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TEST DUSCHGEL FÜR MÄNNER: Herbe Schäume


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 24.03.2022

RATGEBER

1 Sie haben die große Auswahl: Insgesamt 30 Duschgele können wir mit „sehr gut“ und „gut“ empfehlen.

2 Alle Naturkosmetik-Produkte im Test sind „sehr gut“. Hier können Sie bedenkenlos zugreifen.

3 Feste Seifen zum Duschen können Verpackungsmüll reduzieren. Gute Produkte finden Sie in unserem Test Feste Duschen unter oekotest.de/11846

Artikelbild für den Artikel "TEST DUSCHGEL FÜR MÄNNER: Herbe Schäume" aus der Ausgabe 4/2022 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Herb sollen sie riechen, markant, eben „nach Mann“. Und dennoch sollte auch ein Duschgel für Männer in erster Linie gut reinigen und dabei die Haut schonen. Mit den Begriffen „hautfreundlich“ oder „hautverträglich“ werben entsprechend viele Anbieter im Test. Aber sind sie das auch?

Wir haben 44 Duschgele, die sich an Männer richten, eingekauft und in die Labore geschickt. Das Ergebnis ist erfreulich: Jeweils 15 Produkte können wir mit „sehr gut“ oder „gut“ empfehlen. Zwei rasseln allerdings mit „mangelhaft“ durch.

Gar nicht so dufte: Moschus

Moschus ist ein ...

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... beliebter Duft für die erwünschte männlich-markante Duftnote. Den Stoff gewinnt die Industrie schon lange nicht mehr aus einer besonderen Drüse von Moschustieren, sondern stellt ihn synthetisch her. Das Problem: Die für künstlichen Moschusduft verwendeten polyzyklischen Verbindungen sowie auch der Duftstoff Cashmeran sind gesundheitlich problematisch. Sie reichern sich im menschlichen Fettgewebe an. Tierversuche gaben Hinweise auf Leberschäden. Das von uns beauftragte Labor wies in zwei Produkten künstlichen Moschusduft nach: im JPS John Player Special Sport Hair & Body Shampoo und im Palmolive Men Forest Fresh 3 in 1 Duschgel. In der Frosch Senses Meeresmineralien Sensitiv-Dusche Men 3 in 1 steckt Cashmeran. Moschusduft und Cashmeran müssen Anbieter und Hersteller nicht deklarieren, deshalb können Verbraucherinnen und Verbraucher anhand des Etiketts nicht erkennen, ob sie enthalten sind.

Einen anderen problematischen Duftstoff enthält das Bac Duschgel Cool Energy Haut & Haar: das nach Maiglöckchen riechende Lilial. Der Duftstoff erwies sich in Tierversuchen als fortpflanzungsschädigend und besitzt ein geringes Allergierisiko. Seit 1. März 2022 dürfen auf dem EU-Markt Kosmetikprodukte, die den Stoff enthalten, nicht mehr über die Ladentheke gehen – der Anbieter hat das Produkt laut eigenen Angaben inzwischen auch vom Markt genommen.

Reizend zur Haut

In fünf der acht „ausreichenden“ und „mangelhaften“ Schlusslichter des Tests wies das von uns beauftragte Labor halogenorganische Verbindungen nach. Das ist eine Gruppe von mehreren Tausend Stoffen; viele gelten als allergieauslösend, manche erzeugen Krebs, fast alle reichern sich in der Umwelt an. Im Old Spice Captain Shower Gel + Shampoo 2-in-1 handelt es sich um die Verbindung CIT (Chlormethylisothiazolinon), die als Konservierungsstoff zum Einsatz kommt. Sie kann die Haut und die Augen reizen und besitzt ein besonders hohes allergenes Potenzial.

„Moschus mag ‚männlich‘ duften. Der künstliche Stoff ist allerdings bedenklich. Es gibt genügend andere würzige Düfte.“

Dimitrij Rudenko ÖKO-TEST-Redakteur

ZAHLEN Duschgel: unser täglicher Begleiter

64,8 Millionen Deutsche über 14 Jahre verwenden Duschgel. Das geht aus einer Umfrage des Allensbach-Instituts im Jahr 2021 hervor. Das ist eine überragende Mehrheit: Laut Statistischem Bundesamt leben in Deutschland rund 72 Millionen Über-14-Jährige.

29,9 Millionen Deutsche über 14 Jahre duschen täglich. Das ergab die Verbrauchs-und Medienanalyse (VuMA) für das Jahr 2021. 30,2 Millionen duschen demnach mehrmals und 4,1 Millionen einmal in der Woche.

28,2 Prozent der Befragten in der VuMA-Analyse für 2020 gaben Nivea/Nivea Men als ihre beliebteste Marke von Duschgel und Badezusätzen an. Auf den Plätzen zwei bis fünf landeten Dusch Das (14,2 Prozent), Dove (13,9), Balea (12,3) und Fa (10,5).

Nicht ganz so hautfreundlich

Am häufigsten kritisieren wir PEG/ PEG-Derivate. Die Hersteller setzen PEG (Polyethylenglykole) und ihre Abkömmlinge unter anderem als Tenside ein, also als Reinigungssubstanzen; zudem sorgen sie für Schaum. Sie können jedoch die Haut durchlässiger machen für Fremdstoffe. Als Alternativen haben sich längst mildere Zucker-und Kokostenside etabliert; vor allem in zertifizierter Naturkosmetik, in der das zur Herstellung von PEG-Verbindungen verwendete Verfahren der Ethoxylierung nicht erlaubt ist. In der Liste der Inhaltsstoffe sind PEG/PEG-Derivate an Bezeichnungen zu erkennen wie „PEG-“ plus einer Zahl oder dem Namensbestandteil „-eth“ wie bei dem häufigsten Vertreter Sodium Laureth Sulfat. Beinahe alle konventionellen Produkte im Test enthalten den problematischen Stoff; die Naturkosmetik-Duschgele sind frei davon.

Ein Umweltproblem: Kunststoffe

Sieben konventionelle Duschgele enthalten synthetische Polymere. In der Tabelle bezeichnen wir sie als weitere Kunststoffverbindungen. Das Problem: Synthetische Polymere sind in der Umwelt zum Teil schwer abbaubar und können das Abwasser unnötig belasten, auch wenn sie anders als feste Mikroplastikpartikel in gelöster Form vorliegen.

Für lediglich zehn Produkte legten uns die Anbieter Nachweise vor, dass ihre Flaschen oder Tuben aus Kunststoff einen Anteil von mehr als 30 Prozent Recyclingmaterial aus der Wertstoffsammlung (Post-Consumer-Rezyklat) enthalten oder aus einem Biokunststoff bestehen. Hier ist noch deutlich Luft nach oben.

So haben wir getestet

Wir haben 44 Duschgele, die sich von der Aufmachung her an Männer richten, eingekauft und in die Labore geschickt. Darunter sind 14 Naturkosmetikprodukte, konventionelle Kassenschlager wie Nivea und Dusch Das sowie Eigenmarken von Supermärkten, Discountern und Drogerien. Berechnet auf 200 Milliliter kosten die günstigsten Produkte 43 Cent, das teuerste 7,99 Euro.

Verschiedene Labore haben die Produkte auf problematische Konservierungsmittel und halogenorganische Verbindungen sowie auf Duftstoffe, die Allergien auslösen können, untersucht. Anhand der Deklaration haben wir überprüft, ob umstrittene Inhaltsstoffe wie PEG/PEG-Derivate und synthetische Polymere als Kunststoffverbindungen in den Rezepturen enthalten sind.

Umweltrelevante weitere Mängel wie chlorierte Verbindungen (PVC, PVDC) oder Rezyklatanteile von weniger als 30 Prozent in Kunststoffverpackungen verschlechtern das Gesamturteil.