverbindungen, die möglicherweise unsere Gewässer belasten, gibt es Punktabzug bei den weiteren Mängeln.

Überflüssige Kartonverpackung? Das muss ja bei Duschgelen wirklich nicht sein und gibt von uns Punktabzug.


Fotos: Ökotest

ÖKO-TEST RÄT

► Alle Naturkosmetik-Duschgele im Test sind „sehr gut“. Hier können Sie bedenkenlos zugreifen.
► Den kritischen Duftstoff Lilial erkennen Sie auf der Verpackung an der komplizierten Bezeichnung Butylphenyl Methylpropional.